Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was macht berufliche Erfolg aus?
Liebe Kollegen,
eben habe ich etwas interessantes gelesen, nachdem beruflicher Erfolg mehr oder weniger berechenbar ist:
<<<Sabine Asgodom, PR-Coach und Autorin u.a. des Bestsellers "Eigenlob stimmt" hat eine Umfrage unter IBM-Personalreferenten und Abteilungsleitern in den USA gemacht. Die hochrangigen Manager wurden gefragt, welche Kriterien für beruflichen Erfolg entscheidend seien. Sie nannten erstens "Performance", also die Leistung/Qualität der Arbeit, zweitens "Image", also die Selbstdarstellung und drittens "Exposure", also die Bekanntheit des Unternehmens<<<
Was wirklich auffallend ist, war ihre Gewichtung dieser Kriterien:
•Leistung spielt demnach nur zu 10% eine Rolle.
•Selbstdarstellung macht 30% des Erfolgs aus.
•Bekanntheit, Kontakte und Beziehung sind zu 60% am beruflichen Erfolg beteiligt.
Diese Kriterien kann man nahezu auf alle Berufszweige umlegen. Doch wie sieht es mit der Prozentualen Wertung aus? Welche Ränge nehmen Kontake, Selbstdarstellung und Leistung bei Euch in der Praxis ein? Was hat Euch, Euerer eigenen Erfahrung nach, zum Erfolg geführt oder wird es, Euerer Meinung nach noch tun?
Ich selber kann leider noch nicht mitreden - suche immer noch geeignete Praxisräume.
Bisher sagt meine Erfahrung, dass Leistung und Vernetzung den Hauptteil ausmachen. Ganz einfach zufriedene Patienten empfehlen mich weiter. Ist bei uns wohl nicht so klar zu trennen ;) finde ich.
Ich glaube, jeder definiert beruflichen Erfolg ein bißchen anders. Für mich ist es ein Erfolg, wenn ich sehe, dass meine Behandlung anschlägt, und es den Patienten besser geht. Ich kann mich da nur Hilde anschließen. Einer meint er ist erfolgreich, wenn er tgl. 10 Patienten hat, der andere gibt sich vielleicht mit 2 bis 3 tgl. zufrieden, darum denke ich, beruflicher Erfolg ist bei jedem anders zu werten.
Liebe Grüße Ortrud
Ich denke für den berufliche Erfolg eines HPs spielen viele Faktoren eine Rolle: sein Können, aber auch sein Auftreten (Selbstdarstellung muss ja nichts künstliches sein. Wer viele Jahre Praxis hat geht anders auf Patienten zu, als ein Anfänger, dem man seine Zweifel sofort ansieht). Ich habe allerdings oft beobachtet, dass besonders große und stark frequentierte Praxen oft Inhaber haben, die eine sehr beeindruckende Außendarstellung betreiben.
Patienten wollen meist am liebsten DEN Guru für ihr Problem. Ich war in meiner Zeit als Assistenz in einigen Praxen - auch in Praxen mit einem sehr "guten" Ruf und habe oft gedacht, "wenn die Patienten wüßten...".
Gruss Rudolf
Messbaren beruflichen Erfolg in Form von hohen Patientenzahlen und hohem Zahlungseingang auf dem Konto erhält man sicher zum großen Teil durch geschicktes Marketing und Vitamin B. Berufliche Zufriedenheit ist meiner Meinung nach etwas ganz anderes.
Erfolg und Zufriedenheit sind definitv zwei ganz verschiedene Sachen, da hast Du recht, aber sie müssen sich ja nicht gegenseitig ausschließen.
Rudolf, ich mag Deine Bodenständigen Beiträge. Wir haben hier im übrigen auch so ein Exemplar von Guru-Kinderarzt der absolut "in" ist. Der ist extrem unfreundlich, schnautzt Eltern an und hat so dermaßen verschrobene Ansichten, da schüttelt man manchmal nur noch mit dem Kopf! Dem rennen sie seltsammerweise die Bude ein.
Letztendlich kommt es schon, wie Ortrud sagte, darauf an, wie man beruflichen Erfolg definiert. Aber ich möchte jetzt bei Erfolgreich einfach mal von der Komponente "kostendeckend und ernährt mich" ausgehen.
Hilde, danke für Dein Statement.
Leider wissen viele garnicht, was sie beruflich zufrieden machen würde....und jagen so nur dem Erfolg hinterher.
Müller-Lüdenscheid
03.08.11, 14:10
Was macht berufliche Erfolg aus?
Beruflicher Erfolg ist messbar durch stetige Zunahme von Stammpatienten.
