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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tagesklinik Psychotherapie?!?



Silvana
18.09.07, 17:58
Hallo an Alle,

also schon bevor ich die Prüfung in der Tasche hatte war mir irgendwie klar... nur ne Praxis ist dir zu wenig... also hab ich überlegt, was kann man tun oder was macht auch Sinn und da kam mir die Idee, eine Tagesklinik zu gründen/eröffnen um Klienten intensiver zur Verfügung zu stehen...

Wie ich darauf kam - als HP? Naja hier gibt es eine HP Osteopathie, die hat eine Tagesklinik... also scheint es theoretisch als HP möglich eine zu eröffnen ;)

Was hat meinen Wunsch erhärtet? Ich treibe mich ja noch in anderen Foren herum u. a. in einem für psychisch Kranke und dort ist wirklich die buchstäbliche Hölle los... vor allem Jugendliche, aber auch genug Erwachsene scheinen so dermassen mit Problemen, Sorgen, Ängsten, Traumata usw behaftet zu sein, dass mir mein Gedanke zu der Tagesklinik plötzlich noch viel realistischer vorkam... gerade viele Kids und Jugendliche sind so stark eingeschränkt, dass sie so oder so weder zur Schule gehen noch eine Ausbildung machen (um mal den Zeitfaktor anzusprechen). Ausserdem könnte man einen Beratungsbereich für die Eltern mit einbauen und falls ich Leute finden würde (ich rede hier allerdings von einem Zeitfenster ab 2010!), die da mit einsteigen wollten, dann kann man auch mehr machen und somit mehr helfen... denn ich glaube, was wirklich wichtig scheint ist eine adäquate psychologische Versorgung - nach Möglichkeit ohne Psychopharmaka (Naturheilmittel gehen ja auch, wenn sie gut abgestimmt sind...), welche scheinbar schon in regelrecht rauhen Mengen konsumiert werden... ausserdem scheinen viele sich in stationäre und ambulante Therapien regelrecht zu flüchten, wobei die stationären immer die Gefahr bergen, dass man aus diesem behüteten Gefüge kaum wieder raus findet!

Warum ich das hier alles aufschreibe? hmm ich wüsste einfach gerne mal wie realistisch ihr die Chancen seht, dass sowas Sinn macht und auch genutzt wird... ob es umsetzbar ist... und da ich mir noch keinerlei Gedanken über Abläufe gemacht habe... was ihr euch von einer Tagesklinik für Psychotherapie wünschen würdet, wenn ihr sie in Anspruch nehmen müsstet bzw auch aus Sicht des Therapeuten...

Liebe Grüße
Silvana

Pia
18.09.07, 18:11
Silvana, Deine Idee macht auf jede Fall Sinn.
Mit einer Tagesklinik kannst Du denen helfen, die eine intensivere Betreuung brauchen als Therapiestunden aber noch -oder wieder- ohne stationäre Aufnahme auskommen.
Ich sehe nur ein großes Problem bei den Kosten. Wer kann sich das leisten?
Die Krankenkassen zahlen doch sicher nur, wenn die Einrichtung von Ärzten / Psychotherapeuten geleitet wird.

Sylvia
18.09.07, 18:12
Ich finde die Idee total super und ich denke schon, dass da genug Bedarf ist. Ich frage mich allerdings, wer solch einen Aufenthalt in einer Tagesklinik bezahlen soll. Ob da die Privatpatienten eine Kostenerstattung bekommen? Sprich ich bin mir derzeit nicht sicher, ob da genug Kunden kommen würden, weil es ja doch dann mal nicht eben aus der Portokasse zu bezahlen ist.

Mopsi
18.09.07, 18:13
Hallo Silvana!

Die Idee an sich finde ich großartig. Bei uns in der Stadt gibt es "nur" eine psychiatrische Tagesklinik. Ich denke schon, dass eine Lücke in dieser Richtung besteht, denn in der Psychiatrischen Tagesklinik werden ja nur die leichteren der harten Fälle behandelt. So hätten die Menschen, für die nicht so gravierende Probleme haben, auch eine Anlaufstelle bei Dir.
Wie hast Du Dir die Finanzierung vorgestellt? Gesetzliche Krankenkassen übernehmen ja nur die schulmedizinischen Kosten, eine Krankenzusatzversicherung hat nicht jeder (und sobald jemand in psychologischer Behandlung ist, wird derjenige auch erst wieder fünf Jahre nach Behandlungsende aufgenommen). Spendenbasis ist zwar menschlich gutherzig, wird aber wahrscheinlich nicht besonders einträglich sein.
Aber vielleicht gibt es noch andere Möglichkeiten.

