Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Chronische Schmerzen
Welche Ansätze habt ihr, kennt ihr, wendet ihr an zur Behandlung von Schmerzen, die chronifiziert haben?
Die Behandlung von Schmerzkrankheit ein ja ein Schwachpunkt der "Schulmedizin" (doofer Name) v.a. in Deutschland, man weiß sich nicht viel zu helfen; man gibt sich oft auch nicht viel Mühe.
Ich kenne bisher nur: Es gibt ein paar Medikamente, aber, wenn die Schmerzen schon chronisch sind, anscheinend keine wirklich Guten. Man kann versuchen über Psychosomatik zu helfen (zum Bsp in dem man Menschen beibringt bestimmte Muskeln nicht so anzuspannen, was dann zum Abnehmen der Schmerzen führt). Es gibt Akupunktur; aber da kenne ich mich nicht so aus.
Was noch? Um den Teufelskreis von chronischen Schmerzen zu durchbrechen?
rabenstein
07.11.06, 21:32
Je nach Art der Schmerzen kannst du Erfolg haben mit Akupressur (kann der Patient dann auch selber machen), vor allem bei Rücken- und Gelenkschmerzen.
Bei Trigeminus- und Migräneschmerzen sind Entspannungsmethoden (Klangschalen, QiGong, meditative Musik) oft sehr hilfreich.
Nicht vergessen: Immer die Leber anschauen und Entgiftung bzw. Ausleitung machen. Oft bringt das schon Erleichterung
Grüße
Inge
Es kommt immer drauf an wo die Schmerzen lokalisiert sind. Sind es Gelenkschmerzen kann man es auf jeden Fall mit Kohlumschlägen probieren.
Lieber Marvin,
bei verchronifizierten Schmerzen, werde ich immer sehr hellhoerig, denn das ist eine Kondition fuer den Patienten wo es so auswegslos aussieht.
Wie von den anderen schon erwaehnt, gibt es natuerlich viele Ansatzpunkte und das haengt ganz von der Lokalisation des Schmerzes ab, denn er gibt als Lokalisations - Symptom, schon gewisse Hinweise.
Da wir ja ein dicht verstricktes Netz in uns haben, kann es absurderweise passieren, dass der " kleine linke Zeh immer und staendig schmerzt, obwohl ein Zahn krank ist oder eine fruehe Angina eine physischen Konfliktpunkt hinterlassen hat."
Schmerz als solcher, ist ja immer erst einmal " Sprache ", der Koerper kennt viele " Vokabeln " dieser Art und wenn sie dann ein Leben lang begleitend sind, dann muss gut hinterfragt werden, warum er sich davon nicht trennen kann.
Die Schiene der Psychosomatik spielt bestimmt eine grosse Rolle, waehrend doch primaer sich irgendein " Schalter " falsch eingeklinkt hat/hatte.
Vielleicht kannst Du uns mal schreiben, um welche Schmerzen es sich handelt, denn mir scheint, dass Du ueber einen realen Fall, ueber eine bestimmte Person redest?
Liebe Gruesse Gila :)
Gehts Dir gut Marvin? Wie laeuft das Studium?
Vielleicht kannst Du uns mal schreiben, um welche Schmerzen es sich handelt, denn mir scheint, dass Du ueber einen realen Fall, ueber eine bestimmte Person redest?
Nein nein, das ist reine Neugier ;)
Ich wollte mehr über Schmerzen erfahren, akute und chronische (wobei ich denke was akute angeht beim Schulwissen schon gut aufgehoben zu sein) und über Möglichkeiten der Linderung; denn ich weiß über all das noch sehr wenig und es interessiert mich sehr.
Natürlich sind Phantomschmerzen etwas anderes als fiese Rückenschmerzen, aber ich interessiere mich eben für alle Schmerzen ^^
(und, naja klar kenne ich Leute mit chronischen Schmerzen, ist ja nicht sehr selten, aber ich wollte nicht konkret für eine Person Hilfe finden)
Danke Gila, es geht mir sehr gut :)
Lieber Marvin,
nun wenn wir ueber Schmerzen im Allgemeinen reden, dann denke ich, dass der Schmerz als isoliertes Phaenomen ersteinmal " gut " ist. Es ist doch der Hinweis, dass etwas nicht funktioniert. Wie bei allen Schmerzen, kommt es dann auf die Lokalisation an, deswegen ist es sehr schwer, fuer das allgemeine Schmerzempfinden, eine befriedigende Antwort zu geben.
Sehen wir es einmal so. Oberster Wunsch des Patienten ist, sich von dem Schmerz zu befreien und oberster Ziel eines HP/Arzt ist es, das fuer seinen Patienten auch zu erreichen.
Nun ist es Eines, den Schmerz zu betaeuben ( unter Umstaenden haben wir Morphin zur Verfuegung - natuerlich nicht der HP ) was ja auch manchmal unumgaenglich ist oder sich auf die Suche zu begeben, um die Causa in primis zu erforschen.
Unumstritten ist, dass durch chronische Schmerzen, die Lebensqualitaet der Person erheblich eingeschraenkt wird und wir uns alle bemuehen sollten, auf diesem Gebiet ganze Arbeit zu leisten. Auch die Seele hat ihren Anteil, denn wie immer, kann man nicht alles auf die " Technik " des Koerpers schieben, sondern man muss schon auch hinter die Kulissen schauen. Z.B fiese Rueckenschmerzen.-----Alles was die Seele nicht mehr tragen kann, laedt sie uns auf den Buckel---
Liebe Gruesse Gila :)
Hallo ihr Lieben,
vielleicht interessiert es Euch ja, was eine Betroffene zum Thema 'Leben mit chronischen Schmerzen' zu berichten hat....natürlich unter Angabe von unternommenen 'Heilungsversuchen'?
Wenn ja, würde ich das gerne mal mit Euch gemeinsam erörtern, da ich zum einen eben betroffen bin, zum anderen den gleichen Beruf wie Ihr anstrebe.
Lieben Gruß, Baliza
Liebe Baliza,
es ist eine absolute, unausgeprochene Bitte an Dich, uns ueber chronische Schmerzen zu berichten.
Nur an dem Punkt der Konfrontation, mit dem subjektiven Erleben chronischer Schmerzen, eroeffnet sich eine Chance, ( in diesem Fall fuer uns HPA/HP ) fuer Behandler und Patienten, einen individuellen Weg, des Verstehens, des zusammen Angehen und der Erleichterung/Befreiung zu erzielen/anzustreben.
Wann immer Du willst, erzaehle uns von Dir. :)
Liebe Gruesse Gila
Hallo Gila und natürlich hallo an alle Interessierten ;-)
Ich habe ein bißchen umherüberlegt, wie ich das Ganze aufbauen soll und denke, ich fange mit den Fakten an und gehe erst danach in's Detail.
Soll heißen, erstmal ein Art 'Abfolge', danach das persönliche Erleben.
Denn selbst für mich ergibt sich erst jetzt so allmählich eine zusammenhängende Entwicklung der Chronifizierung der Schmerzen (aber dazu erst später mehr) und ich bin gespannt, was ihr dazu meint :p
Wenn's durcheinander wird....bitte einschreiten ;)
Faktische Gliederung:
1975 Kaiserschnittgeburt (zwei Gründe-->> zum einen hat meine Mutter nur noch eine Niere, zum anderen hatte ich mir die Nabelschnur mehrfach um den Hals gewickelt.)
1978 OP Nasen- Polypen
1983 unvollständige Fraktur 7. Brustwirbel
Protrusion zwischen 6. & 7. Brustwirbel
1987 OP Appendix nach Perforation
1990 Fraktur Oberarm rechts
1991 Polytrauma nach Unfall mit celebralem Koma
OP oberes & unteres Sprunggelenk links
OP Knie links
OP Knie rechts
OP Knie links
Claviculafraktur rechts (nicht gerichtet)
mehrere Rippenfrakturen
Schädel- Hirn- Trauma ( III)
Bandscheibenprotrusionen LWS
Beckenringfrakturen
unvollständige Fraktur 6. Halswirbel
Fraktur Unterarm links
Fraktur Unterarm rechts
Frakturen an mehreren Zehen und Finger
diverse Bänder- und Sehnenrisse
Stimmbänder angerissen
Bänderriß Sprunggelenk links & rechts
Leberruptur
unvollständige Milzruptur
Lungenkontusion
1993 OP oberes & unteres Sprunggelenk links
OP Knie links
1995 Bänderriß Sprunggelenk links
OP Knie links
1997 OP Mittelfinger links
OP Knie links
1999 OP Knie links
2000 OP Weisheitszähne links
OP Weisheitszähne rechts
2001 OP Knie rechts
2002 OP Tonsille
2003 OP Knie rechts
2004 Nasenbeinbruch
2005 Sturz vom Heuboden (Fallhöhe 3,50m)
Gehirnerschütterung, diverse Prellungen/ Zerrungen, irgendwas mit der HWS, was bis heute nicht geklärt ist inkl. monatelangem Schwindel *grrrr*
aktueller Stand: Cervilcalgie
segmentale Störung der oberen HWS
Lumbago
Fibromyalgie
Myalgien im WS Rumpf
Muskeldysbalance
Muskelinsuffiziez
Arthrose in beiden Knien
Versteifung des linken Knies
Hypermobiltät HWS & LWS, BWS versteift
Arthrose in den Kiefergelenken
Lipom (?) mit Druck auf die Spinalnerven
Einschlafende Arme beidseitig
Erkältung seit fast 3 Monaten
Kopfschmerzanfällig
RDS
chronische Bronchitis
Heuschnupfen
Sonnen- und Kälteallergie
monströs niedriger Blutdruck *g*
Im Prinzip heißt das, stets und ständig Schmerzen überall, rund um die Uhr, nur die Intensität ist wechelhaft.
