Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Therapieansatz gegen Prüfungsangst
Ich hab heute in einer dieser typischen Frauenzeitschriften gelesen :rolleyes:
(Ich bin entschuldigt, ich saß beim Zahnarzt im Wartezimmer und was tut man da nicht alles um sich abzulenken!)
Dabei habe ich etwas gefunden, was sich gar nicht so verrückt anhört:
Wenn man Prüfungsangst hat, ist es die alte Angst, die man hatte, als man als Kind vor der Klasse stand, Klassenarbeiten schreiben musste...
Wenn man sich nun klar macht, wer heute die Prüfung macht, nämlich ein erwachsener Mensch - würde die Prüfungsangst verschwinden oder zumindest besser werden.
Ganz so einfach geht es vermutlich nicht - aber den Ansatz fand ich schon spannend - was denkt Ihr?
So falsch ist der Gedanke doch nicht, dass so eine Prüfung etwas triggert, was man als Kind erlebt hat. Man daher in "kindliche" Verhaltensmuster zurück fällt...
Eine interessante Frage ist dann immer, wie alt die Angst wohl ist.
Gute Frage Kai - inzwischen bin ich da auch zeitlich sehr offen :)
Aber mir gefällt der Ansatz...
Ich bin von dem Problem verschont geblieben - aber schon im Studium habe ich das erlebt, da waren Menschen in meiner Lerngruppe - die wussten echt mehr als ich...
ich komme super gut durch die Prüfung - andere fallen durch - warum? Die "Anderen" beschreiben das typische black-out, alles weg, ich wollte nur noch raus...
Hallo Hilde,
das ist genau der Ansatz, mit dem Michael Bohne seine erfolgreichen Coachings bei Auftrittsängsten bestreitet.
"Wie alt sind Sie, bevor Sie auf die Bühne (in die Prüfung) gehen?"
Es mögen nicht einmal nur die Klassenarbeiten aus der Jugend sein, es sind die vielen erohbenen Zeigefinger, die uns schon in unserer frühen Kindheit in die Schranken weisen. Wir regredieren, werden klein, senken die Nase und ziehen die Schultern hoch.
Erster Schritt zum angstfreien Auftritt (zur Prüfung):
"Ich bin im Hier und Jetzt, spüre meine Füße auf dem Boden, bin XX Jahre alt und habe etwas zu sagen!"
Mir hilft dieses Mantra immer wieder, ich notiere mir mein eigenes Alter auf dem Manuskript und in der Hand, so dass ich ab und an spicken kann.
Über Auftritts- und Prüfungsängste könnte ich ein dickes Buch schreiben :eek:
und es ist noch nicht vorbei...
Carola Seeler
01.09.10, 15:05
Wenn man Prüfungsangst hat, ist es die alte Angst, die man hatte, als man als Kind vor der Klasse stand, Klassenarbeiten schreiben musste...
Wenn man sich nun klar macht, wer heute die Prüfung macht, nämlich ein erwachsener Mensch - würde die Prüfungsangst verschwinden oder zumindest besser werden.
Ganz so einfach geht es vermutlich nicht - aber den Ansatz fand ich schon spannend - was denkt Ihr?
So falsch ist der Gedanke doch nicht, dass so eine Prüfung etwas triggert, was man als Kind erlebt hat. Man daher in "kindliche" Verhaltensmuster zurück fällt...
hallo,
das, was an diesem Gedanken m.E. falsch ist, is t nicht jede Aussage für sich: P. hat jetzt Prüfungsangst", "P. hatte als Kind Prüfungsangst". "P. kann Prüfungsangst beheben oder verbessern, wenn er...". aber die Verknüpfungen und Schlussfolgerungen sind es nicht bzw. sind sie nicht grundsätzlich so.
Klar doch, in der Regel oder oft hat jemand nicht als Erwachsener plötzlich Prüfungsangst, oft beginnt das in der Kindheit und zieht sich durchs Leben. Die wichtige Frage ist doch nur "was löst(e) die Prüfungsangst aus?" Wenn man an die Antwort nicht rankommt oder sie nicht hilft, dann benötigt man in jedem Fall Bewältigungsstrategien.
Unser Gehirn arbeitet nun mal am besten, wenn es ganz entspannt ist, kann es aber nicht, wenn man plötzlich in große Anspannung gerät.Bei großer Anspannung funktioniert plötzlich die Informationsübertragung nicht mehr zwischen den einzelnen Nervenzellen und dann kommt der besagte große Block, man fängt zu stottern und zu zittern an. Prüfungsangst entsteht durch ängstliche Gedanken und Vorstellungen von Versagen etcetc.pp. Dieses
ist nicht einfach ein Antriggern eines quasi neuralgischen Punktes, eine spontane Erinnerung an einen Zustand, der deshalb wieder entsteht (obwohl so etwas natürlich auch vorkommt), sondern die Angstzustände als solche entstehen aufgrund der o.a. Gedanken immer wieder in entsprechenden Situationen.
Ebenso können natürlich durch blitzartige Assoziation en Erinnerungen an frühere unangenehme, eventuell stark angstbesetzte Situationen aktiviert werden: die Angst springt einen dann förmlich an). Dabei wird die Erinnerung meist nicht bewusst erlebt, weil das Geschehen damals zu schlimm war.
Die Ausprägungen von Angsterscheinungen jeglicher Art sind viel zu vielfältig und abhängig von der Biographie des jeweiligen Patienten als dass es solch einfache Lösungsansätze wirksam geben könnte.
Liebe Grüße
Carola
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