Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 5 Elemente - Psychologie
Hallöle,
weiß jetzt nicht ob der Bereich hier überhaupt der Richtige ist....:confused:
Jedenfalls:
Kann jemand was zu dem Thema aus der TCM: 5 Elemente in der Psychologie erzählen? Habe nur vor kurzem etwas dazu aufgeschnappt und es hat sich sehr interessant angehört. Bisher habe ich keine Infos dazu gefunden, außer die Ernährung nach den fünf Elementen.
Da ich mir noch nicht 100%ig sicher bin womit ich meinen zukünftigen Patienten helfen kann und was mir besonders gut liegt, möchte ich gern in einige für mich interessante Themen "reinschnuppern". Dabei ist der psychologische Teil für mich auch sehr wichtig und ganzheitlich.
Liebe Greez
Tanja
Hallo Tanja,
ich habs mal in die Psychoecke gestellt, vielleicht weiß da einer was. Bei 5 fallen mir nur die 5 Tibeter ein.
Liebe Grüße
Sybille
Hallo Tanja,
die psychologischen Entsprechungen der 5 Elemente in der TCM findest Du hier (http://members.chello.at/reni/tcm/elemente.htm).
Dann gibt es die Akademiezeitschrift Nr.12 (http://www.bunkahle.com/shop/shop.cgi?action=Liste&Warengruppe=Astromedizin+B%FCcher) mit dem vielversprechendem Beitragstitle "Die 5 Elemente oder Wandlungsphasen und ihre Psychologie in Bezug auf die TCM und die Querverbindungen zur westlichen Astrologie" (kostet 10€).
Interessant wg. TCM allgemein finde ich diesen Vortrag von Prof. Winkler (http://www.fundamed.net/download/handout_TCM-Vortrag_VHS_Juni_08.pdf).
Bei Google habe ich zwar viele Links gefunden, wie auch diesen hier (http://www.naturheilkunde-berlin.de/download/Traditionelle_Chin_Medizin.pdf), die das TCM mit Psycho nennen, aber ich habe den Eindruck, dass es im TCM keine eigentliche Psychotherapie gibt, sondern dass die Therapien weitgehend körperlich ausgerichtet sind.
Liebe Grüße
Kai
Hallo Kai,
da hast du ja wirklich einiges gefunden! Aber du hast recht, die meisten Infos handeln von der körperlichen Behandlung.
Ich hatte das so verstanden, dass der Patient einem der Fünf Elemente also nicht nur wärme, hitze.... sondern auch Characktereigenschaften (nenne das jetzt Leienhaft mal so) zu "sortiert" wird und anhand dessen seine Pathologie auf physischer und psychischer Ebene behandelt wird, so dass wieder die Ganzheitlichkeit da ist.(?) Aber ich glaube, dass dieses Gebiet noch nicht soweit in die westliche Welt integriert ist!?
Also: Wo stecken die Insider? :D
Hallo Tanja,
Also: Wo stecken die Insider? :D
...bin schon da :D :D
Zum Wesen der TCM gehört es eigentlich, daß es dort keine explizite Psychologie gibt. Das, was wir in unserer Medizin als "psychische" Komponente verstehen ist in der CM in die sogenannten "Disharmoniemuster" mit eingewoben. So liegt zum Beispiel bei einem Menschen, der nach westlicher Sichtweise die psychische Komponente "Depression" zeigt am ehesten eine Störung der Funktionskreise Holz und Erde im Vordergrund und der TCM Behandler wird wahrscheinlich eine Disharmonie im Organbezug Leber/Gallenblase und Milz/Magen finden. Ganz ganz vereinfacht gesagt (je nach den weiteren Symptomen und der Puls- und Zungendiagnose kann eventuell auch ein Bezug zum Pericard gefunden werden).
So zu denken -also die Depression (oder eben andere psychische Erkrankungen im westlichen Sinne) in den Vordergrund zu stellen- geht aber eigentlich an der Arbeitsweise der TCM vorbei. Es wird der Organismus als Ganzes behandelt. Wenn dann die Depression (um bei dem Beispiel zu bleiben) behandelt wird, verschwindet plötzlich ...oder langsam... auch der Durchfall, die Haut wird reiner, und der Patient muß eventuell zum Optiker um eine seiner verbesserten Sehstärke angemessene Brille angepaßt zu bekommen (...kann passieren).