Das war jetzt mal ein grober Überblick über die 'klinische Amnamese'.
Puuh La Baliza!
Da kann man ja ein ganzes Krankenhaus mit versorgen, mit dem was du schon alles durchgemacht hast bzw. hast :eek:
Schmerzen rund um die Uhr schreibst du (kann ich mir gut vorstellen bei den vielen Erkrankungen), wie hälst du die aus? Bekommst du KG, Massagen oder Tbl. um das zu ertragen?
Du bist wirklich nicht zu beneiden
Ich drücke dich mal ganz vorsichtig.....
Ich glieder mein Leben in vor und nach dem Unfall, weil sich mit diesem Tag alles für mich geändert hat.
Ich war Hochleistungssportlerin, war nie ernsthaft krank....bis auf die sehr häufigen Erkältungen.
Pläne gab's natürlich auch eine ganze Menge, speziell in beruflicher Hinsicht.
Ansonsten war ich eben so, wie man als 16jähriger Teenager so ist :D
Am Tag X riß ein Massivholzgerüst aus seiner Verankerung und begrub mich unter sich, das Geräusch der von oben nach unten brechenden Knochen und das Miterleben, wie sich reißende Bänder und Sehnen anfühlen, hat mich noch gute zwei jahre verfolgt.
Das war das letzte, was ich bewußt weiß, ich wachte erst etwa 6 Wochen später aus dem Koma auf...zur großen Überraschung des medizinischen Personals.
Denn meinen Eltern wurde mitgeteilt, daß sie sich bitte darauf einzustellen haben, daß ich nicht mehr zu mir komme und sollten sich Gedanken machen, wie man denn nur weiterverfahren solle mit mir, also mit meinen weiterverwertbaren Körperteilen.
Nach diversen OP's bekam ich dann die Diagnose 'Rollstuhl lebenslang', immerhin mit der Option, daß ich irgendwann einmal, ganz vielleicht, 3 bis 5 Schritte alleine gehen könne.
Ich habe damals in meinem Gipsbett gelegen, bewegungsunfähig, alleine und zum aufgeben bereit.
Da ich nun aber so gehandicapt war, blieb mir ja nichtmal die Option aus dem Fenster zu springen und damit meinem weiteren (für mich damals nicht mehr lebenswertem Leben) ein Ende zu machen.
Ja...ich habe diese Gedanken gehabt...mich gebadet in Selbstmitleid, keinen Sinn mehr in irgendetwas gesehen.
(Einen Psychologen habe ich übrigens die ganze Zeit nicht gesehen, möglicherweise hätte mir das geholfen- aber vielleicht auch nicht.)
Dann kam nach Wochen 'meine' Physiotherapeutin und hat mich, im wahrsten Sinne, wieder zum Leben erweckt...sie hat mich auf gut deutsch nach Strich und Faden zur Sau gemacht, weil ich so gar keinen Bock auf nichts hatte.
Nach Tränen der Wut und des Entsetzens (hey...immerhin war es doch mein Leben, was verpfuscht wurde....da muß man doch Mitleid bekommen!!!)...dachte ich mir....packen wir's an.
Von irgendwoher....kam jede Menge Energie und die Bereitschaft zu kämpfen.
Das war der erste Wendepunkt, ein 'das kannst Du aber nunmal nicht (mehr)' sorgte dafür, daß ich alles daran setzte, um es doch 'zu können'.
Nach circa 6 Monaten und endlosen Haßtiraden auf Physiotherapeuten, Sprossenwände und mich selbst, verließ ich das erste Mal meinen Rollstuhl auf meinen eigenen Beinen, ohne Hilfe, für unschlagbare 1,5 Minuten.
Danach sollte ich dann in eine stationäre Reha, die ich aber nach 2 Wochen abbrach, da ich das Gefühl hatte, ich sollte mehr daran gewöhnt werden, mit dem Rolli zu leben- als wieder laufen zu lernen.
Nach Diskussionen mit Eltern, Krankenkasse und Schule konnte ich dann eine ambulante Reha antreten.
Jeden Tag nach der Schule 4 Stunden.
Zwischendurch gab es noch Nachoperationen, Metall neu setzen, entfernen, nachjustieren etc.
Nach einem guten Jahr.....kein Rolli mehr, keine Gehhilfen mehr, kein gar nichts mehr....aber einen total verseuchten Körper.
Denn 'natürlich' bekam ich durchgängig stärkste Schmerzmittel, was ich damals auch nicht in Frage stellte.
Ich begann eine Ausbildung, studierte nebenbei noch Wirtschaft und Ernährungstechnik...und immer mal wieder Operationen, speziell die Knie verursachten eine Menge Ärger.
Langes stehen, auch langes laufen...nun, das war nichts mehr.
Aber ansonsten...doch....ging's mir gut...
Ärzten mißtraute ich aber bereits damals schon, denn schließlich hatten 'die' mich damals ja aufgegeben.
Der nächste Zwischenfall war dann, als ich sagte, daß meine Platte im linken Bein verrutscht sei, ich hatte unbändige Schmerzen.
Von drei Ärzten wurde ich schlichtweg für bekloppt erklärt, denn sowas könne gar nicht sein.
Nach weiteren 3 Monaten war ich notgedrungen bei einem Vertretungsarzt, der mich sofort einweisen ließ, noch am selben Abend wurde das Bein erneut geöffnet und die verrutschte Platte entfernt und ersetzt :mad:
Mit 19 beschloß ich dann, daß es so nicht weitergehen könne mit dem Medikamentenkonsum....und bat um einen Entzug.
Abgelehnt. Mit der Begründung, daß es sinnlos sei, mit all diesen 'Dingen' OHNE Medis leben zu wollen, das würde ich niemals aushalten.
Daraus folgerte dann....ich machte diesen Entzug trotzdem. Alleine. Zu Hause.
Einmal durch die Hölle und zurück, anders kann ich's nicht betiteln.
Die Jahre drauf immer wieder Operationen, weil speziell die Knie immer wieder starke Schmerzen verursachten, so daß ich manchmal nur noch auf allen vieren die Treppe hochgehen konnte.
Aber das war...hmm...soweit alles okay für mich.
Ich war dann eine Weile in Großbritannien und Schottland und stieß dort auf eine andere Art der Schmerztherapie, die mich nun lange Jahre aufrechtgehalten hat.
Keine Medikamente, sondern ein erlernen von.....den Geist über den Körper zu stellen.
Es hat ca. 6 Monate gedauert, bis ich's umsetzen konnte- aber ab da konnte ich meine Schmerzen bis zu einem gewissen Level komplett ausblenden.
Eine unglaubliche Bereicherung und Erleichterung!
(Heute....bin ich schlauer, aber dazu erst einige Zeit später....ich versuche Euch an diesem ganzen Weg Stück für Stück teilhaben zu lassen, also Geduld bitte :D )
(Heute....bin ich schlauer, aber dazu erst einige Zeit später....ich versuche Euch an diesem ganzen Weg Stück für Stück teilhaben zu lassen, also Geduld bitte :D )
Ich freue mich, dass du uns teilhalben lassen möchtest und höre gerne von dir wie es weiter geht.
Eines weiß ich aber jetzt schon, du bist ganz schön ehrgeizig und vielleicht auch "Zäh wie Gummi", ich wüsste nicht ob ich das alles durchgestanden hätte.....
2000 kam dann der nächste persönliche Super- Gau- meine Wiesheitszähne kamen und wuchsen mangels Platz- wunderbar in meinen Kiefer herein.
Da half ja nichst...die mußten raus.
Die ersten beiden....ein einzige Alptraum...ich hatte im Vorfeld angesprochen, das die normale Dosierung des Anästhetikums bei mir nicht ausreicht.
'Jaja...wir machen das schon' kam darauf.
Gut, also denn los.
Resultat: Die Betäubung lähmte meine Zunge, aber sonst gar nichts und der Zahnarzt ging munter an's Werk.
Ich konnte ja nicht sprechen, und er ging von aus, daß alles prima ist, von wegen :mad:
Sorry, ich kann das nicht in Worte fassen....alles ohne Betäubung....schlimm.
Das nächste war dann, daß ich in die Wunde eine Tamponade mit Jod bekam, ich hatte im Vorfeld darauf hingewisen, daß ich auf Jod hochgradig allergisch reagiere...soviel dazu.
Nun, Resultat dieses Dramas war: Zähneknirschen. Aber so heftig, daß ich nach 3 Wochen weder essen noch sprechen konnte, weil der Kiefer dermaßen unter Spannung stand, dazu mörderische Kopfschmerzen, ohne Pause.
