rabenstein
08.07.06, 15:31
Ätherische Öle
Ätherische Öle sind pflanzliche Öle, die je nach Herkunftspflanze bestimmte Duftstoffe enthalten. Sie unterscheiden sich aber von herkömmlichen Ölen (zum Beispiel Sonnenblumenöl) dadurch, dass sie vollständig verdampfen (ätherisch heißt auf deutsch flüchtig, leicht verdampfend) und auf Papier keinen charakteristischen "Fettfleck" hinterlassen - man nennt sie deshalb auch "trocknende Öle". Dies ist auch eine einfache Methode, um zu überprüfen, ob ein ätherisches Öl mit einem so genannten "fetten" Öl verschnitten wurde.
Allgemein
Ätherische Öle sind die Duftstoffe der Pflanzen. Ihre Aufgabe ist es, die Insekten zur Bestäubung anzulocken, Schädlinge fernzuhalten, gegen Krankheiten zu schützen, die z.B. durch Bakterien oder Pilze hervorgerufen werden. Es sind die pflanzlichen Verführungs-, Verteidigungs- und Selbstheilungsstoffe. In diesen Aufgaben sind sie den Alkaloiden ähnlich, sie kommen aber nie zusammen mit Alkaloiden vor.
Ätherische Öle werden in den Öldrüsen gebildet und im Pflanzengewebe abgespeichert. Sie befinden sich in den Blüten, Blättern, Samen, Fruchtschalen, Wurzeln, Harzen, Rinden oder im Holz. Dabei ist auch zu beachten, dass manche ätherischen Öle einer Pflanze aus verschiedenen Pflanzenteilen gewonnen wird, z.B. Zimtrinden- und Zimtblätteröl, die sich auch komplett in ihrer biochemischen Zusammensetzung unterscheiden.
Sie sind gut fettlöslich (lipophil), das bedeutet, dass sie sich in Fetten und Pflanzenölen sehr gut lösen. In Wasser sind sie nicht löslich, hier schwimmen sie nur als einzelne Tropfen auf der Wasseroberfläche.
Chemisch
Die chemische Grundstruktur der ätherischen Öle besteht größtenteils aus Terpenen, die wiederum aus Isopren-Einheiten aufgebaut sind. Monoterpene bestehen aus 2, Sesquiterpene aus 3 Isopren-Einheiten. Chemisch gesehen handelt es sich um Vielkomponentengemische. Die Wirkweisen ätherischer Öle werden durch die Inhaltsstoffe bestimmt, die sich in die Inhaltsstoffgruppen Monoterpenketone, Ether, Cumarine, Ester, Aldehyde, Phenylester, Monoterpenole, Phenole, Monoterpene, Oxide, Sesquiterpenketone, Sesquiterpene und Sesquiterpenole unterscheiden.
Umgang mit ätherischen Ölen
Ätherische Öle bedürfen eines bewussten Umgangs und Kenntnis der Biochemie. Denn die meisten ätherischen Öle sind haut- und schleimhautreizend und dürfen nie pur und unverdünnt angewendet werden. Für die Anwendung auf der Haut sollten sie immer in ein Pflanzenöl, wie z.B. Mandel- oder Jojobaöl oder in ein Pflegeprodukt, wie z.B. ein Ölbad oder Bodylotion gegeben werden. Bei empfindlicher Haut immer eine Kontaktprobe in der Ellenbeuge vornehmen. Allergiker sollten wissen, dass sie bei Reaktionen auf eine bestimmte Pflanze auch auf das entsprechende ätherische Öl reagieren.
Aromatherapie
Der Begriff "Aromatherapie" ist sehr unglücklich gewählt, denn das Baden in einem mit ätherischen Ölen bedufteten Badezusatz, die Anwendung in der Duftlampe oder auch in einem Massageöl sind keine Aromatherapie. Ein besseres Wort dafür ist die Aromawellness, die dazu dient, sich wohlzufühlen, das Immunsystem zu stärken und kleinere Beschwerden zu lindern.
