RenateHansen
12.02.06, 08:46
Die vier Temperamente
Die Ausbildung der Temperamente führt man ebenfalls auf ein Übermaß der entsprechenden Elemente zurück.
Der Choleriker (Feuer)
Überwiegt das Feuerelement im Menschen kommt es zur Ausbildung einer cholerischen Persönlichkeit. Choleriker reagieren schon bei Kleinigkeiten mit einem Wutausbruch. Ihre Handlungsmuster sind impulsiv und unberechenbar. Ihre Wut kann sich bis zur Tobsucht und Raserei verstärken, vor allem wenn sie auf Widerstände stoßen. Sie vertragen keine Kritik, kritisieren andere aber sehr gerne. Choleriker tragen den Geist der Initiative in sich. Ihre ausgeprägte Willenskraft verhilft ihnen zur Durchsetzung persönlicher Zielsetzungen, allerdings sind sie dabei oft rücksichtslos und rechthaberisch. Sie haben eine übersteigerte Vorstellung von der Bedeutung der eigenen Person. Choleriker bringen sich und andere durch ihre Waghalsigkeit und Ungeduld oft in Bedrängnis. Ihr Lebensstil ist ausschweifend und triebhaft bis zur totalen Erschöpfung.
Um den Choleriker friedfertiger zu stimmen, gibt es nun zwei Möglichkeiten, die man auch kombinieren kann: Entweder ich lösche sein Feuer mit Wasser, oder ich lasse ihn in einen Spiegel schauen, indem ich ihm Feuermittel in potenzierter Form verabreiche.
Nach den Regeln der Antipathie kämen folgende kühlende Mittel in Betracht, die alle in substantieller Form, als Tee oder Tinktur, gebräuchlich sind:
* Boldo = Peumus boldus: Die minzig schmeckende und kühlende Pflanze ist eines der besten Mittel bei entzündlichen Leber- und Gallenleiden. Sie hilft dem Choleriker seine feurigen Säfte auf natürlichem Wege abzulassen.
* Passionsblume = Passiflora incarnata: Vielleicht das beste antipathische Mittel, um einen Feuertypen sozial verträglicher zu machen.
* Rosenblüten = Rosa damascena: Sie ist nicht nur ein Symbol für die Liebe, sondern sie stärkt auch die Hingabefähigkeit und kühlt das feurige Gemüt.
* Wolfstrapp = Lycopus europaeus: Die kühlende Pflanze dämpft durch ihre Wirkung auf die Schilddrüse die vegetative Erregbarkeit des Cholerikers.
Nach den Regeln der Sympathie ergänzt man diese Mittel mit potenzierten Feuermitteln (D12 bis D30); einige Beispiele:
* Brechnuß = Strychnos nux vomica: Wenn die Nerven blank liegen und schon das Ticken eines Weckers einen aufregt, besänftigt und beruhigt Nux vomica. Die Brechnuß enthält Kupfer, daher mit Cuprum metallicum (D12) zum Entkrampfen der Seele kombinieren.
* Stephanskraut = Delphinium staphisagria: Reagiert sehr empfindlich, wenn andere über ihn reden. Heftige Wutausbrüche. Streitsucht, vor allem durch Beziehungskrisen und durch sexuelle Frustration. Status nach Exzessen.
* Tarantel = Tarantula hispanica: Extreme Ruhelosigkeit mit plötzlichem Stimmungswechsel. Diabolische Mächte scheinen den Charakter zu beherrschen. Zerstörungswut.
* Zaunrübe = Bryonia alba: Extrem reizbarer Typ, den wirklich die geringste Kleinigkeit in Rage bringt. Gutes Lebermittel. Gichtisch-rheumatische Diathese; Gicht (auch etwas Luft) ist die Krankheit der Mächtigen und Tyrannen.
