Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Arnika Urtinktur
Eine HP hat meiner Mama Arnika Urtinktur gegen Hautläsionen und Insektenstiche aller Art verschrieben.
Diese sollte sie _unverdünnt_ auf die erkrankte Stelle auftragen.
Plötzlich entwickelten sich wunderschöne Pusteln, Papeln, Rötungen....
Die Blässchen brachen auf und ein wunderbarer Juckreiz krönt nun das ganze....
Bis wir gemeinsam rausgefunden haben, was diese Hautaffektionen verursacht vergingen ein paar Tage....
Wir haben auf alles mögliche getippt, sind aber nicht auf diese verdammte Urtinktur gekommen....
Im DHU Kompendium steht ausdrücklich _nicht_ auf erkrankter oder verletzter Haut anwenden.....
Im Internet wird bis zu D7 ausdrücklich vor der unverdünnten Anwendung gewarnt.....
Meine Frage nun, wie krieg ich die allergische Reaktion wieder weg ????
Rhus Toxicodendron haben wir schon probiert, bringt nur marginal was...
Meine Ma meint, der Juckreiz wäre unerträglich....
Doch mit einer leichten kortikoidhaltigen Lotion rangehen???
Ist Euch von solchen Unfällen schon mal was zu Ohren gekommen und hätte die HP sich nicht auch vorher schlau machen müssen???
Oder hätte nicht zumindest der Apotheker nachsehen müssen???
LG
Tanja ( ein wenig wütend auf die Arnika :eek:)
Hallo Tanja, gegen den Juckreiz könnte sie Fenistil salbe nehmen. Das hört sich ja ziemlich nach kontaktallergie an.
Insektenstiche kann man viel besser innerlich mit Apis oder Ledum behandeln. Aber mit Arnika?
Die einzige Urtinktur die ich schonmal verordne ist Thuja gegen Warzen. Aber selten, da Warzen oft bei hom. Behandlung alleine abfallen.
Ich hoffe, konnte dir helfen.
Liebe Grüße
Sybille
antidotieren kannst Du Arnica mit Campher C 30 1mal 5 globuli
Liebe Simplyme ,
danke erstmal für Dein Antidot, wir orderns grade in der Apo.
Fenistil hat den Juckreiz leider nicht lindern können, dass war auch mein erster Gedanke....
Das ist ganz klar ne' Kontaktallergie, aber was für eine......:mad:
Ich hab keine Ahnung, wie die HP auf die Urtinktur gekommen is....
Vllt wendet sie die selber bei diversen Hautproblemen an...
Meine Ma hat nur logischerweise im Moment nicht wirklich Lust, die Dame anzurufen und nachzufragen....
Blöde Situation das........
Ich halt Dich/Euch auf dem Laufenden, wie sich die "Beulenpest" entwickelt..
ja, tu das... und zukünfitg bitte KEINE Urtinkturen!!;)
Liebe Grüße
Sybille
Ich les immer nur Urintinktur... :D Das hätte wahrscheinlich geholfen!!! :eek:
;)
:D:D:D:D:D
der war gut!
...................
sowas hat meine Ärztin auch mal verbrochen!!! Mein kleiner hatte nen wunden Po mit richtig offenen Stellen, teilweise schon ein wenig blutig. Due gute Frau versucht sich gerne ein wenig in homöopathie und hat und Calendula Urtinktur gegeben. Natürlich hat der geschrieen wie am Spieß!! Auf Nachfrage meinte sie, da müsse er durch, sonst geht ja nix ausser Chemie. Doofe Nuss, die.
Jetzt haben wir immer von Ratiopharm die Panthenolsalbe. Die wirkt Wunder, kostet nur die Hälfte und tut nicht weh!!!
Also, so was. Das würde ich der HP aber schon mitteilen, sonst verschreibt sie das vielleicht munter weiter.
Ich muss hierzu -als noch Laie- mal was fragen: Als ich den Beitrag gelesen habe, hatte ich spontan die Idee, diese Läsion, die durch Arnika "pur" ausgelöst wurde, mit Arnika in Mittel- oder Hochpotenz zu behandeln (evtl. als Salbe oder als Umschlag). Wäre das nicht im Sinne der Homöopathie?? Gleiches mit Gleichem......? Oder liege ich da völlig daneben?
Liebe Sybille, das weißt du bestimmt.....:)
Morgen Inna,
grundsätzlich ist Dein Vorschlag nicht verkehrt. Der Hautausschlag muss dann genau dem des Hautausschlags von Arnica entsprechen mit den dazugehörigen empfindungen. Das kann ich aber nicht beurteilen, da ich die Mutter nicht vor mir hab und auf diese Weise ja eine "Fernbehandlung" machen würde. Deshalb nur der allgemeine Hinweis Arnica mit Campher antidotieren.
