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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Persönlichkeitspsychologie nach Riemann



Christian
31.03.06, 13:56
Die im Anhang gezeigte Grafik zeigt vier seelische Grundkräfte, die nach Fritz Riemnann in jedem Menschen wirken.

Riemann (1902 bis 1979) war Mitbegründer des Instituts für psychologische Forschung und Psychotherapie in München. Seine Arbeit über die Grundkräfte einer Persönlichkeit zählt zum Lehrstoff im Psychologiestudium und des Instituts für Musiktherapie der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg.

Fritz Riemann war es wichtig, dass es sich bei den Grundrichtungen nur um idealtypische Abstraktionen handelt, die so nicht in der Realität existieren. Vielmehr geht es um Grund-Kräfte die in bestimmten Lebenssituationen in verschiedenen Kombinationen, Abstufungen und Richtungen wirken.

Die Grafik zeigt die positive Seite der Kräfte und die Auswirkungen bei einem Übermass einer der Kräfte.

Kritik: In sich geschlossene Persönlichkeitslehren sind zu einseitig, unbeweglich und viel zu verallgemeinernd.

gila
31.03.06, 19:09
Lieber Christian,

vielen Dank fuer den Anhang!
Natuerlich sind die Grundrichtungen schematisiert, dennoch finde ich sie nicht Realitaetsfremd.
Besonders nuetzlich sind sie als Erster Anhaltspunkt ( Eindruck ), auch bei einem Anamnesegespraech, denn alles was im Erscheinungsbild, als " Ueberschuss" zutage kommt, spiegelt sich dann auch in den Physischen Ebenen/ Blockaden/ Stoerungen/ aus dem Gleichgewicht geraten etc.wieder.

Ganz besonders wichtig ist das fuer mich persoenlich, in der Auswahl eines Homoeopathika, bei der entscheidend sein kann, in welchem emotionalem Ungleichgewicht sich der Patient befindet. Da auch die Homoeopathie, nach dem "Zwiebelprinzip" arbeitet ( ein um die andere Schicht, bis in die Tiefe )
ist es von groesster Bedeutung, denn wenn der Patient die emotionale Resistenz nicht loslassen kann, dann kann ich als Therapeut gruen und blau werden und es passiert in den untersten Schichten nicht viel.

Im Gegenteil, ich wuerde ihm nichts Gutes tun, wenn ich versuchen wuerde ihn in die Tiefe zu schicken, ohne vorher die Bruecken zu bauen, damit sein
Gesundungsprozess nicht in passiver Form ablaeuft und er die Homoeopathische Erstverschlechterung nicht als " Strafe" empfindet, sondern als unausweichlichen positiven Schritt, der Genesung entgegen.

Ich weiss das Dir die Homoeopathie nicht zusagt, aber das macht nichts, denn Dein Studium ist sehr interessant fuer mich, denn ich denke das:

Man ist kein guter Homoeopath sein kann, wenn man kein guter Psychologe ist.

Liebe Gruesse
Gila

Christian
02.04.06, 13:24
Liebe Gila,

Deine Erfahrung mit diesem Kräftemodell kann ich bestätigen durch seine Beliebtheit bei psychiatrisch Tätigen. Ich glaube, das "verführerische" daran ist, neben den von Dir genannten Vorteilen, die Kompass-Natur. Es sind also auch feinere Gradwanderungen und Wechselwirkungen der Antriebe berücksichtig und dabei wird auch immer gleichzeitig deutlich wie sich ein Kurs auf die anderen Kurse (Bedürfnis-Lagen) auswirkt. Der Vorteil ist, dass unabhängig von der jeweiligen therapeutischen Schule dieses Modell als ein Bestandteil der Anamneseerhebung relativ neutral ist und die Diagnose und Therapieform nicht ungewollt beeinflusst. Es kann also sowohl in der Kognitiven Verhaltenstherapie wie auch in mehr analytischen, aufdeckenden Verfahren für den ersten Eindruck "funktionieren". Ich finde es immer wieder interessant und etwas beunruhigend wie die Anamneseerhebung in der Psychotherapie in ihren Schwerpunkten doch auch von der therapeutischen Denkschule des Fragenden mit beeinflusst wird. Bei Riemann aber, obwohl er sich doch der Tiefenpsychologie verschrieben hatte, ist so eine Gefahr nicht so sehr gegeben.

Interessant finde ich auch, dass Du dieses Modell auch bei homöopathischen Verfahren berücksichtigst. Wird denn dieses Modell auch in der HP Ausbildung in diesem Zusammenhang vermittelt?

