PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Grundlagen Zum Verständnis Der Antroposophischen



RenateHansen
16.12.05, 21:13
GRUNDLAGEN ZUM VERSTÄNDNIS DER ANTROPOSOPHISCHEN
MENSCHEN- UND NATURERKENNTNIS.

„Erhabner Geist, Du gabst mir, gabst mir alles,
Warum ich bat. Du hast mir nicht umsonst
Dein Angesicht im Feuer zugewendet.
Gabst mir die herrliche Natur zum Königreich
Kraft, sie zu fühlen, zu genießen. Nicht
Kalt staunenden Besuch erlaubst Du nur,
Vergönnest mir, in ihre tiefe Brust
Wie in den Busen eines Freunds zu schauen.
Du führst die Reihe der Lebendigen
Vor mir vorbei und lehrst mich meine Brüder
Im stillen Busch, in Luft und Wasser kennen.....
Dann führst Du mich zur sichern Höhle, zeigst
Mich dann mir selbst, und meiner eignen Brust
Geheime tiefe Wunder öffnen sich“



Rudolf Steiner hat durch seine „Goetheanismus“ genannte Charakterisierung der Naturanschauung Goethes und seiner Erkenntnismethode einen Weg gewiesen, den Typus der Naturerscheinungen und das Wesen des Menschen als einheitliches Geschehen zu verstehen,


Quelle
Wege der Heilmittelfindung
ISBN 3-928914-03-0

RenateHansen
21.12.05, 22:36
Diese hochentwickelte Heilkunde sichtet umfassend und ganzheitlich ordnend das Gebiet der menschlichen Existenz hinsichtlich des ärztlichen Wirkens bzw. des Heilens.

Gesundheit, Krankheit und Heilung werden hier unter Berücksichtigung der Eigenschaften weiterer Organisationsebenen, genannt „Wesensglieder“, sowie deren gegenseitiger Abhängigkeit behandelt.

Der physische Leib des Menschen bildet hier sein von der Anatomie dargestelltes festes Gerüst, welches in realer Beziehung zu dem natürlichen Mineralbereich steht.

Die nächste Funktionsebene stellen die Vorgänge der Ernährung, des Wachstums und der Reproduktion dar. Sie werden in der Physiologie beschrieben und unterliegen den Gesetzmäßigkeiten des bis zu unserem Tod den leiblichen Zerfall überwindenden „Lebensleibes“, welchen wir mit dem Pflanzenreich gemeinsam haben.

Im Tierreich tritt erstmals auf, was hier als „Empfindungsorganisation“ bezeichnet wird – sie ermöglicht seelische Qualitäten wie Sympathie/Antipathie. Auf organischer Ebene bewirkt die Empfindungsorganisation Abbau und Ausscheidung. Spezifisch menschlich ist nur die Ich-Organisation als Grundlage für unser waches Selbstbewusstsein.

Das koordinierte Wechselspiel dieser Wesensglieder gewährleistet unsere gesunde Verfassung, die uns in der umgebenden Welt überleben lässt. Ist das Wechselspiel nicht ausgewogen, kommt es zu Missstimmigkeiten, zur Verstimmung und schließlich zu Erkrankung.

Der Weg zurück, das Wiederheil-werden, kann vermittels der Arznei geschehen, die Naturstoffe in den Erkrankten einführt, die das Wesen der kranken Veränderung in analoger Weise aufweisen. So benutzt man das Wesen des Bienenstiches mit seiner lokalen Wärmeentwicklung und den sich Anstauen, dem heißen Aufquellen des Gewebes als Analogon zum vergleichsweise ähnlichen Krankheitsbild, etwa eines heißen, geschwollenen und schmerzhaften Gelenkes. Aber auch das besondere Verhältnis des Bienenvolkes zum jahreszeitlichen Rhythmus, dem Sonnenlicht und seiner Wärme, lässt Entsprechungen am Zustand des Menschen aufweisen, besonders seines Nerven-Sinnessystems. Und die Tatsache, das Bienen eine naturgeschichtlich relativ frühe Entwicklungsform darstellen, lässt sie zu einem Arzneistoff werden, der Einfluss nimmt auf unsere Zellbildungsfunktionen. Besonders die Bienenkönigin spielt hierzu eine große Rolle, ist sie doch Sinnbild der Keimzelle der Regeneration des Organismus.

Es werden in der anthroposophischen Medizin alle Aspekte der Natur hinsichtlich ihrer sinnbildlichen Bedeutung für einen möglichen therapeutischen Zweck gesichtet und genutzt.


Union Deutscher Heilpraktiker