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Thema: "Mein Stinker gehört mir!"

  1. #1
    Avatar von Rebecca
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    Aug 2007
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    Nähe Aschaffenburg
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    36
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    "Mein Stinker gehört mir!"

    Hallo zusammen!

    Ich hab da mal eine Frage und dachte, ich reiche sie doch direkt mal an die Spezialisten weiter - ihr versteht da sicher mehr von, als ich.

    Also Folgendes: Ich habe eine gute Freundin, die wiederum hat 2 Kinder, Junge, fast 3 Jahre / Mädchen, fast 7.

    Um was es geht: Die Tochter scheint schon jahrelang ihren Stuhlgang zurückzuhalten, Urin muss sie dafür wohl sehr spontan lassen (hat auch hier bei uns z.B. schon in die Hose gemacht und war bis zur späteren Kindergartenzeit eigentlich ständig nass) hat schon einige Untersuchungen, zuletzt auch eine Blasenspiegelung über sich ergehen lassen und nun einen sogenannten "Enofant" verschrieben bekommen.

    Ein Gerät, welches mir Sensoren an ihrem Po (bzw. Beckenboden) angebracht wird und sie muss gezielt anspannen und wieder locker lassen, dann hebt der Elefant auf dem Bildschirm den Rüssel. Punkte gibts`s fürs ordnungsgemäße Entspannen, wenn ich das richtig verstanden habe. (Böse Zungen sagen, das sei ein Computerspiel im wahrsten Sinne des Wortes für den A.... aber was die Muskulatur angeht finde ich das ja definitiv ne tolle Sache, scheinbar kann man die Kinder so eher motivieren?)

    Wie auch immer - jetzt hat mir besagte Freundin gestern erzählt, dass ihr kleiner Sohn wenn er auf Toilette geht und mal was Großes gemacht hat, das nicht hergeben will, sondern am Liebsten aus dem Klo rausholen würde. Er mache ein mords Theater, wenn es dann weggespült würde, sei schließlich "sein Stinker".

    Die Verbindung zu seiner Schwester schien mir da doch recht präsent und auch der Mutter der beiden fiel das dann während unseres Gesprächs auf.

    Ich hab mal gehört (und wurde gestern explizit danach gefragt), dass es auf psychischer Ebene irgendwas Bestimmtes zu bedeuten haben könnte, wenn ein Kind seine Ausscheidungen "für sich behalten will".

    Habt ihr da evtl. irgendwelche Infos für mich, gern auch "nur" ein Link, über den ich mich genauer informieren könnte?
    Mir ist schon klar, dass man ein Kind nicht nur nach seinem "Toilettenverhalten" beurteilen kann, aber evtl. gibts da ja irgendwelche wissenschaftlich fundierten Untersuchungen drüber?

    Würde mich sehr interessieren und falls da wer was für mich hat schon jetzt mal
    VIELEN LIEBEN DANK!

    Liebe Abendgrüße,
    Rebecca
    "Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, Horatio, die du dir nicht einmal in deinen Träumen vorstellen kannst." Hamlet

  2. #2
    Corinna
    Guest
    Ich kenne ähnliche Fälle. Aber ich glaube, dass es kein "Patentrezept" gibt und auch keinen allgemein gültigen Grund dafür. Die Ursache ist immer individuell. Man kann aber wohl davon ausgehen, dass es etwas mit "Nicht loslassen wollen/können" zu tun hat.
    Der Enkel meiner Freundin (er war damals ca. 2 JAhre alt) hat Zeter und Mordio geschrien, jedesmal, wenn es soweit war und er aufs Töpfchen oder die Toilette sollte. Er hat sich´s verzwickt bis zum Gehtnichtmehr, hat es einfach nicht rausgelassen. Hat geschrien, wenn seine Mutter ihn zwingen wollte. Und wenn es sich nicht mehr halten ließ, hat er ebenfalls geschrien wie verrückt. Aber nicht vor Schmerz (obwohl, geschmerzt hat es bestimmt auch).

    Tja, ich weiß nur, dass sie damals zu einer Geistheilerin gegangen sind, die den Grund "wusste", sie hat ihn behandelt und seitdem ist es okay.

    Mit Sicherheit kann aber auch die Homöopathie hier sehr weiterhelfen, auch eine Familienaufstellung könnte ich mir hilfreich vorstellen. Natürlich müsste der Kleine bzw. die beiden da nicht selbst dabei sein.

