Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Paracelsus-Schule oder Fernstudium?
AnnaMonika
29.01.08, 12:52
Hallo Allerseits!
Ich werde demnächst eine Ausbildung zum HP für Psychotherapie beginnen. Ich kann mich allerdings nicht zwischen einem Fernstudium (z.B. bei ils oder sgd) oder einem Abendstudium an der Paracelsus-Schule in meinem Wohnort entscheiden.
Beide haben m.E. Vorteile:
Für Paracelsus spricht auf jeden Fall der hohe Praxisanteil und der direkte Austausch mit den Kommilitonen.
Für das Fermstudium spricht die freie Zeitanteilung und der viel günstigere Preis der Ausbildung.
Als eingefleischte Autodidaktin bin ich jedoch skeptisch, was die "Seminare" bei Paracelsus anbelangt. Von meinem ersten Studium ("normales" Studium an der Kasseler Uni) weiß ich, dass ich von der Langatmigkeit der Seminare oft irritiert war, dass die Themen nicht intensiv genug behandelt wurden und dass der Austausch zwischen den Kommilitonen nicht stattgefunden hat (nach dem Seminar haben alle ihre Sachen gepackt und sind möglichst schnell abgehauen). Da hätte ich autodidaktisch mehr erreicht.
Deshalb meine Frage an diejenigen von Euch, die ihre Ausbildung zum HPP an einer Paracelsus-Schule absolviert haben: wie sind Eure Erfahrungen? Bringen die Seminare wirklich was, sind sie informativ und inhaltlich empfehlenswert oder ist es eher ein unkonkretes und zähes Wischi-Waschi?
Wie ist es mit der Kollegialität zwischen den Kommilitonen?
mit bestem Dank im Voraus
AnnaMonika
AnnaMonika
30.01.08, 13:35
Eigentlich habe ich die Antwort teilweise schon erhalten - und zwar im Beitrag vom Sorbas.
Die Ausbildung darf nicht zu kurz sein - das ist klar.
Dennoch wäre ich für Eure Erfahrungen dankbar.
Mir geht es vor allem darum, ob die verschiedenen Studienformen:
Paracelsus-Schule,
Thalamus - Schule,
Ferstudium bei ils oder sgd etc.
inhaltlich gleichwertig sind. Die Entscheidung wird mir somit viel leichter fallen.
Hallo AnnaMonika:),
herzlich willkommen heir im Forum :008: Zu den einzelnen Schulen kann ich dir leider keine persönlichen Erfahrungen bieten, da ich im Selbststudium gelernt habe und nie auf einer Schule war.
Ich habe auch vorher an einer Fachhochschule studiert und dort auch gelernt mich autodidaktisch in neue Themen einzuarbeiten.
Mit der medizinischen Vorbildung im Gepäck war das auch überhaupt kein Problem alleine zu lernen und ich würde es jederzeit wieder genauso machen.
Die praktischen Erfahrungen in dem Bereich waren schon hilfreich muss ich sagen. Ich habe damals nicht eingesehen, soviel Geld z.B. für die Paracelsus-Schule hier vor Ort auszugeben. An dem Tag, als ich geprüft worden bin, sind vor mir zwei junge Manner geprüft worden, die beide sehr viel Geld an dieser großen Schule gelassen haben, beide sind durchgefallen... heißt also nicht teure Ausbildung = bessere Chancen zu bestehen.
Ich würde sagen, es kommt ganz individuell auf die persönliche Motivation und auf den Fleiß an. Lernen muss man ja ohnehin selber, das kann einem keine Schule abnehmen.
Ohne psychiatrische Vorbildung hätte ich vielleicht ein Kurs mit Studienbriefen und einer abschließenden Prüfungsvorbereitungs-Präsenzphase mitgemacht, das halte ich für sinnvoll. Und natürlich hätte ich paralell das Erlernen einer Therapiemethode (was ja auch einiges kostet) gemacht, das war enorm wichtig für mich, sonst wäre ich nicht so selbstsicher in die Prüfung gegangen.
Liebe Grüße
Hildegard:)
AnnaMonika
30.01.08, 15:22
Hallo Hildegard,
vielen Dank für Deine nette Begrüßung und für die prompte Antwort.
Sie war schon sehr hilfreich, denn mittlerweile bestätigt sich langsam tatsächlich mein "Bauchgefühl": ich werde zwar bei Paracelsus "reinschnuppern" - das wurde mir dort freundlicherweise kostenlos angeboten - aber allein vom Gefühl und auch vom Autodidaktik-Praxis-Verhältnis her gefällt mir das Angebot der Thalamus-Schule besser. Das Angebot der Paracelsus-Schule fand ich ferner tatsächlich ein überteuert - zumindest im Vergleich zu anderen Angeboten.
Ich werde meine Eindrücke von dem Paracelsus-Seminar (heute Abend) auf jeden Fall hier im Forum schildern.
Bis dahin nochmals danke und liebe Grüße!
Anna
AnnaMonika
31.01.08, 11:15
Da bin ich wieder und möchte von meiner ersten Erfahrung mit der Paracelsus-Schule berichten.
Meine Erfahrung war sehr zwiespaltig, was jedoch - das möchte ich ausdrücklich betonen - höchstvermutlich nicht an der Paracelsus-Schule selbst lag, sondern eher daran, dass ich das Seminar-System schon seit meiner Studienzeit (aus verschiedenen Gründen) nicht besonders effektiv fand.
Hier die Vor und Nachteile des gestrigen Seminars:
- Vorteil: Das Seminar wurde von einer sehr netten und kompetenten Dame geführt, die ein sehr großes Praxiswissen besaß und dieses Wissen auch gut vermitteln konnte.