Anderer Zahnarzt, mein absoluter Glückstreffer....er schickte mich zu einer Osteopathin, auf Kassenrezept.
Sie löste das ganze, bereits nach der 2 Sitzung war es wesentlich besser.
Mein damaliger Zahnarzt stellte mir weitere Rezepte aus, er kennt meine Vorgeschichte.
Nun...mir ging es so gut wie lange nicht mehr, auch die lästigen Magenschmerzen gingen weg.
Also, insgesamt- ein prima Jahr, wenig Schmerzen, die 2 Weisheitszahn Extraktion lief perfekt, Vollnarkose, am 2. Abend danach schon wieder 'ne Pizza gefuttert :D
Tja, zwei Jahre später, nach endloser Antibiotikagabe durch diverse Ärzte.....mußten die Tonsillen dran glauben.
Ich war dauernd krank, aber ohne etwas 'Vorweisbares' zu haben, nur ständig verschnieft, immer mal wieder Halsweh, leicht Fieber....
Lange Rede, kurzer Sinn- diese OP lief genauso mies, wie die erste Zahnextraktion, Anästhetikum lähmte den Sprachbereich, sonst nichts.
Ich hab alles voll miterlebt, bis ich gnädigerweise irgendwann schlichtweg in Ohnmacht fiel.
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All die Jahre hatte ich eine Schmerzsteigerung von jährlich etwa 5% bis 10%, daran war ich gewöhnt, es passierte schleichend.
Nachdem denn auch noch voreilig MS diagnostiziert wurde und ich einen Haufen Rennerei hatte, um das Gegenteil zu beweisen, hatte ich die Nase wirklich gestrichen voll.
Ein Arzt hat mich nur noch zu Gesicht bekommen, wenn ich ein neues Rezept für meine Physiotherapie brauchte, mit Tabletten, Pflastern etc. brauchte mir keiner mehr kommen.
Ich hatte und habe auch noch heute immer Tramal im Haus, denn es gibt Fälle, wo selbst ich nicht ohne kann, aber das passiert glücklicherweise maximal 3 bis 4 mal im Jahr.
Nun....und dann kam das Jahr 2003...:mad:
Hallo Knöppi,
man weiß erst, was man wirklich leisten kann, wenn es soweit ist.
Und am Ende....war es nur eine Sache der Entscheidung, so sehe ich das.
Hätte ich mich damals anders entschieden, wäre ich heute vielleicht eine Super- Sportlerin im Rolli und wäre damit auch glücklich.
Aber ich hab mich entschieden, und genau das tun wir alle doch jeden Tag *lächel*
Und 'zäh wie Gummi' *lol*....wohl eher....bockig, ich konnte mich damals nie einfach so mit etwas abfinden *grins*
2003 erlebte ich eine Schmerzsteigerung von mehr als 50% (entschuldigt diese Prozentangaben, es ist anders schwer zu beschreiben *g*).
Hier hätte ich beinahe erneut aufgegeben, denn es kam der Tag, an dem ich mir eingestehen mußte 'Ich kann nicht mehr'.
Ich habe all die Jahre schon wenig geschlafen, aber nun hatte sich der tägliche Schlaf auf- bestenfalls- 2 Stunden täglich reduziert.
Und die 2 Stunden auch nicht am Stück, sondern auf den Tag verteilt.
Mit 2 Stunden am Stück kam ich klar, das geht.
ABer das jetzt- war nicht mehr machbar.
Sobald ich mich hinlegte wurden die Schmerzen unerträglich, das führte dann dazu, daß ich wieder aufstehen mußte, damit sich der Schmerz wieder runterfährt.
Bleiernde Müdigkeit, Schmerz, nicht schlafen können, umherlaufen, Müdigkeit....ein Teufelskreis.
Die erste Entscheidung, die ich diesbezüglich traf, war, daß ich meine Selbstständigkeit ad acta lege....aber dieser Entschluß hat bis zu seiner Umsetzung mehr als ein halbes Jahr gebraucht.
Das hat mich seelisch zutiefst fertig gemacht, was natürlich dazu führte, daß die Schmerzen sich noch mehr steigerten, ist ja klar.
Die zweite Entscheidung war, daß ich nach langem wieder einen Arzt aufsuchte...zwecks Behandlung.
Verweis an den Rheumatologen, mit dem Vermerk 'Verdacht auf Fibromyalgie'.
Was zur Hölle ist FMS, dachte ich mir???
So, dann kam der Rheumatologe, jede Menge Blut wurde abgenommen, danach Gespräch.
Also, FMS ist eine Ausschluß- Diagnose, Heilung nicht möglich, Ursache unbekannt.
Behandlung mit Opiaten, Antidepressiva, Muskelrelaxanzien, Ibuprofen etc.
Im übrigen betrifft FMS überwiegend Frauen um die 50, die in der Regel frustrierte Hausfrauen mit etwa 2 Kindern sind, und die über ein eher niedriges Bildungsniveau verfügen.
Aha, dachte ich mir- und wie passe ich dann da rein??????
(Damals 29, glücklich verheiratet, keine Kinder, abgeschlossene Ausbildung und 2 abgeschlossene Studien....komisch, komisch...)
Nun, nachdem feststand, daß ich keine Borrelien oder ähnliches habe, bekam ich dann den 'FMS- Stempel'.
Man wird mit dieser Krankheit wirklich abgestempelt, es wird alles auf die Fibro geschoben, es wird nicht mehr geschaut, ob es auch etwas anderes sein könnte.....was im Enstfall auch mal tödlich enden kann.
Nun, mein Wissensstand bezüglich der FMS ist heute natürlich wesentlich besser als damals.
Ich bin in einem entsprechendem Forum aktiv und habe da eben auch so meine Beobachtungen angestellt.
Aber eines nach dem anderen :D
Unsere jüngstes betroffenes Mitglied ist 9 Jahre, die Älteste weit über 60 (was die These wiederlegt, daß Fibro nach den Wechseljahren 'verschwindet').
Es betrifft ebenso häufig Männer wie Frauen.
In der Regel dauert es etwa 8 Jahre, bis die FMS erkannt wird, die Menschen haben dann schon einen absoluten Ärzte- Marathon hinter sich und sind....ja....oft depressiv.
Wobei sich hier wieder die Frage stellt...was war zuerst....das Huhn oder das Ei...
Ihr müßt Euch vorstellen, daß diese Menschen jahrelang von Arzt zu Arzt geschickt werden, als Simulanten hingestellt werden, wirklich schlecht behandelt werden- und....mit ihren immensen Schmerzen total alleine gelassen werden.
Das kann mit Sicherheit ein Weg in die Depression sein, meiner Meinung nach.
Ich selber unterscheide die FMS allerdings auch, wobei ich nicht sicher bin, ob man es nicht doch mit 2 Krankheiten zu tun hat, die sich 'nur' sehr, sehr ähnlich sind.
Es gibt Thesen, was die Ursache für FMS sein kann.
-Zum einen ausgelöst durch Schwerstunfälle
-Zum anderen durch seelische Traumata
-Drittens ist wohl inzwischen nachgewisen worden, daß FMS Patienten einen Defekt am Chromosom 21 haben
Zu den ersten beiden Punkten kann ich sagen, daß ich diese beiden Thesen unterstützen kann.
Bei etwa 1500 Usern in diesem Forum splittet es sich....die einen haben in der Tat schwerste Unfälle gehabt, die anderen sind auffällig häufig Mißbrauchsopfer in der Kindheit gewesen.
Auch auffällig ist, daß die 'unfallgeschädigten' Leute mit Fibro eine Besserung der Schmerzen bei trockener Wärme/ Hitze verzeichnen.
Die anderen....leiden bei Hitze noch mehr, denen geht es bei Kälte besser.
Ich könnte die Liste immer so weiter fortsetzen, da Fibro über 100 Begleitsympthome hat, aber das evtl. ein anderes Mal.
Interessant ist, daß amerikanischen Forschern inzwischen gelungen ist nachzuweisen, daß FMS- Patienten tatsächlich immense Schmerzen haben....nett...immerhin.
Allerdings kann man damit rechnen, daß das erst in einigen Jahren bis nach Deutschland durchgesickert ist.
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Tja, da ich nach wie vor die Einnahme von Medis ablehnte und 'nur' einfach weiter meine Manuelle Therapie haben wollte, gelte ich als schwieriger Patient :rolleyes:
Aber die Einnahme all dieser Medikamente macht aus einem wirklich ein Wrack...nur werden in der Regel die hilfesuchenden, verzweifelten Patienten genau in diese Abhängigkeit geführt.
Helfen....tut das alles nichts....bei den meisten helfen nichtmal mehr Tramal, die brauchen Lyrica oder Fentanyl.
Und da wieder rauszukommen....für die meisten schier unmöglich.
Wie eingangs erwähnt, mußte auch ich mir eingestehen, daß ich meinen Job nicht mehr ausüben kann, denn ich haben gute und schlechte Tage.
Was für einer der morgige sein wird, kann ich nie im Voraus sagen...und so konnte ich nicht arbeiten.
