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studierende
20.03.08, 23:48
Hab schon wieder eine Frage :D

Eine Freundin von mir sucht nach einer 'schnellen' Therapie, um die ihre PTBS zu lindern. Ich empfahl ihr bereits EFT, aber bei ihr sitzen die Dinge doch recht tief und allein bekommt sie das nicht in den Griff.
Nun fragte sie mich nach EMDR, was mich persönlich auch sehr interessiert.
Beim googlen fand ich dann diese Seite:

http://www.emdr-institut.de/0400_ausbildung/index.php

Was haltet ihr davon und können das auch HPPs machen?
Dort steht unter Voraussetzungen u.a. .... psychol. Psychotherapeuten. ...

Was meint ihr?

Claudia

Manja
21.03.08, 07:54
Hi Claudia,

soviel wie aus dem Link hervorgeht,sind die Zugangsvoraussetzungen eine Approbation als Arzt oder Zulassung als psycholog.Psychotherapeut.

Es gibt eine Möglichkeit viele für HP´s Aspekte aus verschiedenen Therapien zu integrieren und anzuwenden,schau´mal unter www.rompc.de.
Grundsätzlich ist davon auszugehen,dass für die Behandlung einer PTBS ein damit erfahrender Therapeut vonnöten ist,da die Belastungen extrem gewesen sein können und die Gefahr einer Re-traumatisierung hoch ist.

Wenn du magst schreib mir ´ne PN,evtl.kann ich dir jemanden empfehlen.

Hoffe das hilft dir schon weiter.

LG und schöne Ostern!
Manja

Su71
21.03.08, 08:48
Hallo Claudi,
also ne "schnelle Therapie" ist EMDR sicher nicht. Wenn Deine Freundin sowas möchte, ist sie mit EFT/MET am besten beraten. Und dann aber nur bei einer/m erfahrener/m Therapeutin/en!
Es gibt ja auch bei MET/EFT eine Trauma Technik. Ich habe diese selbst schon erfahren dürfen - und es ist gigantisch! Es ist sehr anstrengend und kostet viel "Arbeit" und Konzentration - aber es ist eine tolle Arbeit! --> Die aber unbedingt (wie alle Traumatechniken) in erfahrene Hände gehört!!!

Ob man EMDR als HPP auch erlernen kann, weiß ich nicht ---
ich kenne eine Frau, die eine EMDR Therapie gemacht hat - und die Therapeutin war Psychologin mit Verhaltenstherapeutischer Qualifikation, die eben auch in EMDR ausgebildet war. Bevor es zu den eigentlichen EMDR Sitzungen kam, verging aber schon ne ganze Zeit, in der die Patientin erst mal "stabilisiert" wurde mit verschiedenen Techniken aus der VT.
Die EMDR Sitzungen waren sehr effektiv und tiefgreifend - aber das kam eben auch alles hoch - und dazu braucht es dann wirklich eine professionelle Begleitung!

Also egal ob mit EMDR oder EFT/MET - eine Therapeutin sollte Deine Freundin auf jeden Fall aufsuchen - und zwar eine, die in Traumatechniken erfahren ist!

LG Susanne

studierende
21.03.08, 12:59
Hallo Manja, hall SUsanne,

hm, ich hatte es so verstanden - gibt im web den Bericht von jmd. der EMDR angewandt hat bei sich gegen ein Trauma - dass es halt schneller geht, als der normale therapeutische Weg.

Das Problem bei meiner Freundin ist, sie zum einen stark traumatisiert aus der Kindheit (Trennung der Eltern, mehrmaliger Suizidversuch eines Elternteils in ihrer Anwesenheit, Alkoholsucht eines Elternteils über viele Jahre) und dann ein extrem traumatisches Erlebnis vor einigen Jahren im privaten Bereich etc. Da kommt also einiges zusammen.
Sie hat - um das letzte Ereignis zu verarbeiten - mehrere Jahre Therapie gemacht, gibt aber selber zu - und man merkt es in jeder Faser - dass sie noch voller Zwänge, Ängste etc. steckt.
Leider ist sie auch noch beruflich sooooo extrem eingespannt, dass kaum Raum für eine Therapie wäre und schon gar nicht jahrelang.

