rabenstein
04.10.06, 07:40
Weißdorn – Crataegus oxyacantha
Beschreibung
Weißdorn ist ein strauchartiger Baum und kann bis zu 12 m hoch werden und besitzt dornige, meist stark verzweigte Zweige. Die weißen Blüten stehen in aufrechten, reichblütigen Doldenrispen und verströmen einen intensiven, nicht allzu angenehmen Geruch. Die fleischigen Scheinfrüchte sind meist rot gefärbt.
Vom Weißdorn gibt es mehrere, einander ähnliche Arten, die leicht bastardisieren, so dass eine eindeutige Zuordnung zu einer Art nicht immer möglich ist. So sind der Eingriffelige (C. monogyna), Zweigriffelige (C. oxyacantha) und der Fünfgriffelige Weißdorn (C. pentagyna) sowie der Dunkle Weißdorn (C. nigra) und der Azaroldorn (C. azarolus) zugelassen.
Verwendet werden die getrockneten, blühenden Zweigspitzen (Weißdornblätter mit Blüten).
Die Früchte dienen z. T. als Ausgangsdroge zur Herstellung einiger im Handel erhältlichen Fertigarzneimittel.
Die Früchte des Weißdorns sind roh essbar und schmecken säuerlich-süß, sind allerdings sehr mehlig. Sie können zu Kompott oder Gelee verarbeitet werden und eignen sich dabei zum Mischen mit anderen Früchten, da sie gut gelieren. Gemischt mit anderen Früchten lassen sie sich auch zu vitaminreichem Saft oder Sirup verarbeiten. In Notzeiten wurden die Früchte als Mus gegessen und das getrocknete Fruchtfleisch als Mehlzusatz beim Brotbacken verwendet. Die Kerne dienten als Kaffee-Ersatz.
Das Holz wurde wegen seiner Härte zu Spielzeug, Spazierstöcken u. ä. verarbeitet.
Herkunft:
Die Heimat des Weißdorns ist Europa, das östliche Mittelmeergebiet, die Balkanhalbinsel Jugoslawien und Ungarn.
Synonyme:
Hagedorn, Mehldorn, Rotdorn
Inhaltsstoffe:
Flavone wie Vitexin und Vitexin-rhamnosid
Flavonole wie Rutin und Hyperosid.
Außerdem finden sich mit einem Gehalt von 0,5% bis 1% Gerbstoffe.
Verwendung
Zubereitungen aus Weißdornblättern mit Blüten werden zur Behandlung leichter Formen einer Herzinsuffizienz (Stadien I und II NYHA) oder bei einem altersbedingten Nachlassen der Herzleistung (Altersherz) eingesetzt.
Unter "Altersherz" versteht man einen Symptomenkomplex, der sich z. B. in einem Beklemmungsgefühl und rascher Ermüdbarkeit bei körperlicher Belastung äußern kann. Eine Wirkung ist allerdings erst nach mehrwöchiger Behandlung zu erwarten, so dass diese Präparate nicht zur Behandlung plötzlich auftretender Beschwerden geeignet sind. Obwohl eine positive Wirkung auf die Leistungsfähigkeit des Herzens nachgewiesen ist, muss vor einer unkritischen Anwendung in der Selbstmedikation gewarnt werden!
Weißdornblätter mit Blüten enthalten oligomere Procyanidine und Flavonoide, die als das wirksame Prinzip angesehen werden. Wässrig-alkoholische Extrakte, die meist auf einen Anteil an Procyanidinen oder Flavonoiden standardisiert sind, bewirken eine leichte Steigerung der Herzleistung durch Erhöhung der Schlagkraft und Erniedrigung des peripheren Widerstandes, wobei die Schlagfrequenz nur unwesentlich beeinflusst wird. Ferner wird die Durchblutung des Herzmuskels und der Herzkranzgefäße gefördert und die Toleranz gegenüber Sauerstoffmangel erhöht. Weiterhin besitzen solche Extrakte antioxidative, entzündungshemmende und antiarrhythmische Eigenschaften.