Als Literatur für den Einstieg kann ich Dir ein Werk der britischen Autoren Beinfield und Korngold (http://www.amazon.de/Traditionelle-Chinesische-Medizin-Grundlagen-Typenlehre/dp/3423341785/ref=sr_1_2?ie=UTF8&s=books&qid=1221467846&sr=8-2) empfehlen, die sich sehr mit den Konstitutionstypen nach den fünf Elementen befassen und dies in allgemeinverständlicher Sprache verdeutlichen. Als weiterführende Literatur kann das Buch "Konstitutionelle Akupunktur nach den fünf Wandlungsphasen" von den Autoren Hicks/Hicks/Mole empfohlen werden, das schon lange als maßgeblich in der internationalen Diskussion über die Thematik gilt und das seit diesen Monat in deutscher Sprache verfügbar ist. Steht auf meinem Bücherzettel zur Zeit ganz oben. :)
grüße, Stefan
Vielen vielen Dank für die kurze und doch aufschlussreiche Antwort, Stefan! :006:
Wenn ich das kurz in meinen Worten zusammenfassen darf? Um zu sehen, ob ich das richtig versanden habe:
Beispiel: Depression = die Ursache liegt in der Disbalance des Organs Leber/Galle und/oder Milz/Magen.
Also nicht wie es im Westen gesagt wird, dass ein Organproblem auf Grund der Depression geschieht/entsteht?
Und Du machst dann auch die (Erst)anamnese zu erst auf "organischer" Ebene und erfragst dann auch wie es ihm sonst so ergeht? Müde, ängstlich, gestresst etc? Können dann also diese Symptome immer auf eine Disbalance der Organe hinweisen? bzw. deinen Erstverdacht bestärken?
Werde deine Buchempfehlung ausprobieren, zumindes "Traditionelle Chinesische Medizin: Grundlagen - Typenlehre - Therapie", um einen Einstieg zu bekommen.:025:
[...]Wenn ich das kurz in meinen Worten zusammenfassen darf? Um zu sehen, ob ich das richtig versanden habe:
Beispiel: Depression = die Ursache liegt in der Disbalance des Organs Leber/Galle und/oder Milz/Magen.
Also nicht wie es im Westen gesagt wird, dass ein Organproblem auf Grund der Depression geschieht/entsteht?
Hm, das wäre so in etwa die alte Geschichte mit der Henne und dem Ei. Was war zuerst da? Aber im Prinzip richtig zusammengefaßt.
Um die Sichtweise der CM besser verstehen zu können, muß man hier auch ein wenig den geschichtlichen und sozio-kulturellen Hintergrund in Betracht ziehen: In der chinesischen Kultur spielt die psychische Komponente nicht so die Rolle, die sie in unserer Kultur einnimmt. In aller Regel haben dort "Befindlichkeiten" keinen großen Stellenwert. Das Individuum hat zugunsten der Gemeinschaft gefälligst zu funktionieren. Das ist ein Kritikpunkt, den sich die CM aus westlicher Sicht gefallen lassen muß. Das heißt aber nicht, daß diese Thematik für den TCM-Behandler unwichtig ist. Im Gegenteil: die Frage nach Befindlichkeiten spielt in der TCM-Diagnostik eine sehr vordergründige Rolle.
Und Du machst dann auch die (Erst)anamnese zu erst auf "organischer" Ebene und erfragst dann auch wie es ihm sonst so ergeht? Müde, ängstlich, gestresst etc? Können dann also diese Symptome immer auf eine Disbalance der Organe hinweisen? bzw. deinen Erstverdacht bestärken?
Ich schreibe extra "Befindlichkeiten", weil diese Dinge anamnestisch bereits wichtig sind, bevor sie sich zu Störungen im Sinne einer Krankheit herausgebildet haben. In der Diagnosestellung hat die psychische Komponente den gleichen Stellenwert wie die organische und ist sogar Richtungsweisend. Organbeschwerden und rein psychische Beschwerden werden gleichermaßen abgefragt. Hier mal beispielhaft die Vorgehensweise einer TCM-Untersuchung nach den vier Grundmethoden (Anschauen, Hören & Riechen, Befragen, Betasten):
Anschauen, Betrachten
die generelle Erscheinung oder Verfassung des Patienten, sein Auftreten und Verhalten während der Untersuchung, den Zustand seines Shen (mentale Verfassung).
die Gesichtsfarbe
die Zunge, das heisst die Beschaffenheit des Zungenkörpers, Form und Beweglichkeit, Zungenbelag.
die körperlichen Ausscheidungen und Absonderungen (...wenn nicht in der Befragung zu erheben ist).
Hören und Riechen
Auskultation und Olfaktion: Abhören der Atem- und Darmgeräusche. Stimmlage und Lautstärke des Patienten. Auf Besonderheiten des Körpergeruches achten.
Befragen
Allgemeines zu den Beschwerden: welcher Art, wo und wann (um welche Tageszeit) treten sie auf?
Gibt es Kälte- oder Hitzeempfindungen; wird Kälte oder Hitze als unangenehm der angenehm empfunden?
Transpiration: vorhanden, wieviel, um welche Tageszeit?
Kopfschmerzen und Schwindel: welcher Art, welche Tageszeit?
Gibt es Schmerzen? Wo? Was lindert, was verstärkt (Kälte / Wärme; Druck / Berührung)?
Urin und Stuhl: Aussehen, Beschaffenheit, Menge?
Durst, Appetit, Geschmacksvermögen?
