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Entgiftung des Hautkranken

Dieses Thema im Forum "FiF - Fachartikel im Forum" wurde erstellt von Anita Kraut, 19. Januar 2010.

  1. Anita Kraut

    Anita Kraut Mitglied Heilpraktiker

    Registriert seit:
    24. November 2009
    Status:
    HP
    Die wesentlichste Therapiemethode der Naturheilkunde seit hunderten von Jahren ist die Entgiftung. Nach Ansicht der früheren und heutigen Behandler ist die Vergiftung des Körpers die primäre Ursache für die Entstehung von Krankheiten. Somit war und ist die Beseitigung der Dyskrasie (der verdorbenen Säfte) eine Grundvoraussetzung, um wieder gesund zu werden. Dabei wertet die Naturheilkunde eine Erstverschlimmerung als positiv, zeigt sich doch eine Bewegung im Stoffwechsel.
    Der Hautkranke nimmt jedoch eine Sonderstellung ein. Da die Haut aktiv an der Entgiftung beteiligt ist (siehe unten), wird sich das Hautbild meist erheblich verschlechtern, wenn der Therapeut nicht mit dem nötigen Wissen und mit Fingerspitzengefühl an die Arbeit geht.
    Hautkrankheiten unterscheiden sich von allen anderen Erkrankungen dadurch, daß sie sichtbar sind. Wir sehen den Verlauf, den Erfolg oder Misserfolg einer Therapie recht "an-schau-lich". Gerade wegen der Sichtbarkeit der Hautkrankheit wird diese zu einer großen seelischen Belastung. Steht es einem Patienten mit einem Lungentumor frei, mit anderen sein "Geheimnis" zu teilen, so hat der Hautkranke diese Wahl nicht, da er sein Krankheitsbild "offen-sichtlich" mit sich herumträgt und somit jeden damit konfrontiert.
    Diese ganz wesentliche Tatsache verlangt eine sensible und vorsichtige Vorgehensweise und das Wissen über die Stoffwechselvorgänge der Haut, damit wir dem Patienten unnötiges Leid und uns als Therapeuten unnötigen Leistungsdruck ersparen: denn wer bewußt eine Erstverschlimmerung riskiert, gibt das unausgesprochene Versprechen, daß er diese auch wieder zum Verschwinden bringt. Angesichts der vielschichtigen Ursachen und Folgen einer Hautkrankheit ein mutiges Unterfangen!
    Der Hautkranke braucht in erster Linie ein sofortiges Erfolgserlebnis und keine Verschlimmerung. Die auffallend große Ungeduld der Hautkranken ist darin begründet, daß sie so schnell wie möglich von dem "Makel" befreit werden wollen. Das Gefühl, ein Gezeichneter oder Aussätziger zu sein und doch gleichzeitig alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen ist unerträglich.
    Daher hat die Vermeidung einer Erstverschlimmerung durch eine Entgiftung beim Hautkranken absolute Priorität.

    Um die richtige Vorgehensweise zu finden, ist ein Wissen über die Entgiftungsvorgänge in der Haut unablässig:
    Xenobiotika sind körperfremde Stoffe, die den Körper zu Abwehrreaktionen veranlassen, wie Antigene, Toxine, Umweltgifte etc. Grundsätzlich ist es nur sehr, sehr wenigen Stoffen möglich, in tiefere Schichten der Epidermis vorzudringen - tiefer als die Basalmembran führt nahezu kein Weg. Und selbst bis dahin gibt es nur den Weg der Diffusion von hydrophilen oder lipophilen Stoffen, und dieser ist stark behindert und geschieht meist nur zufällig.
    Sollte es dennoch den Xenobiotika gelingen, in tiefere Schichten vorzudringen, so hat der Körper zwei Möglichkeiten, darauf zu reagieren:
    Zum einen transportiert er die Stoffe in Bereiche mit geringer metabolischer Aktivität und lagert sie dort ab (z. B. Hornhaut der Epidermis, Matrix der Dermis, Fettzellen der Subcutis).
    Zum anderen wird der Körper versuchen, die körperfremden Substanzen durch enzymatische Reaktionen chemisch zu verändern und auszuscheiden. Hierzu stehen der Haut verschiedene Entgiftungsenzyme zur Verfügung: die wichtigsten Vertreter sind die Hydroxylasen. Und jetzt kommt's: diese Enzyme sind die gleichen, wie sie auch in der Leber vorkommen. Ihre Konzentration in der Haut ist zwar geringer als in der Leber, da die Haut aber wesentlich größer ist (vom Gesamtvolumen ausgehend) ist sie eine der wichtigsten entgiftenden Organe unseres Körpers!
    Das Wirkprinzip der Hydroxylasen in der Haut besteht darin, die Xenobiotika durch das Einfügen von hydrophilen Stoffen besser wasserlöslich zu machen, womit eine Ausscheidung über die Niere begünstigt wird. Die Entgiftungsenzyme befinden sich überwiegend in der Epidermis. Die Abbauprodukte werden aber aktiv in tiefere Schichten transportiert und gelangen somit in den Blutkreislauf und damit zu Niere und Leber.
    Interessanterweise ist zu beobachten, daß es beim Hautkranken zu einer vermehrten Ausscheidung von Giftstoffen und deren Abbauprodukten AN DER ERKRANKTEN HAUTSTELLE kommt, da die Haut auch "Entgiftungsaufträge" der Leber bei Bedarf übernimmt.
    Nach dem bisher Gesagten wird klar, daß sämtliche Therapiemaßnahmen zur Entgiftung der Leber und Niere grundsätzlich eine direkte, stoffwechselbedingte Wirkung auf die Haut haben. Eine Erstverschlimmerung beim Hautkranken entsteht also primär durch die metabolische Aktivität in der Haut und die dadurch vermehrte Ausscheidung auch an den erkrankten Stellen. Das ist der wesentliche Unterschied zu allen anderen Organsystemen.