Crataeguspräparate sollen auch bei funktionellen Herzbeschwerden, wie z. B. Blutdruckschwankungen, subjektive Missempfindungen des Herzschlags oder Extrasystolen helfen. Eine Wirksamkeit ist jedoch nicht belegt.
Weißdornfrüchte enthalten ebenfalls Procyanidine und Flavonoide, allerdings in weitaus geringerer Menge. Sie finden vor allem in der Homöopathie Verwendung.
Geschichte
Vom Weißdorn sind vielerlei mystische und rituelle Bedeutungen aus unterschiedlichen Epochen überliefert. Die verschiedenen Namen resultieren aus seiner Verwendung als Heckenpflanze zur Abgrenzung von Grundstücken und aus seiner Kraft, böse Geister abzuwehren oder vor Verhexung zu schützen.
Als Heilmittel wird er in unserem Kulturraum erstmals im 1. Jahrhundert nach Christus von Dioskurides erwähnt. Die Verwendung von Heilkräutern wie beispielsweise Weißdorn ist aber auch Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin. Auch von Indianerstämmen in Amerika ist bekannt, dass sie Weißdorn verwendeten.
Der Neuntöter (Lanius collurio) ist ein Vogel und hat seinen Namen daher, dass er Insekten an den Dornen als Vorrat aufspießt, um sie später aufzubrauchen.
Bertolt Brecht dichtete in der Dreigroschenoper (3. Akt, 'Lied aus der Gruft'):
Nun hört die Stimme die um Mitleid ruft
Macheath liegt hier nicht unter'm Hagedorn
nicht unter Buchen nein in einer Gruft
hierher verschlug ihn des Geschickes Zorn
Auch in Marcel Prousts „Suche nach der verlorenen Zeit“ spielt der Weißdorn und seine Blüte eine bedeutende Rolle.
Beschreibung
Weißdorn ist ein strauchartiger Baum und kann bis zu 12 m hoch werden und besitzt dornige, meist stark verzweigte Zweige. Die weißen Blüten stehen in aufrechten, reichblütigen Doldenrispen und verströmen einen intensiven, nicht allzu angenehmen Geruch. Die fleischigen Scheinfrüchte sind meist rot gefärbt.
Vom Weißdorn gibt es mehrere, einander ähnliche Arten, die leicht bastardisieren, so dass eine eindeutige Zuordnung zu einer Art nicht immer möglich ist. So sind der Eingriffelige (C. monogyna), Zweigriffelige (C. oxyacantha) und der Fünfgriffelige Weißdorn (C. pentagyna) sowie der Dunkle Weißdorn (C. nigra) und der Azaroldorn (C. azarolus) zugelassen.
Verwendet werden die getrockneten, blühenden Zweigspitzen (Weißdornblätter mit Blüten).
Die Früchte dienen z. T. als Ausgangsdroge zur Herstellung einiger im Handel erhältlichen Fertigarzneimittel.
Die Früchte des Weißdorns sind roh essbar und schmecken säuerlich-süß, sind allerdings sehr mehlig. Sie können zu Kompott oder Gelee verarbeitet werden und eignen sich dabei zum Mischen mit anderen Früchten, da sie gut gelieren. Gemischt mit anderen Früchten lassen sie sich auch zu vitaminreichem Saft oder Sirup verarbeiten. In Notzeiten wurden die Früchte als Mus gegessen und das getrocknete Fruchtfleisch als Mehlzusatz beim Brotbacken verwendet. Die Kerne dienten als Kaffee-Ersatz.
Das Holz wurde wegen seiner Härte zu Spielzeug, Spazierstöcken u. ä. verarbeitet.
