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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verwirrend????



Tati
04.04.07, 20:18
Ich bin noch recht neu hier im Forum.

Letzte Woche habe ich meine HP-Prüfung geschafft und bin sehr froh darüber.
Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie es weiter geht.

Mein Herz hängt sehr an der Homöopathie und an der Pflanzenheilkunde. In der Homöopathie habe ich ein 10-tägiges Basisseminar und eine einjährige Arzneimittelausbildung absolviert.

Was ich jedoch sehr verwirrend finde, dann auch in Anbetracht die richtige Schule für eine Ausbidlung zu finden, ist, dass sich einiges in der Homöopathie wiederspricht. Die einen sagen, man sollte nicht zu hohe Potenzen geben, die anderen meinen, man muss sofort mit Hochpotenzen anfangen. Die einen geben es nur einmal, die anderen wesentlich öfters. Die einen geben mehrere Mittel in Folge, die anderen sagen, man muss abwarten und Geduld haben, die einen lehren nach den Miasmen, die anderen finden das gar nicht so wichtig.

Was stimmt denn nun? Es gibt doch das Organon, wonach man sich richten soll, aber ich glaube, dass die heutigen "Lehrer" das Organon nach ihrer Ansicht abändern. Sicherlich ist heute eine andere Zeit, als im Jahre 1800 und es hat sich sehr viel verändert. Für mich ist es jedoch schwer, eine klare und einheitliche Linie zu finden! Hat jemand ähnliche Erfahrung?

Noch eine andere Frage: hat jemand hier im Ruhrgebiet eine Ausbildung in der Homöopathie gemacht und kann mir von seinen Erfahrungen berichten, wie die Schule war?

Ich danke Euch für Eure Antworten.

Liebe Grüße
Tatjana

kügelchen
04.04.07, 23:59
Hallo Tati,
Glückwünsche zur bestandenen Prüfung!
Mir geht es ähnlich wie dir. Ich will im Oktober die HP-Prüfung machen und danach (auf Holz klopf) eine Homöopathie-Ausbildung anfangen. Aber die Entscheidung für eine Schule finde ich wirklich schwierig. Es gibt so viele unterschiedliche Strömungen in der Homöopathie, auch so viele, die sich klassisch nennen und auf das Organon berufen, und doch machen es alle ein bisschen anders.

Vor kurzem war ich auf den Saar-Pfälzer Homöopathie-Tagen, das war ein Workshop von Tjado Galic über Schwere Pathologien in der homöopathischen Praxis. Es war sooo interessant: Ca 80 Teilnehmer, zum größten Teil erfahrene Homöopathen, einige schon 10, 20 Jahre eigene Praxis. Tjado stellte die mitgebrachten Fälle zunächst vor und gab uns dann 10 Minuten zum Repertorisieren. Das Ergebnis: Von denen, die ihre Vorschläge äußerten, hatte mehr oder minder jeder andere Symptome benutzt und war zu einem andern Mittel gekommen. Sein Fazit: Da steckt keine Systematik dahinter, das ist "Chaoshomöopathie". Soviel also zur Wissenschaftlichkeit. (Von Tjado war das natürlich ein netter Schachzug, um auch die alten Hasen sozusagen zugänglich zu machen für *seine* Systematik!)

Wenn du es nicht ganz eilig hast, würde ich an deiner Stelle solche Wochenend-Seminare besuchen bei verschiedenen "Korifäen", von denen wir ja im Moment einige haben. Dann findest du schon einmal heraus, welche Richtung dir liegt. Und dann? Im Zweifelsfall die Basics in einer Schule lernen und dann gezielt in Seminaren weiterbilden.

Im Ruhrgebiet gibt es eine Schule mit sehr gutem Ruf... war es in Essen? Weiß nicht mehr, das findest du aber bestimmt raus!

Liebe Grüße und viel Spaß
Riek

edit: bei der Homöopathie-Akademie (http://www.homoeopathie-akademie.de/links.htm) findest du unter links z.b. eine Schule in Mühlheim / Ruhr. Ist aber nicht die, die ich gemeint habe...

Tati
05.04.07, 09:19
......Riek,

lieben Dank für Deine Antwort.

Da bin ich ja froh, dass es nicht nur mir alleine so geht.

Ich habe ja schon einige Basiserfahrungen gesammelt und an verschiedenen Seminaren teilgenommen.
Selbst habe ich auch schon ein homöopathische Behandlung mitgemacht. Die Heilpraktikerin hat ihe Ausbildung bei dem belgischen Arzt (ich komme jetzt nicht drauf wie er heißt, ist aber sehr bekannt) gemacht und war ziemlich begeistert. Der Arzt arbeitet aber nur mit Hochpotenzen.