Wir haben hier im übrigen auch so ein Exemplar von Guru-Kinderarzt der absolut "in" ist. Der ist extrem unfreundlich, schnautzt Eltern an und hat so dermaßen verschrobene Ansichten, da schüttelt man manchmal nur noch mit dem Kopf!
Prust... :D
Ich hab jetzt erstmal geguckt, wo du herkommst. Naja, jedenfalls nicht aus Frankfurt, muss sich also um einen anderen Kinderarzt handeln ;).
Gruß. Anja
Es ist also nicht der Dr. B...?
Leider wissen viele garnicht, was sie beruflich zufrieden machen würde....und jagen so nur dem Erfolg hinterher.
DAS scheint mir ein ganz wichtiger Punkt zu sein...
Beruflicher Erfolg ist messbar durch stetige Zunahme von Stammpatienten.
Hm, böse Stimmen würde jetzt sagen, wenn man immer mehr Stammpatienten hat, dann hat man immer mehr Leute, die man nicht geheilt hat... ;)
Gruss Rudolf
Leider wissen viele garnicht, was sie beruflich zufrieden machen würde....und jagen so nur dem Erfolg hinterher.
Ich glaube, Zufriedenheit stellt sich dann ein, wenn die bereits verwirklichten Ziele mit den eigenen "inneren" Motiven übereinstimmen.
Ich glaube, Zufriedenheit stellt sich dann ein, wenn die bereits verwirklichten Ziele mit den eigenen "inneren" Motiven übereinstimmen.
Sofern man diese Motive kennt. Viele Menschen glauben, ihren inneren Motiven zu folgen und sind doch unzufrieden. Vielleicht weil es für einen Erwachsenen schwer ist, Motive zu erfüllen, die er/als Kind gebildet hat (z.B. Anerkennung der Eltern...).
Gruss Rudolf
Müller-Lüdenscheid
03.08.11, 22:09
Hm, böse Stimmen würde jetzt sagen, wenn man immer mehr Stammpatienten hat, dann hat man immer mehr Leute, die man nicht geheilt hat...
Jou Rudolf - könnte man in meiner Kurzdarstellung hineinlesen :-))
Gemeint sind aber natürlich DIE Pat., die auf Grund von Zufriedenheit weitere Familieangehörige, Verwandte, Freunde, Nachbarn, Kegelbrüder/-schwestern schicken und/oder im Laufe der Zeit mit unterschiedlichen Beschwerden Termine wünschen.
Gruß, Hans
Hallo Hans,
wir wissen beide, wie es gemeint war. Klar hat jeder gute HP Patienten, die ihn/sie wieder in Anspruch nehmen, wenn es Probleme gibt und andere Patienten schicken. Und ich bin ja ein Befürworter des "Hausarzt-HPs". Aber manchmal kommen Patienten, da habe ich das dumpfe Gefühl, dass sie von Kollegen krank gehalten werden, weil sie Probleme berichten, die mehr in das Reich der Fabel zu verweisen sind... (Es gab in der Nähe meiner ersten Praxis in Stuttgart einen "berühmten" Orthopäden, der Patienten "einrenkte" - anfangs alle halbes Jahr, dann jeden Monat und zum Schluss zweimal die Woche. Er lebte gut davon...)
Gruss Rudolf
<<<<<Sofern man diese Motive kennt. Viele Menschen glauben, ihren inneren Motiven zu folgen und sind doch unzufrieden. Vielleicht weil es für einen Erwachsenen schwer ist, Motive zu erfüllen, die er/als Kind gebildet hat (z.B. Anerkennung der Eltern...).<<<<<
Käme es der Sache näher wenn wir das Wort "Motive" vielleicht durch "Gefühle" ersetzen?
Käme es der Sache näher wenn wir das Wort "Motive" vielleicht durch "Gefühle" ersetzen?
Hm, eigentlich nicht. Gefühle existieren ja nicht unabhängig von unseren Motiven. Wenn ich z.B. ein Problem mit Anerkennung habe, dann wird mich ein dankbarer Patient für einen Tag glücklich machen - und ein undankbarer in Depressionen stürzen...
Gruss Rudolf
Calendula49
04.08.11, 13:26
Wenn ich jeden Tag weiß, daß ich mein Bestes gegeben habe; wenn ich dankbar sein kann, weil ich Neues erfhren durfte;
wenn ich von Herzen gelacht habe und einen Menschen umarmt habe - dann war ich erfolgreich.
...das würde ich eher als sehr zufrieden bezeichnen. Die Definition für Erfolg wäre für mich: Wenn ich heile, wenn viele Patienten kommen, wenn auch noch ordentlich Profit dabei rum kommt. Umsatz ist m.E. nach ein entscheidendes Kriterium für den beruflichen Erfolg ebenso Anerkennung. berufliche Zufriedenheit hat für mich einen positiven Klang. Beruflicher Erfolg finde ich hat einen negativen Beigeschmack, denn Können, Sympathie, Empathie, Freude an der Arbeit usw. muß nicht unbegriffen sein.