Herkunft:
Die Heimat des Weißdorns ist Europa, das östliche Mittelmeergebiet, die Balkanhalbinsel Jugoslawien und Ungarn.
Synonyme:
Hagedorn, Mehldorn, Rotdorn
Inhaltsstoffe:
Flavone wie Vitexin und Vitexin-rhamnosid
Flavonole wie Rutin und Hyperosid.
Außerdem finden sich mit einem Gehalt von 0,5% bis 1% Gerbstoffe.
Verwendung
Zubereitungen aus Weißdornblättern mit Blüten werden zur Behandlung leichter Formen einer Herzinsuffizienz (Stadien I und II NYHA) oder bei einem altersbedingten Nachlassen der Herzleistung (Altersherz) eingesetzt.
Unter "Altersherz" versteht man einen Symptomenkomplex, der sich z. B. in einem Beklemmungsgefühl und rascher Ermüdbarkeit bei körperlicher Belastung äußern kann. Eine Wirkung ist allerdings erst nach mehrwöchiger Behandlung zu erwarten, so dass diese Präparate nicht zur Behandlung plötzlich auftretender Beschwerden geeignet sind. Obwohl eine positive Wirkung auf die Leistungsfähigkeit des Herzens nachgewiesen ist, muss vor einer unkritischen Anwendung in der Selbstmedikation gewarnt werden!
Weißdornblätter mit Blüten enthalten oligomere Procyanidine und Flavonoide, die als das wirksame Prinzip angesehen werden. Wässrig-alkoholische Extrakte, die meist auf einen Anteil an Procyanidinen oder Flavonoiden standardisiert sind, bewirken eine leichte Steigerung der Herzleistung durch Erhöhung der Schlagkraft und Erniedrigung des peripheren Widerstandes, wobei die Schlagfrequenz nur unwesentlich beeinflusst wird. Ferner wird die Durchblutung des Herzmuskels und der Herzkranzgefäße gefördert und die Toleranz gegenüber Sauerstoffmangel erhöht. Weiterhin besitzen solche Extrakte antioxidative, entzündungshemmende und antiarrhythmische Eigenschaften.
Crataeguspräparate sollen auch bei funktionellen Herzbeschwerden, wie z. B. Blutdruckschwankungen, subjektive Missempfindungen des Herzschlags oder Extrasystolen helfen. Eine Wirksamkeit ist jedoch nicht belegt.
Weißdornfrüchte enthalten ebenfalls Procyanidine und Flavonoide, allerdings in weitaus geringerer Menge. Sie finden vor allem in der Homöopathie Verwendung.
Geschichte
Vom Weißdorn sind vielerlei mystische und rituelle Bedeutungen aus unterschiedlichen Epochen überliefert. Die verschiedenen Namen resultieren aus seiner Verwendung als Heckenpflanze zur Abgrenzung von Grundstücken und aus seiner Kraft, böse Geister abzuwehren oder vor Verhexung zu schützen.
Als Heilmittel wird er in unserem Kulturraum erstmals im 1. Jahrhundert nach Christus von Dioskurides erwähnt. Die Verwendung von Heilkräutern wie beispielsweise Weißdorn ist aber auch Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin. Auch von Indianerstämmen in Amerika ist bekannt, dass sie Weißdorn verwendeten.
Der Neuntöter (Lanius collurio) ist ein Vogel und hat seinen Namen daher, dass er Insekten an den Dornen als Vorrat aufspießt, um sie später aufzubrauchen.
Bertolt Brecht dichtete in der Dreigroschenoper (3. Akt, 'Lied aus der Gruft'):
Nun hört die Stimme die um Mitleid ruft
Macheath liegt hier nicht unter'm Hagedorn
nicht unter Buchen nein in einer Gruft
hierher verschlug ihn des Geschickes Zorn
Auch in Marcel Prousts „Suche nach der verlorenen Zeit“ spielt der Weißdorn und seine Blüte eine bedeutende Rolle.