Morgens dauert's locker eine Stunde, bis ich mich überhaupt richtig bewegen kann und ich habe inzwischen gelernt, daß ich in dieser ersten Stunde auch nichts zerbrechliches mehr anfasse.
Inzwischen sehe ich das humorvoll, aber die erste Zeit sind viele Tränen gelaufen....ich mußte mir vieles nach meinem Unfall wieder hart erarbeiten....und mitmal....geht manches einfach wieder den Bach runter....:(
Es fällt schwer, das anzunehmen.
Und ich nehme auch nur bis zu einem gewissen Grad an, für alles andere habe ich immer gekämpft und werde es auch weiter tun.
Da ich mich all die Jahre schon mit alternativen Behandlungsmethoden befaßt habe, reifte in mir der Entschluß heran, mich zur HP ausbilden zu lassen.
Weitere 6 Monate verbrachte ich damit, mir zu überlegen, wie ich das umsetzen kann, denn mehrere Stunden am Tag, zu festgelegten Uhrzeiten, an bestimmten Orten zu sein...Nein, das ist für mich nicht machbar.
(Siehe gute und schlechte Tage *lach*)
Somit habe ich die Variante des Selbststudiums über ein Fernlehrinstitut gewählt und gehe regelmäßig an Wochenenden in eine HP- Praxis in der Nähe, um dort den fachlichen Teil zu erlernen.
Bis heute sage ich, daß man alles schaffen kann, man muß 'nur' den absoluten Willen in sich aktivieren.
Wenn man Menschen um sich hat, die einem helfen, ist es noch besser- aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß man es auch im (fast) Alleingang schafft.
Bis heute gehe ich mindestens 2mal wöchentlich zur manuellen Therapie, behandele mich im AKutfall homöopathisch, lerne wieder schlafen....und....gehe einen neuen Weg...einen Weg, der mir Hoffnung macht....vielleicht nicht auf Heilung....aber Hoffnung auf drastische Besserung.
Darüber berichte ich nächstes Mal, denn mehr geben meine lahmen Hände heut nicht mehr her ;)
LG, Baliza
Eines noch :D
Das ist mein persönlicher Fitnesstrainer, mein Motivator und mein 'Quäler'....er sorgt dafür, daß ich mich jeden Tag ausreichend bewege, auch wenn mir vielleicht mal (schmerztechnisch) gar nicht danach ist *grins*
http://www.funpic.de/fotoalbum/foto,88877.htm
Er wiegt 42 kg, brauch eine Menge Bewegung und ist ein Labrador- Dobermann- Dogge- Mix *lach*
Liebe Baliza,
ich hoffe, dass sich meine Sprachlosigkeit in wenigen Sekunden entscheidet, meinen Gedanken etwas Platz zu machen!
Dein Leben, hat sich einen sehr, sehr eigenwilligen Weg gesucht, die Oberhand zu behalten und ich bin froh, dass sie in Dir eine angemessene Komplizin fand/findet um diese grosse Aufgabe weiterhin fortzusetzen.
Von einer HP wie Dir, wuerde ich mich gerne behandeln lassen und ich bin guter Dinge, wenn ich daran denke, dass Du diese Entscheidung fuer Dich getroffen hast.
Jetzt nehme ich mir erstmal ein wenig Ruhe, um ueber all das nachzudenken, was Du aus Deinem Leben erzaehlt hast.
Liebe Gruesse Gila :)
Arpana-Tjard
04.12.06, 09:50
Liebe Baliza, bin sprachlos wenn ich das lese.
Ich dachte immer, ich hätte viel gelitten in meinem Leben, da komm ich nicht mit. Ich weiß nicht, ob ich die Schmerzen aushalten könnte. Du mußt sehr stark sein. Muß mich auch erst mal sortieren in meinen Gefühlen.
Arpana
Hallo Gila, Hallo Arpana,
Ich wollte ansich nicht für Sprachlosigkeit sorgen :)
Und Stärke....kann doch immer nur aus einer Situation und einer Entscheidung heraus entstehen, oder?
Während eines Schubs kann ich auch durchaus zum Jammerlappen mutieren, das glaubt mal :D
Das, was ich noch schreiben möchte, ist erstmal um ein, zwei Tage verschoben, das miese Wetter hier sorgt für reichliche Fingerunbeweglichkeit und eh ich alles mit Schreibfehlern verbocke, warte ich noch *grins*
Außerdem gibt's hier ja auch noch soooo viel zu lesen für mich :)
Lieben Gruß, Baliza
So, zum neuen Weg wollte ich etwas schreiben...
Nachdem ich vor einem knappen Jahr durch ein Loch auf dem Heuboden fiel und mich nach 3 Tagen pünktlich zu Sylvester selbst aus dem Krankenhaus entließ, wurde alles noch schlimmer...jawohl, das geht :D
Prellungen und Zerungen können ja sowas von gemein wehtun, ich hätte mir lieber einen sauberen Bruch zugezogen, aber da fragt ja keiner nach...lach..
Um es abzukürzen: ich hatte etwa 4 Monate Dauerschwindel, konnte, wenn überhaupt, nur im sitzen schlafen, was dazu führte, daß ich noch weniger schlief.
Der Sehnenabriß in der Schulter nervte auch gewaltig, da es natürlich auf derselben Seite wie die nicht gerichte Clavicula- Fraktur sein mußte.
Seit dem Sturz war plötzlich ein Lipom da, was von dem einen Arzt als ein 'wahrscheinlich bösartiger Tumor' bezeichnet wurde, von dem nächsten als 'ein harmloses Lipom' und der dritte sagte nur 'na ja, ihr Fibro- Leute sucht Euch ja eh immer was neues'.
Nun gut, ich habe das erstmal ad acta gelegt, weil ja sowieso noch alles wehtat und mein Bewegungsradius der HWS monatelang gen Null lag.
Nach und nach besserte sich alles, nur die Steifigkeit und Unbeweglichkeit der HWS blieb.
Meine Physiotherapeutin, ebenso wie mein neuer Arzt vertreten die Ansicht, daß das Lipom auf die Spinalnerven drückt und ich deshalb nach wie vor so stark in der Bewegung eingeschränkt bin.
(Stellt Euch vor, ihr wollt beim Autofahren einen Schulterblick machen und müßt dazu aber den Oberkörper ein Stück weit mitdrehen- das ist so der momentane Stand der Dinge.)
Dieses Jahr besteht für mich irgendwie aus Dauerschmerzen auf sehr hohem Level, ständig Kopfschmerzen, ständig Schübe, wenig Schmerzpausen.
(Ich bezeichne für mich Schmerzpausen als die Stunden, wo die ganze Sache sich mal etwas runterfährt.)
Jedenfalls beschloss ich, daß es so nicht weitergehen kann, denn ab und an befiel mich auch Panik.
Was mache ich, wenn ich zu einer Fachfortbildung will und die Schmerzen mich so im Griff haben, daß ich es niemandem zumuten kann, mir etwas beibringen zu wollen???
(Ich plane ja nach Möglichkeit nie etwas lange im Voraus, das wäre sinnlos- aber so ein bißchen Planung...das muß schon sein, ja? :) )
Also ging ich auf die Suche, ich wollte einen Kinesiologen, weil mir bekannt war, daß man damit gute Erfolge erzielen kann.
Fündig wurde ich gar nicht so weit von hier- ein HP, mit den Fachbreichen Kinesiologie, Osteopathie und Chiropraktik.
Vorweg ein wenig Schriftverkehr, denn ich bin sehr vorsichtig geworden....was man vielleicht verstehen kann.
Nun bin ich dort seit 4 Wochen in Behandlung- und tue mich schwer, so schwer, wie noch niemals zuvor in meinem Leben.
Ich bin überzeugt, daß dieser Mann RECHT hat....denn er vertritt den Standpunkt, daß alles mit dem unterdrücken von Gefühlen zu tun hat.
Nicht Gefühle (egal welcher Art) machen krank, sondern deren Unterdrückung.
Wir arbeiten kinesiologisch, er testet, wo was 'los' ist- und dann bin ich dran.
Und da hapert's noch gewaltig, denn seiner Meinung nach wurde mir mit meiner damaligen Schmerztherapie kein Gefallen getan (Ihr erinnert Euch an die 'Geist über Körper stellen' Sache?)
Ich wurde, nein, falsch- ich habe mich selber 'umprogrammiert'...um eben mit diesen dauernden Schmerzen leben zu können.
Seiner Ansicht nach habe ich mir damals auch die Möglichkeit der Gefühle Wut, Angst und Trauer genommen.
Erst waren sie noch allgegenwärtig, dann kamen sie manchmal noch, dann begegneten sie mir nur noch im Traum- und dann....habe ich sie ganz, ganz weit unten auf der Meridianebene 'abgelegt'.
Und da kommt man selber von alleine nicht mehr ran.
Zunächst habe ich ihn wohl äußerst schockiert angesehen, denn all das hat mir doch die ganzen Jahre ermöglicht zu LEBEN...zu studieren, auszugehen, wieder zu reiten usw.
Und das soll mich nun krank machen???