Das erklärt eben ihre Suche nach etwas 'Schnellem'. EFT habe ich ihr schon nahegebracht und sie übt dies auch aus (habe ihr da ein paar Beispielklopfsätze zusammengestellt, die sie klasse und stimmig fand), aber sie ist eben allein damit...
Erschwerend kommt hinzu, dass sie sich eine Therapie, die sie selber zahlen müsste, nicht finanzieren kann.

Aber vllt ist doch EFT/MET der Weg. Wenn man es langsam angeht und sie nur Stück für Stück abarbeitet...
Schade, denn Lebensfreude hat sie gar keine, kompensiert dies aber durch den Einsatz im Job, ist aber auch permanent von starken Existenzängsten geplagt.
Im Grunde braucht sie dringend Fachleute, die sich um sie kümmern...

Vielen Dank für eure Antworten!

Claudia

Manja
21.03.08, 15:50
Hallo Claudia,

es ist gut ihr etwas an die Hand zu geben allerdings wird es nicht möglich sein,dass sie sich damit allein von ihren Traumatisierungen befreit.Niemand ist sich selbst gegenüber objektiv!

Hat sie versucht eine Sitzung bei einem Therapeuten,der EMDR ausübt,zu bekommen?Dann liesse sich abklären ob es lange dauert.Das tut es nicht immer aber therapeutisches "abarbeiten" erfolgt ohnehin nicht auf einen "Ruck" sondern vielmehr in "Schichten",die gelöst werden können.

In deinen Worten klingt schon durch,dass sie versucht durch den Einsatz im ob zu kompensieren-was wäre denn wenn sie mal einen Freiraum für sich selbst freischaufeln würde?

Es gibt immer die Möglichkeit einen Termin beim Psychologen des zuständigen Sozialpsychiatrischen Dienstes zu machen.Der/Die versteht sich als jemand,der Empfehlungen ausspricht und auch schon mal therapeutisch intervenieren kann.

Letztlich kannst du ihr nur Anstöße geben,losgehen und tun darf sie selber!

Alles Gute!
Manja

studierende
21.03.08, 16:22
Hallo Manja,

danke für deine liebe Antwort.
Meine Freundin ist selbständig, daher auch die Existenzängste :(
Sie arbeitet praktisch rund um die Uhr und leider ist auch ihre Ernährung nicht gerade positiv (viel Nikotin, Kaffee, Cola etc. :-/ ).
Ne, da hast du Recht, wir können immer nur Anstösse geben und unterstützen, falls gewünscht.
Gehen muss jeder nun einmal allein. Ich habe ihr auch gesagt, wenn sie - sie ist sehr gebildet und intelligent - trotz des Wissens um ihre Situ u nd Verfassung, nichts ändert, dann ist sie einfach noch nicht so weit...

Ich bin jedenfalls für sie da und werde ihr auch nochmal deine Anstösse weitergeben...
Ist ja manchmal schon vertrackt: einerseits will jmd raus aus ner Situ und andererseits kommt er einfach trotzdem nicht von der Stelle...

LG

claudia

Lari
26.03.08, 14:35
http://www.selbsthilfe-missbrauch.de/information/therapie/emdr1.htm
Mal einen interessanten Link dazu.


Was deine Freundin auf jeden Fall braucht ist ... eine Freundin. Eine uneingeschränkte Vertrauensperson.
Sie versucht auch offensichtlich mit der Flucht in den Job ihre Probleme zu kompensieren.
Jahrelange Therapie - keine Lust und kein Geld.
Jetzt soll was endgültiges und schnelles her.
Hört sich für mich auch ein bißchen nach Pillendenken an. Ich will jetzt die Tablette nehmen und dann ist mein Problem weg.
Das Problem wird nie weg sein. Man kann es aber in der Bedeutung relativieren. Das bedeutet aber auch, das man ein Leben lang halt immer wieder trainiert, das das Problem relativiert bleibt.
Als Physioth. weiß ich, das man eine Bewegung mind. 3000 mal machen muß, damit sie "programmiert" ist. Danach ist es deutlich weniger nötig sie zu üben und es fällt deutlich leichter - am Ball bleiben muß man allerdings schon immer mal wieder.
Genauso mit der Psyche.
Darüber sollte man sie auch mal aufklären.

Ich habe eine Bekannte, die kommt mit ihrem Freund nicht klar. Sie will sich aber nicht trennen - loslassen.
Wer weiß, was die neue Situation an Unbekantem bringt? Evtl bekommt sie nie wieder einen ab? Schließl. hat sie ja auch ein Kind? USW.