Na, ja…mit den Schichten ist es so eine Sache, glaube ich. Wie weit will ein Mensch da gehen, was kann er aushalten und was hilft noch oder schon nicht mehr? Mein Eindruck ist der, dass ein beträchtlicher Teil der Hilfesuchenden mehr ganz praktisch bewältigungsorientiert und weniger klärungsmotiviert ist. Ich glaube inzwischen, dass die Menschen so unterschiedlich sind so dass auch nur von dem Einzelnen ausgegangen werden kann. Je nach dem was er an Motivation und Vorstellungen mitbringt. Die Konfrontation mit Bedeutungen und die Klärungen als ein therapeutisches Wirkprinzip, helfen wohl leider nicht jedem. Die Konsequenz daraus wäre für mich, wenn ich diesen Beruf ausüben werde, entweder auf einen nicht klärungsmotivierten Patienten zu verzichten oder die konkreten bewältigungsorientierten Motivationen in einer mehr verhaltenstherapeutischen Zusammenarbeit mit dem Patienten zu nutzen. Letzteres als alleinigen Ansatz wird mir wohl sehr schwer fallen. :-)

Liebe Grüße und ein schönen Sonntag wünscht

Christian

gila
02.04.06, 17:38
Lieber Christian,

vorrangig moechte ich Dir beantworten, ob dieses Modell auch in der HP Ausbildung so vermittelt wird.

Ich habe bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht die geringste Ahnung, denn diese Kapitel erwarten mich noch und ich bin sehr gespannt auf sie.

Ich habe mich allerdings, ausser meinem HP Studium, sehr viel mit Psychologie beschaeftigt und habe das Glueck und die Freude, sehr viel, mit Menschen zu arbeiten/ gearbeitet zu.haben.

Das macht aus mir keinen Psychologen, aber einen sehr aufmerksamen, neue Wege Suchenden und vor allem einen sehr Realitaetsnahen Menschen, der staendig neugierig ist und seine Arbeit sehr ernst nimmt.

Ich unterstreiche deswegen noch einmal, dass es fuer mich unauslaesslich ist, mich eingehend mit der Psyche und dem Koerper meines Patienten zu beschaeftigen, um ihm in der " Ganzheitlichen Betrachtung" so nahe wie moeglich zu kommen. Anschliessend muss ich natuerlich abwaegen ob- und wann, ein Patient in der Lage ist, Lernprozesse zuzulassen oder ob er noch Zeit braucht und deswegen " leider " die Physische Ebene",
weiterhin "benutzen" muss.

Rezepte des Verhaltens gibt es nicht, aber es gibt die Chance, des Zuhoerens und in ihm liegt das Mittel der Wahl.

In der Geschichte des Patienten, liegt das Geheimnis aber auch die Loesung.
Die Psychische Disposition, ebnet das Terrain, fuer die Physische Empfaenglichkeit, waehrend das Empfangene seinerseits, eine neue psychische Disposition in Gange setzt. Geht es in diesem Kreislauf weiter, haben wir die Verchronifizierung, sei es nun Psychisch oder Physisch.

Auch das Durchbrechen, eines solchen Kreislauf, kann als sehr schmerzhaft empfunden werden, wenn der Patient seine " Pathologien noch braucht" weil sie die einzigste Sicherheit fuer ihn darstellen.

Deswegen ist es sehr wichtig fuer mich zu verstehen, wann und auf welche Art ich meinen Patienten anleiten kann, die eine oder andere Art der Hilfe zu suchen und zuzulassen. Auch Homoeopathika schaffen ihr eigenes Terrain, weil sie aus einem ganz Besonderen entstehen und deshalb werde ich es immer beruecksichtigen muessen.

Genauso wuerde ich einem Patienten nie zu einer " Alternativen " Behandlung raten, wenn ich das Gefuehl haette, dass er sich selbst oder vielleicht mich auf die Probe stellen will. ( Das waere streng genommen, schon ein Hinweis auf eine Stoerung, d.h ein nicht vertraut sein, mit dem eigenen Aggressivitaetspotential ) ( Unterbwusst will er, dass einer von uns beiden auf der Strecke bleibt und das hat mit seiner Lebensgeschichte zutun) Nicht alles ist immer gut fuer alle und zu jedem Moment.


Ich stimme mit Dir ueberein, das die Denkschule des Therapeuten, die Anamnese und dann den ganzen Weg mitbestimmt.
Abgesehen von einer professionellen Neutralitaet, ist das meiner Meinung nach, unvermeidlich. Doch alle Patienten die bei uns bleiben und die wir annehmen, spiegeln irgendwo ein Stueck unser selbst wieder und wir sie. Ansonsten kannst Du sicher sein, dass sie beim Zweiten Termin, nicht erscheinen.

In Deinem Beruf besonders, deshalb musst Du Dich auch noch besser schuetzen, sonst ist die Gefahr fuer alle beide sehr gross, das Verstrickungen entstehen und Du anschleissend auf der " Couch" bei Deinem Patienten liegst.

Das war etwas ueberspitzt und ich wollte mir nicht anmassen, Dir irgendwelche Lektionen zu erteilen. ( Du weisst bestimmt was ich meine )

Gluecklicherweise, haben wir heute die Moeglichkeit, eine sehr dynamische Therapieform zu waehlen, ohne dass der Patient immer nachschauen muss, ob der Therapeut nun schon schlaeft oder vielleicht gar nicht mehr im Zimmer ist.