Nachteil: Sie hat den Seminarinhalt einfach vom Skript abgelesen - das kann einer doch auch zu Hause in der Hälfte der Zeit erreichen :( ...
- Vorteil: Zwischen den einzelnen Abschnitten des Skriptes wurden zahlreiche praktische Beispiele gebracht, die den Inhalt zusätzlich veranschaulicht haben.
Nachteil: Über die Beispiele wurde kaum seriös diskutiert, die einzelnen Ansätze wurden nicht weiter verfolgt, das Thema blieb meist quasi in der Luft hängen und wurde von einem weiteren Satz aus dem Skript unterbrochen.
Vorteil: Gleich am Angang - um sich auf das Thema einzustimmen - wurde eine praxisbezogene Frage gestellt, über welche diskutiert werden sollte.
Nachteil: Die Frage wurde viel zu allgemein formuliert ("Welche Änderungen gibt es in der heutigen Kinderentwicklung im Vergleich zu früher?") und wurde dementsprechend unkonkret beantwortet. Es folgte eine subjektive Aufzählung verschiedener Phänomene, einzelne Ansätze wurden jedoch nicht vertieft und nicht begründet, es fand keine Diskussion statt.
- Vorteil: as Auditorium bestand aus einer überschaubaren Anzahl (ein großer Pluspunkt: kein überfüllter Seminarraum!) von sehr netten und zuvorkommenden Frauen zwischen 25 und 60, die mich sofort sehr herzlich aufgenommen haben.
Nachteil: Mein Eindruck war, dass viele von den Damen nur deshalb dort waren, weil sie selbst Mütter sind, die nicht wissen, wie sie mit ihren Kindern umgehen können. Es wurden Fragen gestellt, die eher in ein Internetforum für Mütter gehörten.
Man könnte diese Aufzählung noch weiter führen, aber ich denke,ich belasse es dabei.
Resumee: Ich empfand das Ganze als eine Mischung aus Super Nanny und einem Kaffeklatsch; rein wissenschaftlich hätte wirklich mehr aus dem Ganzen machen können oder sogar sollen, bedenkt man doch das Ziel: eine seriöse, wissenschaftliche Ausbildung als HPP zu erlangen...
Ich habe nichts erfahren, was ich nicht ohnehin schon wusste (obwohl ich keine einschlägigen Vorkenntnisse habe), oder was ich mir selbst aus dem Skript nicht hätte beibringen können. Es wunderte mich, dass viele sehr populäre Fachbegriffe den Teilnehmerinnen absolut unbekannt waren.
Hätte ich mir eine hochwertige Fernseh- oder Radiosendung zu diesem Thema angeschaut/angehört, hätte ich vermutlich mehr davon - so mein Eindruck.
Ich wurde in meiner Überzeugnung nur gestärkt: das Seminar-System ist einfach nichts für mich.
Aber dies ist nur ein subjektiver Eindruck, letztenendes muss es jeder für sich entscheiden.
Kann ich so unterschreiben. Ich hab die Paracelsus-Schule gewählt und habs im Nachhinein bereut. Ich würde ebenfalls auf ein Fernstudium verzichten und mich mit guten Büchern und einem gut aufgestellten Lehrplan auf die Prüfung vorbereiten. Ein paar Seminare, die man so praktisch braucht und eine Prüfungsvorbereitung würde ich dennoch machen.
Tja das war ein ganzer Batzen Lehrgeld, aber ich bin auch um mehrere Erfahrungen reicher, sowas mit mir nie wieder!
Der Fachunterricht (Kinesiologie & Homöopathie) ist dagegen klasse und ich bin durchweg begeistert! Ich gehe gern in den Unterricht und nehme auch viel mit! Aber die HP-Ausbildung...
AnnaMonika
31.01.08, 13:04
Hallo Sugar, ich muss Dir sagen, dass ich mittlerweile auch den Mut habe, das Ganze so zu sehen. Ich denke, dass ich so vorgehen sollte, wie ich es mir eigentlich vom Anfang an gedacht habe. Praxis durch Teilnahme an einer Schulung (aber nicht bei Paracelsus - steht schon mal fest), dazu viel selbständige und vielseitige Arbeit (Bücher, Medien, Praktikum).
Mein Plan sieht also folgendermaßen aus:
1. Ich werde eine Ausbildung an der Thalamus-Schule machen. Die bieten alle zwei Wochen ein mehrstündiges Praxisseminar (jeweils Samstags - perfekt) und daziwschen muss man eben viel selbständig pauken - genau das richtige für mich. Kostet außerdem ungefähr 1/6 im Vergleich zu Paracelsus.
2. Ich werde mich mit entsprechenden Büchern eindecken und viel selbständig lernen. Außerdem bekomme ich Material von Thalamus zur Verfügung gestellt.
3. Die notwendige wissenschaftliche Unterstürzuung habe ich zur Not in der Familie (ein Arzt, ein Biologe, eine Pädagogin...)
4. Nach Abschluss der Ausbildung bei Thalamus werde ich mich um einen Praktikumplatz bemühen (zum Glück kenne ich eine Heilpraktikerin, die mir vielleicht einige Tipps geben kann)
5. Ich werde einige Zusatzkurse belegen, aber nur zu Themen, die mich besonders interessieren und auf die ich mich später spezialisieren will.
6. Ich lasse mich prüfen.
Ich finde es überigens klasse, Euch hier gefunden zu haben, denn das wird mir auf jeden Fall auch weiter helfen. So ein Austausch ist vor allem für Anfänger sehr wichtig.
Und eines Tages kann wiederum ich den "Neuligen" behilflich sein :-). Alles im Gleichgewicht also ;-).
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