Mehr kann ich da nicht tun. Das Jucken und der ausschlag könnte auch trotzdem nach Sulphur oder anderen aussehen, obwohl von Arnica augelöst.
Ausserdem besteht noch die Möglichkeit, daß der ausschlag durch den Alkohol verursacht wurde.
Aber ich hoffe, wir hören noch was über den Verlauf.
Liebe Grüße
Sybille
Zu einem Kollegen von mir kam eine Patientin mit ihrem Sohn. Sie hatte in der VHS Homöopathie gelernt. Das kam aber erst später raus. Es ging um den Sohn.
Er hatte Ausschlag mit Schwellungen im Gesicht. Mein Freund sagte zu der Mutter, daß das wie ein Arzneimittelexanthem aussähe, welche Medis er denn nähme. die Mutter: Keine!. Der Sohn: du gibst mir doch dauernd Kügelchen.
Auf drängendes Nachfragen kam dann heraus, daß die Mutter ihren Sohn seit drei Wochen TÄGLICH mit Sulphur C 200 behandelt. Mein Kollege ist fast abgebrochen, hat sie erst mal zusammengeschissen und dem Jungen dann ein Antidot gegeben. Er hätte jetzt auf keinen Fall Sulphur noch höher geben können.
Die Mutter kam natürlich nie wieder in seine Sprechstunde.
Liebe Grüße
Sybille
Das ist das schönste Beispiel, daß man eine Mittelreaktion erstmal antidotieren sollte, damit das Mittel seine Wirkung verliert.
Apis mellifica D12 hat den "Arnika-Fluch" durchbrochen......:D
Ich schreib morgen mehr dazu, aber heute bin ich zu hinüber......
Trotzdem Danke an all die lieben Menshcen, die sich Gedanken gemacht haben....:)
LG
Tanja
Hallo Tanja,
super! Kannst ja mal berichten.
Liebe Grüße
Sybille
Guten Morgen!!!!!:)
@Sybille: Ich danke dir, war sehr interessant!!:)
@Devi: Ja, bin auch auf deinen Bericht gespannt!!!
LG
Corinna
Hier also folgt der Bericht.......:D
Ich muss ein bisschen ausholen leider......
Also vor drei Monaten oder so, verpasste die HP meiner Ma eine Moxabehandlung auf einem Meridian am Fuss......
Der Moxakegel hat warum auch immer zu lange gebrannt und somit zu tief.
Es entstand eine Verbrennung mit Brandblase und allem drum und dran, die ich aber nicht life gesehen habe, da der Vorfall in der Prüfungszeit lag.
Wochen später zeigte mir meine Ma die immer noch nicht verheilte Wunde und erwähnte auch, dass sie Arnika Urtinktur von der HP bekommen habe, um dieVerletzung zu versorgen.
Also regelmässige Reinigung und Desinfektion und Versorgung der Wunde mit Furacin Sol (antibiotisch) brachten nach Tagen eine gravierende Verbesserung.....
Das Loch ging zu und den Rest der "Verbrennung" liessen wir mit Bepanthen verschwinden.
Mit fiel hier noch kein Zusammenhang zwischen Arnika und dem nicht heilen wollenden "Loch" auf......ich war blos ziemlich sauer wegen dem "Wundmanagement" der HP....
Und das Moxakegel Löcher in die Haut brennen......:mad:
Wochen später.....meine Ma hatte in Nacken ein kleine rote Stelle, die sie, warum auch immer wieder mit der Tinktur behandelte, was sie mir aber erst später erzählte.....
Es stellten sich nach circa 12-48 Stunden Rötungen mit Quaddeln ein....
Die Blässchen brachen nach und nach auf und der Juckreiz war unerträglich.
Auch diesen "Ausschlag" sah ich erst im "Endstadium"...
Ab jetzt bin ich "live" dabei.
Nach einem lapidaren Insektenstich entwickelten sich am nächsten Tag richtige Quaddeln nachdem meine Ma wieder diese Scheiss Tinktur aufgetragen hatte...
Die Pusteln und Papeln brachen nach und nach auf.....der Stich war immens geschwollen...
Erst dachte ich an eine überschiessende lokale Reaktion auf den Insektenstich...
Also erstmal Fenistil drauf gepackt, dann gekühlt.....
Mit liess das Ganze irgendwie keine Ruhe......
