PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Internetberatung für Eltern die ein Baby verloren haben



Sybille
18.12.07, 14:28
http://www.internettherapie-trauernde-eltern.de/.

www.frauenaerzte-im-netz.de

Nici
18.12.07, 14:32
Das ist mal eine sehr, sehr gute Idee. Gerade für junge Eltern wird dies hilfreich sein. Den Link werde ich gleich mal weitergeben.

Sybille, was Du immer alles findest :)!

Hildegard
19.12.07, 15:14
Hallo :)

ich finde auch ein solch niederschwelliges Angebot für Betroffene sehr gut. Wichtig finde ich allerdings schon den Hinweis, dass es nicht eine Therapie ersetzten kann, denn das Internet kann da nicht alles leisten. Trauerarbeit ist eine sehr emotionale Sache, bei der man durchaus auch beim Gefühlsausbruch oder beim gemeinsamen Besuch auf dem Friedhof jemanden an seiner Seite braucht, ohne Tastatur...
Aber als erster Anprechpartner ist es wahrscheinlich ein gutes Angebot, viele junge Betroffene recherchieren ja zuerst im Internet..
LG

Hildegard

rabenstein
19.12.07, 17:35
Als selbst Betroffene (meine Tochter war 6) sehe ich das etwas kritisch. Allerdings kann ich mir vorstellen, wenn das Angebot von Profis begleitet wird, kann es schon ein kleines Stueck weit helfen.
Was ich ganz ungluecklich fand, ist der Austausch mit anderen Eltern, der hat mich persoenlich eher wuetend gemacht, als mir geholfen.
Das geht mir auch heute noch so, wenn ich mal auf ein "Sternenkinder-Forum" treffe.
Das Internet ist sicher ein gutes Medium, aber irgendwo hat es fuer mich da eine Grenze.

Liebe Gruesse

Inge

Sybille
19.12.07, 17:48
Inge, das seh ich auch so. ABER es gibt ja viele Leute, die gerade im Net Austausch suchen. Und die gen. Plattform wird professionell betreut, mit dem Hinweis, daß es keine Therapie ersetzt.

Liebe Grüße
Sybille

rabenstein
19.12.07, 17:59
Evtl. als Anstoss, ueberhaupt Hilfe in Anspruch zu nehmen, das kann ich mir nun gut vorstellen. Und wie gesagt, wenn Profis das begleiten hat das schon grosse Vorteile
Ich habe deinen Bericht ueber dein Baby gelesen. ich finde es so wichtig, den Menschen, egal ob 1 Stunde Leben oder 100 jahre hinter ihm liegen, gehen lassen zu koennen, ihm Frieden zu goennen und sich selbst natuerlich auch.

Drueck dich mal, Sybille

Inge

Sybille
19.12.07, 18:05
Danke Inge!!..................................
Ich denke auch ,daß die Profis dort den Menschen die nicht so gut zurechtkommen eine Therapie ans Herz legen werden.

Liebe Grüße
Sybille

Nici
19.12.07, 19:32
Ich finde es als allererste Anlaufstelle ein sehr gute Idee. Gerade junge Eltern suchen erfahrungsgemäß sehr oft die Schuld bei sich und vergraben sich zu Hause. Häufig steht eine Zeitlang nur die virtuelle Welt im Mittelpunkt. Man kann nicht soooo arg verletzt werden wie in der realen, muss mit keinem direkt reden, kann Fragen durch Knopfdruck ausweichen usw.

Für viele sind auch die Sternenkinder-Foren eine gute Hilfe, einige lehnen sie total ab; dies ist sehr individuell.

Diese Anlaufstelle wird mit Sicherheit keine Psychotherapie ersetzen, sie erhebt aber auch nicht den Anspruch, dies zu tun. In erster Linie ist der Austausch wichtig, und hier gäbe es einen qualifizierten, im Gegensatz zu manch anderen Seiten im Netz. Da gibt es Beratungen für Eltern, da sträuben sich einem die Haare, laien- und stümperhaft zugleich. Manchmal muss man sich fragen, ob dort Hobbypsychologen sitzen ... Das sehe ich bei o.g. Link sehr positiv.

Gabriele.R
19.12.07, 19:40
Sowas hätte ich früher gut gebrauchen können, aber zu dem Zeitpunkt gab es noch kein Internet, bzw wenn ja dann wußte ich nichts davon. So mußte ich mit einer Totgeburt und 2 Fehlgeburten selber fertig werden.

Nici
19.12.07, 20:01
Oh Gaby, ganz allein musstest Du diese Zeit erleben? Lass Dich mal ganz fest drücken, auch im Nachhinein hilft das veilleicht etwas. Diese Situation allein zu erleben ist sehr, sehr schlimm, therapeutische Hilfe ist hierbei soooo wichtig.

Sybille
19.12.07, 20:03
Liebe Gaby,
tut mir sehr leid, daß du auch diese Erfahrung machen mußtest. Aber was du schreibst stimmt nicht ganz. Es gibt natürlich außerhalb des Internets auch, und wahrscheinlich noch viel bessere Hilfen. Man muß nur um Hilfe bitten können und sie annehmen können. Daran hapert es leider oft, deshalb wählen viele heutzutage die Anonymität des Net, weil sie da eher über ihren schatten springen können.
Hinzu kommt noch, daß der Tod an sich immer noch (leider) ein Tabuthema ist, genauso wie viele andere Themen auch.
Ich hab damals festgestellt, daß ICH gut drüber reden konnte, meine Gegenüber aber totale Probleme hatten, aus Unsicherheit und weil es eben Tabuthema ist.