So und um nun der ganzen Sache gerecht zu werden, muessen wir auch an unsere persoenlichen Dispositionen denken. Sie fuehren unweigerlich, mehr oder minder, zu Identifizierungsprozessen, welche Teil unserer Geschichte sind.
Die Wahrheit ist doch, das jeder der einen solchen Beruf waehlt, sei es nun HP oder Deinen, ( ich sehe da keinen Unterschied, nur die unterschieliche Wahl, der " Medizin ) genuegend persoenliche Geschichte hat, um in ihm eine Moeglichkeit zu erkennen, ueber die Hilfe fuer andere, sich auch selbst zu helfen.

Das ist in sich ein guter Motor, kann aber auch Grund einer Abberation werden. Als Erstes sollten wir unserer eigener Patienten sein, der sich staendig bemueht, sich zu heilen ( unabhaengig von unseren Patienten )! Nur so wachsen wir mit unseren Patienten und nicht durch unsere Patienten.

Ich freue mich Christian, in Dir einen Gespraechspartner gefunden zu haben.
Ich empfinde diesen Austausch als bereichernd und freue mich auf viele andere.

Hab vielen Dank fuer Deine Antwort.

Liebe Gruesse Gila

Christian
03.04.06, 12:31
Liebe Gila,

vielen Dank für Deine anregende Antwort.

Du sprichst viele Punkte an, die mich auch schon beschäftigen. Sind wirklich sehr viele Punkte jetzt. :-)

In der Theorie sind sie mir ja auch klar und bewusst. Die Psychodynamik hinter dem Krankheitsgewinn, die Beziehung zwischen Patienten und Therapeuten mit ihren Übertragungen und den problematischen Gegenübertragungen, die sogenannten Widerstände, die bewussten und unbewussten Manipulationsversuche eines Patienten oder eines Therapeuten, die Problematik des Helfenden in seinen Motivation mit ihren guten und möglichen schädlichen Auswirkungen in der therapeutischen Beziehung, die Vorteile und die Gefahren der Identifikation des Therapeuten mit dem seelischen Leiden und dem Patienten.

Leider habe ich ja bisher keine besonderen praktischen Erfahrungen sammeln können und ich weiß daher auch nicht, wie es mir ergeht und wo ich in der Praxis dann besonders viel lernen und mich entwickeln muss, wo ich Probleme haben werde und wo meine Stärken sein werden. Probleme habe ich mit den "dunklen Seiten" von Menschen; mit Rachestrategien des Erkrankten gegenüber anderen. Das weiß ich von mir inzwischen. Wahrscheinlich müsste ich mich da sehr bemühen einen Patienten nicht doch abzulehnen. Liegt wohl an meiner eigenen "dunkeln Seite" die ich nicht akzeptieren kann :-))

Du schreibst: "In Deinem Beruf besonders, deshalb musst Du Dich auch noch besser schuetzen, sonst ist die Gefahr fuer alle beide sehr gross, das Verstrickungen entstehen und Du anschleissend auf der " Couch" bei Deinem Patienten liegst."

:-) Oh je, da hätte ich ja dann wohl so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann.

Mir stellt sich die Frage, was denn praktikabel ist: da kommt ein Mensch und hat ein seelisches Problem ……wie wäre es zB. mit Prüfungsangst? Nun könnte man ja beginnen die Psychodynamik und die unbewussten Bedeutungen hinter dieser Angst zusammen mit dem Patienten zu klären. Mit allen Konsequenzen für den Patienten in seinen Beziehungen und beim Durchleben von alten Schmerzen und den Umwälzungen und Anstrengungen eine andere, eigene Wahrheit zu finden an deren Ende dann (vielleicht!!!) die positive Veränderung steht. Würde ich auch für einen sehr guten Weg halten. Geradezu ideal nach meinem Verständnis. Aber unter 2 x 25 Sitzungen ist das doch nicht möglich. Das würde doch sehr weit gehen und auch zunächst alles noch schwerer und anstrengender für den Patienten werden.

Noch eine Überlegung dazu, die sicher auch für den Patienten eine Rolle spielt: Der Patient bezahlt das dann auch aus der eigenen Tasche (abgesehen von den wenigen Ausnahmen von privat Versicherten, die 25 Sitzungen erstattet bekommen können in einigen Fällen) und er will eigentlich nur irgendwie mit der Angst umgehen können, so dass er Prüfungssituationen bewältigen kann.

Kurz gesagt: ich glaube auch, das der tiefenpsychologische Ansatz mit der Kenntnis der Biographie zum Verstehen des Patienten durch den Therapeuten notwendig ist. Eine vorsichtige Konfrontation des Patienten mit dem Unbewussten und das Anbieten von Deutungen bedürfen nach meiner Meinung einer besonderen Einwilligung und der besonderen Motivation und auch Begabung des Patienten, weil diese Klärung der Bedeutungen als Wirkprinzip der nebenwirkungsreichere Weg ist, als der Weg den Verfahren mit anderen Wirkschwerpunkten gehen. Mit Nebenwirkungen meine ich zum einen die seelischen Nebenwirkungen und die Dauer der Therapie für den Patienten.