    Diese Erstverschlimmerungsproblematik ist einer der Gründe, weshalb viele Therapeuten nach dem ersten, oder spätestens zweiten Besuch des Patienten denselbigen nicht wieder sehen. Eine Entgiftung ist richtig und wichtig, nur in der Reihenfolge der Therapien steht sie an LETZTER Stelle.
    Was müssen wir vorher beachten?

    1. Keine Entgiftung zu Beginn und im Akutstadium eines eventuellen Rezidivs.

    2. Keine Abmagerungskuren während der Entgiftung, da ansonsten die im Unterhautfettgewebe eingelagerten Xenobiotika frei werden und zu massiven Hautreaktionen führen können.

    3. Die tägliche Trinkmenge von 30 ml Wasser pro Kilo Körpergewicht muß eingehalten werden. Trinkt der Patient zu wenig, beginne ich nicht mit der Entgiftung, da die Niere einen Großteil der abgebauten Xenobiotika entsorgt.

    4.Sinnvollerweise sollte das Cortison (cutane oder orale Verabreichung) bereits abgesetzt sein, oder zumindest stark reduziert.

    Bevor man den Körper dazu bewegt, Giftstoffe freizugeben und loszulassen, sollte man dafür sorgen, daß möglichst keine oder nur sehr wenige Belastungen von außen hinzukommen. Das bedeutet:
    Kein Alkoholkonsum während der Zeit der Entgiftung.
    Eine komplette Darmsanierung VOR der Entgiftung, da die Stoffwechselprodukte pathologischer Darmbewohner massiv die Leber (und somit die Haut) belasten.
    Kosmetika und Körperpflegeprodukte auf das Nötigste reduzieren und auf deren Verträglichkeit achten (hierzu schreibe ich demnächst einen detaillierten Beitrag).
    Eine bestehende Obstipation muß vor der Entgiftung beseitigt sein, um eine Autointoxikation durch zurückwandernde Giftstoffe zu vermeiden. Eine Entgiftung beim obstipierten Hautkranken zu beginnen ist ein Kunstfehler!!

    Nach allem, was wir bisher über die Stoffwechselvorgänge in der Haut erfahren haben, leitet sich aus therapeutischer Sicht folgendes Behandlungsschema ab:
    Eine vorsichtige Vorgehensweise mit sanften Entgiftungsmethoden ist am besten mit Tee und in der Folge mit spagyrisch/homöopathischen Mitteln zu erreichen.
    Beispiel einer Teemischung:
    Stiefmütterchenkraut, Birkenblätter, Löwenzahnwurzel und -kraut, Wegwartenwurzel zu gleichen Teilen in der Apotheke mischen lassen, 1 TL auf 1 Tasse, mit heißem Wasser überbrühen, 10 min. ziehen lassen, über den Tag verteilt (nicht mehr als) 1 Tasse trinken.
    Selbstverständlich können auch andere Teemischungen verabreicht werden.

    Sehr gute Erfahrungen habe ich mit den folgenden Fertigpräparaten gemacht, in der von mir hier angegebenen Dosierung. Sicherlich gibt es sehr viele Hersteller von "Entgiftungsprodukten" - die meisten davon arbeiten mit der Presslufthammermethode, sind also nichts für den Hautkranken. Hautkranke brauchen eine sanfte Entgiftung. Außerdem müßt Ihr darauf achten, daß nicht unbedingt Sulfur und seine Verbindungen in den Mischungen sind. Sulfur ist zwar ein hervorragendes Hautheilmittel, jedoch auch eine Zentrifuge, welche von innen nach außen (also über die Haut) entgiftet. Und das hält nicht jeder aus ...

    Fa. Soluna:
    Splenetik, Solunat Nr. 18, morgens 5 Tropfen
    Renalin, Solunat Nr. 16, mittags 5 Tropfen
    Hepatik, Solunat Nr. 8, abends 5 Tropfen
    Tropfenzahl eventuell langsam steigern.

    Fa. Pekana:
    Ailgeno-Tropfen morgens 10 Tropfen
    Relix-Tropfen mittags 10 Tropfen
    Hechocur-Tropfen abends 10 Tropfen
    Tropfenzahl eventuell langsam steigern.

    Fa. Phylak:
    PS 217.0, morgens und abends 2 Tropfen
    Tropfenzahl eventuell langsam steigern.

    Wichtiger Hinweis: Diese therapeutischen Hinweise ersetzen keinen Besuch beim Arzt/Heilpraktiker!

    Die Hautkranken werden die Kranken der Zukunft in den Naturheilpraxen! Mit weiteren Beiträgen werde ich vor allem den "Neuen" unter Euch immer wieder Tipps zur Hand geben, wie ihr mit diesem zwar schwierigen, aber auch interessanten Patientenklientel umgehen könnt. Auf meiner Webseite findet Ihr auch weitere Infos zu Fortbildungen und zu meinen Büchern.
    Bis bald und viel Erfolg in der Praxis!
    Anita

    Anita Kraut
    Heilpraktikerin, Autorin, Dozentin
    Staltannen 6 a
    86989 Steingaden
    Heilpraktikerin Anita Kraut, Steingaden
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 19. Januar 2010

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