Wenn ich mir dann die CD´s vom alten Hasen Dr. Gawlik anhöre, dann erzählt dieser immer, dass eine Hochpotenz eine kleine Atombombe ist, soviel Energie steckt dahinter. Beide Ärzte sind sehr erfahrene Therapeuten und haben alle ihre Ziele erreicht (Dr. Gawlik lebt allerdings nicht mehr, hatte aber auch sehr gute Erfolge zu verzeichnen).

Ich habe schon mal ein Seminar mitgemacht, wo wir eine Liste bekommen haben, was der Patient während der Behandlung alles nicht einnehmen darf, also Kaffee, Wein, Essig usw. usw. Wenn ich mir dann vorstelle, dass die Behandlung durchaus ein Jahr und länger betragen kann (in chronischen Fällen), dann frage ich mich ernsthaft, welcher Patient sich denn daran hält????
Andere Therapeuten sehen es dann wiederum nicht so streng uns sagen, man darf trotzdem die Nahrungsmittel zu sich nehmen, ohne dass das Mittel antidotiert wird. Mir hat mal eine Dozentin auf einem Seminar gesagt, dass man bei der Behandlung von Nat.-mur. noch nicht einmal ein Deo benutzen dürfte.......

Na ja, ich werde mal weiter meine Augen und Ohren offen halten. Die Schule in Mülheim kenne ich. Da war ich auch schon mal zu Seminaren und zum Tag der offenen Tür. Ich fand sie nicht schlecht.
Meinst Du hier in Essen evtl. die Schule von Ira Tucker?

Liebe Grüße
Tatjana

kügelchen
05.04.07, 10:29
Die Heilpraktikerin hat ihe Ausbildung bei dem belgischen Arzt (ich komme jetzt nicht drauf wie er heißt, ist aber sehr bekannt)

Geukens, ja, zu dem pilgern wirklich viele!


Meinst Du hier in Essen evtl. die Schule von Ira Tucker?
Ja, ich glaube die war es! Macht ja zumindest einen sehr klassischen Eindruck.

Hm... Man könnte ja sagen, man misst eine Strömung daran, wie gut sie funktioniert. Das Problem ist, sie scheinen alle (zu einem gewissen Prozentsatz zumindest) zu funktionieren!! :confused:
Was Tjado Galic macht, finde ich allerdings besonders beeindruckend, er behandelt Pathologien, an die sich glaube ich ein "normaler" Homöopath überhaupt nicht heranwagen würde. Da sprechen die Erfolge schon für sich! Leider hat er keine Schule ;) , macht aber ne Menge Workshops, v.a. in München.

Liebe Grüße
Riek

Meggy
05.04.07, 11:50
Hallo Tati,

auch von mir erstmal herzlichen Glückwunsch zu Deiner bestandenen Prüfung!

Ich finde es ebenfalls etwas wirr - warten und Geduld haben oder doch noch mal "nachschiessen". Persönlich hab ich festgestellt, das bei schon langbestehenden Krankheiten ein Abwarten nach einer Hochpotenzgabe (C200) schon angezeigt ist. Bei akuten Erkrankungen, geb ich die C200 einmalig und danach verkleppert. Das hat sich gut bewährt. Aber wie gesagt, das sind nur meine bescheidenen persönlichen Erfahrungen.

Ich denke, das eine gute und ausgewogene Repertoisierung das wichtigste ist, dazu kommt, dass halt auch das Arzneimittelbild bestmöglichst passen sollte. Lieber denke ich 10 mal drüber nach, und verwerfe nochmal alles und beginne neu :eek:

Liebe Grüße

Meggy

Sybille
09.06.07, 12:46
ich sag mal, wie ich es in der Praxis halte:
niedrigste Potenz ist bei mir c30, drunter benutz ich keine. Bei akuten Erkrankungen wie grippalen Infekten, hat sich die C 30 gut bewährt, bei richtiger Mittelwahl reicht meistens einmalige Gabe. Bei einigen Mitteln hab ich die Erfahrung gemacht, daß die c 200 besser wirkt.
Bei chronischen Erkrankungen oder seel. veränderten Zuständen, wie Pnikattacken z.B. arbeite ich mit Q-Potenzen. Fange meistens mit Q XII an.

Ist aber keine allgemein gültige Regel. Ich denke, jeder homöopath findet mit den JAHREN seine eigenen besten Verordnungen.

Liebe Grüße
Sybille