Ich stelle mir vor, dass es doch grundsätzlich dann am sinnvollsten ist, mit den weniger nebenwirkungsreichen Wirkprinzipien zu beginnen und zu schauen, was im Einzelfall hilft. Das wären für mich die Stärkung der Bewältigungskompetenz, die Ressourcenaktivierung und die Problemaktualisierung durch reale Erfahrung. Wenn der Patient dann im Verlauf der Therapie doch noch beginnt auch Fragen nach den Sinnbezügen seiner erlebten Angst zu stellen („Warum fühle ich so wie ich fühle?“) , dann steht der Klärung von Bedeutungen auch nichts mehr viel im Wege, meine ich.

Hier auch ein Link zu einem Referat von Klaus Grawe, zu den allgemeinen therapeutischen Wirkprinzipien. http://www.psychotherapie.org/klaus/ref-grawe.html

Ich finde, die grundsätzlichen Überlegungen zu dem was hilft (ungeachtet der Schule) sehr wegweisend, weil sie weg führen von einer Zwangsjacke einer bestimmten Therapieform und weil diese Überlegungen wirklich nur auf den Patienten gerichtet sind.

Lang geworden :-)) Muss jetzt schnell wieder arbeiten!

Liebe Grüße

Christian

gila
03.04.06, 13:40
Lieber Christian,

schoen, dass es so lang geworden ist!

Deine Staerke wird darin liegen, dass Du sie suchst und Deine Schwaechen anerkennst und grosszuegig mit Dir umgehst.

In der Aera des Konsumismus, sind auch Patienten geneigt ihre Therapeuten zu verschlingen und erwarten, das man ihnen ein Modell auf die Theke legt, welches zum Sofort-Verbrauch nuetzlich ist und wirkt, ohne viel Eigenarbeit zu leisten.

Ich glaube, dass man nach einem Erstgespraech ( Anamnese ) sehr schnell verstanden hat, mit wem man es zu tun hat und in welche Richtung diese Therapie gehen soll. Natuerlich muss man den Patienten darauf hinweisen, dass dieser Weg von ihm beschritten werden muss und das man auf diesem spannendem Pfad, ein Begleiter ist. Er muss Verantwortung uebernehmen wollen und nicht denken, dass Du eine Patentloesung in der rechten Hosentasche hast, die bei Bedarf herausgeholt wird.

Um bei Deinem Beispiel der Pruefungsangst zu bleiben.

]Ich stelle mir vor, dass es doch grundsätzlich dann am sinnvollsten ist, mit den weniger nebenwirkungsreichen Wirkprinzipien zu beginnen und zu schauen, was im Einzelfall hilft. Das wären für mich die Stärkung der Bewältigungskompetenz, die Ressourcenaktivierung und die Problemaktualisierung durch reale Erfahrung. Wenn der Patient dann im Verlauf der Therapie doch noch beginnt auch Fragen nach den Sinnbezügen seiner erlebten Angst zu stellen („Warum fühle ich so wie ich fühle?“) , dann steht der Klärung von Bedeutungen auch nichts mehr viel im Wege, meine ich.[/B]

Ich stimme Deinen Aussagen zu, denn nur von der Oberflaeche in die Tiefe, kann man feststellen ( kann der Patient feststellen ) wieviel der Patient aushaelt und wo sich Resistenzen bemerkbar machen.
Will ich einen Patienten fit machen, der in 4 Wochen eine Pruefung hat und mit seiner Angst nicht fertig wird, dann habe ich in diesem Moment, genuegende therapeutische Strategie-Modelle, um ihm auf die Beine zu helfen.
Es ist, als wenn man einen Stock benoetigt, waehrend man ein eingegipstes Bein hat. Das ist zeitbegrenzt, aber um den Muskel wieder aufzubauen, da braucht man eine Physiotherapie!

Nichts desto Trotz, muss er darauf hingewiesen werden, dass auch seine Angst, eine unterbewusste Eigenstrategie ist, um Konfliktsituationen nicht bewaeltigen zu wollen. Denn " Pruefungsangst" bedeutet auch " Angst zu pruefen", " Angst sich zu ueberpruefen ", " die Pruefung der Angst"!

Denn wenn "diese" Angst, nur symbolisch fuer andere Aengste an die Oberflaeche geriet ( Beziehungsaengste, Sexualsphaere, Ueberlebensangst, Krankheitsangst usw.) dann wird schnell klar, dass wir dem Patienten zwar einen Gefallen tun, wenn wir ihm die diese Pruefungsangst nehmen konnten, doch auf laengere Sicht gesehen, haben wir nur Platz gemacht, bis ein neuer Druck entsteht. Auch das kann eine " Therapeutische Strategie " sein, um ihm zu ermoeglichen, den neuen Druck, erneut zu spueren, damit irgendwann der Moment kommt, an dem es explodiert.

Wenn dem Patienten das klar wird, dann wird er das Verlangen haben, nach seiner Pruefung eine tiefergehende Therapieform fuer sich zu wollen.

Sicher spielt die finanzielle Sache eine Rolle. doch auch hier sind wir beim Thema. " Wieviel sind sie sich wert, Herr/Frau Patient?"