Es ist nachgewiesen, das viele Menschen eine Tendenz haben, sich immer wieder für die selbe Art Partner zu entscheiden. Auch wenn sie damit bisher langfristig nicht gut gefahren sind. Um das abzuwenden muß man über eine gewisse Schwelle gehen. Viele schaffen es nie.:o
Es gibt also beim Unterbewußtsein eine Tendenz, an "alt her gebrachtem" festzuhalten. Da kennt man sich aus. Auch wenn es mittel bis langfristig "problematisch" wird.
Das Unterbewußtsein kennt kein Gut/Schlecht o. Gut/Böse und es denkt vor Allem nur Kurzfristig.

Mir scheint es deshalb so, als ob ihr Unterbewußtsein trotz jahrelanger Therap. immer noch den alten Zustand beibehalten will(da weiß man, was man hat) und es noch - noch gut damit klarkommt.
Die ganzen Kompensationen funktionieren bis jetzt anscheinend mehr o. weniger gut. Noch nicht bereit für den Schritt über die Schwelle.

Da sollte man mM. nach aber nicht drauf warten. Oft kommen die Klienten, wenn die Katze schon lange ins Wasser gefallen ist.

Ebenso scheint mir eine Tendenz zu sein, die Verantwortung abzugeben. Keine Ahnung wie die Therap. bisher verlief. Sie möchte aber jetzt halt eine schnell wirkende Pille die sie wieder geraderückt.
Die Pille ist "nur" ein Ansatz - Es aufzuarbeiten muß sie Eigenverantwortlich selber.

Das würde ich ihr mal so erklären.

Als Freundin würde ich ihr zur Seite stehen, sie an die Hand nehmen und sie anstoßen. Durchaus auch mit dem Hinweis, das man selbst belastet ist, wenn man zusehen muß, wie eine gute Freundin in so einer Situation ist.
Ich würde ihr aber auch sagen, das ich ihr gerne Ratschl. geben kann, sie ihr aber nicht sage, was sie jetzt zu tun hat.

Das ist jetzt nat. nur ein vager Ansatz und nur meine Meinung.

Gruß Lars

studierende
26.03.08, 14:48
Hallo Lars,

vielen Danke, für deine Megalange Antwort!

Ich glaube, du liegst zum grossen Teil allerdings ein wenig daneben, sorry :)

Also meine Freundin ist mit Sicherheit kein Mensch, der Verantwortung abgibt. Im Gegenteil. Leider, da hat sie viel zu viel...
Sie sucht auch kein Allheilmittel, sondern etwas, dass ihr hilft, aber in ihren Zeitrahmen passt :(

Sie ist ein überaus intelligenter Mensch und sehr gut informiert, auch über ihre Störung (PTBS --> andauernde Persönlichkeitsänderung).
Bei dieser Störung sind Therapien äusserst schwierig, da die Ängste und Vermeidungstaktiken fast unüberwindlich scheinen. :(
Viele Therapeuten stehen da auch irgendwann vor einer Wand.
Bei ihr liegen wie gesagt so einige Traumen vor und sie ist schon sehr gestört.
Man merkt es halt nur, wenn man sie privat kennt und sie ihre Ansichten mitteilt. Dann stehen die Ängste, Feindseligkeiten, Misstrauen etc. ganz klar im Vordergrund.
Im Job ist sie eine mega kompetente und auch leicht dominante Persönlichkeit.

Womit du Recht haben kannst, dass sie den Job auch als Flucht betrachtet, andererseits steht sie existenziell wirklich immer auf der Kippe und kann gar nicht anders, als soviel zu arbeiten...
Vllt auch ein Teufelskreis...weiss nicht...

Freundin - klar stehe ich ihr bei, aber sie ist eben auch nicht der Jammer-Hilfe-suchende-Typ, dem man Händchen halten muss/kann.
Ihre Störung ist eben doch sehr extrem :(

Vllt finden wir ja noch das Richtige für sie, was ihr dauerhaft helfen kann. Wie du sagst, es wird wohl nie zu einer kompletten Heilung kommen, dazu ist es viel zu sehr ihrer Persönlichkeit, aber zumindest so, dass sie normal leben kann und auch wieder Lebensfreude empfinden kann...das wäre schon ein grosser Schritt.

Claudia :)

Lari
26.03.08, 18:11
Hallo Claudia. Ja wie gesagt - das waren nur so Sachen, die mir dazu spontan eingefallen sind. Ich kenne den "Fall" ja nur aus der Beschreibung.