Der Sanguiniker (Luft)
An sich ist das sanguinische Temperament angenehm, sofern es sich nicht zu stark ausdrückt. Dann schlägt die Leichtigkeit des Seins um in Hysterie. Man kann den Lufttyp auch als Verkörperung der neurotischen Charakterstruktur sehen. Seine Gefühle unterliegen einem ständigen Wechsel, bis hin zur Manie. Er ist überdreht, hektisch und voreilig. Seine Unruhe hält ihn oft die ganze Nacht wach. Er kann nicht still sitzen und leidet häufig unter nervösen Tics. Er kann seine Umwelt mit seiner Geschäftigkeit und seinem Geschwätz zur Verzweiflung bringen. Auf alles reagiert er maßlos empfindlich. Er benimmt sich wie ein nervöses Rennpferd. Geistig ist er sehr regsam, neugierig und begeisterungsfähig, allerdings erlahmt sein Interesse auch sehr schnell und etwas Neues muß her. Auch seine körperlichen Symptome wechseln ständig.
Nach den Regeln der Antipathie fehlt dem Patienten die in sich ruhende Kraft und Beständigkeit des Erdelements. Nachfolgend einige Beispiele von Mitteln, mit denen man den "Luftikus" wieder auf die Erde holt (Urtinktur oder Tee):
* Baldrian = Valeriana officinalis: Die balsamisch duftende Pflanze eignet sich als mildes Sedativum bei Unruhe und Schlafstörungen. Baldrian vermittelt innere Ruhe und das Gefühl, umarmt zu werden.
* Hafer = Avena sativa: Der hohe Kieselsäuregehalt macht Nerven wie Drahtseile und beruhigt gleichzeitig.
* Labkraut, Echtes = Galium verum: Besonders passend für hysterische Persönlichkeiten. Der Volksname "Unser Frauen Bettstroh" deutet auf die Verwendung als Kräuterkissen und bei Frauenleiden hin. Männer sind aber ebenfalls häufig hysterisch.
* Patchouli = Pogostemon patchouly: Die modrig-holzig riechende Pflanze kühlt die überreizten Nerven.
Nach den Regeln der Sympathie ergänzt man diese Mittel mit potenzierten Luftmitteln (D12 bis D30); einige Beispiele:
* Biene = Apis mellifica: Übertriebene Geschäftigkeit und plötzlicher Stimmungswechsel sind typisch für Apis.
* Kaffee = Coffea cruda: Der Coffeatyp ist fröhlich bis agitiert, ständig in Erregung und voller Ideen, die er sofort umsetzen muß.
* Silberkerze = Cimicifuga racemosa: Geschwätzigkeit, Anfälle von Hysterie, aber auch spontane Depressionen, vor allem im Klimakterium, weisen auf Cimicifuga.
* Zink = Zincum metallicum: Status nach Überarbeitung und Stress. Erlebnisse haben die Nerven überreizt und der Patient fühlt sich ausgepumpt, aber auch völlig zerfahren.
Der Choleriker
Der Sanguiniker
Der Phlegmatiker
Der Melancholiker
Der Phlegmatiker (Wasser)
Überwiegt das Wasserelement im Menschen, kommt es zur Ausbildung eines phlegmatischen Temperaments. Der Phlegmatiker reagiert auf Anforderungen langsam, bedachtsam und faul. Er versucht sich alles Unangenehme vom Hals zu halten. Er neigt zu Stillstand, Langeweile und Nichtstun. Sein Bewegungsdrang ist minimal. Sein Habitus und seine geistige Auffassungsfähigkeit sind schwerfällig und träge. Er reagiert auf Konflikte oft ängstlich und mit emotionalem Rückzug. Er wirkt auf andere lieb, angepaßt und jovial. Unter den Temperamenten ist er der träumerische Phantast, der gefühlsschwangere Romantiker. Er ist ein fürsorglicher Mensch, der sich aber oft einsam fühlt und Sehnsucht nach Geborgenheit hat. Gegenüber anderen kann er sich schlecht abgrenzen. Er ist oft unentschlossen, schüchtern, sexuell unlustig und ängstlich. Selbstzweifel, triefendes Selbstmitleid und rührseliges Weinen sind für ihn typisch.
