Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : vorrübergehende Persönlichkeitsstörung?
Hallo,
könnt ihr mir sagen, ob es so etwas gibt? Ist eine Persönlichkeitsstörung nicht eigentlich immer manifest und sehr schwer therapierbar?
Wäre schön, wenn mir jemand etwas dazu sagen könnte.
Grüße. Anja
Hallo Anja,
nein eine vorübergehende Persönlichkeitsstörung gibt es nicht --- laut ICD 10 muss zur Diagnose der Nachweis vorhanden sein, dass die Abweichung stabil und von langer Dauer ist.
Hilft Dir das?
LG Susanne
Was ist eine Persönlichkeitsstörung - Definition
Definition
Persönlichkeitsstörungen sind psychische Störungen, die durch eine spezifische Kombination andauernder pathologischer dysfunktionaler Wahrnehmens-, Beziehungs- und Denkmuster sich auszeichnen, wobei diese unflexibel, unangepaßt, situativ generalisiert sind und wesentlich die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen oder/und subjektive Leiden verursachen.
Persönlichkeitsstörungen: Jeder Mensch hat bestimmte Eigenschaften und verhält sich in bestimmten Situationen auch in einer ganz bestimmten Art und Weise. Der eine ist eher zurückhaltend, meidet neue, unbekannte Situationen, geht nicht gerne aus, hat Hobbys, die man alleine betreiben kann und für die man nicht aus dem Haus gehen muss. Der andere liebt Partys, bleibt bis zum Morgengrauen, genießt es, im Mittelpunkt zu stehen, unterstreicht das noch mit auffälliger Kleidung und kann nicht lange alleine sein. Das ist weder ungewöhnlich noch krankhaft oder behandlungsbedürftig (aber es ist möglich, daß es "überschwappt" / behandlungsbedürftig wird).
Anders sieht die Sache aus, wenn der Betroffene gerne anders handeln würde, dies aber nicht mehr kann, oder wenn andere Personen unter diesem Verhalten leiden. Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung sind nicht prinzipiell anders als andere Menschen. Ganz normale Eigenschaften sind bei ihnen lediglich so überspitzt und starr, dass daraus Leiden entsteht. Leiden bei ihnen oder bei ihnen nahestehenden Personen.
Das ist auch das Kriterium für die Diagnose von Persönlichkeitsstörungen: diese rigiden Persönlichkeitseigenschaften führen zu einem deutlichen Leiden für den Betroffenen oder für andere Personen, meist verbunden mit deutlichen Einbußen an beruflicher oder sozialer Leistungsfähigkeit. Außerdem muss das unpassende Verhalten über einen längeren Zeitraum auftreten und nicht nur auf kurze Phasen beschränkt sein, sowie in vielen verschiedenen Situationen gleichermaßen auftreten.
Hab mal ganz faul gegoogelt:) und das gefunden, ich finde das erklärt es ganz gut:):)
Hallo Susanne,
ja, das hilft mir sehr - danke!
Und wie siehts mit der Entstehung aus? Kann eine Persönlichkeitsstörung von heute auf morgen entstehen? Quasi als eine Art Trauma-Reaktion?
Anja
Danke auch dir, Hildegard. Ich google jetzt auch mal...
Anja
Hallo Anja,
nein als Trauma Reaktion tritt keine PS auf. Das wäre dann eher eine Posttraumatische Belastungsstörung (in der Folge)
Die Persönlichkeitsstörung beginnt im Kindesalter oder in der Adoleszenz. Und die Abweichungen können nicht durch das Vorliegen oder die Folgen einer anderen psychischen Störung im Erwachsenenalter erklärt werden. (ICD 10)
Es kann höchstens zu chronifizierungen oder Überlagerungen kommen (aus Traumen z.B.), die dann aber parallel bestehn -
LG Susanne
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