Bezahlung bedeutet in diesem Fall auf der einen Seite, dass der Patient gewillt ist Arbeit an sich zu leisten und zum Zweiten, die Bezahlung dient, um den Therapeuten aus der Rolle der "privaten Anteilnahme", zu entlassen.

( Du beobachtest Tag taeglich, dass Menschen sich im Rausch des Schlussverkaufs, wie verrueckt verhalten, nur um mit dem allerletzten Schnaeppchen zu glaenzen. Das Schnaeppchen ist nur der Ausdruck, ihrer inneren Frustration, den unterbewussten Wettbewerbbskampf, um die Erhaschung der Liebe ihrer Eltern, den sie schon lange gegen einen Bruder, Schwester, Tante etc. verloren haben und nun ihre Leere somit ausfuellen ).
Beobachte, wieviel Streit es in Familien gibt, wenn es um das Erbe geht!

Im Gegensatz zu meinem Beispiel, denken viele, das billige Ware schlecht ist, weil sie wenig kostet.

Also muessen wir dafuer sorgen, dass ein Patient versteht, dass Bezahlung nicht eine Ware ist fuer die man eine Gegenware bekommt, sondern das es der Einsatz ist, mit dem man honoriert, sich- und den Therapeuten.

Ich finde, die grundsätzlichen Überlegungen zu dem was hilft (ungeachtet der Schule) sehr wegweisend, weil sie weg führen von einer Zwangsjacke einer bestimmten Therapieform und weil diese Überlegungen wirklich nur auf den Patienten gerichtet sind.

Auch hier, kann ich nur unterschreiben was Du denkst.
Am wichtigsten ist und bleibt, das WIR uns immer wieder ueberpruefen/weiterbilden/lernen usw., um UNS keine Zwangsjacke anzulegen und dementsprechend frei und befreiend, unseren Patienten begegnen koennen.

So, dass ist nun auch lang geworden, aber virtuelles Papier ist geduldig und wir haben uns mindestens, eine Tasse wunderbaren Kaffee verdient.

Ich wuensche Dir einen schoenen Arbeitstag und bis zum naechsten Mal

Liebe Gruesse Gila:)

P.S Die dunklen Seiten unseres Lebens, muessen wir lernen zu akzeptieren, sie zu erforschen.
Sie sind wertvoller als wir denken, denn nur in der staendigen Konfrontation mit ihnen, lernen
wir, uns in ihren Gegensaetzen zu identifizieren. Schande wird es nur, wenn wir ihnen eine
Domaene einrichten. In schwachen und schwarzen Stunden des Lebens, bedarf es keiner
Rechtfertigung, eher der Kraft, sich selbst zu verzeihen.

gila
04.04.06, 21:01
Lieber Christian,

falls Du neben Deinem Studium noch Zeit findest, moechte ich Dir ein Buch vorschlagen.

Axel Brauns, " Buntschatten und Fledermaeuse", Leben in einer anderen Welt.
( Hoffmann und Campe )

" Das Leben im Autismus ist eine miserable Vorbereitung fuer das Leben in einer Welt ohne Autismus. Die Hoeflichkeit hat viele Naepfchen aufgestellt, in die man treten kann. Autisten sind Meister darin, keines auszulassen. )
Axel Brauns, Kindheit und Jugend als Autist.

Endlich eine Pathologie, beschrieben aus Erster Hand. Fuer alle eine Moeglichkeit zu verstehen, wieviel Genialitaet und Poesie, sich in den angeblich mentalen Krankheiten/Stoerungen verbirgt.

Ich empfand das Lesen dieses Buches, als eine Streicheleinheit, seiner und meiner Seele.

Vielleicht hast Du Lust es zu lesen.

Liebe Gruesse Gila

Christian
05.04.06, 08:42
Liebe Gila,

vielen Dank für Deinen Literaturhinweis. Interessant für mich und ich kenne das Buch auch bisher nicht. Habe es mir notiert und werde es wenn ich die gerade 2 anderen angefangenen Bücher geschafft habe auch lesen.

Bücher, Bilder, Musik und andere Werke von "Betroffenen" sind wohl die authentischsten Quellen für das Verständnis von seelischen Leiden.

Lieben Dank und herzliche Grüße

Christian

gila
05.04.06, 08:52
Liebe Gila,

vielen Dank für Deinen Literaturhinweis. Interessant für mich und ich kenne das Buch auch bisher nicht. Habe es mir notiert und werde es wenn ich die gerade 2 anderen angefangenen Bücher geschafft habe auch lesen.

Bücher, Bilder, Musik und andere Werke von "Betroffenen" sind wohl die authentischsten Quellen für das Verständnis von seelischen Leiden.

Lieben Dank und herzliche Grüße

Christian

Nur wer sich vor ihnen nicht fuerchtet, wird sie verstehen!

Liebe Gruesse Gila

gila
28.04.07, 21:21
Es wuerde mir Freude bereiten, wenn ich erfahren wuerde, dass es Christian gut geht.
Ich habe mich gerne mit ihm unterhalten und es war bereichernd.