Aber gut, ich bin offen für fast alles, seine Behandlungserfole bei chronisch Kranken sprechen für sich- und schließlich kam ICH ja zu ihm mit der Bitte um Hilfe.
Fakt ist, daß wir bereits in der ersten Behandlung meine Kiefergelenkschmerzen (zumindest links) beseitigt haben...er hat mich zum 'graben' gebracht, zum hochholen des damit verbundebem Gefühls und zum ausklingen lassen diese Gefühls.
Zwischendrin dachte ich, mir sprengt es das Kiefergelenk weg, mir war schlecht vor Schmerzen- aber dann: weg.
Ich kann da, wenn es Euch interessiert, auch noch näher drauf eingehen.
Ein weiterer Fakt ist, daß ich mich bei ihm im kommenden Jahr kinesiologisch ausbilden lassen....und weiterführend auch in dieser Methodik.
Aber....ich bin ein ganz großes Problem, denn ihr ahnt nicht (oder vielleicht doch), wie schwer ich an mich herankomme, also an dieses antrainierte Verhalten.
Es hat mich all die Jahre über Wasser gehalten, hat mich kämpfen lassen- und nun soll ich mich davon lösen....das macht Angst.
Angst vor noch mehr Schmerzen, vor Schmerzen, die ich nicht mehr kontrollieren/ unter Kontrolle bringen kann.
Jeder, der schonmal starke Kopfschmerzen hatte, weiß wie entsetzlich das ist.
Nun stellt Euch vor, ihr lebt in einem Körper, der ÜBERALL solche Schmerzen hat, und zwar immer, ohne Pause.
Und dann wird einem eine Möglichkeit gegeben, wie man das alles kontrollieren kann, es auf einen erträglichen Level senken kann (meistens)- und dann soll man das loslassen?
Ich finde das unglaublich schwer.
Trotzdem möchte ich diesen Weg gehen, denn wenn es klappt, dann habe ich etwas, was ich anderen chronisch schmerzkranken Menschen geben kann.
Ich werde auch jedes Mal vor Behandlungsbeginn kinesiologisch ausbalanciert, dann muß ich 'graben', begleitend werde ich osteopathisch behandelt.
Cranio machen wir auch, das ist für mich momentan der angenehmste Teil.
Wenn ich nach den 2 Stunden dort nach Hause fahre, kann ich meistens sogar 3 Stunden schlafen, total erschöpft...aber es ist ein guter, tiefer Schlaf.
(Schlaf kann zu etwas unglaublich Schönem werden, zu etwas, was man sehr schätzen lernt.)
Nichtsdestotrotz habe ich meinen HP heute mittag heulenderweise angerufen.
Warum??
Nun, ich plage mich seit Monaten mit einem Infekt herum, der kommt und geht, kommt und geht....aber geht nie wirklich weg.
Gestern dann Nosode.
Heute: Totalausfall, Schwindel, entzündete Lippe, Niesattacken, total verschleimt, Hustenanfälle, Fieber...und.....mörderische Kopfschmerzen.
Ja, ist toll- hat anscheinend geklappt....ich freu mich später *gummel*
Im Moment ist mir nach allem anderen, aber nicht nach freuen.
Ich soll den ganzen Tag liegen, aber ich KANN doch nunmal nicht länger als 2 Stunden irgendwo liegen, weil dann wieder die Schmerzen unerträglich werden.
Und überhaupt- solche Kopfschmerzen, das hält doch keiner aus.
Ich habe ihn angeschnauzt, er solle bitteschön was unternehmen, aber schnell :rolleyes:
Nun ja, wir haben uns auf ein Lymphmittel geeinigt und darauf, daß ich ein wenig Novalgin nehmen darf, bevor der Schädel in tausend Stücke springt.
(Hat nicht geholfen, ärgerlich.)
Aber ich halte das jetzt aus, ist ja für einen guten Zweck :p
Was weiterhin interessant war...er hat mit dem Vega- Test, für mich sehr schockierende, Ergebnisse gefunden.
Toxische extreme Belastungen durch Xyladecor 200, Formaldehyd, Na-o.phenylphenolat, Ampicillin & Amoxillin
Bis auf die Antibiotika ist mir alles ein absolutes Rätsel.
Weiterhin Impfbelastungen und Narbenstörfelder, was aber klar war.
Dickdarmdysbiose
Vitamin Mangel: P << das erklärt einiges, bezüglich der Schmerzen
Tja, und dann....Nachweis Doppelzone, Globalgitternetz, geopathische Linksdrehung, Currygitter
Ich werde mir im Januar einen Geopathologen holen....denn es ist ja bekannt, daß chronische Schmerzen in der Regel mit dem Schlafplatz auf solchen 'Gegebenheiten' zusammenhängen.
Chronischer Schmerz heißt für den Patienten in der Allgemeinmedizin meistens, daß man jahrelang verseucht wird mit Medikamenten, die nur sehr begrenzt helfen und in der Regel andere Organe schädigen.
Es heißt ständiger Kampf mit den Ärzten, denn sie hören nicht zu, fühlen sich nicht zuständig, schauen nicht auf den gesamten Menschen sondern stürzen sich nur auf das 'aktuelle' Problem.
Es heißt oft unnötige Operationen.
Es heißt, daß man als Patient dem Arzt beweisen muß, daß man wirklich Schmerzen hat.
Es heißt, daß man gegen Fehldiagnosen und falsche Behandlungen ankämpfen muß.
Es heißt oft jahrelanger Ärztemarathon, jedes Mal mit der Hoffnung auf Hilfe, jedes Mal mit der Hoffnung auf Verständnis, jedes Mal Angst vor einer erneuten (menschlichen) Enttäuschung, weil uns wieder nicht zugehört wurde.
Chronischer Schmerz heißt.....jahrelange Suche nach anderen Wegen.
Und für sehr, sehr viele Menschen heißt chronischer Schmerz nach jahrelangen Rückschlägen und Enttäuschungen....Depression....nicht mehr der Gesellschaft zugehörig...Angst....Panik....UND: NOCH MEHR SCHMERZEN.
Ich kann nicht all diese Aussagen auf mich münzen, weil mein Weg vielleicht ein wenig anders war.
Aber ich habe jeden Tag mit sehr vielen Betroffenen zu tun und höre dort gehäuft diese Dinge.
Natürlich könnte ich Zahlen und Statistiken anführen- doch wozu?
Jedes einzelne Schicksal ist Grund zu handeln, Grund menschlich zu handeln.
Denn niemand weiß, ob man nicht selber einmal auf Menschlichkeit in der Behandlung angewisen ist.
Und wir können soviel lernen, wenn wir da sind und zuhören.
Ich habe ganz sicher nicht das Wissen, was viele hier bereits erworben haben.
Aber ich kann vielleicht eine Tür öffnen, die nicht nur mit Wissen zu tun hat.
Mein Leben ist nur eines von vielen, ich berichte hier nur vertretend für viele andere....andere, die es schwerer hatten.
Vielleicht gibt dieser (zugegeben sehr lange) Bericht Stoff für Fragen, Anregungen, Ideen, Kritik....was auch immer...aber scheut Euch nicht, sinkt nicht in Sprachlosigkeit.
(Was bitte nicht heißen mag, daß man sich äußern muß :o ....ach, Ihr wißt, wie ich's meine, ja?)
Wenn weiterhin Interesse besteht, werde ich über Fortschritte und Rückschritte (hoffentlich nicht) berichten.
Und wenn's mal etwas verquer geht....übt Nachsicht mit mir ;)
Lieben Gruß, Baliza
Und wir können soviel lernen, wenn wir da sind und zuhören.
Ich habe ganz sicher nicht das Wissen, was viele hier bereits erworben haben.
Genau La Baliza,
zuhören ist eines der Werkszeuge, mit denen wir als Heilpraktiker arbeiten möchten und ich denke auch, dass wir bei jedem Gespräch, bei jedem Menschen dazulernen werden.
Du hast aber ein Wissen, ein Wissen, an dem du uns momentan teilhaben lässt, was wir (ich sag mal Gott sei dank) nicht haben und das Wissen was wir , wie du schreibst bereits erworben haben wirst du auch bald haben, da bin ich sicher;)
Du hast aber ein Wissen, ein Wissen, an dem du uns momentan teilhaben lässt, was wir (ich sag mal Gott sei dank) nicht haben und das Wissen was wir , wie du schreibst bereits erworben haben wirst du auch bald haben, da bin ich sicher;)
Liebe Knöppi,
kannst Du nachvollziehen, wenn ich sage, daß ich heute froh bin, daß ich dies alles so erlebt habe und noch erlebe?
Denn mein Weg wäre ein völlig anderer gewesen, hätte es diesen Tag damals so nicht gegeben.
Alles hat seinen Sinn, auch wenn sich einem dieser Sinn mitunter erst sehr viel später erschließt.