Fragt mich bitte nicht, wie ich letztendlich auf den Zusammenhang zwischen der Arnika Urtinktur und den Hauterscheinungen gekommen bin....
Input von oben, ich weiss es nicht.....:o
Im Internet recherchiert, das DHU Repititorium gepackt und nachgelesen......
Bierbach und Konsorten konsultiert.....
Meine Ma geschimpft.....und mich noch viel mehr, weil ich den Zusammenhang viel zu spät verstanden habe....
Fragt mich nicht, warum meine Ma die HP nicht auf die Hauterscheinungen angesprochen hat.....das ist eine etwas komplizierte Sache, weil die Dame auch eine gute Freundin von ihr ist und vorwiegend mit Aurareinigungen und so arbeitet........
Jetzt wirds noch lustiger......
Zum Beweis dafür, dass ihr die Arnika Urtinktur auf unverletzer Haut nichts anhaben kann ( sic!), schüttet sich meine Ma ein paar Tropfen auf den rechten Unterarm und reibt alles schön ein....hält mir das Ding unter die Nase und verkündet stolz, "siehste, hier macht das gar nix".....
Dass die Reaktion evtl. erst 12 bis 48 Stunden später einsetzen könnte, wollte sie ned wirklich wahr haben...
Und die Reaktion kam schlimmer als die anderen Male, wahrscheinlich hat sich ihr Immunsystem schon gefreut....
Lange Rede kurzer Sinn....
Sie hats überlebt.
Ich wollte die "Verbrennungen" im Nacken und am Unterarm hier als Photos reinstellen, aber sie wollte das nicht....
Ich war einig Male davor sie zum Hautarzt zu prügeln aber auch das wollte sie nicht....
Xusal ( ein Antihistaminikum) wollte sie nicht nehmen.....
Eine leichte Kortisonemulsion (Systral) brachte rein gar nichts....
Mein Versuch mit Rhus Toxicodendron war nahezu ohne Ergebniss....
Camphora hilft wahrscheinlich bei innerer überdosierter Anwendung von Arnika, aber leider nicht bei externer Anwendung.....
Apis D12 stündlich 5-6 Globuli hat eine extreme Verbesserung bewirkt....
Wahrscheinlich hätte D30 noch besser gewirkt.....????
Was genau diese Reaktion hervorgerufen hat, keine Ahnung.....dass es nur der Alkohol war, glaub ich nicht.....
Die Reaktion war stets lokal und nie systemisch.....
Das I-net sagt, dass bei entsprechender Disposition empfindliche Menschen bei der Anwendung von Salben oder Tinkturen die Arnika enthalten mit teilweisen extremen Hauterscheinungen rechnen müssen....
Ach ja, nur am Rande sei noch erwähnt, dass gestern meine Schwester ( PTA) zu Besuch war, und dem Arm und Nacken tatsächlich mit Combudoron zu Leibe rücken wollte....
Ich hab ihr die Salbe mehr oder weniger aus der Hand gerissen......
Als Mitbringsel hatte sie auch noch eine Flasche Retterspitz dabei....*hahahaha*
Mit 2mg Arnika und dem Hinweis die Flüssigkeit auf alle Fälle zu Verdünnen....
Ich hab echt gedacht ich dreh jetzt völlig hohl......
Also das ist soweit jetzt mal ALLES.....
Arnika ist gefährlich und die HP auch.....
Charlien's story mit der Calendula Urtinktur ist auch der Hammer.....
Und was lernen wir daraus ????
Liebe Leute seid paranoider bitte und die Behandlung von Familienmitgliedern gestaltet sich stets schwierig.....
Morgen fahr ich vom Land zurück nach MUC und widme mich wieder der Vorbereitung zur Prüfung.....
LG
Tanja
Hallo Devi!
Danke für deinen ausführlichen Bericht! Ist ja sehr interessant!
Ich verstehe beim besten Willen nicht, wie man so locker flockig mit den Urtinkturen (sowohl bei deiner Ma als auch bei Charliens Kleinem) umgehen kann!!! Weißt du, ob diese HP/Freundin eine Ausbildung hat? Ich bin ja noch der totale Laie, aber DAS weiß ich, dass das so nicht funktioniert!!!
Und man braucht sich bei solchen Geschichten nicht zu wundern, wenn den Homöopathie-Kritikern wieder massenhaft Nahrung hingeworfen wird, auf die sie sich stürzen können...:(
Ich hoffe, deine Mam lässt sich davon nicht einschüchtern?!
:)
Also mittlerweile gibt es diese Arnikaallergien, Gott sei Dank, noch recht selten!