Was ihm fehlt, ist die glühende Begeisterung, der Mut und der Tatendrang des Feuers. Einige Beispiele von Pflanzen, die müde "Schlaffis" munter machen (Urtinktur oder Tee):
* Basilikum = Ocimum basilicum: Regt sanft die Verdauungsdrüsen und die Pankreasfunktion an. Mildes Aphrodisiakum. Das heilige Basilikum (Ocimum sanctum) aus Indien würde sich noch besser eignen, ist aber leider nicht im Handel.
* Bohnenkraut = Satureja hortensis: Regt die Nebennierenfunktionen an, stimuliert Blutdruck und die Sexualfunktionen, aber auch die Verdauungdrüsen.
* Damiana = Turnera aphrodisiaca: Bewährtes Aphrodisiakum aus der Indianermedizin Mexikos. Allgemein belebend ohne zu überhitzen.
* Thymian = Thymus vulgaris: Anregung von Kreislauf und Abwehr. Dynamisiert die Willensprozesse im Menschen.
Nach den Regeln der Sympathie ergänzt man diese Mittel mit potenzierten Wassermitteln (D12 bis D30); einige Beispiele:
* Austernschale = Calcium carbonicum: Ängstlicher Menschentyp mit Abneigung gegen geistige und körperliche Arbeit. "Calcium-Patienten sind fett, blond, schlaff, leicht schwitzend, kalt, feucht und sauer" (Boericke).
* Bariumcarbonat = Barium carbonicum: Bei mangelndem Selbstvertrauen, Unentschlossenheit, Schüchternheit und geistiger Schwäche bis Demenz.
* Graphit = Graphites: Bei Neigung zur Fettsucht mit ständigem Frösteln. Mangelnde Lust zur Arbeit. Besorgt, weinerlich und unentschieden mit innerer Unruhe.
* Küchenschelle = Pulsatilla pratensis: Schüchterner Mensch, der auf Kleinigkeiten sehr emotinal reagiert (auch etwas Luft). Dabei ängstlich, weinerlich, unentschlossen und leicht entmutigt. "Die Macht der Tränen" fordert Mitmenschen zu Liebkosungen auf; sonst ist der Pulsatilla-Typ relativ passiv.
Der Melancholiker (Erde)
Die Melancholie entsteht durch ein Übermaß an schwarzer Galle, beziehungsweise durch eine Überbetonung des Erdelements im Menschen. Melancholiker sind schwerfällig, hartnäckig und voller Sorgen. Sie sind ständig am Grübeln, still, introvertiert und ernst. Ihr Geist dreht sich um Themen wie Tod, Alter, Krankheit und Einsamkeit; ihre Lieblingsfarbe ist Grau oder Schwarz.
Sie sind mißmutig, depressiv und hoffnungslos. In ihrem Leiden sind sie ausdauernd. Ihre Stimmung ist ansteckend; Therapeuten fühlen sich nach einer Behandlung oft vampirisch ausgelaugt.
In ihrem Leid wollen Melancholiker allein sein, gleichzeitig haben sie aber Angst vor der Einsamkeit. Wenn Melancholiker weinen, dann nicht hysterisch wie der Lufttyp, sondern still und untröstlich. Sie neigen zur Humorlosigkeit (humor = Saft!), Prinzipientreue und Kritiksucht.
Häufig entsteht die Melancholie durch einen exzessiven Lebenswandel (Wechsel von Feuer zu Erde) oder durch unverarbeitete Schicksalsschläge (Wechsel von Luft zu Erde). Solche Menschen sehen grau, faltig, trocken und verbraucht aus. Sie haben dunkle Augenringe und eingefallene Wangen. Nach Krankheiten erholen sie sich nur schwer. Eine Therapie von Krankheiten der Erde ist immer sehr langwierig. Was dem Erdtypen fehlt, ist die Leichtigkeit des Seins. Nachfolgend einige Mittel, die den Geist und den Körper des Melancholikers etwas durchlüften (Urtinktur oder Tee):
* Brunnenkresse = Nasturtium officinale: Der sanfte Wasserschwefel in der Pflanze tonisiert den Stoffwechsel. Am Hofe Frankreichs war es üblich, jeden Tag frische Brunnenkresse zu servieren. Allgemein sind Senfölglykoside bei Melancholie wichtig.
