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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Der Bobtail



Sybille
26.03.08, 13:11
Old English Sheepdog ( OES )
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Quelle des Fotos: wikipedia
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Quelle:Pixelio
Der Name Bobtail bedeutet soviel wie Stummelschwanz. Der Bobtail tauchte im 18. Jahrhundert in England zum ersten Mal auf. Es wird überliefert, daß Arbeitshunde steuerbefreit waren und durch Kupieren der Rute als solche gekennzeichnet waren. Der Bobtail wurde als Hütehund eingesetzt. Durch sein Haarkleid war es bestens vor jedem Wetter geschützt. Durch Umkreisen der Herden (Schafe) hielt er diese zusammen. Das Kupieren ist heute verboten, Ausnahmen gibt es nur für Jagdhunde, zu denen zählt der Bobtail aber nicht!

Größe, Gewicht und Alter:
Rüden werden 61 cm und höher, Hündinnen 56 cm und höher. Gewicht 30 - 40 kg. Lebenserwartung ca. 13 Jahre.

Charakter:

Der Charakter des Bobtail besticht durch eine unwahrscheinliche Liebenswürdigkeit. Er will niemandem etwas Böses, möchte einfach nur überall dabei sein und "mitmischen". Dies führt auch oft zu "chaotischen" Zuständen. Er ist wie ein riesiger Bär, der unbeholfen durch den Porzellanladen tobt. Er hat einen Bewegungsdrang der im Haus manchem Sammlerstück zum Verhängnis werden kann. Also ist am besten, wenn er immer wieder raus in den Garten zum Austoben kann.
Ankommende Besucher werden von ihm freudig empfangen ( wenn auch die Familie sich über den Besuch freut). Das bekundet er gerne mit "Freudentröpfchen". Hier der Rat: liebe Gäste erstmal draussen begrüßen lassen, da stören die Freudentröpfchen weniger.
Merkt er, daß z.B. Fremde, nicht willkommen sind, ist auch er zurückhaltend. Hier kommt schon der Hüteinstinkt zum Tragen.
Er verteidigt seine Familie! Auch wenn man ihn alleine im Auto läßt, während eines Einkaufs, wird dieses bewacht, wer sich dem Auto nähert, wird ausgebellt.
Der Bobtail ist sehr wachsam. Hört er nachts Geräusche am Haus, schlägt er sofort an.

Seinen Hüteinstinkt präsentiert er auch auf Spaziergängen:
Wenn wir mit unseren Kindern und unserem Fellknäuel spazierengingen, hatte der Arme immer Not. Kinder laufen ja gerne vor, oder mal zur Seite, oder bleiben mal zurück. Jeder andere Hund schnuppert interessiert in der Gegend rum und beachtet das gar nicht. So aber nicht der Bobtail: er fing an seine Familie ( Herde ) zum umkreisen. Er lief solange um uns herum, bis die Kinder wieder bei uns waren. Egal, wie lange es dauerte.
Er hat auch Not, wenn nicht ALLE mit spazierengingen. Blieb einer zuhause, war die "Herde" nicht komplett und er weigerte sich, mitzugehen. Er wollte uns alle wieder nach Hause treiben, damit wir komplett waren. Wir zogen an seiner Leine, aber er stemmte sich mit aller Gewalt dagegen.

Also alles in allem ein sehr familienbezogener Hund!
Für Kinder auch absolut empfehlenswert, da er es auch mal hinnimmt, wenn ein kleineres am Fell ziehen sollte ( was natürlich nicht die Regel sein sollte) Aber ein wesensfester Hund sollte das problemlos hinnehmen können.

Er ist allerdings kein Hund, den ich einem berufstätigen Ehepaar empfehlen würde! Er ist nicht gerne lange allein, den Unmut zeigt er dann indem er sich einige Dummheiten einfallen läßt.
Am wohlsten fühlt er sich in einer Familie mit Kindern und Leben im Haus.

Erziehung

Von Erziehung ist der bobtail nicht begeistert. Er möchte einfach nur spielen, toben und sich des Lebens freuen. Aber wie jeder Hund, sollte auch er Kinderstube genießen. Hier ist das A und O Konsequenz!!!! Und zwar sehr ausdauernd. Auch der Bobtail ist gelehrig, braucht dazu aber länger als manch andere Hunderasse. Aber auch ihm kann man die wichtigsten Befehle wie: Bei Fuß, komm, Platz, auf Platz ( auf seinen ), Aus...usw. beibringen. Man muß nur mehr Geduld, Ausdauer und besagte Konsequenz einhalten dann wird auch aus ihm ein wohl erzogener Hund!

Sein Haarkleid:
Der Bobtail besticht natürlich in erster Linie durch sein wunderschönes Haarkleid! Spielt man mit dem Gedanken sich einen zuzulegen, sollte man bedenken, daß die Fellpflege sehr zeitintensiv ist und unerläßlich. Ich finde es immer sehr schade, wenn ich geschorene Bobtails auf der Straße sehe. Gerade das Fell macht ja den Bobtail aus.
Bei der Fellpflege genügt es nicht, ihn täglich "durzubürsten". Man sollte einmal pro Woche den Hund auf einen alten Tisch legen. Daran gewöhnt man ihn am besten schon im Welpenalter. Dann ist das kein Problem mehr für ihn. Also, einmal die Woche auf den Tisch; dann muß man wirklich Strähne für Strähne durcharbeiten mit einem langzinkigem Kamm und ihn so von der losen Unterwolle befreien. Man fängt am Kopf an, dann eine Seite, dann die andere und arbeitet sich so bis zur rute durch. Das dauert ca. 2-3 Stunden oder auch länger!
Besonderes Augenmerk gilt dem Analbereich. Versäumt man hier die Haare rundum zu kürzen, kann der After total verkleben und es zu bösen Verstopfungen führen!! Dies dann zu entfernen, ist für Hund und Herrchen weniger angenehm!
Durchfall ist bei dem langen Fell natürlich auch weniger angenehm. Nassfutter führt beim Bobtail meistens zu sehr dünnen Kotabsetzungen. Hier wird meistens ein hochwertiges Trockenfutter empfohlen, daß die Rasse ausgezeichnet verträgt. Problemlos ist auch die Fütterung von selbstgekochtem Fleisch mit Reis vermischt.

Fazit: Der optimale Familienhund!!! ABER sehr pflegeintensiv!

Corinna
01.04.08, 20:04
Hab diesen klasse Artikel leider JETZT erst gesehen!!! :o Sybille, hast du soooo schön geschrieben!
Ich finde Bobtails einfach zum Knutschen!!!!!:)