Und ich denke auch, dass wenn das Dein Weg ist, sich viele unerwartete "Zufälle" ergeben, die Dich weiterbringen. Ich drücke Dir die Daumen!

LG

Silvana
18.09.07, 18:40
Muss jetzt leider weg - aber ja an die Finanzierbarkeit habe ich auch schon gedacht - der große Haken an der Sache - leider... danke erstmal für das Feedback...

LG
Silvana

Spagyria
18.09.07, 18:43
Ich denke erst rennen Dir die Patienten die Bude ein, dann Du Deinem Geld hinterher.
Bei Tagesklinik denke ich an spontane Behandlung, ohne lange Terminabsprache, somit kommen dann Patienten, denen es momentan sehr schlecht geht, und dann ist ihnen das Geld egal und sie unterschreiben womoeglich alles. Spaeter haben sie sich beruhigt und realisieren dass sie das Geld garnicht haben. Und dann?
Gesetzliche Kassen kommen icht dafuer auf, private nur teilweise, die Beihilfestelle zahlt psychologische Behandlungen nur wenn sie von Aerzten oder Psychotherapeuten ausgefuehrt werden.

????
19.09.07, 10:30
ich hab auch mal wegen eine HP-Klinik überlegt, allerdinsg eher Theoretisch im Rahmen der Gesetzeskunde, dass es rein theoretisch auch für einen HP möglich wäre eine Klinik aufzumachen. Allerdings ist schnell klar, das das eher so ein Schicki-Micki-Laden sein müsste für jene Pat. die zuviel Geld haben und da gibt es heute schon so viele Wellnesshotels, die den Markt der minderschweeren Fälle abgrasen.
Psychisch Kranke (also die echten) haben meist nicht die Möglichkeiten sich überhaupt einen privat zu finanzierenden HP zu leisten, da sie es in ihren Depriphasen oder was sie sonst so haben, gar nicht schaffen zu arbeiten oder ihr Leben im Griff zu haben.
Für HPPs bleiben da eher die leichteren Fälle, die eben kurz davor stehen wirklich psychisch krank zu werden, die aber noch in Lohn und Brot stehen und allenfalls etwas besser mit ihrer Umwelt oder sich selbst klarkommen müssen.
Und das sollte wirklich auch nach Terminkalender zu handhaben sein, oder du kannst denen natürlich auch anbieten per Telefon immer erreichbar zu sein, doch allein wird das schwierig, wenn du jedem deine Nummer gibts. Dazu wäre evtl eine Praxisgemeinschaft etwas sinnvoller, mit einem entsprechenden Nottelefon, das immer nur einer abwechselnd bedient.
Denn sonst wirst du keine Freizeit mehr haben und das ist bei so einem Job wichtig, sonst brauchst du selbst irgendwann eine Psychotherapie.
Ich sprech da aus Erfahrung, da meine Eltern aus dem "anderen beim Leben helfen"-Bereich kommen.
Gruß Susanne

Silvana
19.09.07, 12:00
Ja, also erstmal danke für die Antworten...

Wie gesagt - das mit der Finanzierbarkeit sehe ich als größtes Problem... da es aber noch nicht aktuell ist, habe ich mir dazu noch keine großen Gedanken gemacht... ausser, dass man durchaus Paketangebote machen kann... denn ich habe NICHT vor eine Durchlaufklinik zu gründen... das geht schon über Termine usw usf... es gibt einfach viele Fälle... die brauchten eigentlich keine stationäre Aufnahme oder die zeit bis dahin ist noch lang, aber eine engmaschige "Vorbereitung" ist notwendig... oder es ist überhaupt schwer einen Termin bei anderen (schulmedizinischen) zu bekommen usw usf... klar sollten Termine auch kurzfristig zur Verfügung stehen, aber ganz ohne geht das garnicht nach meiner Meinung...

Zum Thema - Geld hinter her laufen... DAS kann einem nun wirklich mit allen passieren, egal ob Termin oder nicht ;)

Jedenfalls habe ich neue Denkanstösse bekommen - danke dafür...

LG
Silvana