* Ingwer = Zingiber officinalis: Eines der besten Geriatrika. Allgemein Pflanzen mit Scharfstoffen einsetzen, um die "schwarze Galle" auszutreiben.
* Lavendel = Lavandula officinalis: Belebend und stimmungsaufhellend.
* Linde = Tilia cordata: Der heilige Baum der germanischen Liebesgöttin Freya wirkt diaphoretisch und stimmungsaufhellend. Allgemein bei Melancholie an Diaphoretika denken. Nach den Regeln der Sympathie ergänzt man diese Mittel mit potenzierten Erdmitteln (D12 bis D30); einige Beispiele:
* Blei / Bleihonig = Plumbum metallicum / Plumbum mellitum (von Weleda): Blei untersteht wie die Melancholie astrologisch dem Saturn. Entsprechend setzt man das Saturnmetall zur Behandlung von Depressionen ein, besonders bei alten Menschen. Vergreisungserscheinungen behandelt man am besten mit Bleihonig, einer alchimistischen Zubereitung der Firma Weleda.
* Hahnemanns Ätzstoff = Causticum: Mittel für ausgemergelte, untröstliche, traurige und hoffnungslose Menschen, mit Beschwerden nach langanhaltendem Kummer.
* Natriumchlorid = Natrium muriaticum: In sich zurückgezogener Mensch mit Beschwerden durch unausgelebte Emotionen. Reagiert ärgerlich über Kleinigkeiten oder Störungen. Erschöpfungssyndrom. Will keinen Trost.
* Steinöl = Petroleum: Depression nach Gemütserregung. Macht sein Testament, weil er glaubt, bald sterben zu müssen. Fühlt sich schwer wie Blei und ermattet.
Nachzulesen Olaf Rippe
Die Ausbildung der Temperamente führt man ebenfalls auf ein Übermaß der entsprechenden Elemente zurück.
Der Choleriker (Feuer)
Überwiegt das Feuerelement im Menschen kommt es zur Ausbildung einer cholerischen Persönlichkeit. Choleriker reagieren schon bei Kleinigkeiten mit einem Wutausbruch. Ihre Handlungsmuster sind impulsiv und unberechenbar. Ihre Wut kann sich bis zur Tobsucht und Raserei verstärken, vor allem wenn sie auf Widerstände stoßen. Sie vertragen keine Kritik, kritisieren andere aber sehr gerne. Choleriker tragen den Geist der Initiative in sich. Ihre ausgeprägte Willenskraft verhilft ihnen zur Durchsetzung persönlicher Zielsetzungen, allerdings sind sie dabei oft rücksichtslos und rechthaberisch. Sie haben eine übersteigerte Vorstellung von der Bedeutung der eigenen Person. Choleriker bringen sich und andere durch ihre Waghalsigkeit und Ungeduld oft in Bedrängnis. Ihr Lebensstil ist ausschweifend und triebhaft bis zur totalen Erschöpfung.
Um den Choleriker friedfertiger zu stimmen, gibt es nun zwei Möglichkeiten, die man auch kombinieren kann: Entweder ich lösche sein Feuer mit Wasser, oder ich lasse ihn in einen Spiegel schauen, indem ich ihm Feuermittel in potenzierter Form verabreiche.
Nach den Regeln der Antipathie kämen folgende kühlende Mittel in Betracht, die alle in substantieller Form, als Tee oder Tinktur, gebräuchlich sind:
* Boldo = Peumus boldus: Die minzig schmeckende und kühlende Pflanze ist eines der besten Mittel bei entzündlichen Leber- und Gallenleiden. Sie hilft dem Choleriker seine feurigen Säfte auf natürlichem Wege abzulassen.