  3. #3
    HPP Avatar von Hildegard
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    Status:
    HPP
    Hallo
    Vielleicht ist es gut, offensiv mit der Thematik umzugehen und dem Kind ein Buch zu besorgen, in dem es ausführlich sich über die Thematik informieren kann: Link zum Buch

    Ansonsten wenn jemand etwas festhält und nicht loslässt. hat er meist auch ein starkes Kontrollbedürfnis und das ist oft gekoppelt mit Ängsten. Da würde ich mal nachhaken ob das Kind Ängste hat...
    Liebe Grüße Hildegard
    Liebe Grüße Hildegard

    Wenn du willst, was du noch nie gehabt hast, dann tu, was du noch nie getan hast. Nossrat Peseschkian

    Praxishomepage

  4. #4
    Avatar von Ivonne
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    Essen
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    Ich hab eine vierjährige Tochter sie ist schon lange trocken mit dem Pipi aber groß will sie noch immer in der Windel machen.Sie hat aber schon einige Male auf der Toilette groß gemacht ich war deshalb bei verschiedenen Ärzten sie meinten es sei psychisch bedingt.Wenn ich Ihr die Windel verweigert habe dann hat sie immer eingehalten so meist zwei Wochen lang.Ich weiß auch nicht was ich machen soll ich gebe Ihr dann die Windel eher sie gar nicht macht.

  5. #5
    Avatar von Su71
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    HPP
    Hallo,
    bei dem 7 jährigen Mädel würde ich sagen, sollte man "nachhaken". Wenn körperliche Störungen ausgeschlossen sind, ist das ein Fall für eine Therapie.
    Wo die Gründe liegen, ist pauschal nicht zu sagen - es könnte sowohl eine Sensorische Integrationsstörung sein (die dann eine Ergotherapeutin behandeln könnte) - es kann aber auch um komplizierte Prozesse gehen, die von einem erfahrenen Therapeuten begleitet werden müssen. (ich hab solche Fälle in der Kinder- und Jugendpsychiatrie gesehen, wo dann Familientherapeutisch und Verhaltenstherapeutisch gearbeitet wurde).

    Bei dem kleinen würde ich erst mal noch kein pathologisches Verhalten sehen. Das müsste man im kompletten Familienkontext sehen.
    Die anale Phase ist die Phase der Autonomie. Die Kindern lernen zwischen 2-3 Jahren festzuhalten und loszulassen. Und es kann durchaus sein, dass ein Kind die eigenen Ausscheidungen nicht hergeben will - und ist in dieser Phase auch normal. Es kostet viel Überwindung das "loslassen" zu lernen. Und die Mutter sollte das Kind darin unterstützen.

    Was natürlich sein könnte, ist dass es zu einem Fehlverhalten kam, weil er das am Beispiel der Schwester "gelernt" hat. Dieses Thema ist ja in der Familie - und der kleine bekommt das auch mit.

    Wenn das loslassen schwer fällt, stecken oft Ängste dahinter - wie Hildegard schon sagte. Und da würde ich auch ansetzen. (aber wie gesat erst mal bei der Großen) - mit dem Kleinen würde ich das Thema "Abschied" in den Alltag einbinden. Mit Büchern, Erzählungen...ect.

    LG
    Susanne

    P.S. -diese Phase, wo die Kinder loslassen lernen sollen, ist der Vater auch sehr wichtig!!! Er kann dem Kind nämlich die Angst zwischen Autonomiebedürfniss und dem Wunsch der Wiederannäherung mit der Mutter - enorm erleichtern! Kinder trennen sich vom Vater oft viel einfacher - und erleben damit automatisch Autonomie.
    Und das ist vielleicht auch für Dich ein Weg, Ivonne - dass der Vater da stärker eingebunden wird in die Sauberkeitserziehung!
    Geändert von Su71 (14.02.08 um 10:46 Uhr)

  6. #6
    Petra R.
    Guest
    Zitat Zitat von Ivonne Beitrag anzeigen
    Ich hab eine vierjährige Tochter sie ist schon lange trocken mit dem Pipi aber groß will sie noch immer in der Windel machen.Sie hat aber schon einige Male auf der Toilette groß gemacht ich war deshalb bei verschiedenen Ärzten sie meinten es sei psychisch bedingt.Wenn ich Ihr die Windel verweigert habe dann hat sie immer eingehalten so meist zwei Wochen lang.Ich weiß auch nicht was ich machen soll ich gebe Ihr dann die Windel eher sie gar nicht macht.
    Hallo Ivonne