Umsatz ist m.E. nach ein entscheidendes Kriterium für den beruflichen Erfolg ebenso Anerkennung
Gegen "Umsatz" als Erfolgskennzahl rebelliert der Betriebswirt in mir... Umsatz bedeutet nicht gleichzeitig Gewinn - und ohne Gewinn bist Du bald tot.
Gruss Rudolf
Beruflicher Erfolg finde ich hat einen negativen Beigeschmack, denn Können, Sympathie, Empathie, Freude an der Arbeit usw. muß nicht unbegriffen sein.
Da hängt für mich ein Knackpunkt - für mich hat "Beruflicher Erfolg" absolut keinen negativen Beigeschmack (bei unserem Job wird sich der wohl nicht ohne Können, Sympathie, Empathie und Freude an der Arbeit einstellen - denke ich ;) )
Warum ist Gewinn (nicht Umsatz ;) ), denn negativ? Natürlich möchte ich auch finanziell auf Dauer von meiner Praxis leben können - und zwar so, dass ich nicht nächtelang darüber dachdenken muss, wie ich die Miete zusammen bekomme.
Die Frage ist da vielleicht, wie komme ich an diesen Gewinn? "Verkaufe" ich Patienten die teuren und aufwendigen Therapien, damit mein Gewinn stimmt - oder suche ich nach dem Besten für den Patienten? Als Beispiel...
Als ich angefangen habe, mir ernsthaft zu überlegen, mich selbstständig zu machen, habe ich mir von der Bundesregierung so ein Paket für Existenzgründer zuschicken lassen (gibt es wohl leider nicht mehr). Da waren unendlich viele Informationen drin. Was ist ein Businessplan? Wie kalkuliere ich Kosten realistisch?... War für mich alles neu. Obwohl ich keine Fremdmittel gebraucht habe, habe ich für mich so etwas geschrieben, weil ich mein Konto überzeugen wollte, dass die Sache Hand und Fuß hat. Das hat mir sehr viel klar gemacht.
Irgendwo in den Unterlagen fand ich die Aussage: die meisten Existenzgründer scheitern nicht, weil die Geschäftsidee falsch ist oder weil sie nichts können. Die meisten scheitern an mangelnden Kaufmännischen Fähigkeiten und falscher Werbung.
Fand ich spannend...
Es ist wohl oft noch so, dass Menschen, die in "menschennahen" Berufen arbeiten, ein kleines Problem mit (finanziellem) Erfolg haben, so als wäre Erfolg nur durch "Betrug" und "üble Machenschaften" zu erreichen. (Das hat die Propaganda der Sozialverbände & Co. gut funktioniert...) Und das führt leider dann oft dazu, dass Praxen sich nicht tragen oder Menschen sich verschulden, um ihren Patienten "nicht zu viel zuzumuten" - damit diese dann in die Dominikanische Republik in Urlaub fahren oder einen neuen Breitbandfernseher kaufen können. (Früher nannte man das "für Gottes Lohn arbeiten").
...nicht durch Betrug, sondern durch geschicktes Marketing. Leider kenne ich zuviele Ärzte und auch HP(da ist das nicht so ausgeprägt), deren Erfolg (speziell in finanzieller und gesellschaftlicher Hinsicht) auf Marketing begründet ist und nicht auf Qualität.Genau bei diesen Ärzten bezahlen die Patienten für jede Menge Extras zu ohne mit der Wimper zu zucken und der nette Hp von nebenan....???
Genau bei diesen Ärzten bezahlen die Patienten für jede Menge Extras zu ohne mit der Wimper zu zucken und der nette Hp von nebenan....???
Alte Marketing-Weisheit: Der Wurm muss dem Fisch schmecken - nicht dem Angler.
Es ist nicht unser Job, Menschen ideologisch umzuerziehen. Wenn wir selbst bestimmte Erscheinungen ablehnen - z.B. keine "schicke" Praxis wollen, dann ist das unsere Entscheidung. Aber ich darf mich dann auch nicht ärgern, wenn es Patienten gibt, die lieber in eine schicke Praxis gehen... (in die der Arzt oder Kollege ein Stange Geld investiert hat, die ich gespart habe).
Ich wollte damit verdeutlichen, das Marketing einen großen Anteil am Erfolg hat.
