Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : HP Zukunftsausichten ?
............ Für alle diejenigen, die gerne HP werden möchten:
Ein Spruch eines meiner Schüler: Das ist ein Diplom zur Armut!
Wobei er in den meisten Fällen recht behalten wird.
Doch allen, die in der Ausbildung stehen, viel Erfolg.
Gerne helfe ich bei irgendwelchen Fragen, so gut ich kann.
Einen lieben Gruss
Peter
Hallo Ihr Lieben,
genau dieses o.g. Zitat habe ich schon sooo oft gehört oder gelesen....
...nicht gerade erfreuliche Aussichten, wenn man erst vor kurzem mit der HP-Ausbildung begonnen hat. :confused:
Manchmal habe ich tatsächlich meinen "Durchhänger" weil ich mir ernsthaft die Frage nach meinen Zukunftperspektiven als HP stelle.
Geht es Euch HP-Anwärtern manchmal genauso?
Und wie ergeht es den praktizierenden HP´s hier im Forum, die ja nun Praxis-Alltag kennen?
Liebe Grüße, Anja
rabenstein
22.10.06, 14:05
Hallo zusammen
Ganz so schwarz, wie der Peter das sieht, würde ich es nicht malen.
Die Menschen sind unvermindert auf dem Naturheilkunde-Trip, wenn ich das mal so sagen darf.
Ich arbeite in einer Firma, die sich mit der Beschaffung und Prüfung von pflanzlichen Rohstoffen und der AMG-rechtlichen Zulassung von sog. Naturheilmitteln beschäftigt. Außerden produziert die Firma noch die Nahrungsergänzungssmittel aller möglichen Richtungen.
Wir haben seit Jahren Zuwachsraten von 20 bis 25% jährlich.
Ein weiterer Punkt ist der eklatante Ärzte-Mangel, vor allem in ländlichen Gebieten
Weiterhin sind die Zusatzversicherungen, vor allem für junge Leute voll im Kommen. Bei den meisten dieser Versicherungen ist der HP dabei.
Die sog. "Gesundheitsreform" wird außerdem dazu führen, daß die Leute für viele alltägliche Krankheite und auch für chronische Leiden noch stärker zuzahlen müssen und trotzdem nur eine sehr begrenzte medizinische Versorgung bekommen.
Das alles ist natürlich keine Reichtumsgarantie für HP, aber ganz schwarz darf man das auch nicht sehen.
Ein paar Jahre muß man schon rechen, bis eine Praxis richtig läuft und den Eso-Trip schätzen die wenigsten Patienten. Konkrete Hilfe und ein offenes Ohr für den Patienten, ein paar Menschen, denen man wirklich helfen konnte und viel Durchhaltevermögen brauchts schon dazu.
Eine fünfköpfige Familie werden damit wohl die wenigsten ernähren können und so richtig viel Geld verdienen kann man sicher nur im Ausnahmefall, aber das wollen wir doch sowieso nicht, oder????? :cool:
Inge
Hallo Inge,
Deine Antworten/Texte schätze ich sehr, denn Du schreibst realistisch.
Gestern habe ich auch den Thread von >Flyppo< gelesen, die sich auch mit der Frage nach den Zukunftsaussichten beschäftigt.
Die idealistische Einstellung von >Spagyria< ist ganz bestimmt notwendig (in jedem Beruf), jedoch ist das ja nicht alles.
Zu oft (für meinen Geschmack) höre ich geringschätzende Meinungen über den Beruf des Heilpraktikers allgemein, (zB. Quacksalber, Heilkomiker, Handaufleger, Abzocker ....usw.)
Sieht für mich dann so aus, als schrumpfe der potentielle Patientenkreis auf eine geringe Zahl.
Und wenn ich mir dann vorstelle, daß ich gerade richtig viel Geld investiere und richtig viele Jahre lernen werde, dann finde ich es schon ernorm wichtig, was dabei Gutes heraus kommen wird.
Keiner möchte sich gerne in die "Arbeitslosigkeit" hinein ausbilden oder hinterher nur belächelt werden.