Schlaf?
Gynäkologische Probleme: regel- oder unregelmässiger Zyklus? Menge und Aussehen des Monatsflusses? Sonstiger Fluor (Ausfluss)?
Betasten
Palpation des Körpers und verschiedener Reizpunkte auf Resistenzen, pathologische Empfindungen.
Pulsfühlen: Das Pulsfühlen der TCM ist der zentrale Punkt dieses Untersuchungsschrittes. Es werden 28 wichtige Pulsarten unterschieden. Der Puls wird am Handgelenk in verschiedenen Positionen gemessen, aber auch an anderen Stellen des Körpers.
grüße, Stefan
AAAHHHH jetzt hat´s geklickt. Vielen dank für deine interessanten Infos.
Super, das hört sich wirklich interessant an. So genau habe ich das von meiner damaligen Dozentin nicht verstanden.
Das habe ich auch in den Medien mitbekommen, dass die Asiaten eine "Funktionsgesellschaft" sein müssen und wenn sie ihren Dienst nicht mehr erfüllen, dann erhalten sie eine heftige Strafe. Das ist wirklich mittelalterlich, aber so ist die Kultur und von daher verstehe ich diese Aspekte.
Ich möchte später (wenn ich mal groß bin ;)) den Patienten auch in der psychischen Ebene helfen bzw. mit ihnen darüber sprechen.
Ich habe eine eigene Erfahrung als TCM Patientin gemacht und mir fehlte einfach dieser Apekt, ich bin mit Akupunktur, Massagen und Kräuter behandelt worden, aber es fehlte mir aus Patientensicht die Antwort warum ist das alles so und warum Verhalte, Denke ich so? Wenn mir erklärt werden würde, das ich vielleicht mehr auf meinen Körper hören sollte oder mich nicht überfordern soll oder mehr zu mir stehen oder was auch immer.
Also das einfach einem was für den Alltag mitgegeben wird. Oder ist das zu psychisch?
Den Patienten behandeln und dann soll er selbst weiter sehen? Vielleicht kommen Beschwerden oder auch die Befindlichkeiten immer wieder weil er eine bestimmte Lebensweise hat, die er einfach ändern muss, damit es ihm besser geht. oder aber auch eine andere Sichtweise zum Leben bekommen sollte, damit seine Beschwerden sich bessern.
Vielleicht sollte ich mir das einfach mal bei praktizierenden TCMlern anschauen und evtl. mal ein Praktikum machen?
Liebe Grüße
Tanja
AAAHHHH jetzt hat´s geklickt. Vielen dank für deine interessanten Infos.
:D
Ich möchte später (wenn ich mal groß bin ;)) den Patienten auch in der psychischen Ebene helfen bzw. mit ihnen darüber sprechen.
Das finde ich einen guten Vorsatz.
das ich vielleicht mehr auf meinen Körper hören sollte oder mich nicht überfordern soll oder mehr zu mir stehen oder was auch immer.
Also das einfach einem was für den Alltag mitgegeben wird. Oder ist das zu psychisch?
Nein, das sind durchaus wichtige Gedanken, die zur Gesundheitserhaltung (...bzw. zum "Heilwerden") beitragen.
Den Patienten behandeln und dann soll er selbst weiter sehen? Vielleicht kommen Beschwerden oder auch die Befindlichkeiten immer wieder weil er eine bestimmte Lebensweise hat, die er einfach ändern muss, damit es ihm besser geht. oder aber auch eine andere Sichtweise zum Leben bekommen sollte, damit seine Beschwerden sich bessern.
Kurz: ...ein TCM-Therapeut würde Dir an dieser Stelle Qigong, Tai-qi-chuan oder Kung-Fu empfehlen ;)
Aber auch jede andere Form der Meditation und/oder Bewegung (Sport) wird dem Patienten helfen zu einer Änderung der Lebensweise zu finden. Die fünf Tibeter sind hier schon angesprochen worden. Dann gibt es auch noch Yoga oder einfach autogenes Training. Alles das wäre geeignet, den Organismus als Ganzes auf eine andere Schiene zu bringen. Da sind der Phantasie und dem Belieben praktisch keine Grenzen gesetzt.
Viele Grüße und viel Erfolg! Stefan
Mensch! Super Stefan! Danke, das ist ein super Hinweis. Den Geist mit Meditation oder gezielten Bewegungen zu öffnen....
Da bin ja doch auf dem richtigen Weg!!! :jiphurra:
Jetzt hat sich dieses schwarze Loch in meinem Zukunfstblick mit Farben gefüllt :D
Und ich weiß was ich angehen muss... .................................................. .zu erst einmal die Prüfung.... :rolleyes:
Mit Geduld................... vielleicht sollte ich schon mal für mich mit Yoga anfangen..............................
DANKE! nochmal.
Vielleicht komm ich noch ein anderes Mal auf dich zu....
Liebe Grüße
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