Und am Wissen erwerben bin ich andauernd, nur manchmal denk ich, in diesen verdammten Kopp will nix reingehen :D
Liebe Grüsse, Baliza
Und am Wissen erwerben bin ich andauernd, nur manchmal denk ich, in diesen verdammten Kopp will nix reingehen :D
Liebe Grüsse, Baliza[/QUOTE]
Das liegt nicht etwa am Umfang des " Kopps" sondern wie es vermittelt wird. :p
Gila :)
Und am Wissen erwerben bin ich andauernd, nur manchmal denk ich, in diesen verdammten Kopp will nix reingehen :D
Liebe Grüsse, Baliza
Das liegt nicht etwa am Umfang des " Kopps" sondern daran, wie es vermittelt wird. :p
Gila :)[/QUOTE]
Alles hat seinen Sinn, auch wenn sich einem dieser Sinn mitunter erst sehr viel später erschließt.
Liebe Grüsse, Baliza
Liebe Baliza,
das ist genau das was ich auch denke, es stellen sich Weichen, man geht einen Weg, den man sich eigentlich nicht so vorgestellt hatte und später ist man dem "Schicksal" dankbar, dass es einem diesen Weg vorgegeben hat. Das gute daran ist, das man nie rausfinden kann, was man den auf dem anderen Weg erlebt hätte.....
Schön, dass du es so akzeptieren kannst:)
Liebe Baliza,
ich schliesse mich an Deinen obigen Beitrag an. Es ist ein grosses Geheimnis zu lernen, wirklich zuzuhoeren und zwar nicht mit den Ohren, sondern mit allen Fasern.
Viele Menschen, viele Aerzte etc. haben es auch nie gelernt. Da ist es natuerlich einfacher, sich das Maentelchen einer " Rolle/Kittel " ueberzustreifen, um damit die Fassade eines Geruests zu entwerfen, in das dann bitte der Patient passen sollte.
Es ist meistens auch keine boese Absicht! Es ist einfach so und fuer Hinterfragungen bleibt eh keine Zeit.
Doch nun sollten wir hier anfangen, das ZUHOEREN zu lernen.
Wir alle, die aus dem richtigen Zuhoeren, unser Werkzeug zum Beruf herausfinden muessen.
Also bitte, schreibe weiter wann immer Du moechtest und Du brauchst nicht denken, dass Du dieses " Zimmer " auf Zehenspitzen betreten musst. :)
Wir, die wir Dir zuhoeren und Du, die eines Tages auch auf der anderen Seite stehen wird ( wenn Du eine HP sein wirst ) sollten anfangen unsere Fuesse fest auf den Boden zu stellen, um unseren Patienten- und uns gegenueber, immer aufrichtig in die Augen schauen zu koennen.
Liebe Gruesse Gila :)
...mit all meiner Standfestigkeit grabe ich meine Füsse tief in die Erde und nehme Augenkontakt zu Dir auf, liebe Baliza.
Danke für Deine Gedanken und Deine Geschichte.. und Deinen Humor ;)
Ich bin sehr betroffen über die Härte Deiner Erfahrungen und kann nur ahnen, welchen Wachstum Du dadurch noch erfahren wirst.
Du bist in einer Weise an das Leben gekoppelt, die Dir bis ins Mark alles abverlangen wird und Dich prüft, ob Du auch alles zu geben bereit bist.
Ich möchte nicht anmaßend sein wenn ich das sage: "Du bist auf einem guten Weg!"
Ich habe Dich verinnerlicht und wünsche Dir Mut und Kraft und viele weitere Momente des "Grabens" und der Sinnfindung.
Herzliche Grüsse,
Lavee*
PS: Dein Hund ist bildschön und strahlt das pure Leben aus. Der beste Wegbegleiter :)
Also bitte, schreibe weiter wann immer Du moechtest und Du brauchst nicht denken, dass Du dieses " Zimmer " auf Zehenspitzen betreten musst. :)
Vielen, vielen Dank Gila....wirklich....ich denke, mehr muß ich dazu nicht sagen!
Du bist in einer Weise an das Leben gekoppelt, die Dir bis ins Mark alles abverlangen wird und Dich prüft, ob Du auch alles zu geben bereit bist.
Ich möchte nicht anmaßend sein wenn ich das sage: "Du bist auf einem guten Weg!"
PS: Dein Hund ist bildschön und strahlt das pure Leben aus. Der beste Wegbegleiter :)
Liebe Lavee,
Danke für diese lieben Worte und ja....es gibt Momente, in denen ich immer mal wieder mit mir in's Gericht gehen muß und mich fragen muß, ob ich bereit bin, weiterzugehen.
Denn es gibt Tage, zum Beispiel mitten in einem Schub, wo ich mich frage, ob ich da jemals wieder herauskomme.
Schmerzen können eine Intensität erreichen, die sich von Mal zu Mal steigert....aber es ist auch unheimlich interessant zu erfahren, daß doch immer noch wieder genug Energie da ist, um erneut aufzustehen.
Ich bin auf einem guten Wege, ja ...aber manchmal nehme ich auch eine Abkürzung, die dann letztlich ein Umweg ist.
Dennoch, auch diese Umwege lassen uns so viel Neues erfahren und erleben, also sind es am Ende alles wichtige Wege.
Und ja....mein Hund IST das pure Leben :D ....der bringt jeden auf Trab :)
Na ja, und wo mich dieser neue Weg hinführen wird...ich lasse mich überraschen, obwohl's (rein subjektiv empfunden) momentan eher schwierig ist...mit diesem Weg.
Aber ich arbeite daran :)
Liebe Lavee, ich freue mich, daß Du hier bist.
Liebe Grüsse, Baliza
rabenstein
11.12.06, 22:56
Liebe Baliza
Die Erfahrungen, die du gemacht hast, haben dir etwas in die Hand gegeben, ein Werkzeug, das du nun bereit bist, mit uns zu teilen,
Danke dafür, vielen Dank
Inge
So, was gibt es denn heute....*grins*
Also, ich habe meine 2. Nosode bekommen und infolgedessen den 3. Tag fürchterlichen Ausschlag, der den Körper hoch und runter wandert und juckt wie verrückt.
Ich bemühe mich das auszuhalten, aber es fällt schwer, zumal ich seit 56 Stunden wach bin und langsam zur Umweltbelastung für meine Mitmenschen werde :D
Diese äußerst heftige Reaktion hatte mein HP selbst nicht erwartet, freut sich aber wie verrückt.....meine Freude hält sich noch in Grenzen *grrr*
Gut ist, daß diese energetische Behandlung erste Erfolge zeigt!!!
Ich habe normalerweise bei diesem Wetter (feucht, nass & kalt) stärkste Schmerzen, aber nachdem der Schub vom Wochenende abgeklungen ist, sind meine Knie so 'ruhig' wie nie.
Gleichzeitig ist aber auch Angst dabei, ich freue mich, daß ich mal ganz problemlos Treppen laufen kann- aber so richtig vertraue ich noch nicht.
Soll heißen, ich wage noch nicht zu glauben, daß zumindest die Knieschmerzen auf dem (dauerhaftem??) Rückzug sind.
Ist das nachvollziehbar?
Dann hatte ich eine 'heiße' Diskussion mit meinem HP bezüglich meiner Ernährung, die ich vor etlicher Zeit auf TCM umgestellt habe und damit auch einiges an Besserung bezüglich der FMS- Schmerzen erreicht habe.
Er hält davon nichts, zumal mein Säure- Basen- Haushalt derzeit obermies ist...was ich aber aus der Erfahrung heraus kenne.
Nach einem Schub, der länger als 72 Stunden andauert, ist das immer so.
Aber- ich will ja Hilfe und somit werde ich morgen (sofern ich mich wieder raustrauen kann *g*) dem Reformhaus einen Besuch abstatten und mir biologische Gemüsebrühe etc. kaufen.
Alles, was ich mag ist vorerst gestrichen *hmpf*
Mal sehen, wie sich das auswirkt- auf den Säure- Basen- Haushalt sicher positiv, was schmerztechnisch passiert, bleibt abzuwarten.
Ein weiteres Erlebnis der besonderen Art hatte ich heute beim Arzt.
Dieser Arzt hat keine Ahnung von FMS, ist aber in der Lage zuzuhören und auch 'lernwillig'.
WIr sehen uns alle paar Wochen, wenn ich ein neues Rezept für meine Manuelle Therapie benötige.
Ich bekomme das (noch) problemlos als Dauerrezept, weil ich ihm nachvollziehbar darlegen konnte, daß die MT nicht meinen Zustand BESSERT- sehr wohl aber einen großen Anteil an der ERHALTUNG des Ist- Zustandes hat.
Er sagt selber, daß er keine Ahnung hat, wie er mir helfen kann, da ich Medikamente verweigere und er sich selber hilflos fühlt- aber wenn er mir mit Ausstellung der Rezepte helfen kann, dann soll es daran nicht scheitern.
Wir haben ein recht gutes Arzt- Patient- Verhältnis, was auf gegenseitigem Respekt beruht...es war für mich damals ein ziemliches Stück Arbeit, aber wenn man ehrlich und offen ist, kann man damit viel erreichen.
So, nun kam ich da heute an und er: krank.
Aber es war ein Vertretungsarzt da, der nach Aufruf meiner Patientenakte den eindeutigen Vermerk fand: Der Patientin sind dauerhaft Rezepte für die MT auszustellen.
Dann ging's los.