Du schreibst von dem "Trend" nach Komplementärmedizin und von der Gesundheitsreform. Das sind auch so Gedanken, die mich aufbauen.
Allerdings denke ich auch, daß es eine Hürde für den potentiellen Patienten ist, daß er -im Gegensatz zum Arztbesuch- "unsere" Heilkunst zunächst erst mal selbst bezahlen muss (nicht jeder hat eine PKV oder eine Zusatzversicherung).
Liebe Grüße, Anja
Hallo,
ich sehe es auch nicht ganz so rabenschwarz. Ob man sich damit wirklich den Lebensunterhalt komplett verdienen kann, weiß ich auch nicht so genau. Bei einigen, die ich kenne, klappt das ganz gut. Ich bin einfach mal optimistisch, sonst könnte ich sofort aufhören zu lernen. Für die erste Zeit habe ich mir vorgenommen, meine Arbeit als Arzthelferin auf jeden Fall beizubehalten und erst mal halbe Tage oder sogar nur stundenweise zu arbeiten. Ich glaube ferner, dass sich Qualität herumspricht und dass auch viel über Mund-zu-Mund-Propaganda läuft. Bestimmt ist die Gefahr groß finanziell zu scheitern, aber so weit denke ich noch gar nicht, auch wenn es naiv klingt.
Wie auch immer, mein Tipp ist, erst mal die Hauptarbeit zu behalten und, wenn möglich, sich evtl. bei einem bereits bestehenden HP einzuklinken und dort stundenweise anzufangen und wenn man sieht, dass es gut anläuft, die Zeit immer mehr aufstocken. Aber ein Patentrezept gibt es da leider nicht.
Also, Durchhalten ist angesagt! :)
Liebe Grüße
Raissa
Ich fand die Aussage meiner ausbildenden Heilpraktikerin sehr treffend: "Es hat nie zum Leben gereicht, immer nur zum Überleben!"
Vor diesem Hintergrund bin ich auch etwas vorsichtiger geworden, sonst würde ich noch heute meinen Job hinschmeißen, meinen HP fertig machen und eine Praxis eröffnen. Mit jedem Tag wächst meine Lust dazu, weil mein Frust im Job im gleichen Maße wächst. Aber es sollte jedem klar sein, dass funktionierende Praxen i.d.R. an Orten liegen, die dem "Daran-vorbei-Laufenden" auffallen, also in exponierter Lage, und damit recht teuer sind.
Hat jemand eine Vorstellung, was die Miete von Praxisräumlichkeiten kostet? Wäre mal interessant ...
Have a nice day!
Der Möthi
Hallo Möthi,
ich denke das wird regional sehr verschieden sein, und entspricht wohl dem, was in der betreffenden Region üblicher Weise für Geschäftsräume gezahlt wird.
Ich fand die Aussage meiner ausbildenden Heilpraktikerin sehr treffend: "Es hat nie zum Leben gereicht, immer nur zum Überleben!"- Wie wäre es mit zum Leben zuwenig-zum Sterben zuviel ???
Trainerin101
14.12.06, 19:38
Es doch in allen selbständingen Berufen so, dass man was dafür tun muss und von Nichts kommt Nichts.
Ich habe eine Bekannte, die ist gelernte Krankenschwester und verkauft seit 6 Jahren Tupperware, sehr erfolgreich inzwischen. Angefangen hat sie wirklich ganz ganz klein und sie ist einfach am Ball geblieben und hat sich nicht beirren lassen. Sie sagte, dass sie nicht wieder als Krankenschwester arbeiten möchte, denn bei Tupper verdienst sie viel mehr.
Aber das ist doch, denke ich, mit jeder Selbständigkeit so, dass man einfach am Ball bleiben muss und seinen Weg gehen sollte und sich vor allem nicht von anderen beirren lassen soll.
Ein guter HP lebt von Mundpropaganda und das dauert einfach seine Zeit bis man genug Patienten hat.
Dass das nicht von heute auf morgen geht ist doch klar aber man muss ja irgendwie mal anfangen.
Gruß
Trainerin
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