HPs im allgemeinen sind i.d.R. schon ganz andere Menschen als Ärzte (es gibt auch nette Ärzte und doofe HPs). Man ist da zufrieden, wenn die Praxis sich trägt, wenn man dan noch davon leben kann umso besser, aber selten hat er das Ziel Porsche, Edelpraxis, Boot und Ferienhaus auf Mallorca......(ich verallegemeiner ein bißchen, weiss schon, das es auf beiden seiten Ausnahmen gibt).
<<<<Genau bei diesen Ärzten bezahlen die Patienten für jede Menge Extras zu ohne mit der Wimper zu zucken und der nette Hp von nebenan....??? <<<
Der gilt als Geldgierig....... :(
<<<<<Wenn wir selbst bestimmte Erscheinungen ablehnen - z.B. keine "schicke" Praxis wollen, dann ist das unsere Entscheidung. Aber ich darf mich dann auch nicht ärgern, wenn es Patienten gibt, die lieber in eine schicke Praxis gehen... (in die der Arzt oder Kollege ein Stange Geld investiert hat, die ich gespart habe). <<<<<
Huii Rudolf, das trifft es ganz schön auf den Punkt!! Man verbindet eine schicke Praxis unterbewusst automatisch erst mal mit viel Geld, also verdient Behandler/in gut, folglich muss er GUT sein, in dem was er tut! Somit fühle ich mich als Patient gleich mal an der richtigen Adresse. Der Trick, Patienten so einzubestellen, dass das Zimmer schön vollsitzt und lange Wartezeiten entstehen wird nicht durchschaut, sondern unterstreicht den ersten Eindruck und wird meist wortlos hingenommen!! Schicke Praxis wird weiters auch mit "modern" assoziiert - also ist Behandler/in "up to date" fortgebildet und arbeitet mit neuesten Erkenntnisen (die mögen wir ja auch gerne - siehe Threat: Homöopathiewirkung nachgewiesen) kurz gesagt: schicke Praxis ist die halbe Miete.... auch wenn manchmal nur viel heisse Luft dahinter steckt.
Ich selbst! habe vor vielen Jahren mal nach zwei Besuchen den Zahnarzt gewechselt, weil ich das alte, zusammengestupfelte und völlig geschmacklose und ausrangierte Inventar nicht leiden konnte, dies auf den etwas älteren Behandler übertrug und sofort Vertrauen verlor, nach dem Motto - Nachkriegsstudium und stehengeblieben...hilfe!!!
Es stellte sich für mich dann aber schnell heraus, dass der neue, schicke Besen auch nur mit Wasser kochte. Trotzdem blieb ich in der "schönen neuen" Praxis, einfach weil ich mich dort wohler fühlte. Schon seltsam!
ach ja, da ist mir noch etwas eingefallen! So blöd es sich für manchen anhören mag, es roch nicht gut in der Praxis. Das störte mich mit am meisten!
Man ist da zufrieden, wenn die Praxis sich trägt, wenn man dan noch davon leben kann umso besser, aber selten hat er das Ziel Porsche, Edelpraxis, Boot und Ferienhaus auf Mallorca
Schon richtig. Gilt aber für den "gemeinen Hausarzt" auch. Reichtümer kann der auch nicht mehr anhäufen (und das bei oft deutlich höherer Arbeitsbelastung als ein "durchschnittlicher" HP).
Man verbindet eine schicke Praxis unterbewusst automatisch erst mal mit viel Geld, also verdient Behandler/in gut, folglich muss er GUT sein, in dem was er tut! Somit fühle ich mich als Patient gleich mal an der richtigen Adresse.
Naja, wo geht man essen? Da, wo viele (teure) Autos vor der Türe stehen. Da muss es gut sein... (So "menscht" es eben)
Gruss Rudolf
Also, ich weiß nicht so genau, was ich genau unter Erfolg verstehe. Ich habe eine Praxis, die läuft und bin zufrieden, für den Porsche reicht es nicht, war auch nie mein Ziel.
Das Problem ist, dass ich überhaupt keine Geschäftsfrau bin, sagen selbst die Patienten. Wäre ich nur viertel soviel Geschäftsfrau, wie ich mit Leib und Seele HP bin, wäre ich vermutlich ein bischen "vermögender". Allerdings ist es für mich auch wichtig, dass sich die alleinerziehende Mutter und die verwitwete Rentnerin auch mal eine HP leisten kann und ich bin immer bemüht, die günstigste Variante für den Patienten zu finden. Das mag nicht immer richtig sein, aber ich fühle mich so wohl, evt. das Problem, das RWH oben angesprochen hat.
Ich habe keine Homepage, ich mache auch sonst kaum Marketing und von meiner Selbstdarstellung will ich gar nicht sprechen.