Aromatherapie ist die gezielte Behandlung mit ätherischen Ölen von Krankheiten, die fester Bestandteil der Phytotherapie ist. Aromatherapeutisch arbeiten dürfen in Deutschland nur Ärzte und Heilpraktiker. Eine aromatherapeutische Behandlung bedarf einer genauen ärztlichen/heilpraktischen Diagnose der Krankheit, Kenntnisse der Biochemie der verwendeten ätherischen Ölen und bei bestimmten Krankheiten wird ein Aromatogramm hergestellt. Hier werden gezielt in einem Labor ausgewählte ätherische Öle auf ihre Wirksamkeit gegenüber bestimmten Krankheitserregern getestet, da jeder Mensch und Keim individuell auf eine solche Therapie anspricht. Auch werden aromatherapeutische Mischungen immer nur zeitlich begrenzt gegeben. Von einer Selbstmedikation mit ätherischen Ölen ist dem Laien absolut abzuraten, da es hier immer wieder zu Nebenwirkungen kommt.
Wirkung:
antimikrobiell, d.h. wachstumshemmend und abtötend auf Bakterien und Pilze, z.B. Anis-, Pfefferminz-, Lavendel-, Eukalyptus-, Nelken-, Fenchel- und Thymianöl.
reizend, auf Haut und Schleimhaut. Dies wird beispielweise ausgenutzt, um den Sekretfluss in den Atemwegen anzuregen (Anis-, Eucalyptus-, Fenchel-, Kiefernnadel-, Terpentin- und Thymianöl sowie Menthol und Campher) oder um eine appetitanregende Wirkung zu erzielen, wie z.B. bei Ingwer, Kardamom, Koriander, Kümmel usw. Häufig finden sich bei diesen als Aromatika bezeichneten Drogen noch Bitter- und/oder Scharfstoffe.
krampflösend, wie z.B. Thymian-, Rosmarin-, Pfefferminz-, Salbei- und Kümmelöl. Hier scheinen ebenfalls Begleitstoffe an der Wirkung beteiligt zu sein.
Insekten vertreibend. Einige Öle, z.B. Citronellöl wehren durch ihren Geruch stechende oder saugende Insekten von der Haut ab.
Bestimmte Öle, z.B. aus den Schalen von Zitrusfrüchten, sollen gegen Krebs wirken, was z.Z. aber noch Gegenstand erster Untersuchungen ist.
Einige Öle wirken vor allem bei Gebrauch größerer Mengen toxisch, wie z.B. das Öl aus Muskatnuss, Wermut oder Petersilienfrüchten und können auch das toxische Prinzip von Giftpflanzen darstellen. Beispiele hierfür sind der Stinkwacholder (Juniperus Sabina) und der Lebensbaum (Thuja occidentalis und orientalis).
Vorkommen
Ätherische Öle finden sich vor allem in höheren Pflanzen
Apiaceae oder Umbelliferae (Doldengewächse):
zB: Angelicawurzel, Anis, Fenchel, Koriander, Kümmel, Liebstöckel, Petersilie
Asteraceae oder Compositae (Korbblütler):
zB: Kamille, Römische Kamille, Schafgarbe, Wermut
Labiatae oder Lamiacae (Lippenblütler):
zB:Thymian, Salbei, Pfefferminze. Melisse, Krauseminze, Quendel, Rosmarin, Lavendel
Myrtaceae (Myrtengewächse):
zB: Eucalyptus, Teebaum, Gewürznelken,
Zingiberaceae (Ingwergewächse):
zB: Gelbwurz, Javanische Gelbwurz, Ingwer, Kardamomen
Pinaceae (Kiefergewächse):
zB: Fichte, Kiefer
Das ist nur eine kleine Auswahl. Es gibt unzählige Pflanzen, die ätherisches Öl enthalten. Nicht alle werden pharmazeutisch verwendet, noch lange sind nicht alle im Einzelnen bekannt und erforscht.