Er mustert mich, schaut in die Akte, mustert mich nochmal und fragt als erstes: 'Und, wann haben Sie ihre Rente durch? Dann geht es Ihnen sicherlich gleich besser und sie benötigen keine Rezepte mehr.'
Ich: :eek: ...Entschuldigung, ich habe keine Rente beantragt und habe das auch nicht vor! Außerdem sind Ihre Aussagen anmaßend.'
Er: 'Wenn ich das schon lese....FMS...reicht es Ihnen denn nicht, daß die Ärzte damals alles getan haben, damit Sie nicht im Rollstuhl sitzen müssen?
Außerdem ist FMS nur eine Verlegenheitsdiagnose, soviel Schmerzen kann man nicht haben, wenn man wie Sie, die Einnahme von Medikamenten verweigert.
Und wenn Sie Schmerzen haben, die ja aufgrund der damaligen Verletzungen nunmal als Spätfolgen zu betrachten sind, dann nehmen Sie eben ausreichend Medikamente.'
Ich: 'Herr X, zum einen waren es nicht Ärzte, die mir ein Leben ohne Rolli ermöglicht haben.
Zum anderen müssen Sie es mir überlassen, ob ich Medikamente nehmen möchte, denn ich bin volljährig, in Besitz meiner geistigen Kräfte und durchaus in der Lage, ohne 'Drogen' zu leben.'
Er: 'Sie sind erst 31, da verträgt man Medikamente doch viel besser und wenn Sie jemanden brauchen, der Sie umhätschelt, dann suchen Sie sich doch einen Mann.'
Ich: 'Nun, ich denke, daß mein Mann etwas dagegen hätte, wenn ich mir noch einen Mann nehme.....würden Sie jetzt einfach das Rezept ausdrucken und unterschreiben, denn dann brauchen Sie keine Zeit mehr mit mir vergeuden.'
Er: 'Aber ich bin dazu da, Ihnen zu helfen. Wenn Sie Depressionen haben, dann kann ich Sie auch zum Psychologen überweisen.'
Ich: 'Es tut mir leid Sie enttäuschen zu müssen, aber ich habe keine Depressionen. Mein Rezept?'
Er: 'Aber Sie haben doch extreme Schmerzen, nun lassen Sie sich doch mal helfen!'
Ich: 'Sie sagten doch eben, daß FMS nur eine Verlegenheitsdiagnose ist und ich gar nicht solch starke Schmerzen haben könne?!'
Er: 'Werden Sie nicht frech!'
Ich: Herr Dr. X, ich kann durch Beschwerde bei der zuständigen Ärztekammer veranlassen, daß Sie zu entsprechenden Fortbildungen bzgl. 'Chronischer Schmerz' aufgefordert werden, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das nicht aussichtslos wäre. Mein Rezept!'
Er: 'Hier haben Sie ihr Rezept, aber Sie sind viel zu jung für solche Schmerzen! Kommen Sie doch mal in meine Sprechstunde, damit wir Sie medikamentös korrekt einstellen können, Sie werden sehen, dann können Sie auch mal lachen.'
Ich: 'Sehen Sie die Lachfalten hier? Schönen Tag noch.....'
Soooooo......das ist ein ganz typischer Verlauf für einen Menschen mit chronischen Schmerzen, wenn er zum Arzt geht.
DAS war noch harmlos, aber es ist schon traurig, wenn bedenkt, was mit einem solchen Verhalten angerichtet werden kann.
Da kommt jemand ahnungslos, verzweifelt, im Tal der Tränen aufgrund der heftigen Schmerzen zu solch einem Arzt.....und wird direkt fertiggemacht und darauf 'programmiert', daß sein Leben ohne Medikamente nichts wert sei.
Denn die wenigsten sind gut informiert über ihre Erkrankung, der 'mündige Patient' ist in der Regel unerwünscht.
Und so geht das weiter und weiter, Jahr für Jahr, mehr und mehr Schmerzen, immer neue Medikamente, immer mehr Medikamente- aber von wirklicher Hilfe keine Spur.
WENN dann mal ein solcher Mensch den Weg in Eure Praxis findet, wird es für Euch als Behandler ein nicht leichter Weg, ein Weg, der Euch vielleicht auch mal zweifeln läßt, der vielleicht auch mutlos macht.
ABER- nicht aufgeben, denn Ihr seid meistens die letzte Hoffnung...also habt Geduld.
Geduld mit dem Patienten. Geduld mit Euch. Geduld mit der Zeit, die verstreichen kann, bis eine Besserung eintritt.
Ich weiß, daß Ihr Geduld habt....aber vielleicht kennt ihr auch die Mutlosigkeit, die Euch besucht, wenn nach langer Behandlung einfach 'nichts' passieren will?
Nun.....es passiert immer etwas, mit jedem Mal, wo Ihr behandelt- und oft ist es 'nur', daß diese Menschen zu Euch kommen, weil sie wieder lernen zu vertrauen.
Und das ist doch einmalig, oder?
Liebe Baliza,
es tut mir sehr leid, dass Du wieder einmal so eine " Behandlung " verbuchen musstest und Du hast vollkommen recht, dass es eine ganz schwierige Huerde fuer einen Patienten ist, wenn es ihm sowieso schon schlecht geht.
.............und richtig, auch HP stossen an ihre Grenzen, wenn sie spueren und wissen, dass ihr neuer Patient, schon alle " Stationen " durchgegangen ist und viele Minus-Punkte sammeln musste.
Auch HP sind nur Menschen, die wie alle, mehr oder minder die Faehigkeit der Geduld mit sich und ihren Patienten ueben.
Wir duerfen ehrlicherweise nicht vergessen, dass sich immer in einem Erstkontakt auch ganz schnell herausstellt, wie die " Chemie " der beiden " Gegenueber " funktioniert, denn es waere eine Schande, das nicht mit einzubeziehen.
Ganz generell kann ich von mir sagen, dass es unter meinen Patienten schon welche gibt, die ich weniger mag. Die es mir schwer machen an sie ranzukommen und denen ich es dann, natuerlich auch nicht einfacher mache, mich zu " beschnuppern! ' ( Meine Aussage ist nicht auf Dich, Baliza, bezogen )
Genauso schwer ist es dann, einem solchen Patienten hoeflich die Tuer zu weisen und ihm zu erklaeren, dass diese Behandlung nie glatt gehen kann, weil es " Stoerfelder " innerhalb des Aufeinandertreffen gibt.
Zum Einen ist man in einen Kittel ( professionelle Rolle ) gebunden, zum Anderen ist unter jedem Kittel ein Mensch. Wenn wir das nicht begreifen und uns- und den Patienten zugestehen, vefaellt man automatisch in eine Position, die der Realitaet nicht mehr entsprechen kann.
Hat man genug professionelle Erfahrung, kann man damit umgehen und beide haetten die Moeglichkeit zueinander zu finden.
Eigentlich haette ich nicht vor, aus der Rolle der HPA zu gehen, mache es jetzt trotzdem mal, damit die wohlverdiente Kritik an falschem Verhalten einiger Aerzte, nicht zur " Einbahnstrasse " wird.
Ich denke, dass sich ein junger Mensch fuer ein Medizinstudium entscheidet, weil er darin einen-, seinen Weg sieht ( im besten Fall )
Nun geht er an die Universitaet, mit viel Aufregung, Neugier und den Willen es zu schaffen.
Man lehrt ihn und er lernt. Lernt, wie der Koerper funktioniert, stellt fest, dass ihm einige Dinge klarer sind als andere, entwickelt Vorlieben
und in der Zwischenzeit ist es Zeit fuer die Doktorarbeit.
Vielleicht hat er Ideale und Vorbilder, die zu diesem Zeitpunkt unerreichbar erscheinen.
Nun darf er das erste Mal eingenstaendig einen Patienten untersuchen und er macht es auf die beste Art und Weise. So wie er es gelernt hat. Auch sein
Professor waere stolz.
Aber was hat er denn die ganzen Studienjahren gelernt?
Er lernte zu untersuchen, Gedankenverbindungen aufzubauen. Er lernte, dass gewisse Stoerungen gewisse Symptome aufweisen und andere nicht sein koennen. Dagegen gibt es Medikamente, die Statistisch gesehen gute Erfolge erzielten.
Er lernte kurzum, dass er Dinge in Bewegung bringen kann und diese Bewegungen auch wieder stoppen kann.
Was er nicht oder weniger lernte ist, dass manche Patienten und ihre Geschichten auch Unsicherheit ausloesen. Ratlosig- und Hilflosigkeit!
Aber man hatte ihm doch beigebracht, dass er in seiner Rolle als Arzt, immer Rede und Antwort stehen soll, damit er diese Rolle besiegelt.
Er hatte sich fuer einen ganz bestimmten Weg entschieden und aus seiner Sicht, bewegt er sich in seinem Rahmen anstaendig und aufmerksam.
Ich bin immernoch bei dem Wunsch, dass zu einem Medizinstudium eine Psychologie Ausbildung obligatorisch sein sollte.
Liebe Gruesse Gila :)
Liebe Gila,
das muß weder Dir, noch einem anderen, leid tun, daß ich mal wieder das 'Vergnügen' hatte- denn das ist nunmal (leider) der Standard.