Liebe Grüße
Sybille

Gabriele.R
19.12.07, 20:07
Oh Gaby, ganz allein musstest Du diese Zeit erleben? Lass Dich mal ganz fest drücken, auch im Nachhinein hilft das veilleicht etwas. Diese Situation allein zu erleben ist sehr, sehr schlimm, therapeutische Hilfe ist hierbei soooo wichtig.

Danke schön, Ich habe auch erst vor 6 Jahren das allererste mal mit Reiner darüber gesprochen denn es war immer ein tabu-thema wie so vieles andere auch in der Familie. Seit dem kann ich ohne weiteres darüber reden und weiß das ich daran keine Schuld hatte, es war ganz einfach nur die Blutgruppenunverträglichkeit...

Sybille
19.12.07, 20:08
Wa mir persönlich übrigens sehr geholfen hat und auch heute noch so ist, ist folgendes:
Als Lisa gestorben war, hab ich ein kleines Poesiealbum gekauft. Dort hinein klebte ich die wenigen Fotos die ich von ihr habe. Nun hatte ich ein kleines Buch in dem nur einige Seiten gefüllt waren und so viele Seiten leer waren.
Also ging ich hin und schrieb in diesem kleinen Buch in unregelmäßigen Abständen Briefe an Lisa. Das mache ich heute noch und so füllt es sich allmählich.
Meine 10-jährige stöbert gerne im Buch ihrer Schwester.
Letztens kam sie mit dem Wunsch auch etwas reinschreiben zu dürfen.
So bleibt Lisa immer ein doch recht "lebendiger" Teil unserer Familie!
Ich schreibe das bewußt hier im öffentlichen Bereich. Ich hoffe, es stört niemanden. Aber es gibt "draussen" sicher viele Betroffene, die vielleicht so auch eine Möglichkeit der Verarbeitung finden können.

Diese Familien möchte ich an dieser Stelle mal ganz innig grüßen!

Corinna
19.12.07, 20:09
Danke schön, Ich habe auch erst vor 6 Jahren das allererste mal mit Reiner darüber gesprochen denn es war immer ein tabu-thema wie so vieles andere auch in der Familie. Seit dem kann ich ohne weiteres darüber reden und weiß das ich daran keine Schuld hatte, es war ganz einfach nur die Blutgruppenunverträglichkeit...

:eek: Aber das ist doch noch nicht so lange her, damals gab es doch schon die entsprechenden Untersuchungen und Prophylaxen etc....... Wie ist das denn möglich gewesen? Ich bin jetzt richtig erschrocken.......

Gabriele.R
19.12.07, 20:09
Liebe Gaby,
tut mir sehr leid, daß du auch diese Erfahrung machen mußtest. Aber was du schreibst stimmt nicht ganz. Es gibt natürlich außerhalb des Internets auch, und wahrscheinlich noch viel bessere Hilfen. Man muß nur um Hilfe bitten können und sie annehmen können. Daran hapert es leider oft, deshalb wählen viele heutzutage die Anonymität des Net, weil sie da eher über ihren schatten springen können.
Hinzu kommt noch, daß der Tod an sich immer noch (leider) ein Tabuthema ist, genauso wie viele andere Themen auch.
Ich hab damals festgestellt, daß ICH gut drüber reden konnte, meine Gegenüber aber totale Probleme hatten, aus Unsicherheit und weil es eben Tabuthema ist.

Liebe Grüße
Sybille

Wie ich schon geschrieben hatte wußte ich nichts von dem, keiner Im KH hatte mir dort hilfe angeboten. Ich wäre froh gewesen wenn wenigstesn mein Exmann zu dem zeitpunkt mir wenigstens zugehört hätte aber auch er war nicht in er Lage, denn sein Hobby war wichtiger. aber so spielt das Leben:)

Gabriele.R
19.12.07, 20:11
:eek: Aber das ist doch noch nicht so lange her, damals gab es doch schon die entsprechenden Untersuchungen und Prophylaxen etc....... Wie ist das denn möglich gewesen? Ich bin jetzt richtig erschrocken.......

ich kann es ja ganz einfach mal erzählen wird aber ein sehr langer Text...... und es wird für viele sehr unverständlich ein wie ich es all die Jahre lang ausgehalten habe bzw überhaupt gelebt habe......

Sybille
19.12.07, 20:12
ich kann es ja ganz einfach mal erzählen wird aber ein sehr langer Text...... und es wird für viele sehr unverständlich ein wie ich es all die Jahre lang ausgehalten habe bzw überhaupt gelebt habe......

Gaby, das würde ich dann vielleicht im U-Forum machen;) ich schreib Dir gerne noch eine pn dazu!:)
Ganz liebe Grüße
Sybille

Gabriele.R
19.12.07, 20:14
Gaby, das würde ich dann vielleicht im U-Forum machen;) ich schreib Dir gerne noch eine pn dazu!:)
Ganz liebe Grüße
Sybille

Dürfte auch sinn machen denn sonst würde es andere vielleicht verkraulen oder zu sehr schocken

Nici
19.12.07, 20:26
Das mit dem Tabu-Thema ist auch so eine Sache.

Für mich ist es hilfreich, dass mich niemand anspricht. Ich möchte darüber nur mit meinem Partner sprechen, ich kann darüber nicht in der Öffentlichkeit schreiben, nichts... Es geht einfach nicht. Es ist "meins", therapeutisch bekam ich zum Glück eine sehr gute und hilfreiche Unterstützung, bin mittlerweile auch ehrenamtlich beratend tätig. Es gibt so viele betroffene Familien - und jeder benötigt individuelle Hilfe; es gibt kein Patentrezept. Aber Hilfe in irgendeiner Art und Weise braucht (glaube und meine ich) jeder, der diesen Verlust erleben musste.