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  #1
Alt 05.03.10, 06:38
RWH
Rudolf
 
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Registriert seit: Jan 2009
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US-Behörde schränkt Mammografie-Empfehlung ein

Die USPSTF (Expertenkommission des US-Gesundheitsamtes) hat ihre Empfehlungen für Mammografie erheblich eingeschränkt: Frauen zwischen 40 uind 49 sollen nicht mehr regelmäßig mammografiert werden, nach der Menopause wird die Untersuchung nur noch alle 2 Jahre empfohlen. Nach dem 75. Lebensjahr sollen gar keine Mammografien mehr durchgeführt werden.

Außerdem soll den Ärzten davon abgeraten werden, den Frauen das Selbstabtasten der Brüste beizubringen.

Hintergund ist die steigende Zahl an Behandlungen, die durch Überdiagnostik verursacht werden. So zeigt eine akuelle Studie der University of Pennsylvania, dass man 1900 Frauen in ihren 40ern 10 Jahre lang untersuchen muss, um eine (1!) Frau vor dem Tod durch Brustkrebs zu bewahren. Im Zuge eines solchen Screenings werden aber im Verlauf dieser 10 Jahre ca. 1000 falsche Diagnosen gestellt - die natürlich Behandlungen (u.a. OPs) und entsprechendes seelisches Leid mit sich bringen.

(Quelle: Signal, Zeitschrift der Gesellschaft für biologische Krebsabwehr, Heidelberg)

Copyright-Hinweis: Ich habe es sinngemäß wiedergegeben...
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"Wissenschaft ist das Gegenteil von Aberglauben, aber da, wo sich Wissenschaft neuen Erkenntnissen verweigert, wird sie selbst zum Aberglauben" (Dr. J. Lechner)
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  #2
Alt 05.03.10, 06:50
Heilpraktischer
 
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Oh, da werden sich aber so einige Fachärzte und Krankenhäuser in Deutschland umgucken, wenn das hier auch so kommt. Wie sollen sich denn dann die tollen sonst überflüssigen Geräte und OP-Säle amortisieren, wenn diese schon seit so vielen Jahren bekannte nicht-indizierte Vorgehensweise wegfällt? Ich sehe schon die Tränen kullern und Haare rieseln ...

Kurz: find ich gut!
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  #3
Alt 05.03.10, 07:39
Maerchenhexe
 
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Registriert seit: Mar 2008
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Zitat:
Frauen zwischen 40 uind 49 sollen nicht mehr regelmäßig mammografiert werden, nach der Menopause wird die Untersuchung nur noch alle 2 Jahre empfohlen. Nach dem 75. Lebensjahr sollen gar keine Mammografien mehr durchgeführt werden.
Vor dem 50. LJ zahlt meines Wissens hierzulande die KK nur bei bestimmten Verdachtsdiagnosen. Ansonsten ist das bei uns, wie o. empfohlen. Wobei ich nicht mehr am Massenscreening teilnehme und mir lieber einmal im Jahr einen Ultraschall "gönne"- Rechnung an den Herrn Gemahl.
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  #4
Alt 05.03.10, 07:56
RWH
Rudolf
Themenstarter
 
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Guten Morgen Hexe,

ja, Sono habe ich meiner Frau auch empfohlen (die Erkennungsrate liegt bei Sono bei ca. 37% bei Mammografie bei 33%).

Es gibt aber eine Menge Frauenärzte, die bieten ihren jüngeren Patientinnen die Mammografie als "Vorsorgeuntersuchung" als IGEL an und nutzen die Illusion, dass sie damit dann "auf der sicheren Seite" wären...

Das Grundproblem aller Früherkennungen: Nutzt es wirklich - oder weiss man nur länger, dass man krank ist? Statistisch betrachtet führen viel Früherkennungen nicht zu einer längeren Überlebenszeit.

Gruss Rudolf
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  #5
Alt 05.03.10, 08:33
Maerchenhexe
 
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Und, lässt sie Dir auch die Rechnung schicken?
Es beruhigt. Egal wie die Statistik aussieht. Und da man da als Frau einen Riesenhorror davor hat ist eine jährliche Beruhigung schon Gold wert.
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  #6
Alt 05.03.10, 08:42
eve
 
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Nach meiner persönlichen Erfahrung, haben die Ärzte diebezüglich extrem unterschiedliche Meinungen.
Einige sagen imemr noch "Mammographie ist die Beste und Einzige um Vorsorge zu betreiben" (das durfte ich vor 1 Monat wieder hören)

Da gabe es vor Kurzem einen interessanten Artikel bei Doccheck:
To screen or not to screen? (18.02.2010) - DocCheck News
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  #7
Alt 05.03.10, 08:57
Maerchenhexe
 
Benutzerbild von Maerchenhexe
 
Registriert seit: Mar 2008
Ort: NRW
Status: HPP
PLZ: 58706
Meiner sagte damals auch, obwohl er über diese zentralisierte Praxis auch schimpfte- dass mich das keinesfalls vom Screening abhalten solle.
Mal abgesehen davon, dass die zu doof sind, den abwicklungstechnischen Teil korrekt hinzubekommen (keine oder doppelte "Einladungen") ist das zentralisiert in der nächsten Stadt und alleine schon deswegen geh ich da nicht mehr hin. Hat was vom "Alm-Abtrieb".
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  #8
Alt 05.03.10, 09:07
eve
 
Registriert seit: Dec 2009
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Status: HPA
PLZ: 83395
"Alm-Abtrieb"..sehr passend zum Thema

Ich halte für mich US+Selbstuntersuchung die sinnnvollste Mischung
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  #9
Alt 05.03.10, 09:35
RWH
Rudolf
Themenstarter
 
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Alter: 51
Hm, das mit der Beruhigung verstehe ich. Bei uns Männern ist das ja die Prostata. Und viele Patienten sind ganz stolz, wenn ihr "PSA" mal wieder ganz normal war.

Aber, da hat der Ahnungslose völlig recht, der PSA-Wert ist genauso wenig eine Garantie, wie Mammografie oder Selbstuntersuchung. Ist er niedrig heißt es nicht, dass es keinen Krebs gibt. Ist er erhöht, heißt es nicht, dass man Krebs hat - aber nun hat man in jedem Fall Angst. Die Folge sind weitere - zum Teil üble - Untersuchungen und oft sogar unnötige Operationen mit Folgen wie Impotenz oder Inkontinenz.

Bei der weiblichen Brust ist es ähnlich: Findet man "etwas", dann folgen weitere Untersuchungen (u.a. Biopsien, bei denen - auch das ist durch Studien belegt - anschließend 50% mehr metastasierte Lymphknoten folgen, also ohne).

Daher wird ja sogar die Selbstuntersuchung nicht mehr empfohlen, weil auch sie zu unnötigen - und oft schädlichen - Folgemaßnahmen führt - OHNE, dass dadurch das Leben verlängert wird.

Gruss Rudolf
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  #10
Alt 05.03.10, 09:47
eve
 
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Jepp.. deshalb glaube ich auch, dass es nicht "DEN" richtigen Weg gibt,
sondern nur für jeden einzelnen Fall einen optimalen Weg.

Und den kann man m.E. nur dann finden, wenn die Patienten auch mitdenken und ihren Stück an Verantwortung tragen
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