"Also meine Freundin ist mit Sicherheit kein Mensch, der Verantwortung abgibt. Im Gegenteil. Leider, da hat sie viel zu viel..."


Man sollte aber auch bedenken, das Verantw./Kompetenz in einem äußeren Bereich auch von Leuten getätigt wird als Kompensation für ein "Abgeben"/Vermeidung(ich bezeichne es mal so) im "inneren" Bereich.
Viele Workaholics laufen vor "inneren Problematiken davon".

"Sie sucht auch kein Allheilmittel, sondern etwas, dass ihr hilft, aber in ihren Zeitrahmen passt "

Naja - könnte man auch so interpretieren, das sie mit ihrer eigenen Grenzsetzung was den zeitlichen Rahmen angeht, die Anforderungen schon selektiv festgelegt hat.
Das muß man ja auch nicht wortwörtlich so ausdrücken.
Den einfachsten Weg haben - übrigens eine ganz normale Denkweise - wer will das nicht!

Häufig spielen solche Mechanismen unterbewußt eingeschaltet eine mehr o. weniger bedeutende Rolle.
Auch bei angeblich "Gesunden".

Übrigens wie intelligent jemand ist, ist dem Unterbewußtsein vollkommen schei...egal!

Ja was soll´s - ich kann hier sowiso nur spekulieren. Du kennst sie besser.
Tip
Deine Freundin sollte sich tgl. einfach Zeitspannen nur für sich einplanen. FEST! Muß nicht lange sein.

Mir fällt da nat. eine Lieblingstherapie ein. Hypnose. Die Vorstellung vom eingreifenden Theater.
Man sitzt in einem Theater und schaut sich die Problematiken wie auf einer Bühne an. Man selbst ist im Zuschauerraum in Sicherheit.
Durch Zurufen, Knöpfchendrücken, etc. kann man aber in die Handlung des Stückes eingreifen usw.

Nur so eine Idee.

Gruß Lars

Nicole
26.03.08, 20:49
integrieren und anzuwenden,schau´mal unter www.rompc.de.


Hi Manja, praktizierst du rompc ?
Ich habe die Seite grade schnell überflogen, muß nun weg....
Hier gehts scheinbar auch ums Klopfen was ich ersehen konnte.
Kennst Du EFT/ MET ? Worin liegt der Unterschied zu rompc ?

Danke Dir und LG

studierende
26.03.08, 23:04
@ Lars: danke nochmal für deine Antwort!

Tja, es kann nat. sein, dass es trotz allem ein Fluchtverhalten ist. Ich kenne sie seit 12 Jahren und sie hat sich extrem positiv verändert und kann sich heute ihren Ängsten stellen und drüber reden.
Es ist einfach so, dass durch einige tragische Vorkommnisse sie wirklich in grosse Existenznot geraten ist und daher ihre Sorgen eben nicht unbegründet.
Leider ist sie auch komplett allein, Verwandte und Familie weit weg.

Ansonsten hat sie halt die typischen Merkmale einer andauernden Persönlichkeitsstörung...sie igelt sich am Wo-ende komplett ein, geht nicht vor die Tür, nicht ans Fon.
Hypnose ist sicher auch klasse und da freue ich mich bereits auf meine 2 Seminare im April...

Claudia

Lari
28.03.08, 18:08
Dann mal los. Viel Glück bei der Ausbildung
Gruß Lars

kapinnow
29.03.08, 21:39
Hallo zusammen,

das ist eine sehr interessante und auch berührende Geschichte. Die Therapiemotivation scheint mir bei Deiner Freundin, Claudia, (noch) etwas zu schwach für die anvisierte Methode (insbesondere mit den Risiken, die Mond in dem Link von Lars beschreibt). Das Verhalten und die Argumente Deiner Freundin lassen sich auch als psychische Abwehrmechanismen deuten. Zudem ist unklar, ob EMDR in diesem Fall die Methode der Wahl ist bzw. sein sollte. Die erste Frage wäre für mich, ob hier erlebnisorientiert, aufdeckend oder schlcht stützend gearbeitet werden sollte und was eigentlich gegen eine Kostenübernahme der Krankenkasse und eine schulmedizinische Therapie spräche, wenn es finanziell ohnehin sonst nicht geht. Das hängt auch sehr von der aktuellen Diagnose ab (siehe unten). Was denkst Du dazu?

