Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Berufsverbände
Waldgaenger
07.12.07, 01:03
Würde mich mal interessieren, wer von Euch (egal ob HP oder HPA) in einem der Berufsverbände ist.
Ich stehe der Idee garnicht so ablehnend gegenüber, habe allerdings in der Zwischenzeit auch Dinge gehört, die mich eher zögern lassen.
Konkret: ich kenne einen Verband, wo (ohne die Hintergründe zu kennen - ichweiß nicht, wer da im Recht war) gnadenlos zwischen zwei 'Fraktionen' gegeneinander gerichtlich geklagt wurde.
Ich kenne Verbandszeitschriften, von denen ich den Eindruck habe, es handele sich um Werbeblätter der naturheilkundlichen Industrie mit redaktionellen Einsprengseln.
Ich kenne Verbände, bei denen ich den Eindruck habe, es handele sich um das Anhängsel gewisser Schulen (und ich meine damit jetzt nicht nur eine gewisse Neugründung!).
Zusätzlich unsicher macht mich die Information (das Gerücht?), man habe in der Prüfung nicht unbedingt die besseren Karten, wenn man (je nach Beisitzer) im 'falschen' Verband ist...
Ich will aus meinem Herzen keine Mördergrube machen: ich habe bisher noch nicht die Zeitschriften sämtlicher Verbände gelesen, aber von dem, was ich bisher in Händen hatte, machte für mich die 'Deutsche Heilpraktiker Zeitschrift' den besten Eindruck, und als gelernter Buchhändler halte ich mich da für einigermaßen kompetent (bei der Auswahl von Fachliteratur hat das jedenfalls meistens geklappt, weil ich einschätzen kann, wie seriös ein Verlag ist). Das würde also für den BDH sprechen.
Ich wüsste Eure Hilfe da sehr zu schätzen. Natürlich ist mir klar, dass da eventuell gewisse Fettnäpchen zu umgehen sind, aber dafür gibt's ja PN...
M. Wittstadt
07.12.07, 07:59
Alle Verbände haben ihre guten, aber auch ihre schlechten Seiten.
Ich habe mich vorerst für den Verband meiner Schule entschieden, den FDH, da ich die meisten Funktionsträger dort schon kenne und zumindest weiß, dass ihnen unser Beruf am Herzen liegt.
Also, ich bin in einem Verband, und zwar im BDHN. Der Grund warum ich mich für diesen Verband entschieden habe liegt weniger in deren Verbandszeitschrift begründet, als vielmehr im guten Fortbildungsangebot. Diesbezüglich bin/war ich mit meiner Schule ja nicht ganz so glücklich. Außerdem gibt es einmal im Monat eine kostenlose Fachfortbildung und zwar in MEINER Stadt. Die Qualität dieser kostenlosen Fortbildungen hängt mehr oder minder von den Dozenten hab, aber was ich bislang gehört habe, war dennoch allemal besser als das, was meine Schule bieten kann.
Und das alles inklusive monatlicher Verbandszeitschrift für 13,80 pro Jahr. Und bei diesem Preis freue ich mich über die Anzeigen der Pharmaindustrie, denn erstens muss ja auch jemand die Sachen herstellen, die wir verordnen und zweitens müssten sonst die Verbandsmitglieder die Kosten komplett tragen.
Allerdings habe ich auch schon eine gemeinsame Fortbildung von Kattwiga und dem BDH besucht und muss sagen ich war begeistert. Es war zwar eine gesponserte Kattwiga Veranstaltung, aber ich habe dort mehr zum Thema Haut mitgenommen als in zwei Wochen Vollzeitunterricht. Die DHZ habe ich dazu abonniert, weil ich die einfach didaktisch gesehen genial finde. Allerdings wäre die Zeitschrift nicht der ausschlaggebende Punkt für mich, mich für einen bestimmten Verband zu entscheiden, sondern vielmehr die Frage was mir der Verband sonst noch bietet. Beistand in rechtlichen Fragen, Fortbildungen in meiner Nähe, etc... rein nach der Zeitschrift geurteilt wäre das für mich dann auch der BDH - nur Fortbildungsmäßig lässt der sich hier in der Gegend um München nur äußerst selten blicken - leider... :(
Waldgaenger
14.12.07, 23:16
Ich finde es schade, dass sich sonst niemand äußert, und ehrlich gesagt frage ich mich, warum das so ist...
Ich selbst bin im Moment in einer Gewerkschaft, und auch wenn ich nicht über alles glücklich bin, was sie macht, halte ich meine Mitgliedschaft dort für sinnvoll. Leute, die im selben Beruf arbeiten wie ich, streiten mit mir, ob die Gewerkschaft ihre Interessen vertritt oder nicht. Wenn ich jetzt meine Prüfung gemacht haben werde und mich nicht selbstständig mache (weil: alle Heilpraktiker machen ja ihre eigene Praxis auf!) - wer nimmt dann meine Interessene wahr? Wohin wende ich mich, wenn ich als 'abhängig beschäftigter' HP arbeite? Das scheint Euch egal zu sein: in diesem Forum muss man sich nach bestandender Prüfung selbstständig machen. Was macht der HP, der nach der Prüfung 'abhängig beschäftigt' ist?