Ich habe festgestellt, dass die beste Werbung die Empfehlung von anderen Patienten ist und die kostet nichts, außer vielleicht das Bemühen um ständig gute Arbeit.
Selbstdarstellung und Marketing mag ja wichtig sein, genauso wie die schicke Praxis, aber wichtig ist ja auch, dass die Patienten bleiben. Und bei mehr "Schein als Sein" wird sich der Erfolg auf Dauer in Grenzen halten, denke ich.
Ich denke bei all dem Genannten (MundzuMundpropaganda bringt am meisten etc.) ist es wichtig, dass die Praxis bei dem Patienten auslöst, dass er sich wohl fühlt. Auch dies ist natürlich individuell. Aber schick und teuer muss sie nicht sein, damit man dauerhaft Patienten hat. Ich denke das ist ein Trugschluss. Der berufliche Erfolg als HP (egal WIE man Erfolg dann letztendlich für sich definiert) kann sich nur dauerhaft einstellen, in dem man eben auch nicht nur Therapeut ist, sondern auch Geschäftsmann/-frau. Das ist ja nicht negativ und bedeutet ja nicht "Halsabschneider". Sondern das bedeutet, dass ich z. B. auch einen guten Überblick über meine finanziellen Möglichkeiten habe. Vom Helfersyndrom alleine lebt es sich nicht.
@kim
...das hast du schön gesagt. Das würde ich so unterschreiben.
Liebe Kim,
ich denke du hast mich falsch verstanden, ich habe nichts dagegen, Geschäftsfrau zu sein, ich habe da nur meine Defizite. Und den Rest sehe ich wie du, hab mich vermutlich verdreht ausgedrückt.
Liebe Grüße
Susanne
Nein, ich meinte dass nicht auf dich bezogen Susanne! Sondern auf die Frage an sich: "Was macht beruflichen Erfolg aus?"
Geschäftsfrau zu sein, war für mich glaube ich das schwierigste an diesem Beruf ;)
>>>>Allerdings ist es für mich auch wichtig, dass sich die alleinerziehende Mutter und die verwitwete Rentnerin auch mal eine HP leisten kann <<<<<<
Susanne, das ehrt Dich sehr, halte es aber persönlich für problematisch. Wenn mich die zufriedene alleinerziehende Mutter weiterempfiehlt, ist das schön. Die Probleme werden aber kommen, wenn sich Patienten über die Kosten unterhalten - und das werden sie! - und der eine z.B. für die selbe Behandlung mehr bezahlt als der andere. Wie erkläre ich das dem Patienten? Ich persönlich würde mir da verschaukelt vorkommen. Deshalb finde ich es wichtig, diesbezüglich eine gerade Linie drin zu haben. Wir sind und bleiben "Dienstleister" am Körper und sollten unser z.T. teuer erlerntes Können nicht unterm Wert verkaufen. Ich meine, wenn ich zum Masseur oder zur Fußpflegerin, Friseur etc. gehe, bekomme ich z.B. den Haarschnitt doch auch nicht günstiger, weil ich knapp bei Kasse bin. Die fragt höchstens, ob noch ganz sauber bin.
Vom Porsche träum ich gar nicht, das brauchen wir nicht. Aber ich kann meinem Vermieter später nicht erzählen, dass es diesen Monat keine Kohle gibt, weil ich zwar einige Patienten hatte, diese aber vergünstigt behandelt habe und es gerade mal für Rechnungen, Versicherungen und was weiss ich was alles reicht.
Ich weiss von befreundeten Kollegen dass es sich heutzutage bei der Führung einer privaten Praxis um ein knallhartes Geschäft handelt und ich deshalb noch einige romantisch-verklärte Vorstellungen ablegen muss.
Allerdings ist es für mich auch wichtig, dass sich die alleinerziehende Mutter und die verwitwete Rentnerin auch mal eine HP leisten kann und ich bin immer bemüht, die günstigste Variante für den Patienten zu finden.
Das sehe ich genauso wie du Susanne! Und das war und ist für mich auch nach wie vor ein Leitsatz: "Ich möchte, dass auch Lieschen Müller sich eine Behandlung bei mir leisten kann!"
Dies ermögliche ich durch Ratenzahlung. Damit kann ich wunderbar leben. Und die Patienten auch :)
Ich gehe mit dem Preis nicht runter, denn das ist meine Psychohygiene. In dem ich mich und das was ich tue achte und genau das dafür nehme, was es für mich wert ist, geht es mir gut. Ich habe aber vollstes Verständnis, dass viele Menschen in der heutigen Zeit nicht mal eben 90,-€ auf den Tisch packen können. Deswegen - Ratenzahlung :)
Ich habe eine Praxis, die läuft und bin zufrieden, für den Porsche reicht es nicht, war auch nie mein Ziel.