Gila

Möthi
28.04.07, 21:26
Send him an e-mail *sing*

http://www.cosgan.de/images/midi/haushalt/k030.gif

gila
28.04.07, 21:28
Send him an e-mail *sing*

http://www.cosgan.de/images/midi/haushalt/k030.gif

Danke Moethi, gute Idee :)

Gila

Möthi
28.04.07, 21:33
Danke Moethi, gute Idee :)

Gila

Nicht verzagen,
Möthi fragen!

http://www.cosgan.de/images/midi/liebe/g050.gif

gila
28.04.07, 21:34
Nicht verzagen,
Möthi fragen!

http://www.cosgan.de/images/midi/liebe/g050.gif

.................na und nen paar nette Bluemchen sind in der Beratung auch mit inbegriffen.
Was will man mehr vom Leben???? ;)

Gila

Hildegard
28.04.07, 22:45
Ja Gila, habe eure Beiträge von "damals" mal durchgelesen, sehr interessant!!

Das würd mich doch glatt auch interessieren, was Christian jetzt so macht und ob er schon praktiziert. Vielleicht meldet es sch ja noch mal!:) Dann würd ich mit einsteigen in die Diskussion, das sind wirklich wichtige Themen, die ihr angesprochen habt...

Liebe Grüße:)

Hildegard

eule61
28.04.07, 23:02
gugguggs... ich bastel hier gerade an ner Info-Veranstaltung zum Thema LRS (ICD-10 F81.0) und such nach neuesten Erkenntnissen bei der Ursachenforschung. Bislang gilt nach meinem Kenntnisstand: Ursache ist multifaktorielles Modell aus genetischer Disposition mit Auswirkung auf auditive und visuelle Wahrnehmung in Kombination mit Umweltfaktoren. Weiß jemand noch was Neues? Gruß von ner immer neugierigen eule :)

eule61
28.04.07, 23:04
äh.. ggf. auch neue Therapie-Erkenntnisse...? Hildegard vielleicht? Oder sonst wer Schlaues? :)

Christian
29.04.07, 15:28
Vielen Dank für die Nachfrage. Freut mich! Ich bin leider länger krank gewesen und noch nicht "durch". Herzneurose. Das hat mich gezwungen mich mit mir zu beschäftigen. Ich glaube, es ist nicht richtig ein Psychotherapeut zu werden, wenn ich selber seelisch erkrankt bin.

Ich wünsche Euch alles Gute und Liebe

Christian

gila
29.04.07, 15:43
Vielen Dank für die Nachfrage. Freut mich! Ich bin leider länger krank gewesen und noch nicht "durch". Herzneurose. Das hat mich gezwungen mich mit mir zu beschäftigen. Ich glaube, es ist nicht richtig ein Psychotherapeut zu werden, wenn ich selber seelisch erkrankt bin.

Ich wünsche Euch alles Gute und Liebe

Christian

Hallo Christian :)

Vielen Dank, dass du ein Lebenszeichen von dir gegeben hast.
Es tut mir leid, dass es dir nicht gut geht und es ist gut, dass du nun mehr an dich gedacht hast.

Ob es richtig ist, Psychotherapeut zu werden, wenn man selber die dunkleren Furchen seiner selbst erlebt, weiss ich nicht.
Ich bin mir aber sehr sicher, dass wenn du einen Weg fuer dich sehen solltest es doch zu realisieren, ein guter Therapeut wirst und bist, weil du das " Buch des Lebens " nicht verschlungen hast, sondern den Mut hattest/hast dir die vielen Kapitel naeher anzusehen.

Ich wuensche dir alles Gute...........und wenn du Lust hast........weisst ja, wo du uns finden kannst.

Liebe Gruesse Gila

Möthi
29.04.07, 17:14
Danke Moethi, gute Idee :)

Gila

Na, scheint doch geklappt zu haben. Schade, dass es ihm nicht gut geht ... da wünsche ich alles Liebe und Gute, baldige Genesung!

http://www.cosgan.de/images/smilie/muede/s040.gif

Have a nice day!
Der Möthi

gila
29.04.07, 17:17
Na, scheint doch geklappt zu haben. Schade, dass es ihm nicht gut geht ... da wünsche ich alles Liebe und Gute, baldige Genesung!

http://www.cosgan.de/images/smilie/muede/s040.gif

Have a nice day!
Der Möthi

Ja Moethi, dass tut mir auch leid, aber er kommt wieder auf die Beine. Da bin ich mir ganz sicher :)

Gila

eule61
29.04.07, 18:10
Christian... Ich glaube immer noch, ein guter Therapeut entspringt nicht dem Lehrbuch und dem Anspruch an Perfektionismus, sondern hat sein Inneres Kind kennen- und lieben gelernt, auch wenn der Weg dahin gelegentlich mühsam war und ist... Drum nutz, was das Leben Dich lehrt - und werd genau DARUM und DAMIT ein guter Therapeut :) Lieben Gruß, eule

Hildegard
30.04.07, 16:15
Vielen Dank für die Nachfrage. Freut mich! Ich bin leider länger krank gewesen und noch nicht "durch". Herzneurose. Das hat mich gezwungen mich mit mir zu beschäftigen. Ich glaube, es ist nicht richtig ein Psychotherapeut zu werden, wenn ich selber seelisch erkrankt bin.