Natürlich gibt es auch Ausnahmen, das möchte ich an dieser Stelle auch noch einmal ganz deutlich sagen.
Der Grund, warum ich das schrieb, ist der, damit andere (Ihr) einen kleinen Einblick in diesen Teil der Geschichte eines chronisch Schmerzkranken erhaltet; denn ich denke, das erklärt manchmal auch die mißtrauisch bis ängstliche Art Betroffener.
Selbstverständlich ist es auch eine Sache der 'Chemie'!
Ich nehme mich jetzt mal als Beispiel.
Die Chemie zwischen meinem neuen HP und mir 'stimmt', das kann man nicht anders sagen. :)
Trotzdem ist meine Behandlung für ihn ebenso schwer wie für mich, ich war 4 Mal jeweils 2 Stunden bei ihm, bevor ich ihn an mich 'herangelassen' habe.
Ich bin ein sehr offener Mensch und niemand, der grundsätzlich auf Distanz geht.
Doch jahrelange Negativ- Erfahrungen prägen sehr und auch ich bin nicht frei von Mißtrauen, verbunden mit Angst und Vorsicht.
Es kostet nach all den Jahren auch mich Überwindung, um Hilfe zu bitten und mir zu gestatten, wieder Hoffnung zu schöpfen.
Das ist schwer, sehr schwer sogar.
Dazu kommt noch, daß ich eben nicht gewohnt bin, Hilfe zu bekommen- Hilfe in Form dessen, daß man zuhört und mit mir gemeinsam nach Lösungen sucht.
Aber genau das passiert zur Zeit und es ist interessant zu erfahren, daß es Hilfe gibt, die passend zu einem angewendet wird.
(Blöder Satz, aber ich stecke grad in einem Formulierungstief :D )
Zu diesem Arzt muß ich sagen, daß mich solch ein Verhalten inzwischen nicht mehr schockt und auch nicht 'mitnimmt', man entwickelt da irgendwann einmal ein 'dickes Fell'.
Zudem empfinde ich auch Mitleid, denn was wird diesem Menschen alles genommen?
Wie Du schriebst Gila...oftmals sind Ärzte rat- und hilflos, und auch überfordert.
Dennoch sage ich, daß all das keine Entschuldigung für unmenschliches Verhalten ist.
Das was ich oben schilderte ist wirklich noch absolut harmlos....ich habe in einem anderen Forum Dinge lesen müssen, Worte, die den Leuten von Ärzten regelrecht vor die Füße geworfen wurden, und das macht mich sehr traurig.
Nicht jeder dieser Patienten kann sich wehren, nicht wenige landen aufgrunddessen in psychosomatischen Kliniken, in denen sie ebenfalls auch nur seltenst Hilfe erfahren- im Gegenteil- sie kommen kaputter wieder, als sie hingegangen sind.
Und das ist eine Entwicklung, die man nicht so hinnehmen kann/ sollte.
Ein weiterer Punkt ist, daß Menschen mit chronischen Schmerzen dazu 'erzogen' werden, ihre Krankheit bitteschön zu akzeptieren, was nichts anderes heißt als: hinnehmen & abfinden.
Und ich weiß, daß viele gar nicht mehr auf die Idee kommen, zum Beispiel einen HP aufzusuchen, weil sie aufgegeben haben bzw. aufgegeben wurden.
(Nicht nur von Ärzten, sondern oft auch vom gesamten sozialen Umfeld.)
Ich habe das selber nicht so erfahren müssen, denn zumindest mein Freundeskreis nimmt das ganz locker...die wurden genau informiert und wissen, was für mich machbar ist und was nicht.
Generell kläre ich meine Mitmenschen auf, wenn anzunehmen ist, daß man sich öfter mal sieht- denn das erleichtert uns allen den Umgang miteinander.
Es gibt auch keine besondere Rücksichtnahme, es funktioniert eben 'einfach so'.
Auch wenn ich einen schlechten Tag habe, wo ich mal wieder nichts richtig anfassen kann ohne daß es runterfällt :mad: und ich dann 'herumwüte', wird das mit einem Augenzwinkern aufgenommen....oder wenn wir mal länger laufen und ich irgendwann verbissen gucke- dann wissen sie, daß sie mich erstmal nicht ansprechen, denn ich muß mich dann mit aller Kraft auf's Weitergehen konzentrieren, weil jeder weitere Schritt eine Qual ist.
Ich denke, wir alle, egal ob bereits tätige(r) HP oder HPA können uns freuen, wenn solche Patienten den Weg zu uns finden, denn alleine das ist für viele immens schwierig.
Liebe Grüsse, Baliza
Hallo ihr Lieben....
...ich wollte noch ein paar Dinge zum Thema ansich schreiben....aber ich schaff's nicht....denn genau dieses Thema hat mich akut im Griff.
Seit Monaten Kopfschmerzen, den Rest erwähne ich gar nicht, dann Montag eine Behandlung, woraufhin Dienstag der erste fast kopfschmerzfreie Tag war- und heute wieder...ich glaub, ich verlier grad was an an Hoffnung. :(
Entschuldigung für's off topic.
Lieben Gruss, Baliza
Liebe Baliza,
habe gerade deine Berichte gelesen und muss sagen, das sie mich sehr berührt haben und ich dich bewundere, wie du deinen Weg findest und mit deinem Schicksal lebst bzw. wie du es angenommen hast.
Geschockt war ich von dem letzten Bericht, wie dieser Arzt mit dir umgegangen ist.
Da ich selber bei einem Rheumatologen arbeite und wir viele Patienten mit Fibro haben, kann ich zumindest von dieser Seite mitreden.
Leider muss ich dir zustimmen, dass selbst Ärzte die sich damit beschäftigen, sich viel Zeit nehmen und auf die Patienten eingehen ( das macht mein Chef nämlich) und er hat im Gegenteil zu vielen anderen sich viel damit beschäftigt, sich hilflod fühlen. Es gibt Rezepte wie Mydocalm, Tramal, Amitrytilin etc., ggf. noch Physiotherapie oder auch Überweisungen zum Neurologen oder zur Psychotherapie. Wenn die Medikamente nicht helfen sind sie hilflos. Zudem wird alles abgelehnt, was nicht Schulmedizinisch ist.Leider:(
Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft für deinen Weg und möchte mich dafür bedanken, das du uns an deinem Leben so viel erzählst.
Liebe Grüße, Heike
Liebe Heike,
könntest Du mir bitte per PN den Namen und die Adresse Deines Arbeitgebers mitteilen?
Denn in meinem Fibromyalgie Forum kann so vielleicht ein paar Menschen einiges erspart werden, wenn sie gleich direkt an einen mitfühlenden, kompetenten Arzt geraten.
Lieben Dank für Deine Worte, ich weiß, daß so ein 'Bericht' teilweise schwer 'verdaulich' ist und auch manchmal für Sprachlosigkeit sorgt.
Sagen/ Schreiben muß auch niemand...ich denke halt einfach, daß so ein Bericht über 'die andere Seite' einmal andere Einblicke geben kann. :)
Lieben Gruss, Baliza
Nach meinem Down...sieht es nun wieder anders aus, diese Behandlung bei meinem HP zeigt Erfolge :)
Wir arbeiten jetzt jede Woche einmal für etwa Stunden zusammen ....mit Cranio, Osteopathie, Nosoden, Kinesiologie...
....uuuuund....
...ich habe nun seit einigen Wochen nur noch reduziert Knieschmerzen, so wenig Schmerz in diesem Bereich hatte ich zuletzt vor 5 Jahren *wow*
Ich kann bei diesem Wetter einfach sooooo Treppen hoch- und runtergehen *freu*
Ich weiß nicht, ob und wie lange es nun erstmal so bleibt, aber das ist egal, ich finde es einfach toll!!
Und ich habe auch die letzte Zeit keinen Schub mehr gehabt, tolles Gefühl.
Eventuell haben wir auch die Ursache für meine anhaltene Steifigkeit in der oberen HWS gefunden, es sieht so aus, als ob sich die Wirbelsäule bei dem Fall vor einem Jahr ein winziges Stückchen verschoben hat....nun werde ich morgen wieder ein bißchen kämpfen gehen bei meinem Arzt, da ich ein CT möchte, damit wir Gewißheit haben.
Freu mich jetzt schon auf seine Reaktion, wenn ich ihm mitteile....'mein HP hat gesagt, daß.....' oh man....:001: .....das kann wieder was werden.
Liebe Baliza,
habe dir eine PN geschickt. Meld dich kurz ob du sie bekommen hast. Aber wie schon geschrieben, mit Naturheilkunde hat er es leider auch nicht. Zeit und Einfühlungsvermögen dafür reichlich. Er kehrt die Pat. auch nicht alle in die Schublade: " ach die haben ja nichts und simulieren".
Liebe Grüße und ich drücke dir die Daumen dass es weiter bergauf geht.
Liebe Grüße, Heike
Liebe Heike,
vielen Dank!
Ich habe es schon im FMS Forum veröffentlicht und denke, daß der ein oder andere, der in der Nähe wohnhaft ist, Euch auch aufsuchen wird.
Lieben Gruss, Baliza
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