Naja, das ist dann doch "erfolgreich"... Mein Kriterium ist immer: Es muss reichen. Mehr aber auch nicht...
Selbstdarstellung und Marketing mag ja wichtig sein, genauso wie die schicke Praxis, aber wichtig ist ja auch, dass die Patienten bleiben. Und bei mehr "Schein als Sein" wird sich der Erfolg auf Dauer in Grenzen halten, denke ich.
Das Kriterium ist einfach: Hast Du genug (Patienten), um so zu leben, wie Du es willst - oder nicht. Punkt. Werbung, Praxisausstattung etc. sind ja kein Selbstzweck sondern sind ein Mittel zu Zweck. Ich habe einen relativ kleinen Raum in meinem Haus - und der ist zwar modern und zweckmäßig, aber nicht "schick" eingerichtet. Für meine Patienten ist das aber OK. Ich bin aber auch im ländlichen Umfeld einer Stadt und nicht im Zentrum, wo in jeder Straße ein HP praktiziert. Daher...
50% meiner Patienten kommen übers Internet - 50% auf Empfehlung....
Ich denke Kim hat recht: Zu einer "erfolgreichen" Praxisführung gehört nicht nur therapeutisches Können, sondern auch ein wenig "Geschäftssinn". Eben so viel, dass die Praxis (und der HP) existieren können. Wofür ich kein Verständnis habe, sind Kollegen, die jammern, weil sie nicht genug verdienen, sich dann aber andererseits zu "heilig" sind, um mal Werbung zu machen oder mal die Praxis auf Vordermann zu bringen (weil sie sich ja "nicht verbiegen" lassen wollen.)
Ich weiss von befreundeten Kollegen dass es sich heutzutage bei der Führung einer privaten Praxis um ein knallhartes Geschäft handelt und ich deshalb noch einige romantisch-verklärte Vorstellungen ablegen muss.
Ganz so hart ist es nicht. Zum "Geschäftssinn" gehört auch, die eigenen Möglichkeiten realistisch abschätzen zu können. Beispiel: Mit meiner ersten Praxis vor 20 Jahren bin ich finanziell baden gegangen. Nicht gerade in Konkurs, aber ich habe nach einigen Jahren einfach keine Lust mehr gehabt, ständig am Minimum herumzulavieren. Das lag aber nicht daran, dass ich so wenig Patienten hatte, sondern in erster Linie daran, dass ich (Betriebswirt hin, Betriebswirt her), eine viel zu teure Praxis übernommen hatte (das war wohl auch der Grund, warum der Vorgänger sie loswerden wollte...). Im DG einer Bank, eigentlich eine Arztpraxis mit 2 Behandlungsräumen, Sprechzimmer, Wartezimmer, Labor, - und entsprechender Miete. Außerdem habe ich mir gleich noch ein paar teure Geräte angeschafft - neue natürlich. Klar, dass man dann schnell unter Druck kommt. Ich habe mir schlicht und ergreifend nur die Frage gestellt: Was brauche ich - und nicht, was rechnet sich...
Und so viel arbeiten und ständig Patienten akquirieren wollte ich dann auch wieder nicht. So passte die Praxis einfach nicht zum Therapeuten....
Und wenn ich so manche Praxis von Kollegen heute so sehe, dann wundert es mich nicht, dass die "ein knallhartes Geschäft" betreiben müssen. Die teure Ausstattung und die teuren Geräte wollen ja bezahlt werden - und dann muss man halt "auf Teufel komm raus" verkaufen.
Es geht aber auch anders.
Gruss Rudolf
Dies ermögliche ich durch Ratenzahlung. Damit kann ich wunderbar leben. Und die Patienten auch
Und wie behälst Du da die Kontrolle?
Gruss Rudolf
Mein Kriterium ist immer: Es muss reichen. Mehr aber auch nicht...
Gruss Rudolf
Davon bin ich mittlerweile weg. Warum sollte ich nicht mehr wollen? Daran ist nichts verwerflich finde ich. Auch daran einen Porsche zu wollen nicht. Ich gönne jedem einen, der einen will. Mein "Porsche" wäre dann ein Häuschen an der Ostsee im wunderschönen Schleswig-Holstein. Oder einen richtig tollen Wohnwagen. Ja, da könnte ich sehr gut mit leben :) Warum auch nicht?