Bei meinen Patienten, die wie ich mit Arnika Urtinktur aufgewachsen sind, wirkt das Wunder. Allerdings richtig angewendet
Bei einer Arnikaallergie muß doch die Allergie in wenigen Tagen aufhören, wenn das Arnika weggelassen wird.
Also Calendula Urtinktur würde ich nicht bei einem Kind in größerem Ausmaß verwenden, das der Alkohol natürlich brennt wie Feuer.
Liebe Grüße
Sibylle
Mein Kommentar lautet nur:
Die HP-Freundin Deiner Ma sollte bei Aurareinigung bleiben, von anderen Sachen versteht die wohl mal gar nix!!
Alleine schon durch Moxa ein Verbrennungsloch "herzustellen" ist doch wohl schon Körperverletzung.
Da hat sie wohl mal nen toles WE-Seminar besucht und wollte die Theorie gleich mal bei der Freundin in die Praxis umsetzen!! Ist ja prima geungen.
Ich hoffe, Deine Ma hat draus gelernt.
Tja, das sind die HPs, die unserem Ruf schaden. Die, bei denen die Ärzte nur die Augen verdrehen und dann meinen: kennste einen - kennste alle!
@Sibylle
Kannst Du mir das mit der richtigen Anwendung noch mal ein bisschen erläutern bitte???
Ich mein, meine Ma wird das "Teufelszeug" sicher nicht mehr verwenden, aber ich schwöre auf Arnika D30 intern bei "Verspannungen" aller Art bei mir selber.....:D
Beim Externen Gebrauch.....im DHU Repititorium steht 1:3 bis 1:10 Verdünnung...
Im I-net hab ich gefunden, dass Arnika Urtinktur bis D7 solche Reaktionen hervorrufen kann.....
Ich denke, die Arnika hat bei meiner Ma einen immunologischen Sturm ausgelöst......
Frantzbranntwein extern macht z.B gar nix....*grübel*
Und die Blässchen und Quaddeln und Rötungen müssen ja erst einmal langsam wieder abheilen, deshalb dauert das auch so lange....
Die Haut sieht aus wie verbrannt.....*seufz*
Wenigstens ist der Juckreiz is jetzt weg....*freu*
Ich such noch mal ein paar links zu dem Thema Arnika....:)
Hallo Devi,
bei mir fangen die Potenzen erst bei C 30 an, also die mit denen ich arbeite.
Arnica selber ist erst ab ca. D 23 nicht mehr nachweisbar. D 7 stimmt nicht.
Alle homöopathischen mittel sind ab der d 23 nicht mehr nachweisbar, und bei der C ab C 12. Wichtig für Allergiker auch anderer Mittel!
Wenn gut repertorisiert wird, ist ein externer Gebrauch selten angezeigt.
Hab ich eigentlich nur mal bei ner Warze gemacht, die aber nix brachte, aber dann bei Globuli-Verordnung abfiel.
Liebe Grüße
Sybille
ach ja, haste gut gemacht!!!
ich muss sagen, dass bei meinem sohn calendula tinktur (verdünnt, 5 gtt auf 100ml abgekochtem wasser) bei wundem po immer gut geholfen hat. :confused:
Hallo Beatnik,
bei dem eingangsposting ging es um die URtinktur unverdünnt.
So, wie du das gehandhabt hast, ist das okay!
Liebe Grüße
Sybille
Oh, wenn ich all das lese, dann merke ich wie dumm manchmal gedacht wird.
Urtinktur...??? Du liebe Güte. Es wird Zeit das es einen "Führerschein" gibt für sämtl. Behandlungsmethoden... damit solche Fälle nicht mehr vorkommen!
Das schadet uns allen. Grad die Homöopathie hat viel darunter zu leiden. Sulfur C200 in dieser Häufigkeit, das arme Kind!!!
Bin bei akuten Sachen mein eigener Patient und hab da auch schon manches verbockt! Einmal zu viel Arnika C30- Gott gings mir schlecht. Habe wie ein Wasserspeier geko....und alles tat mir weh! Ging nur grad auch Gastroenteritis um... Als mir klar wurde das es Arnika war- Pfefferminzöl, pur auf die Zunge und der Spuk war vorbei!
Es ist wohl eine unserer Aufgaben immer wieder deutlich zu machen, das ein zu viel auch schaden kann, das Homöopathie nicht so easy ist und vieles bewirkt...eben auch AMPs...
gilt auch für die Phytotherapie - natürlich=ungefährlich, das das so nicht stimmt ist vielen Menschen nicht klar!
Wie kann man das ändern? Wohl nur im Kleinen...
Viele Fragezeichen im Kopf...
Andrea
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