* Passionsblume = Passiflora incarnata: Vielleicht das beste antipathische Mittel, um einen Feuertypen sozial verträglicher zu machen.
* Rosenblüten = Rosa damascena: Sie ist nicht nur ein Symbol für die Liebe, sondern sie stärkt auch die Hingabefähigkeit und kühlt das feurige Gemüt.
* Wolfstrapp = Lycopus europaeus: Die kühlende Pflanze dämpft durch ihre Wirkung auf die Schilddrüse die vegetative Erregbarkeit des Cholerikers.
Nach den Regeln der Sympathie ergänzt man diese Mittel mit potenzierten Feuermitteln (D12 bis D30); einige Beispiele:
* Brechnuß = Strychnos nux vomica: Wenn die Nerven blank liegen und schon das Ticken eines Weckers einen aufregt, besänftigt und beruhigt Nux vomica. Die Brechnuß enthält Kupfer, daher mit Cuprum metallicum (D12) zum Entkrampfen der Seele kombinieren.
* Stephanskraut = Delphinium staphisagria: Reagiert sehr empfindlich, wenn andere über ihn reden. Heftige Wutausbrüche. Streitsucht, vor allem durch Beziehungskrisen und durch sexuelle Frustration. Status nach Exzessen.
* Tarantel = Tarantula hispanica: Extreme Ruhelosigkeit mit plötzlichem Stimmungswechsel. Diabolische Mächte scheinen den Charakter zu beherrschen. Zerstörungswut.
* Zaunrübe = Bryonia alba: Extrem reizbarer Typ, den wirklich die geringste Kleinigkeit in Rage bringt. Gutes Lebermittel. Gichtisch-rheumatische Diathese; Gicht (auch etwas Luft) ist die Krankheit der Mächtigen und Tyrannen.
Der Sanguiniker (Luft)
An sich ist das sanguinische Temperament angenehm, sofern es sich nicht zu stark ausdrückt. Dann schlägt die Leichtigkeit des Seins um in Hysterie. Man kann den Lufttyp auch als Verkörperung der neurotischen Charakterstruktur sehen. Seine Gefühle unterliegen einem ständigen Wechsel, bis hin zur Manie. Er ist überdreht, hektisch und voreilig. Seine Unruhe hält ihn oft die ganze Nacht wach. Er kann nicht still sitzen und leidet häufig unter nervösen Tics. Er kann seine Umwelt mit seiner Geschäftigkeit und seinem Geschwätz zur Verzweiflung bringen. Auf alles reagiert er maßlos empfindlich. Er benimmt sich wie ein nervöses Rennpferd. Geistig ist er sehr regsam, neugierig und begeisterungsfähig, allerdings erlahmt sein Interesse auch sehr schnell und etwas Neues muß her. Auch seine körperlichen Symptome wechseln ständig.
Nach den Regeln der Antipathie fehlt dem Patienten die in sich ruhende Kraft und Beständigkeit des Erdelements. Nachfolgend einige Beispiele von Mitteln, mit denen man den "Luftikus" wieder auf die Erde holt (Urtinktur oder Tee):
* Baldrian = Valeriana officinalis: Die balsamisch duftende Pflanze eignet sich als mildes Sedativum bei Unruhe und Schlafstörungen. Baldrian vermittelt innere Ruhe und das Gefühl, umarmt zu werden.
* Hafer = Avena sativa: Der hohe Kieselsäuregehalt macht Nerven wie Drahtseile und beruhigt gleichzeitig.
* Labkraut, Echtes = Galium verum: Besonders passend für hysterische Persönlichkeiten. Der Volksname "Unser Frauen Bettstroh" deutet auf die Verwendung als Kräuterkissen und bei Frauenleiden hin. Männer sind aber ebenfalls häufig hysterisch.
* Patchouli = Pogostemon patchouly: Die modrig-holzig riechende Pflanze kühlt die überreizten Nerven.
Nach den Regeln der Sympathie ergänzt man diese Mittel mit potenzierten Luftmitteln (D12 bis D30); einige Beispiele:
* Biene = Apis mellifica: Übertriebene Geschäftigkeit und plötzlicher Stimmungswechsel sind typisch für Apis.