Die Effizienz bzw. Geschwindigkeit einer Methode ist übrigens schon allgemein sehr schwer zu beurteilen. Viele werben gern mit diesem Argument und manche Methoden werden ja auch "Kurzzeittherapie" genannt (und dauern nur um die 15 bis 20 Sitzungen in wenigen Monaten;) mit einer Erfolgsquote von vielleicht immerhin 40%). Manche sehen sich gar auf der Ebene der Wunderheilungen (nach wenigen Sitzungen), können aber keine realistischen Belege für die Wirksamkeit vorweisen. Was weißt Du über die Wirksamkeit von EMDR?

Im individuellen Fall ist es nach meiner Beobachtung grundsätzlich unmöglich, Voraussagen zu machen. Es kommt immer darauf an, wann jemand bereit ist, die Schichten, wie Manja richtig schreibt, abzulegen und etwas Neues zu beginnen.

Die Verdachtsdiagnose "Persönlichkeitsstörung" kann ich übrigens anhand des sozialen Rückzugs am WE allein nicht nachvollziehen und die übrigen Punkte, die Du beschrieben hast, Claudia, Ängste und Zwänge nach einen anscheinend abgeschlossenen Therapie, sind für mich so noch sehr vage. Magst Du mehr darüber schreiben, wie die aktuelle Situation ist?

Liebe Grüße
Kai

studierende
30.03.08, 14:14
Hallo Kai,


das ist eine sehr interessante und auch berührende Geschichte. Die Therapiemotivation scheint mir bei Deiner Freundin, Claudia, (noch) etwas zu schwach für die anvisierte Methode (insbesondere mit den Risiken, die Mond in dem Link von Lars beschreibt). Das Verhalten und die Argumente Deiner Freundin lassen sich auch als psychische Abwehrmechanismen deuten.


Ich habe noch einmal über unsere Gespräche nachgedacht und denke, sie hat in der Tat Angst, sich auf das Unvorhersehbare einer Therapie einlassen. Ich denke, sie hofft, dass durch Hypnose oder was auch immer, einfach alles weg ist. Ich verstehe das mehr, als gut, denn sie hat vieles erlebt, was sehr dramatisch war.


Zudem ist unklar, ob EMDR in diesem Fall die Methode der Wahl ist bzw. sein sollte.


Ja, das weiss ich eben nicht, daher meine Frage hier.


Die erste Frage wäre für mich, ob hier erlebnisorientiert, aufdeckend oder schlcht stützend gearbeitet werden sollte


Ich denke in der Tat es wäre für sie besser, etwas Stützendes zu bekommen, denn alles Andere könnte in ihr die Angst auslösen, da mit nicht klar zu kommen und nicht mehr ihen Job ausführen zu können, was wiederum neue Existenzängste hervorruft etc. :(


und was eigentlich gegen eine Kostenübernahme der Krankenkasse und eine schulmedizinische Therapie spräche, wenn es finanziell ohnehin sonst nicht geht. Das hängt auch sehr von der aktuellen Diagnose ab (siehe unten). Was denkst Du dazu?

Als Selbständige ist sie privat versichert. Müsst ich sie nochmal fragen.

Die Effizienz bzw. Geschwindigkeit einer Methode ist übrigens schon allgemein sehr schwer zu beurteilen. Viele werben gern mit diesem Argument und manche Methoden werden ja auch "Kurzzeittherapie" genannt (und dauern nur um die 15 bis 20 Sitzungen in wenigen Monaten;) mit einer Erfolgsquote von vielleicht immerhin 40%). Manche sehen sich gar auf der Ebene der Wunderheilungen (nach wenigen Sitzungen), können aber keine realistischen Belege für die Wirksamkeit vorweisen. Was weißt Du über die Wirksamkeit von EMDR?

Eben so gut, wie nichts, daher ja meine Frage hier. Ich weiss nur von 2 Fällen, in denen schwerwiegende Kindheitstraumen mittels Hypnose in nur wenigen Sitzungen aufgelöst werden konnten.
Andere Therapien im VOrfeld konnten da auch nicht helfen. Zwar löste die Hypnose auch erst einmal tiefe Traurigkeit aus, aber das legte sich von Sitzung zu Sitzung. Kann da also nur Positives berichten.

