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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Pflanze in Analogie zum Menschen



RenateHansen
12.02.06, 08:49
Auch die Welt der Heilmittel zeigt sich dreigliedrig. Da das Heilmittel der Krankheit möglichst ähnlich sein soll, verwendet man Mittel des Salzes für kalte, Mittel des Sulfurs für warme und Mittel des Mercurius für rhythmische Erkrankungen. Am Beispiel der Pflanze zeigt sich die Dreigliedrigkeit besonders deutlich.

Den Kältepol finden wir in Pflanzen mit einer ausgeprägten Wurzelausbildung. Sie sind die besten Heilmittel für Leiden der Kopforgane, überschießende Bewußtseinsprozesse, Knochenerkrankungen, Altersleiden oder Verhärtungen im Körper. Beispiele wären Baldrianwurzel (Valeriana officinalis) bei Schlafstörungen, Queckenwurzel (Agropyron repens) bei chronischen Entzündungen im Kopfbereich, Arnikawurzel (Arnica montana) bei Folgen von Kopftraumen, Beinwellwurzel (Symphytum officinale) bei Osteoporose, Gelbwurzel (Curcuma longa) bei Gallensteinen oder Ginsengwurzel (Panax ginseng) bei Altersleiden.

Bilsenkraut

Die Therapie mit Wurzeln ergänzen mineralische Arzneien. Als Methode sollte nach den Angaben von Rudolf Steiner unbedingt auch eine Therapie von Außen erfolgen, zum Beispiel Bäder, Einreibungen oder Gymnastik. Entgegengesetzt finden wir den Wärmepol besonders in Pflanzen mit einer ausgeprägten Blüten- und Samenausbildung. Sie sind die idealen Heilmittel für entzündliche Leiden vor allem der Bauchorgane, Kinderkrankheiten oder Zustände mit mangelndem Bewußtsein. Beispiele wären Kamillenblüten (Matricaria chamomilla) bei Magen-Darmentzündungen, Ringelblumenblüten (Calendula officinalis) bei Wundentzündungen, Kümmelfrüchte (Carum carvi) bei Blähungen, Schlafmohn (Papaver somniferum ab D6) bei fieberhaften Infekten mit Schlafsucht oder Stiefmütterchen (Viola tricolor) bei Hautleiden der Kinder. Blütenpräparate regen Bewußtseinsprozesse an; Beispiele hierfür sind Bachblüten. Ergänzt wird die Blütentherapie durch weitere innere Therapiemaßnahmen, vor allem durch eine Diät. Die Phytotherapie als solche wirkt auf Wärmeprozesse günstig ein. Bleibt noch das "Rhythmische System", das wir besonders in Pflanzen mit einer ausgeprägten rhythmischen Blattanordnung und einer Betonung von Stengel und Blatt finden. Sie sind Heilmittel für Leiden von Herz und Kreislauf, Störungen im Atmungsprozeß oder für hormonelle Krankheiten und Menstruationsstörungen. Beispiele wären Herzgespann (Leonurus cardiaca), Bilsenkraut (Hyoscyamus niger D4) und Maiglöckchenblätter (Convallaria majalis) bei Herzkrankheiten, Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) und Gänsefingerkraut (Pontentilla anserina) bei Störungen der Menses oder Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) und Efeu (Hedera helix) bei Lungenerkrankungen.

Ergänzt wird die Therapie vor allem durch animalische Arzneien (z.B. Naja, Blatta orientalis, Moschus). Nach den Angaben von Rudolf Steiner ist die Verabreichung der Arznei mittels Injektion die Methode der Wahl, um auf das "Rhythmische System" günstig einzuwirken. Dies erklärt auch, warum die Firmen Wala und Weleda fast von jedem Präparat Ampullen liefern. Diese sollte man ein- bis zweimal in der Woche spritzen. An den injektionsfreien Tagen erfolgt die übrige Therapie.

Nachzulesen Olaf Rippe