Ich wünsche Euch alles Gute und Liebe

Christian

Hallo Christian, ich möchte gerne auch noch antworten auf deinen Beitrag:

Wenn du noch nicht "durch" bist, wie du schreibst, ist das aktive Praktizieren als Psychotherapeut wirklich schwierig -

aber wenn du deine Herzneurose in den Griff bekommen hast, dann solltest du unbedingt dein berufliches Ziel wieder ins Auge fassen. Denn dann hast du vielen "studierten" Psychotherapeuten etwas entscheidendes voraus - du weißt wie es sich "anfühlt" was deine Klienten durchleben und dann wirst du einen guten Zugang finden zu deinen Klienten und du wirst durch dein persönliches Beispiel auch Mut machen.

Ich sage dir das, weil ich diese Erfahrung persönlich gemacht habe, nach drei Herzoperationen und schweren Panikattacken im Vorfeld der letzten großen OP vor Jahren war ich eine ganze Zeit unfähig Auto zu fahren, eine weitere Ausbildung oder gar Tätigkeit als HPP wäre damals undenkbar für mich gewesen. Aber ich habe es geschafft die Angsterkrankung in den Griff zu bekommen, habe sogar die HP -Prüfung irgendwie überstanden und bin jetzt sehr glücklich in dem Bereich praktizieren zu können. Erst heute morgen hat mir ein Klient gesagt, der 13 Jahre der letzten 17 Jahre stationär in psychosomatischen Kliniken verbracht hat(schwere Depressionen/Panikattacken). "Sie sind so anders als die studierten Herrn Psychologen, die ich im Laufe meines Lebens kennengelernt habe!" Ich habs einfach mal als Kompliment genommen;)

Und das wirst du auch können- ich drücke dir die Daumen, ich hoffe wir hören noch von Dir!

Ganz liebe Grüße

Hildegard

P.S. das war jetzt zwar ziemlich persönlich, aber es ist mir wichtig dir das zu erzählen.

eule61
01.05.07, 06:17
Hallo Christian, ich möchte gerne auch noch antworten auf deinen Beitrag:

Wenn du noch nicht "durch" bist, wie du schreibst, ist das aktive Praktizieren als Psychotherapeut wirklich schwierig -

aber wenn du deine Herzneurose in den Griff bekommen hast, dann solltest du unbedingt dein berufliches Ziel wieder ins Auge fassen. Denn dann hast du vielen "studierten" Psychotherapeuten etwas entscheidendes voraus - du weißt wie es sich "anfühlt" was deine Klienten durchleben und dann wirst du einen guten Zugang finden zu deinen Klienten und du wirst durch dein persönliches Beispiel auch Mut machen.

Ich sage dir das, weil ich diese Erfahrung persönlich gemacht habe, nach drei Herzoperationen und schweren Panikattacken im Vorfeld der letzten großen OP vor Jahren war ich eine ganze Zeit unfähig Auto zu fahren, eine weitere Ausbildung oder gar Tätigkeit als HPP wäre damals undenkbar für mich gewesen. Aber ich habe es geschafft die Angsterkrankung in den Griff zu bekommen, habe sogar die HP -Prüfung irgendwie überstanden und bin jetzt sehr glücklich in dem Bereich praktizieren zu können. Erst heute morgen hat mir ein Klient gesagt, der 13 Jahre der letzten 17 Jahre stationär in psychosomatischen Kliniken verbracht hat(schwere Depressionen/Panikattacken). "Sie sind so anders als die studierten Herrn Psychologen, die ich im Laufe meines Lebens kennengelernt habe!" Ich habs einfach mal als Kompliment genommen;)

Und das wirst du auch können- ich drücke dir die Daumen, ich hoffe wir hören noch von Dir!

Ganz liebe Grüße

Hildegard

P.S. das war jetzt zwar ziemlich persönlich, aber es ist mir wichtig dir das zu erzählen.

Genau das meinte ich... Es liegen oft Hinkelsteine auf dem eigenen Weg, aber wenn man sie gesehen und beseitigt hat, wird man authentisch. Wenn man sich selber verstanden und verziehen hat, sich selber aushalten, spüren und achten kann, kann man das Gegenüber mit seiner Problematik wertschätzen und sich einfühlen. Und das lernst net im Fachbuch, das lehren einen die eigenen Wunden und Narben...

Christian
01.05.07, 17:01
Ganz herzlichen Dank für Euren Zuspruch und Eure Gedanken!!!

Den Traum habe ich ja nicht ganz aufgegeben und es geht mir Dank guter Gespräche schon sehr viel besser. Mal sehen.