* Kaffee = Coffea cruda: Der Coffeatyp ist fröhlich bis agitiert, ständig in Erregung und voller Ideen, die er sofort umsetzen muß.
* Silberkerze = Cimicifuga racemosa: Geschwätzigkeit, Anfälle von Hysterie, aber auch spontane Depressionen, vor allem im Klimakterium, weisen auf Cimicifuga.
* Zink = Zincum metallicum: Status nach Überarbeitung und Stress. Erlebnisse haben die Nerven überreizt und der Patient fühlt sich ausgepumpt, aber auch völlig zerfahren.
Der Choleriker
Der Sanguiniker
Der Phlegmatiker
Der Melancholiker
Der Phlegmatiker (Wasser)
Überwiegt das Wasserelement im Menschen, kommt es zur Ausbildung eines phlegmatischen Temperaments. Der Phlegmatiker reagiert auf Anforderungen langsam, bedachtsam und faul. Er versucht sich alles Unangenehme vom Hals zu halten. Er neigt zu Stillstand, Langeweile und Nichtstun. Sein Bewegungsdrang ist minimal. Sein Habitus und seine geistige Auffassungsfähigkeit sind schwerfällig und träge. Er reagiert auf Konflikte oft ängstlich und mit emotionalem Rückzug. Er wirkt auf andere lieb, angepaßt und jovial. Unter den Temperamenten ist er der träumerische Phantast, der gefühlsschwangere Romantiker. Er ist ein fürsorglicher Mensch, der sich aber oft einsam fühlt und Sehnsucht nach Geborgenheit hat. Gegenüber anderen kann er sich schlecht abgrenzen. Er ist oft unentschlossen, schüchtern, sexuell unlustig und ängstlich. Selbstzweifel, triefendes Selbstmitleid und rührseliges Weinen sind für ihn typisch.
Was ihm fehlt, ist die glühende Begeisterung, der Mut und der Tatendrang des Feuers. Einige Beispiele von Pflanzen, die müde "Schlaffis" munter machen (Urtinktur oder Tee):
* Basilikum = Ocimum basilicum: Regt sanft die Verdauungsdrüsen und die Pankreasfunktion an. Mildes Aphrodisiakum. Das heilige Basilikum (Ocimum sanctum) aus Indien würde sich noch besser eignen, ist aber leider nicht im Handel.
* Bohnenkraut = Satureja hortensis: Regt die Nebennierenfunktionen an, stimuliert Blutdruck und die Sexualfunktionen, aber auch die Verdauungdrüsen.
* Damiana = Turnera aphrodisiaca: Bewährtes Aphrodisiakum aus der Indianermedizin Mexikos. Allgemein belebend ohne zu überhitzen.
* Thymian = Thymus vulgaris: Anregung von Kreislauf und Abwehr. Dynamisiert die Willensprozesse im Menschen.
Nach den Regeln der Sympathie ergänzt man diese Mittel mit potenzierten Wassermitteln (D12 bis D30); einige Beispiele:
* Austernschale = Calcium carbonicum: Ängstlicher Menschentyp mit Abneigung gegen geistige und körperliche Arbeit. "Calcium-Patienten sind fett, blond, schlaff, leicht schwitzend, kalt, feucht und sauer" (Boericke).
* Bariumcarbonat = Barium carbonicum: Bei mangelndem Selbstvertrauen, Unentschlossenheit, Schüchternheit und geistiger Schwäche bis Demenz.
* Graphit = Graphites: Bei Neigung zur Fettsucht mit ständigem Frösteln. Mangelnde Lust zur Arbeit. Besorgt, weinerlich und unentschieden mit innerer Unruhe.
* Küchenschelle = Pulsatilla pratensis: Schüchterner Mensch, der auf Kleinigkeiten sehr emotinal reagiert (auch etwas Luft). Dabei ängstlich, weinerlich, unentschlossen und leicht entmutigt. "Die Macht der Tränen" fordert Mitmenschen zu Liebkosungen auf; sonst ist der Pulsatilla-Typ relativ passiv.