Im individuellen Fall ist es nach meiner Beobachtung grundsätzlich unmöglich, Voraussagen zu machen. Es kommt immer darauf an, wann jemand bereit ist, die Schichten, wie Manja richtig schreibt, abzulegen und etwas Neues zu beginnen.

Hmmm....ja, das ist sehr schwer. Ich denke einfach - so gut ich meine Freundin kenne - sie würde einfach diese Last im Inneren loswerden (wer auch nicht), aber sie hat grosse Angst, dass alles herausbricht und wieder hochkommt. :(

Die Verdachtsdiagnose "Persönlichkeitsstörung" kann ich übrigens anhand des sozialen Rückzugs am WE allein nicht nachvollziehen und die übrigen Punkte, die Du beschrieben hast, Claudia, Ängste und Zwänge nach einen anscheinend abgeschlossenen Therapie, sind für mich so noch sehr vage. Magst Du mehr darüber schreiben, wie die aktuelle Situation ist?

Oh, da habe ich mich falsch ausgedrückt. Sie hatte ja eine 6 jrg. Therapie gemacht, mit der Diagnose PTBS und nun eben andauernde PS. Ich finde es schwierig, dies zu hinterfragen, weil allein das in ihr schon Ängste auslöst. Es tut mir persönlich sehr weh - als Freundin - mit an zusehen, wie sie unter ihrem Doppelleben fast zusammenrbricht. Nach aussen die toughe Geschäftsfrau ohne Emotionen, ohne Schwächen und im Inneren ständig zerfressen von Existenzängsten, Depressionen, Angst, die Schwäche nicht mehr verdecken zu können, Angstm wieder belogen und betrogen zu werden, riesiges Misstrauen allen Menschen, insbesonder Männern gegenüber etc. Die Liste ist lang....

Alles nicht so einfach...*seufz*
Danke für eure Mühe und euer Zuhören!

Claudia

Lari
03.04.08, 17:04
Da fällt mir als Beispiel eine Patientin ein.
Über 70 mit einer Coxathrose, die ihr seit Jahren und folgend immer mehr Beschwerden machte. Dann sollte sie operiert werden und fragte mich deswegen um Rat.
Ich stimmte schnell zu der OP, was sie erstaunte und sie fragte mich danach, da ihr schon viele davon abgeraten hatten und sie auch schon Negatives gehört hatte.
Ich beandelte ihr Knie und erklärte ihr, das es stimmt, das bei einigen de Beschwerden sogar schlimmer werden können. Bei Vielen tritt kaum Besserung - bei Vielen aber doch eine Besserung ein. Wenn sie jetzt nicht operieren
würde, würde es aber auf jeden Fall zunehmend SICHER immer schlechter werden mit Hypersensibilität, Chronifizierung usw.

Die Ängste und Befürchtungen deiner Freundin sind ganz normal und berechtigt. Problem:
Es gibt da 2 Übel - von denen das eine eine Wahrscheinlichkeit hat, doch nicht so übel zu sein und mit %-ualen Wahrscheinlickeit auf Besserung(Therapie).
Macht sie nix - ist die 2 Möglichkeit die, das es ihr zunehmend wohl immer schlechter gehen wird. Einmal durch verdrängte Verarbeitung und o. aber auch durch evtl Burn out Syndrom mit folgenden evtl Zwängen etc.

Das macht das Problem nicht kleiner - ist aber evtl ein "Steinchen" mehr zur Entscheidungsfindung.


Gruß Lars

kapinnow
26.07.09, 20:16
Hallo zusammen,

zur weiteren Vertiefung des Themas EMDR sei hier der folgende Link zum Lesen empfohlen:

http://www.traumatherapie.de/users/schubbe/schubbe9.html

Die dort beschriebenen Beispiele klären vll etwas die Notwendigkeit einer intensiveren Vorbereitung bzw. Ausbildung, wenn man sich dafür interessiert.

Auf http://www.traumatherapie.de gibt es unter Texte noch eine Menge weitere interessante Beoträge zu dem Thema.

Liebe Grüße
Kai

JürgenW
26.11.11, 07:36
EMDR ist wirklich eine schnelle und tiefgehende Therapie, in den USA als beste Traumatherapie gepriesen und praktiziert. Bei uns in der Praxis oft mit besten Erfolgen angewandt.
Wird in der "DieHypnoseSchule" gelehrt und geübt (www.hypnoseschule.com) und ist ein ganz normaler Bestandteil der Ausbildung zum Klinischen Hypnosetherapeuten.