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Die Moltebeere

F

Finnja

Themenstarter
Guest
Die Moltebeere (Rubus chamaemorus), auch Multebeere, Multbeere oder Torfbeere genannt, ist eine zur Familie der Rosengewächsen (Rosacea) zählende Pflanze. Sie gehört zur Gattung Rubus, zu der auch Himbeere und Brombeere gehören.
Das Wort Rubus stammt aus dem lateinischen Wort ruber für rot, da die Gattung oft rote Beeren trägt. Der Artname chamaemorus ist dem Griechischen (chamai = auf der Erde und mōros = Maulbeere/Brombeere) entlehnt und bedeutet etwa soviel wie Boden-Brombeere.

Im finnischen Sprachraum wird die Moltebeere als Lakka, von den Samen/Lappen jedoch als Hilla bezeichnet. Im Schwedischen nennt man sie Hjortron.
Die Bezeichnung Molte- stammt aus dem skandinavischen Sprachraum und kann mit dem Begriff schmelzen übersetzt werden, was sich wahrscheinlich auf die im Reifezustand sehr weiche Frucht bezieht.
Diese Pflanzenart ist ein Wahrzeichen Lapplands.

Beschreibung
Die Moltebeere ist eine mehrjährige Pflanze und wird etwa 5 bis 25 cm groß. In Gesellschaft mit Zwergsträuchern wie Rauschbeere, Sumpfporst werden auch Wuchshöhen bis 45 cm beobachtet. Sie blüht von Juni bis Anfang Juli weiß, gelegentlich auch mit rötlichen Blüten, die zum Ende der ca. zehntägigen Blütezeit eine tiefrote Farbe annehmen.
Die einzelnen Blüten haben je vier bis acht, meist fünf Kron- und Kelchblätter, die bei Regen leicht abfallen. Die männlichen und weiblichen Blüten sind auf verschiedenen Pflanzen zu finden. Die weibliche Blüte trägt zahlreiche grünliche Fruchtblätter, wogegen die männliche Pflanze viele Staubfäden mit gelben Staubbeuteln trägt. Die Befruchtung erfolgt durch Insekten.
Am aufrechten Stängel sitzen wechselseitig ein bis vier am Außenrand gesägte Blätter. Die nierenförmigen Blätter sind häufig recht langstielig, kräftig dunkelgrün, unterseits behaart und leicht glänzend. Im lappländischen Herbst tupfen sie das ockergelbe Moor mit einem kräftigen Rot.

Die Früchte reifen Ende Juli bis Anfang August. Sie sind zunächst grünlich und vollständig von den Kelchblättern umschlossen, ändern dann ihre Farbe zu blassrot und werden im Reifezustand schließlich gelborange. Dann ist sie sehr weich und entsprechend schwer zu pflücken. Daher werden oft unreife Früchte gepflückt, die dann an der Sonne nachreifen.

Vorkommen
Die Moltebeere ist cirkumpolar verbreitet. Sie kommt in Skandinavien bis hinauf zum 80. Breitengrad (Spitzbergen) vor. Vereinzelt wächst sie auch in Deutschland im Gebiet der unteren Weser und Elbe. Dort ist sie streng und besonders geschützt.
Geschichtliches:
In der Eiszeit war die Moltebeere mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr viel häufiger in unseren Breiten zu finden, als heutzutage. Die einzelnen Vorkommen in Mitteleuropa sind also quasi Relikte aus der damaligen Zeit.

Sie wächst in moorigen und torfigen Gegenden bis in eine Höhe von zirka 1.400 Meter. Sie breitet sich hauptsächlich vegetativ über ihren kriechenden Wurzelstock aus. In Skandinavien kommt sie außerdem in lichten Wäldern und an Waldrändern vor. Die Moltebeere erträgt nämlich große Kälte im Winter, reagiert aber sehr empfindlich auf Kälteeinbrüche nach Beginn ihrer Vegetationsphase, so dass ihr in südlicheren Lagen ein paar schöne Sonnentage im April schon zum Verhängnis werden, weshalb sie dort nur im Halbschatten wächst.

Die Moltebeere enthält viel Vitamin C (100 mg/100 Gr ) und ist früher wie heute in den nordischen Ländern ein wichtiger Vitaminlieferant. Von nordischen Seeleuten und den kanadischen Eskimos wurde die Frucht auch ob der guten Lagerbarkeit als Mittel gegen Skorbut geschätzt.
Ausserdem enthält die Moltebeere Ascorbin-, und Benzoe- und Gerbsäure.
Die Blätter der Moltebeere werden aufgrund ihres Gehaltes an Gerbsäure gegen Durchfall verwendet. Die Pflanze enthält darüber hinaus Diosgenin, ein Steroid und Vorstufe des weiblichen Hormons Progesteron, das gegen Gicht und Rheuma angewandt wird.
Heilwirkung: Moltebeere hilft bei Gicht, Rheuma, Durchfall.

Roh gegessen hat die Moltebeere einen leicht bitteren, säuerlichen Geschmack. Verwendet wird die Frucht für Marmelade und Likör. Der Ertrag der Moltebeere ist gering, daher ist sie die teuerste der wild gesammelten Beeren.

Carl von Linné (ein schwedischer Naturwissenschaftler aus dem 18. Jh.) meinte zum Geschmack der Moltebeere: „Sie haben keinen besondern Geruch. Der Geschmack aber ist so angenehm, dass man sie roh mit Vergnügen essen kann.“
Weiter empfiehlt Linné die feine Beere „als ein vorzüglich anfeuchtendes Mittel den Schwindsüchtigen und beym Blutspeyen.“
Die Moltebeere gehört auf jeden Fall mit einem Klecks Sahne zu den köstlichen schwedischen Waffeln.
Giftstoffe, Wirkung und Symptome:
Die Moltebeere ist ungiftig.

Wissenswertes
Der Bekanntheitsgrad der köstlichen Beere stieg neben dem Angebot im Lebensmittelregal von IKEA besonders durch die Abbildung der Moltebeere auf der finnischen 2-Euro-Münze. Die Moltebeere gilt als Charakterpflanze der nordischen Moorgebiete. Sie spielt wirtschaftlich eine große Rolle.

Quellen: Wikipedia, Wunderbares Lappland
 

Anhänge

Vennhexe

Kräuterführungen/Seminare
Heilpraktiker
Die sind in Norwegen heiß geliebt, reifen ca. Ende August/Anfang September und sehen aus, wie helle Brombeeren, nur dass sie direkt am Boden wachsen.

Reichlich in höheren Lagen zusammen mit Rentiermoos (Lichen islandicus).
 
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