Ätherische Öle sind pflanzliche Öle, die je nach Herkunftspflanze bestimmte Duftstoffe enthalten. Sie unterscheiden sich aber von herkömmlichen Ölen (zum Beispiel Sonnenblumenöl) dadurch, dass sie vollständig verdampfen (ätherisch heißt auf deutsch flüchtig, leicht verdampfend) und auf Papier keinen charakteristischen "Fettfleck" hinterlassen - man nennt sie deshalb auch "trocknende Öle". Dies ist auch eine einfache Methode, um zu überprüfen, ob ein ätherisches Öl mit einem so genannten "fetten" Öl verschnitten wurde.
Allgemein
Ätherische Öle sind die Duftstoffe der Pflanzen. Ihre Aufgabe ist es, die Insekten zur Bestäubung anzulocken, Schädlinge fernzuhalten, gegen Krankheiten zu schützen, die z.B. durch Bakterien oder Pilze hervorgerufen werden. Es sind die pflanzlichen Verführungs-, Verteidigungs- und Selbstheilungsstoffe. In diesen Aufgaben sind sie den Alkaloiden ähnlich, sie kommen aber nie zusammen mit Alkaloiden vor.
Ätherische Öle werden in den Öldrüsen gebildet und im Pflanzengewebe abgespeichert. Sie befinden sich in den Blüten, Blättern, Samen, Fruchtschalen, Wurzeln, Harzen, Rinden oder im Holz. Dabei ist auch zu beachten, dass manche ätherischen Öle einer Pflanze aus verschiedenen Pflanzenteilen gewonnen wird, z.B. Zimtrinden- und Zimtblätteröl, die sich auch komplett in ihrer biochemischen Zusammensetzung unterscheiden.
Sie sind gut fettlöslich (lipophil), das bedeutet, dass sie sich in Fetten und Pflanzenölen sehr gut lösen. In Wasser sind sie nicht löslich, hier schwimmen sie nur als einzelne Tropfen auf der Wasseroberfläche.
Chemisch
Die chemische Grundstruktur der ätherischen Öle besteht größtenteils aus Terpenen, die wiederum aus Isopren-Einheiten aufgebaut sind. Monoterpene bestehen aus 2, Sesquiterpene aus 3 Isopren-Einheiten. Chemisch gesehen handelt es sich um Vielkomponentengemische. Die Wirkweisen ätherischer Öle werden durch die Inhaltsstoffe bestimmt, die sich in die Inhaltsstoffgruppen Monoterpenketone, Ether, Cumarine, Ester, Aldehyde, Phenylester, Monoterpenole, Phenole, Monoterpene, Oxide, Sesquiterpenketone, Sesquiterpene und Sesquiterpenole unterscheiden.
Umgang mit ätherischen Ölen
Ätherische Öle bedürfen eines bewussten Umgangs und Kenntnis der Biochemie. Denn die meisten ätherischen Öle sind haut- und schleimhautreizend und dürfen nie pur und unverdünnt angewendet werden. Für die Anwendung auf der Haut sollten sie immer in ein Pflanzenöl, wie z.B. Mandel- oder Jojobaöl oder in ein Pflegeprodukt, wie z.B. ein Ölbad oder Bodylotion gegeben werden. Bei empfindlicher Haut immer eine Kontaktprobe in der Ellenbeuge vornehmen. Allergiker sollten wissen, dass sie bei Reaktionen auf eine bestimmte Pflanze auch auf das entsprechende ätherische Öl reagieren.
Aromatherapie
Der Begriff "Aromatherapie" ist sehr unglücklich gewählt, denn das Baden in einem mit ätherischen Ölen bedufteten Badezusatz, die Anwendung in der Duftlampe oder auch in einem Massageöl sind keine Aromatherapie. Ein besseres Wort dafür ist die Aromawellness, die dazu dient, sich wohlzufühlen, das Immunsystem zu stärken und kleinere Beschwerden zu lindern.