Hallo Waldgaenger:),
hast du diesen Thread schon gelesen: http://www.heilpraktiker-foren.de/forum/showthread.php?t=904&highlight=Verb%E4nde
hier haben einige auf die Frage geantwortet...
LG
Hildegard
Hallo Waldgänger,
Diesen thread habe ich leider übersehen. Er ist wohl irgndwie untergegangen. gut, daß du ihn nochmal rausgekramt hast.
Ich bin im Verband freier HP und Naturärzte.
Und eins muß ich jetzt loswerden. Hier ist JEDER herzlich willkommen. JEDER wird wahrgenommen und von JEDEM bemühen wiruns, die Fragen zu beantworten. Unabhängig davon, ob jemand selbstständig sein wird oder angestellt oder ohne Arbeit oder sonstwas. Ich finde wir gehen hier sehr menschlich miteinander um.
Liebe Grüße
Sybille
Das "Übergewicht" der selbstständig arbeitendenden HP'S in diesem Forum und auch woanders wird damit zusammenhängen, daß es gar nicht so leicht ist, als angestellter HP etwas zu finden.
Als angestellter HP kannst Du genauso einem Verband beitreten.
Liebe Grüße
Sybille
Silke Uhlendahl
15.12.07, 15:06
Ich finde es schade, dass sich sonst niemand äußert, und ehrlich gesagt frage ich mich, warum das so ist...
Ich selbst bin im Moment in einer Gewerkschaft, und auch wenn ich nicht über alles glücklich bin, was sie macht, halte ich meine Mitgliedschaft dort für sinnvoll. Leute, die im selben Beruf arbeiten wie ich, streiten mit mir, ob die Gewerkschaft ihre Interessen vertritt oder nicht. Wenn ich jetzt meine Prüfung gemacht haben werde und mich nicht selbstständig mache (weil: alle Heilpraktiker machen ja ihre eigene Praxis auf!) - wer nimmt dann meine Interessene wahr? Wohin wende ich mich, wenn ich als 'abhängig beschäftigter' HP arbeite? Das scheint Euch egal zu sein: in diesem Forum muss man sich nach bestandender Prüfung selbstständig machen. Was macht der HP, der nach der Prüfung 'abhängig beschäftigt' ist?
Hallo,
ich bin selber bis heute keinem Verband beigetreten, weil ich mich nicht wirklich für einen entscheiden konnte und noch immer nicht definitiv kann.
Ich beziehe diverse Fachzeitschriften, besuche Fortbildungen verschiedener Verbände ich bin Mitglied im Deutschen Naturheilbund eV.
Wenn ich die Fobis besuche und dann den entsprechenden höheren Beitrag zahle, unterstütze ich so doch alle Verbände mal.
Bisher war ich in keiner Situation, wo ich es als Defizit angesehen hätte nirgendwo Mitglied zu sein.
LG Silke
Waldgaenger
18.12.07, 01:56
Vielen Dank für Eure Antworten!
Vielleicht liegt mein Problem ja auch daran, dass ich generell nicht so der Verbandsmensch bin...
Im Moment tendiere ich dazu, dem BDH beizutreten, weil ich die 'Deutsche Heilpraktiker Zeitschrift' sehr gut finde und der Jahresbeitrag für HPA nur 10 Euro teurer ist als das Abonnement alleine.
Ansonsten habe ich dank der Beiträge hier im Forum viele Möglichkeiten gefunden, Kurse für Anamnese, Injektionstechniken, usw. zu machen, die nicht von den Verbänden angeboten werden.
@ Walgaenger
Also von meinem Verband werden ebensolche Fortbildungen angeboten - was mit einer der Gründe war, warum ich mich für diesen Verband entschieden habe...
Weiterhin schließe ich mich Deiner Meinung an, dass es wirklich bedauerlich ist, dass sich zu diesem Thema nicht mehr Personen äußern. Gut, es gibt noch einen weiteren Thread, aber der ist bei mir bislang untergegangen. Außerdem ist es doch unterm Strich völlig egal ob man nun angestellt oder selbstständig ist. Der Verband soll die Interessen eines Berufsstandes vertreten und m.E. wird da noch vielzusehr das Buhlen um Mitglieder und Feindseligkeiten untereinander in den Vordergrund gestellt. Würden mal alle an einem Strang ziehen, Öffentlichkeitsarbeit betreiben, Qualitätsmanagement und eine geregelte Ausbildung/Ausbildungsinhalte durchsetzen und zwar gemeinsam FÜR den Heilpraktiker, dann hätten Leute wie ein gewisser Herr Bublath auch überhaupt nichts zu sagen. Gut, hatte er ja eh nicht, aber das wäre beispielsweise ein Anlass gewesen um eine gemeinsame Front zu bilden und Stärke zu demonstrieren. Aber jetzt scheinen alle froh zu sein, dass Gras über die Sache gewachsen ist und keiner mehr meckert ;-)
Was ich damit sagen will: die Verbände, und zwar ganz egal welcher, können nur so gut sein, wie ihre Mitglieder (es fordern!)
Und wenn sich schon mal überhaupt keiner für die Verbände und das was sie leisten interessiert, ist klar, dass Verbände eben von Selbstdarstellern regiert werden
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