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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fallbeispiel und Einordnung ins ICD10



Mackentire
21.12.11, 10:55
Hallo in die Runde,

ich habe eine Frage zu der Einordnung zweier Fallbeispiele in das ICD 10 Raster.
Ggf. könnt ihr mir ja helfen in welchen Bereich sich folgende Fälle am besten klassifizieren lassen.
Mir fällt dazu nichts genau treffendes ein:

Ältere Dame um die 70 Jahre fährt beim Ausparken einen Fahhradfahrer um.
Parkt danach wieder normal zurück ein.
Als die Polizei und der Krankenwagen kommt behauptet Sie fest in Mehrfach dass Sie es nicht war.
Zeugenaussagen und Spuren am PKW lassen dabei keinen Zweifel zu.

Herr ca 60 Jahre hat eine Infektion am Zeh, die aber nicht beachtet wird. Die Infektion bereitet
Sich aus wird vom Patienten aber trotz Schmerz und verfärbung weiter nicht beachtet.
Erst Dritte die es sehen „zerren“ den Mann ins Krankenhaus wo ihm 2 zehen abgenommen werden müssen.

Ich sehe indiesen Beispielen ggf. eine Demente Größe, die aber für mich nicht gesamte Erklärung ist.
Ängste spielen sicher eine Rolle aber in welcher Spezifikation.

Könnt ihr mir hier auf die Sprünge helfen ?

LG und großes Danke


mac

kapinnow
20.01.12, 23:01
Hi Mac,

die Beispiele sind sicher interessant zur Differentialdiagnose. Im ersten Fall kommt neben einer amnestischen Störung, die vielfältige Ursachen haben kann (welche?) auch eine schlichte Lüge in Betracht. Zudem könnten Halluzinationen und Wahn vorliegen. Da kommst Du schnell an vielen Stellen des ICD-10 vorbei. Eine ausgezeichnete Prüfungsfrage.

Im zweiten Fall kommen mir spontan psychotrope Substanzen in den Sinn. Aber da wird euch sicher noch mehr einfallen...

Liebe Grüße
Kai

Engelchen
12.02.12, 18:34
Hallo ihr beiden,
das sind ja interressante Fragen.
Zum ersten Fall könnte ich mir vorstellen, dass die Dame einen Schock erlitten hat und deshalb nichts mehr wahrnimt - also akute Belastungsreaktion (neben Lüge oder Demenz).
Zum 2. Beispiel kommt evt. ein Abwehrmechanismus aus Angst vor Operation, Krankenhäusern...zum Tragen: Verleugnung bzw. Ungeschehenmachen. Evtl. auch bewusste Dissimulation. Ein Krankheitsbild fällt mir dazu nicht ein - oder am ehesten noch Anpassungsstörung.
liebe Grüße

kapinnow
12.02.12, 22:07
Hallo Emgelchen,

treten bei Anpassungsstörungen auch dissoziative Phänomene auf? Laut ICD-10 (http://www.icd-code.de/icd/code/F43.2.html) gilt:


Die Anzeichen sind unterschiedlich und umfassen depressive Stimmung, Angst oder Sorge (oder eine Mischung von diesen). Außerdem kann ein Gefühl bestehen, mit den alltäglichen Gegebenheiten nicht zurechtzukommen, diese nicht vorausplanen oder fortsetzen zu können.

Wie wäre es mit einer "Dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörung (http://www.icd-code.de/icd/code/F44.88.html)"?

Liebe Grüße
Kai

Engelchen
13.02.12, 11:39
Hallo Kai,
ich denke bei der AP ist das keine Dissoziation. Der Mann nimmt den Schmerz zwar wahr, aber wegen seiner Angst versucht er duch Verleugnung das Krankenhaus zu umgehen.
Dissoziat. Sensibilitätsstör. kann es meiner Meinung nach nicht sein, weil da kein echter Befund existieren darf und das Krankheitsbild nur symbolisiert wird (du willst mich mit der Frage bestimmt nur aufs Glatteis führen!!)
Liebe Grüße