Aromatherapie ist die gezielte Behandlung mit ätherischen Ölen von Krankheiten, die fester Bestandteil der Phytotherapie ist. Aromatherapeutisch arbeiten dürfen in Deutschland nur Ärzte und Heilpraktiker. Eine aromatherapeutische Behandlung bedarf einer genauen ärztlichen/heilpraktischen Diagnose der Krankheit, Kenntnisse der Biochemie der verwendeten ätherischen Ölen und bei bestimmten Krankheiten wird ein Aromatogramm hergestellt. Hier werden gezielt in einem Labor ausgewählte ätherische Öle auf ihre Wirksamkeit gegenüber bestimmten Krankheitserregern getestet, da jeder Mensch und Keim individuell auf eine solche Therapie anspricht. Auch werden aromatherapeutische Mischungen immer nur zeitlich begrenzt gegeben. Von einer Selbstmedikation mit ätherischen Ölen ist dem Laien absolut abzuraten, da es hier immer wieder zu Nebenwirkungen kommt.
Wirkung:
antimikrobiell, d.h. wachstumshemmend und abtötend auf Bakterien und Pilze, z.B. Anis-, Pfefferminz-, Lavendel-, Eukalyptus-, Nelken-, Fenchel- und Thymianöl.
reizend, auf Haut und Schleimhaut. Dies wird beispielweise ausgenutzt, um den Sekretfluss in den Atemwegen anzuregen (Anis-, Eucalyptus-, Fenchel-, Kiefernnadel-, Terpentin- und Thymianöl sowie Menthol und Campher) oder um eine appetitanregende Wirkung zu erzielen, wie z.B. bei Ingwer, Kardamom, Koriander, Kümmel usw. Häufig finden sich bei diesen als Aromatika bezeichneten Drogen noch Bitter- und/oder Scharfstoffe.
krampflösend, wie z.B. Thymian-, Rosmarin-, Pfefferminz-, Salbei- und Kümmelöl. Hier scheinen ebenfalls Begleitstoffe an der Wirkung beteiligt zu sein.
Insekten vertreibend. Einige Öle, z.B. Citronellöl wehren durch ihren Geruch stechende oder saugende Insekten von der Haut ab.
Bestimmte Öle, z.B. aus den Schalen von Zitrusfrüchten, sollen gegen Krebs wirken, was z.Z. aber noch Gegenstand erster Untersuchungen ist.
Einige Öle wirken vor allem bei Gebrauch größerer Mengen toxisch, wie z.B. das Öl aus Muskatnuss, Wermut oder Petersilienfrüchten und können auch das toxische Prinzip von Giftpflanzen darstellen. Beispiele hierfür sind der Stinkwacholder (Juniperus Sabina) und der Lebensbaum (Thuja occidentalis und orientalis).
Vorkommen
Ätherische Öle finden sich vor allem in höheren Pflanzen
Apiaceae oder Umbelliferae (Doldengewächse):
zB: Angelicawurzel, Anis, Fenchel, Koriander, Kümmel, Liebstöckel, Petersilie
Asteraceae oder Compositae (Korbblütler):
zB: Kamille, Römische Kamille, Schafgarbe, Wermut
Labiatae oder Lamiacae (Lippenblütler):
zB:Thymian, Salbei, Pfefferminze. Melisse, Krauseminze, Quendel, Rosmarin, Lavendel
Myrtaceae (Myrtengewächse):
zB: Eucalyptus, Teebaum, Gewürznelken,
Zingiberaceae (Ingwergewächse):
zB: Gelbwurz, Javanische Gelbwurz, Ingwer, Kardamomen
Pinaceae (Kiefergewächse):
zB: Fichte, Kiefer
Das ist nur eine kleine Auswahl. Es gibt unzählige Pflanzen, die ätherisches Öl enthalten. Nicht alle werden pharmazeutisch verwendet, noch lange sind nicht alle im Einzelnen bekannt und erforscht.