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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : mal ne frage zu bipolarer störung....



schmitz
26.03.08, 20:05
ich hab da mal ne frage....... :confused:

ein guter freund (nix partner, nur freund) von mir, ich kenne ihne seit fast 5 jahren, ist seit 1,5 jahren bei einem psychiater in behandlung

also ich kenne diesen freund länger als sein arzt

so wie ich der geborene optimist bin, aus dem größten chaos noch was positives ziehe, so ist mein freund der geborene pessimist

das glas ist immer halbleer...
er kann sich über sonnenschein nicht freuen - dann es kommt ja wieder regen...
der sommer zeigt ihm nur wie trist der winter ist....
er lebt in der vergangenheit (ach, hätte ich doch bloss....) und in der zukunft (hoffentlich passiert bald was positives...)
die gegenwart nimmt er gar nicht wahr

so eine depressive grundstimmung hatte er schon immer....

vor 1,5 jahren kam noch liebeskummer dazu, das hat ihn komplett aus der bahn geworfen, suizid war ein thema
also zum psychiater

der hat eine bipolare störung diagnsotiziert, manisch-depressiv

ich hab meinen freund noch nie manisch erlebt!

und wir haben uns regelmässig, oft mehrmals die woche gesehen

ich hab dann mal nachgefargt, wie sich die manie denn bei ihm äußert...

antwort: er gibt dann viel geld aus!

okay

wieviel?

antwort: er hat sich in 2007 bestimmt 8 hemden gekauft, 2 paar schuhe und ne jacke....

:confused::confused::confused:

leute...was bin ich dann erst????????
bei mir waren es bestimmt 4 paar schuhe, einige t'sshirts usw :p

kann er eine bipolare störung ohne manie???

susanne

Jörg
26.03.08, 21:15
also ohne Manie oder Hypomanie (leichtere Form) in der Vergangenheit wird normalerweise die Diagnose bipolare Störung nicht gestellt... gab es in der Vergangenheit bereits depressive Episoden wird die Diagnose rezidivierende depressive Episode gestellt.

Der Psychiater hat sicherlich noch andere Hinweise auf Manie oder Hypomanie gefunden um diese Diagnose zu stellen...

Liebe Grüße
Jörg

Jörg
26.03.08, 21:18
Manische Episoden können sich auch in gereiztheit, aggresiver ruheloser Stimmung ausdrücken es ist nicht immer nur das himmelhochjauchzen...

schmitz
26.03.08, 21:35
Der Psychiater hat sicherlich noch andere Hinweise auf Manie oder Hypomanie gefunden um diese Diagnose zu stellen...


er hat dem psychiater halt erzählt dass er viel geld ausgegeben hätte (der doc hat aber nicht gefragt wieviel geld und für was. es waren die besagten hemden)

gereizt... nun ja.... das bin ich auch ab und zu :-)

will nur sagen...er war nicht außergewöhnlich gereizt oder aggressiv...

susanne

Spagyria
26.03.08, 22:42
Soviel ich weiss gibt es unterschiedliche Verlaeufe, die teilweise auch mit einer Hypomanie einhergehen. Das wird oftmals von der Umwelt noch nichtmal als patholgisch angesehen, ist aber fuer den behandelnden ein weiteres Puzzleteil im Gesamtbild.
Wie es wirklich in ihm aussieht kann von aussen niemand wissen, wenn der Psychiater diese Diagnose stellt ist das sicher nicht leichtfertig geschehen. Deshalb ist Vorsicht geboten, das Suizidrisiko ist sehr hoch, bei diesem Krankheitsbild.
Im uebrigen ist shopping fuer Frauen ganz sicher normal...

schmitz
26.03.08, 23:49
ich war halt (auch) überrascht, dass diese diagnose innerhalb 15 minuten gestellt war.
länger dauert kein besuch beim doc

er hat sich noch eine psychologin gesucht, die eine gesprächstherapie macht...da macht er allmählich fortschritte
vor allem was die ängste vor menschen betrifft

wie gesagt, wir kennen uns schon lange...

ich hab auch selber mit dem psychiater gesprochen als mein freund, von diversen ängsten geplagt, nicht mehr selbst mit ihm reden konnte...

angststörung...soziophobie... hätte ich alles verstanden... depression auch...
passt wunderbar in das krankheitsbild

aber halt die (hypo)manie - suche ich immer noch

susanne

Spagyria
27.03.08, 02:28
Ich hatte auch eine gute Freundin, die bipolar war. Wenn sie manisch war bekam ich sie fast nicht zu Gesicht. Ebenso ihre Depression konnte ich teilweise nur erahnen.
Wenn Du jedoch meinst er waere missdiagnosed, weiss ich auch nicht, was ich Dir raten soll. Vielleicht koenntest Du ja mit der behandelnden Psychologin sprechen?
Hat Dein Freund Medikamente verschrieben bekommen?