Der Melancholiker (Erde)
Die Melancholie entsteht durch ein Übermaß an schwarzer Galle, beziehungsweise durch eine Überbetonung des Erdelements im Menschen. Melancholiker sind schwerfällig, hartnäckig und voller Sorgen. Sie sind ständig am Grübeln, still, introvertiert und ernst. Ihr Geist dreht sich um Themen wie Tod, Alter, Krankheit und Einsamkeit; ihre Lieblingsfarbe ist Grau oder Schwarz.
Sie sind mißmutig, depressiv und hoffnungslos. In ihrem Leiden sind sie ausdauernd. Ihre Stimmung ist ansteckend; Therapeuten fühlen sich nach einer Behandlung oft vampirisch ausgelaugt.
In ihrem Leid wollen Melancholiker allein sein, gleichzeitig haben sie aber Angst vor der Einsamkeit. Wenn Melancholiker weinen, dann nicht hysterisch wie der Lufttyp, sondern still und untröstlich. Sie neigen zur Humorlosigkeit (humor = Saft!), Prinzipientreue und Kritiksucht.
Häufig entsteht die Melancholie durch einen exzessiven Lebenswandel (Wechsel von Feuer zu Erde) oder durch unverarbeitete Schicksalsschläge (Wechsel von Luft zu Erde). Solche Menschen sehen grau, faltig, trocken und verbraucht aus. Sie haben dunkle Augenringe und eingefallene Wangen. Nach Krankheiten erholen sie sich nur schwer. Eine Therapie von Krankheiten der Erde ist immer sehr langwierig. Was dem Erdtypen fehlt, ist die Leichtigkeit des Seins. Nachfolgend einige Mittel, die den Geist und den Körper des Melancholikers etwas durchlüften (Urtinktur oder Tee):
* Brunnenkresse = Nasturtium officinale: Der sanfte Wasserschwefel in der Pflanze tonisiert den Stoffwechsel. Am Hofe Frankreichs war es üblich, jeden Tag frische Brunnenkresse zu servieren. Allgemein sind Senfölglykoside bei Melancholie wichtig.
* Ingwer = Zingiber officinalis: Eines der besten Geriatrika. Allgemein Pflanzen mit Scharfstoffen einsetzen, um die "schwarze Galle" auszutreiben.
* Lavendel = Lavandula officinalis: Belebend und stimmungsaufhellend.
* Linde = Tilia cordata: Der heilige Baum der germanischen Liebesgöttin Freya wirkt diaphoretisch und stimmungsaufhellend. Allgemein bei Melancholie an Diaphoretika denken. Nach den Regeln der Sympathie ergänzt man diese Mittel mit potenzierten Erdmitteln (D12 bis D30); einige Beispiele:
* Blei / Bleihonig = Plumbum metallicum / Plumbum mellitum (von Weleda): Blei untersteht wie die Melancholie astrologisch dem Saturn. Entsprechend setzt man das Saturnmetall zur Behandlung von Depressionen ein, besonders bei alten Menschen. Vergreisungserscheinungen behandelt man am besten mit Bleihonig, einer alchimistischen Zubereitung der Firma Weleda.
* Hahnemanns Ätzstoff = Causticum: Mittel für ausgemergelte, untröstliche, traurige und hoffnungslose Menschen, mit Beschwerden nach langanhaltendem Kummer.
* Natriumchlorid = Natrium muriaticum: In sich zurückgezogener Mensch mit Beschwerden durch unausgelebte Emotionen. Reagiert ärgerlich über Kleinigkeiten oder Störungen. Erschöpfungssyndrom. Will keinen Trost.
* Steinöl = Petroleum: Depression nach Gemütserregung. Macht sein Testament, weil er glaubt, bald sterben zu müssen. Fühlt sich schwer wie Blei und ermattet.
Nachzulesen Olaf Rippe