Interessante Erfahrungen mit Ärzten habe ich jetzt auch gemacht und vielleicht sind sie gerade auch hier interessant:

Diskutiere niemals mit einem streng schulmedizinisch arbeitenden Kardiologen, dass Du keine Herzkatheder-Untersuchung willst und glaubst, dass die Ursache für die Schmerzen seelischer Natur ist. Ich bin auch darauf gekommen, weil das Belastungs-EKG keine Auffälligkeiten gezeigt hat. Das habe ich aber erst auf meine drängende Nachfragen zu Gesicht bekommen und als Auskunft bekommen. Der Mann hat mir dann trotzdem weiter sehr große Angst gemacht und mich verhöhnt. Er hat mir dann eine Tütte mit völlig absurden Medikamenten mitgegeben (die habe ich dann entsorgt am gleichen abend). Dieser Arzt sagte mir zum Abschied, dass ich wahrscheinlich in kürze mit einem Infarkt zusammenbrechen werde und dann würde ich ja sehen wer Recht hat. Zum Glück war ich 3 Tage später noch bei einem mir bekannten Neurologen (und Menschen!!!) wegen der Muskelschmerzen und der hat mich unterstützt und mich ernst genommen. Ich habe dann (wohl doch mehr zur Sicherheit der Ärzte) eine MRT und eine CT vom Herzen und den Herzkranz-Gefässen machen lassen und: "Für einen Mann mit 50 recht wenig Ablagerungen! Keine Gefahr." Diese nicht so inversiven Untersuchungen zahlt die Kasse nicht. Den viel teureren und belastenderen Herzkatheder aber zahlen die gesetzlichen Kassen.

Von meiner Hausärztin (die mich ständig in belastende Untersuchengen drängte) habe ich mich auch getrennt. Sie sagte, die Befunde (MRT und CT) seien ja gar nicht aussagekräftig. Fast wirkte sie enttäuscht als sie den Befund las.

Ich fand das ganz interessant, wie man doch selber eine Ahnung (Gefühl) von seinem Körper im Zusammenspiel mit der Seele haben kann, seiner Selbstwahrnehmung auch trauen darf und wie wenig da einem Patienten zugehört wird.

Nochmals Danke für die liebe Wote und Gedanken. Darüber habe ich mich gefreut.

Viele Grüße

Christian

gila
01.05.07, 17:14
Ganz herzlichen Dank für Euren Zuspruch und Eure Gedanken!!!

Den Traum habe ich ja nicht ganz aufgegeben und es geht mir Dank guter Gespräche schon sehr viel besser. Mal sehen.

Interessante Erfahrungen mit Ärzten habe ich jetzt auch gemacht und vielleicht sind sie gerade auch hier interessant:

Diskutiere niemals mit einem streng schulmedizinisch arbeitenden Kardiologen, dass Du keine Herzkatheder-Untersuchung willst und glaubst, dass die Ursache für die Schmerzen seelischer Natur ist. Ich bin auch darauf gekommen, weil das Belastungs-EKG keine Auffälligkeiten gezeigt hat. Das habe ich aber erst auf meine drängende Nachfragen zu Gesicht bekommen und als Auskunft bekommen. Der Mann hat mir dann trotzdem weiter sehr große Angst gemacht und mich verhöhnt. Er hat mir dann eine Tütte mit völlig absurden Medikamenten mitgegeben (die habe ich dann entsorgt am gleichen abend). Dieser Arzt sagte mir zum Abschied, dass ich wahrscheinlich in kürze mit einem Infarkt zusammenbrechen werde und dann würde ich ja sehen wer Recht hat. Zum Glück war ich 3 Tage später noch bei einem mir bekannten Neurologen (und Menschen!!!) wegen der Muskelschmerzen und der hat mich unterstützt und mich ernst genommen. Ich habe dann (wohl doch mehr zur Sicherheit der Ärzte) eine MRT und eine CT vom Herzen und den Herzkranz-Gefässen machen lassen und: "Für einen Mann mit 50 recht wenig Ablagerungen! Keine Gefahr." Diese nicht so inversiven Untersuchungen zahlt die Kasse nicht. Den viel teureren und belastenderen Herzkatheder aber zahlen die gesetzlichen Kassen.

Von meiner Hausärztin (die mich ständig in belastende Untersuchengen drängte) habe ich mich auch getrennt. Sie sagte, die Befunde (MRT und CT) seien ja gar nicht aussagekräftig. Fast wirkte sie enttäuscht als sie den Befund las.

Ich fand das ganz interessant, wie man doch selber eine Ahnung (Gefühl) von seinem Körper im Zusammenspiel mit der Seele haben kann, seiner Selbstwahrnehmung auch trauen darf und wie wenig da einem Patienten zugehört wird.

Nochmals Danke für die liebe Wote und Gedanken. Darüber habe ich mich gefreut.

Viele Grüße

Christian

Lieber Christian :)

Ich freu mich grade mal ehrlich fuer dich.

" Krankheit als Chance " damit hast du es nun sehr genau genommen, aber auch gerade etwas ganz Wertvolles fuer dich getan.
Diesmal merke ich an deinem Beitrag, dass die Staerke wieder da ist und es kann gut weitergehen.

" Gehen lassen und nehmen koennen "

Gila