schmitz
27.03.08, 06:41
ja, medis hat er.
suizidale gedanken hat er immer noch ab und zu.
meistens im zusammenhang mit festtagen, also längeren arbeitsfreien zeiten

er war auch noch nie krankgeschrieben, noch nie in einer klinik

sein hauptproblem (zieht sich durch die letzten jahre) ist, dass er keine partnerin hat, dass er wohl niemals vater wird (geht jetzt auch auf die 50 zu), dass er niemals ein haus für die (nicht vorhandene) familie bauen wird.

dann ist er 2006 den jakobsweg gegangen, in der hoffnung, dass danach alles besser wird. wenn er nur diese hunderte km zu fuß geht, dann ändert sich alles - meinte er

nun ja....

danach hatte er immer noch keine frau (denn die, in die er sich verguckt hatte wollte ihn nicht), aber den gleichen job
- und stürzte in die depression.

ich vesuch ihn so weit es geht zu unterstützen... wir haben auch ein gutes verhältnis zueinander. wenns ihm schlecht geht, meldet er sich bei mir (und ich verpetz auch mal die suizidgedanken beim doc)

aber einfach ist das auch nicht immer

susanne

Bernd Müller
10.04.08, 13:20
Hallo Susanne,
zu der Diagnose (Hypo) manie fällt mir auch nichts ein. Ich bin noch erst in der Ausbildung zum HPP . Aber was mir eigentlich zur Besserung des Zustandes von Deinem Freund einfällt wäre : Hat er schonmal an eine Reinkarnationstherapie gedacht ? Hierbei kann man nachschauen warum er immer so depressiv ist. Und was man dazu beitragen kann um den Zustand zu ändern.

Gruß
Bernd

schmitz
10.04.08, 13:54
ach...das glaubt er zu wissen.

jüngstes von drei kindern, einziger junge

die mutter hat ihn mit diversen erkrankungen "erpresst", so nach dem motto: du bist nicht lieb, mama bekommt asthma....

er war angeblich legastheniker... durfte nur hauptschule und ne lehre machen...danach hat er, als er endlich weg war von zuhause, relaschulabschluss und abi nachgemacht und architektur studiert - ohen ejde unterstützung von zuhause
diese leistung find ich einfach wahnsinn!

er dagegen kann sie nicht als leistung schätzen, fühlt sich immer noch als versager
zwar nicht mehr auf dieser ebene, dann aber auf beziehungsebene....

was eltern doch alles anrichten können......

susanne

Bernd Müller
10.04.08, 15:20
Hallo Susanne,
nach Deinem letztem Eintrag wird mir vieles klar.
Hier besteht ein karmisches Problem. Mutter und Sohn bezw. die ganze Familie
hat sich diese Problemstellung ausgesucht.
Ich finde es auch super dass er dann eine Ausbildung bis zum Studium geschafft hat. Meine Empfehlung wäre eine Reinkarnationstherapie (mit Karmaauflösung) zu machen.
Jedoch sollten wir unser Wissen als HP auch einsetzen.
Gruß
Bernd

Spagyria
10.04.08, 16:00
Hallo Susanne,
Empfehlung wäre eine Reinkarnationstherapie (mit Karmaauflösung) zu machen.
Bernd


Damit waere ich ein wenig vorsichtig. Wir reden hier ueber eine psychische Erkrankung mit einem hohen Suizidrisiko.

rosarot
10.05.08, 07:57
Ich arbeite schon lange in der Psychiatrie und stelle immer wieder fest, das es sogenannte Modediagnosen gibt.Zur Zeit liegt die bipolare Störung gut im Trend.
Ich denke es ist fahrlässig nach einem 15 minütigem Gespräch die Diagnose zu stellen. Zumal die Medikation eine ganz andere sein kann, wie bei einer Depression.
Ich hoffe, dein Freund macht eine Psychotherapie ( bei einem anderen Therapeuten), da ist die Diagnosestellung zweitrangig und er kann an den direkten Problemen arbeiten.
Viel Glück wünsche ich ihm auf jeden Fall.

schmitz
10.05.08, 09:13
@rosarot
ja, er geht zu einer pychotherapie.

mich hat ja gewundert, dass er bei dieser diagnose noch nie arbeitsunfähig war... soziale kontakte hat und lebt... noch nie eine manie im beschriebenen sinne hatte

also, die tastsache, dass er sich innerhalb eines jahres einige hemden und eine lederjacke kauft, kann ich beim besten falle nicht als manie verstehen!!