Wenn ich mir Gesundheit wünsche, dann wünsche ich mir das ja auch nicht so:
"Liebes Universum, ich will nur grad soviel Gesundheit, dass ich grad die Treppen meiner Wohnung noch hochkomme..." ;)
Gerade in dem Beruf des Therapeuten erlebe ich oft, das wir uns gegenseitig schmälern, in dem wir immer versichern, "ich will ja nicht reich werden, es soll nur grade so reichen..." Aber was heisst das im Klartext? Das es genau das tut: es reicht immer nur gerade so... Das ist ein Zustand, der einen sehr traurig und krank machen kann. Ich bin mir sehr sehr sicher, dass der da oben ;) mir mehr wünscht :)
Sich mehr zu wünschen bedeutet nicht, es auf dem Rücken von anderen Menschen zu tun!
Und wie behälst Du da die Kontrolle?
Gruss Rudolf
Ich verstehe die Frage nicht. Ich habe einen Stapel mit bezahlten (bar oder Überweisung) Rechnungen und einen mit offenen Rechnungen. Außerdem lasse ich mir die Ratenzahlungsvereinbarung unterzeichnen. Habe die besten Erfahrungen damit gemacht.
Davon bin ich mittlerweile weg. Warum sollte ich nicht mehr wollen? Daran ist nichts verwerflich finde ich. Auch daran einen Porsche zu wollen nicht. Ich gönne jedem einen, der einen will. Mein "Porsche" wäre dann ein Häuschen an der Ostsee im wunderschönen Schleswig-Holstein. Oder einen richtig tollen Wohnwagen. Ja, da könnte ich sehr gut mit leben Warum auch nicht?
Ein Missverständnis. Was "reichen" ist, definiert jeder für sich selbst. Ich habe ein Häuschen (bezahlt), wohne da, wo andere Urlaub machen, Porsche brauch ich nicht. Ansonsten habe ich alles, was ich brauche und für Hobbies bleibt auch noch Geld. Mehr zu wollen würde mehr Arbeiten bedeuten - und dazu habe ich keine Lust.
Gruss Rudolf
aha okay :)
Mehr zu wollen würde mehr Arbeiten bedeuten - und dazu habe ich keine Lust.
Gruss Rudolf
Und DAS ist dein Porsche ;)
Die Probleme werden aber kommen, wenn sich Patienten über die Kosten unterhalten - und das werden sie! - und der eine z.B. für die selbe Behandlung mehr bezahlt als der andere. Wie erkläre ich das dem Patienten?
Im Moment sind hier überwiegend Privatpatienten - da ist wenig Spielraum in der Preisgestaltung. Allerdings gibt es eine Patientin (Selbstzahler), die ich zum Sozialtarif behandele. Sie ist mir schon seit der Praxisgründung treu, hat jedes mal 90 Minuten
Anreise und als Rentnerin auch nicht viel Geld zur Verfügung. Und ich würde mich schämen, dieser Frau meinen normalen Stundensatz in Rechnung zu stellen.
>>>>Allerdings ist es für mich auch wichtig, dass sich die alleinerziehende Mutter und die verwitwete Rentnerin auch mal eine HP leisten kann <<<<<<
Susanne, das ehrt Dich sehr, halte es aber persönlich für problematisch. Wenn mich die zufriedene alleinerziehende Mutter weiterempfiehlt, ist das schön. Die Probleme werden aber kommen, wenn sich Patienten über die Kosten unterhalten - und das werden sie! - und der eine z.B. für die selbe Behandlung mehr bezahlt als der andere. Wie erkläre ich das dem Patienten? Ich persönlich würde mir da verschaukelt vorkommen. Deshalb finde ich es wichtig, diesbezüglich eine gerade Linie drin zu haben. Wir sind und bleiben "Dienstleister" am Körper und sollten unser z.T. teuer erlerntes Können nicht unterm Wert verkaufen. Ich meine, wenn ich zum Masseur oder zur Fußpflegerin, Friseur etc. gehe, bekomme ich z.B. den Haarschnitt doch auch nicht günstiger, weil ich knapp bei Kasse bin. Die fragt höchstens, ob noch ganz sauber bin.
Vom Porsche träum ich gar nicht, das brauchen wir nicht. Aber ich kann meinem Vermieter später nicht erzählen, dass es diesen Monat keine Kohle gibt, weil ich zwar einige Patienten hatte, diese aber vergünstigt behandelt habe und es gerade mal für Rechnungen, Versicherungen und was weiss ich was alles reicht.
Ich weiss von befreundeten Kollegen dass es sich heutzutage bei der Führung einer privaten Praxis um ein knallhartes Geschäft handelt und ich deshalb noch einige romantisch-verklärte Vorstellungen ablegen muss.