    Das kenne ich auch nur zu gut.Meine Kleine hat das bis fast 6 Jahre gemacht.Wir sind auch gerannt von Pontius bis Pilatus.Auch lagen keine körperlichen Ursachen zugrunde.
    Zum Schluss sind wir bei einer Kinderpsychologin gelandet.In nur einem Gespräch,in Anwesenheit unsere Kleinen,haben wir das ganze Thema besprochen.Wir sollten sie darauf vorbereiten,dass es ab einem bestimmten Termin keine Windeln mehr gibt.Und dann sollten wir konsequent sein und sie notfalls ins Krankenhaus oder zum Arzt bringen,der ihr dann ein Klistier verpassen sollte.
    Der Termin war angesetzt ab dem ersten Tag wieder zu Hause,nach unserem Sommerurlaub,4 Wochen nach dem Psychologentermin
    Rückfahrt war sie sehr still und wusste was sie zu Hause erwartet.Und siehe da,am zweiten Tag ist sie zum Klo und hat danach nie wieder eine Windel verlangt.Es war ihr sehr sehr unangenehm,dass wir in ihrem Beisein mit einem fremden Menschen,über sie gesprochen haben.

  7. #7
    Die Diskussionen hatten wir auch. Mein Sohn war mit 2 Jahren trocken, und wollte trotzdem statt der Unterhose lieber eine Windel tragen. Allein das war schon so, weil er es schliesslich gewoehnt war. Er hat ganz schoen aufhebens um die ganze Sache gemacht, und immer sicher gestellt, dass ich seine emotionalen Misstaende auch registriere. Loslassen und es in die Toilette fallen lassen war auch nicht so einfach. Auf den Punkt gebracht, es hat ganz schoen genervt, aber war halt so.
    Ich habr bei vielen Freunden mitbekommen, dass es genauso war, und die Kleinen versuchen ja alles, um ihren Weg durchzusetzen. Bei einer Familie endete es darain, dass die Windel in einer Zimmerecke ausgebreitet wurde, und das 7 jaehrige Kind darauf dann aa machte. Die Mutter war ganz gelassen und meinte irgendwann wird sie es schon lassen. Es ist nicht leicht, aber sie werden ja auch gross, und jeder muss seinen Weg (auch den zur Toilette) finden.

  8. #8

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    Jan 2008
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    Status:
    HPPA
    Das kann auch bedeuten das es sich hier um einen Machtkampf handelt, das einzige was man einem Kind nicht gegen seinen Willen wegnehmen kann sind die Ausscheidungen und je krampfhafter die Kinder es für sich behalten desto mehr Unfälle passieren natürlich auch weil die Kinder das dann unwillkürlich abgeben. Zu wenig persönlicher Freiraum, zu viel elterlicher Ehrgeiz, viel zu strenge Regeln und überzogenes, rigides Einhalten, schwere Familienprobleme (Gewalt, Abhängigkeiten, psychische Probleme) etc. können so ein Verhalten hervorrufen und eigentlich muss man bei sowas das ganze System mitbehandeln - vor allem wenn ein 2tes Kind dieselben Verhaltensweisen entwickelt. Da müssen in jedem Falle Fachleute ran, Kinderpsychologe oder ähnliches.

  9. #9
    Themenstarter
    Avatar von Rebecca
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    36
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    HP
    Hi zusammen!

    Ich danke euch schon mal für eure Postings, das klingt alles wirklich sehr interessant!
    Werde mich morgen eingehender damit auseinandersetzen, hab heute leider kaum Zeit - aber registriert hab ich das hier, und freu mich drüber!

    Liebe Grüße,
    Rebecca
    "Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, Horatio, die du dir nicht einmal in deinen Träumen vorstellen kannst." Hamlet

  10. #10
    Zitat Zitat von britta Beitrag anzeigen
    Das kann auch bedeuten das es sich hier um einen Machtkampf handelt, das einzige was man einem Kind nicht gegen seinen Willen wegnehmen kann sind die Ausscheidungen und je krampfhafter die Kinder es für sich behalten desto mehr Unfälle passieren natürlich auch weil die Kinder das dann unwillkürlich abgeben. Zu wenig persönlicher Freiraum, zu viel elterlicher Ehrgeiz, viel zu strenge Regeln und überzogenes, rigides Einhalten, schwere Familienprobleme (Gewalt, Abhängigkeiten, psychische Probleme) etc. können so ein Verhalten hervorrufen und eigentlich muss man bei sowas das ganze System mitbehandeln - vor allem wenn ein 2tes Kind dieselben Verhaltensweisen entwickelt. Da müssen in jedem Falle Fachleute ran, Kinderpsychologe oder ähnliches.
    Die Ansaetze dafuer sind aber dennoch im normalen Rahmen denke ich. Erziehung ist ja sowieso ein Machtkampf, zumindest teilweise. Ich denke Deine Aussage war jetzt auf den obigen Fall speziell bezogen, da wuerde ich dann auch den Fachmann zu Rate ziehen. In Ansaetzen habe ich das oft schon mitbekommen, und ich denke leichte Faelle sind normal, und auch ohne fremde Hilfe zu schaffen.

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