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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Therapie somatoformer Erkrankungen in der HPP-Praxis



Hildegard
12.11.07, 23:43
Hallo,

habe in einer Fachzeitschrift diese wirklich gute Zusammenstellung von Therapiezielen und Bausteinen verhaltenstherapeutisch orientierter Psychotherapie gefunden. Passt diese Woche auch zum Chatthema von Kai:D

1. Ziele der Psychotherapie somatoformer Störungen:

• Ein realistisches Bild von körperlicher Gesundheit entwickeln, körperliche Missempfindungen von Krankheitssymptomen unterscheiden lernen.
• Somatisches Krankheitsverständnis in Richtung psychosomatischem Erklärungsmodell erweitern
• Psychosomatische Begriffe wie Belastung, Überforderung und Stress im Krankheitsverständnis etablieren.
• Verantwortlichen Umgang mit den eigenen körperlichen und psychischen Belastungsgrenzen erlernen.
• Förderung des Interesses an der Umwelt, Reduktion der Aufmerksamkeit auf körperliche Vorgänge
• Erreichen höchstmöglicher Lebensqualität, auch bei Fortbestehen der Beschwerden
• Verhinderung von Chronifizierung und Selbstschädigung durch wiederholte Diagnostik und riskante Therapien

2. Verhaltenstherapeutische Bausteine in der Therapie somatoformer Störungen

Schritt 1:

Aufbau einer therapeutischen Beziehung, Diagnostik; Klärung der Behandlungserfahrung und Ausgangsmotivation; Vereinbarung einer zunächst befristeten Behandlungsdauer.

Schritt 2:

Einfluss von Stress auf das Körperliche Befinden; Einfluss von körperlichen Beschwerden auf das Stresserleben; Ableitung eines Behandlungsrationales( z.B. Stressbewältigungstraining; Erlernen eines Entspannungsverfahrens); Durchführung der Intervention

Schritt 3:

Demonstration von Aufschaukelungsprozessen zwischen Körpermissempfindungen und Aufmerksamkeitsfokussierung; Ableitung und Durchführung eines Behandlungsrationales zur kontrollierten Aufmerksamkeitslenkung auf äußere sensorische Reize

Schritt 4:

Kognitive Ansatze z.B. Aufbau neutralisierender Bewertungsprozesse, Entkatastrophisierung von Körperempfindungen, weitere kognitive Umstrukturierungen

Schritt 5:

Reduktion von Schon- und Vermeidungsverhalten; Aufbau eines adäquaten Belastungsverhaltens (Theoretischer Hintergrund; Demonstration des Aufschaukelungsprozesses zwischen Schonverhalten, Verringerung der körperlichen Belastbarkeit, Erhöhung der Wahrscheinlichkeit, körperliche Missempfindungen wahrzunehmen, usw.)

Schritt 6:

Aufbau eines angemessenen Inanspruchnahmeverhaltens

Schritt 7:

Erstellung eines Gesamtmodells zur Erklärung von Einflussfaktoren auf Körpermissempfindungen

Zitat aus der Fachzeitschrift: DNP Der Neurologe & Psychiater Heft November 2007 S. 30