Sorry, du hast mich falsch verstanden. Meine Preise sind für alle Selbstzahler gleich, aber eben so, dass sie sich auch eine Alleinerziehende oder die Rentnerin leisten kann. Ich bin vielleicht der HP für Arme (grins). Und trotzdem aber auch so, dass ich davon leben kann. Selbstverständlich könnte ich mehr verlangen, dann hätte ich halt mehr Einnahmen oder aber mehr Freizeit, ich fühle mich aber so wohl, wie es ist. Ich fühle mich auch nicht so, als ob ich mich unterm Wert verkaufe. Mein Beruf ist für mich Erwerbstätigkeit, Berufung und Hobby zugleich und ich bin sehr glücklich damit, aber ich habe mir auch abgewöhnt, mich ausnutzen zu lassen.
Und selbstverständlich ist es auch ein Geschäft und die wirtschaftliche Seite ist zwar nicht mein Ding, aber bewußt ist sie mir auch. Solange ich meine Festkosten monatlich habe und außerdem noch gut leben kann und nicht mehr in Panik ausbreche, wenn mal ruhigere Zeiten kommen, weil ich genügend Reserven geschaffen habe, habe ich keine Veranlassung, mir Sorgen zu machen, oder irgendetwas zu ändern.
Und DAS ist dein Porsche
Ja, genau...
Gruss Rudolf
:D
Da fällt mir gerade ein, wer noch keinen Porsche von euch fährt, kann gar kein HP sein. Laut den Aussagen des liebreizenden B. fahren alle HPs Porsche und gehören zu den Schwerverdienern.
Ja, und ich bin dann natürlich auch keiner.:D
:D
Da fällt mir gerade ein, wer noch keinen Porsche von euch fährt, kann gar kein HP sein. Laut den Aussagen des liebreizenden B. fahren alle HPs Porsche und gehören zu den Schwerverdienern.
Ja, und ich bin dann natürlich auch keiner.:D
Wir sind ja auch eher als "Unheilpraktiker" bekannt, gell? :D
Müller-Lüdenscheid
06.08.11, 11:39
Hm...Porsche? Kann ich meinen Maserati noch umtauschen und mich kleiner setzen...auf Porsche?
Ich bin letztens mit einer Mitfahrgelegenheit von Berlin nach Hamburg gefahren (übrigens kein Porsche, nee). Im Auto: 3 Studentinnen, ein Student und ich. Ja, es war ein wenig eng und ich kam definitiv zu dem Schluss, dass ich mit meinen 33 Jahren zu alt für solche Kaspereien bin. Wie auch immer, auf jeden Fall kam natürlich irgendwann die Frage "Und was machst Du so?" Ich also erzählt, dass ich HP bin und eine Praxis in Berlin habe. Große Augen allüberall, Schweigen. Und dann von einem der Mädels: "Da verdient man aber scheißegut, oder? Wenn ich mir die Ärzte so angucke... Und die Heilpraktiker machen ja eigentlich nur Hokuspokus." Und das in einem so angewiderten Tonfall, als hätte ich gerade berichtet, ich wäre Kopfgeldjäger.
Ich habe mir dann nicht die Mühe gemacht, mich auf lange Diskussionen einzulassen, sondern lediglich gesagt: "Auch ein Arzt verdient heute bei weitem nicht mehr so viel Geld, wie jeder glaubt" und mich darauf beschränkt, mitzuteilen, dass ich über die Runden komme. Was ich momentan von der Praxis noch bei weitem nicht tue, aber wie gesagt, no discussions. *seufz*
Für mich ist beruflicher Erfolg, wenn ich zufriedene Patienten habe, die mit anderen Problemen auch gerne wiederkommen, mich weiterempfehlen und ich genug Geld verdiene, um vernünftig leben zu können. Und das bedeutet bei mir, dass ich weder Porsche noch großes Haus brauche. Aber ich möchte die Freiheit haben, über meine Zeit frei verfügen zu können, selbstbestimmt zu arbeiten und ab und an auch in den Urlaub fahren zu können.
Ich hoffe, du hast daraus gelernt, das nächste Mal deinen Porsche aus der Garage zu holen und selbst zu fahren. Wenn nicht, auch gerne mit Chauffeur, das muss drin sein:p.
Ja, die Gehaltsvorstellungen unserer Mitmenschen sind schon manchmal lustig. Dabei gibt es Statistiken im Internet, erstens wer die Porschefahrer sind und zweitens über den Durchschnittsverdienst eines HPs. Aber die werden gerne ignoriert.
Hm...Porsche? Kann ich meinen Maserati noch umtauschen und mich kleiner setzen...auf Porsche?
Als anständiger HP nimmst du den Porsche als Zweitwagen.
Stimmt, das nächste Mal nehme ich einfach den Porsche- und stopfe die Mitfahrgelegenheitsstudenten auf die schmale Rückbank... hat so ein Porsche überhaupt ein? Egal... :-D
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