ich kenn ihn ja schon einiges länger als der psychiater... eine depressive grundstimmung hatte er schon immer.
er sieht in allem nur das negative, lebt im gestern und im morgen - das heute geht komplett an ihm vorbei

Beispiel:
ich unterhalte mich mit einer bekannten wie schön das wetter ist....dass es herrlich ist, dass es nun abends schon länger hell ist

seine reaktion:
aber im oktober wird die uhr wieder umgestellt, dann wirds wieder früher dunkel und dann regnet es und das findet er grausam.

so geht das immer....
jemand sagt was positives, freut sich über was - er sucht das negative, lässt sich davon runterziehen....

ziemlich anstrengend, selbst (oder weil) es ein guter freund ist

susanne

Irmela
10.05.08, 13:49
Hallo Susanne,
nach Deinem letztem Eintrag wird mir vieles klar.
Hier besteht ein karmisches Problem. Mutter und Sohn bezw. die ganze Familie
hat sich diese Problemstellung ausgesucht.
Ich finde es auch super dass er dann eine Ausbildung bis zum Studium geschafft hat. Meine Empfehlung wäre eine Reinkarnationstherapie (mit Karmaauflösung) zu machen.
Jedoch sollten wir unser Wissen als HP auch einsetzen.
Gruß
Bernd

Lieber Bernd,
diese Therapietechniken, die mit dem Versetzen in einen veränderten Bewusstseinszustand verbunden sind, sind kontraindiziert bei Depressionen, zumindest muss man sehr vorsichtig damit sein. Auf jeden Fall aber, wenn Suizidalität im Spiel ist. Da das Ich-Gefühl bei Depressionen oft gestört ist, würde eine Reinkarnationstherapie die Gefahr mit sich bringen, eine Psychose auszulösen.

Beste Grüße
Irmela

Spagyria
10.05.08, 19:20
Ganz meine Meinung, Irmela.
Zudem kommt hinzu, dass die bipolare Stoerung immer anders auftritt, und geradezu ein Chamaeleon sein kann.
Ich habe eine gute Freundin durch Suizid verloren, da hatte ich nie ein Ahnung dass sie depressiv war, denn dann zog sie sich immer zurueck. Ich habe sie nur manisch erlebt, und dachte sie waere halt temperamentvoll und hyper. Ihr shoppingspree war auch gut ausgepraegt, und bei Frauen findet man das normal.
Alle ihre Symptome machten erst posthum Sinn. Sie war bipolar.
Ich denke als HP sollte man auch in der Lage sein Diagnosen zu akzeptieren, zumindest wenn ein Facharzt sie stellt. Man kann ja seine eigene Meinung haben, aber es hilft doch dem Patienten nicht, wenn man sagt "ach das ist doch Quatsch was der Arzt sagt." Gerade bei psychischen Erkrankungen bin ich der Meinung dass viele Koeche den Brei verderben.

schmitz
10.05.08, 19:26
Ich denke als HP sollte man auch in der Lage sein Diagnosen zu akzeptieren, zumindest wenn ein Facharzt sie stellt.


ich bin eigentlich immer für zweit- oder gar drittmeinung wenn die diagnose schwerwiegend ist.

ich hab schon einige fehldiagnosen erlebt - von fachärzten!
ambulant, wie auch stationär.
an mir selbst, im bekanntenkreis und auch an patienten aus der klinik....

susanne

PS: könnt ihr euch vorstellen wieviel blödsinn in arztbriefen steht?? auf deren basis der nächste arzt dann den patienten beurteilt und evt. diagnosen stellt, therapien einleitet?!

Spagyria
10.05.08, 19:35
Das muessen aber die Patienten jeder fuer sich selbst ausmachen, der Impuls fuer die 2. oder 3. Meinung muss vom Patienten kommen, Eigenverantwortung.
Als HP sollte man sich da bedeckt halten, und nicht immer drauflosschiessen, Aerzte finden es ganz sicher auch Bloedsinn, was wir als Diagnose stellen.
Wenn ich Patient bin sorge ich selbst dafuer, solange einen Arzt zu suchen bis ich zufrieden bin.
Als HP mische ich mich dann in vorige Diagnosen usw. nicht ein, sondern sage lediglich was ICH denke. Man ist IMMER im nachhinein mit der Diagnose konfrontiert, das heisst der Zustand waehrend Diagnosestellung, die Situation ist fuer uns nicht reproduzierbar, daher kann man auch nicht beurteilen, welche Faktoren fuer den Arzt massgeblich waren. Dann muss man erstmal davon ausgehen dass er nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hat, denn das tun sie in der Regel. Von daher ist es wieder mal Aepfel mit Birnen vergelichen, wenn man im nachhinein die Diagnose bewerten will. Macht keinen Sinn, also einfach hinnehmen und das eigene Bild machen.