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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Petition Änderung Heilpraktikergesetz



Jochen
08.03.10, 08:30
Durch eine Email wurde ich auf folgende Petition hingewiesen.

http://www.msk-petition.de (Link bitte manuell eingeben ;))

Bitte in der Diskussion sachlich bleiben.

Viele Grüße

Jochen

Jürgen
08.03.10, 09:57
Wenn ich das lese was dort von den einzig Wissenden geschrieben wird u. mit dem an meiner Mama im KH praktizierten vergleiche, frage ich mich schon, was in 6 Jahren gelehrt wird.
Andererseits auch, ob man das KH nicht wegen fahrlässiger Körperverletzung anzeigt, denn dort wird ja wissentlich gehandelt, nur darum kümmern sich die guten nicht, sondern erfinden immer neue Ausreden.

Ich halte mich aus der Disk. lieber heraus, ich koche noch etwas. :D

LG Jürgen

Linda F.
08.03.10, 10:19
joooo, das kann man sehen wie man will...

Ich denke, das "bestmögliche" liegt immer im Auge des Betrachters, daher wird es wohl auch kein Gesetz geben, wie man seine Kinder zu behandeln hat.

Denke das ist sehr schwer zu entscheiden, daher wird es wohl keine Entscheidung geben. Außerdem verletzt ein Vorschrift dieser Art, ja auch wieder etliche Persönlichkeitsrechte, sowohl des Kindes als auch der Eltern...

Ich entscheide sehr intuitiv, welche Behandlung ich an meinen Kindern machen lasse und welche nicht. Ich würde mich niemals nur für entweder oder entscheiden, da spielen so viele Faktoren mit ein. Daher kann man so etwas denke ich auch nicht pauschalisieren.

Dass die Überprüfung für HP strenger werden soll, kann ich nachvollziehen, mir selbst wäre es auch lieber hier mehr Überprüfung zu haben, gerade was die Behandlungen angeht. Momentan kann man sich da nur durch viel Selbstinitiative auf einen guten Standard bringen. Für mich würde nichts dagegen sprechen zu den jeweiligen Behandlungsmethoden nochmals einzeln eine Prüfung abzulegen, bevor ich das in der Praxis einsetzen darf.

Grüße Linda

Maerchenhexe
08.03.10, 10:24
Denke das ist sehr schwer zu entscheiden, daher wird es wohl keine Entscheidung geben.
Kann man nie sagen, Recht und Recht ist Auslegungssache. Den Eltern kann niemand etwas vorschreiben, Kinder sind kein Staatseigentum- das HPG ändern steht auf einem anderen Blatt. Dafür ist aber m.E. die Formulierung juristisch nicht stichhaltig genug.
Was wird eigentlich aus den ganzen Petitionen, man hört mal was, unterschreibt mal was und dann ward es nie wieder gesehen??!! :eek:

laxshmi
08.03.10, 10:47
Im Schweizer Ärzteblatt gelesen:

Frei zitiert (also nicht eins zu eins übernommen)

Studien aus den USA haben ergeben, dass jährlich etwa 120.000 Personen am ärztlichen Wirken versterben (Iatrogen). Somit würde der ärztliche Kunstfehler an Platz fünf der Todesursachen stehen. Im weiteren Bericht wird abgeschwächt und darauf verwiesen, dass es nicht immer nur Kunstfehler wären, sondern einfach Kommunikationsprobleme und Verwaltungsfehler.
Fakt scheint zu sein, dass diese Menschen ohne ärztliche Behandlung noch leben würden.

Der Petitionsbetreiberin geht der Hut hoch, weil ein australisches Paar seinem Kind nicht die evidenzbasierte Behandlung zukommen habe lassen und dieses aufgrund der falschen (homöopathischen)Behandlung verstarb, die iatrogenen 120 000 sind ihr offensichtlich nicht bekannt, oder werden hingenommen weil ja von Akademikern begangen.

Eine Diskussion auf diesem Blog erscheint mir nicht sinnvoll, die scheinen mir nicht zugänglich.

Linda F.
08.03.10, 10:48
@märchenhexe

das
Was wird eigentlich aus den ganzen Petitionen, man hört mal was, unterschreibt mal was und dann ward es nie wieder gesehen??!!

meinte ich damit

Denke das ist sehr schwer zu entscheiden, daher wird es wohl keine Entscheidung geben.

Es gibt immer viele die etwas ändern wollen, doch meistens bleibt das dann irgendwo auf der Strecke oder es dauert Ewigkeiten bis sich etwas tut.

Woran das nun liegen mag, am Engagement, der Umsetzung, des Wissens oder dann an höheren Institutionen kann ich nicht sagen, aber meistens passiert eben nicht viel....

Maerchenhexe
08.03.10, 11:39
Kunstfehler: Deutsche beschweren sich öfter über Ärztepfusch - Gesundheit | STERN.DE (http://www.stern.de/gesundheit/gesundheitsnews/kunstfehler-deutsche-beschweren-sich-oefter-ueber-aerztepfusch-703426.html)
Wobei ich mich frage, warum ein Fall in Australien der Dame so den Hut hochgehen lässt, dass sie sich derart dort hineinsteigert?
Vielleicht erinnert sich noch jemand an den Fall - Namen hab ich alle vergessen- wo ein Ehepaar mit einem Kind, dass einen fußballgroßen Tumor im Bauch hatte, auf der Flucht vor den Behörden war? Klar sind das einzelne Aufreger. Eine Statistik über Ärztepfusch gibt es nicht und wird es auch nie geben, dazu sind die statistischen Anforderungen einfach nicht zu verwirklichen. Fakt ist, dass alternativmedizinische Kunstfehler viel mehr Aufmerksamkeit erhalten.
Fakt ist auch, dass beispielsweise die Kriterien für den Grad der Schwerbehinderung geändert wurden. So derart herabgesetzt, dass ohne Klage und Gutachter ein überspringen der 50% GdB fast unmöglich ist. Und erst ab 50% bringt es ein bischen was. Aber auf Kosten der Finanzämter und das geht ja scheinbar gar nicht, da wird lieber prozessiert.
Das wären alles lohnendere Objekte für eine Petition, allerdings sehe ich das gelassen und chancenlos.

Jürgen
08.03.10, 13:16
Worum geht es diesen Ärzten wirklich?

Unter besseren Vorraussetzungen bessere Arbeit zu leisten?

Kann ihre Arbeit nicht mehr genug Menschen von der Notwendigkeit überzeugen zum Arzt zu gehen?

Soll deshalb ein Gesetz novelliert werden um lästige Konkurenz abzuschaffen/einzuschränken?

Ich habe nicht das Gefühl, dass es den meisten dort diskutierenden tatsächlich um den Menschen als Patienten geht.

Wenn ich die Arbeit und die Argumentation der Ärzte nehme, die ich jetzt im Zusammenhang mit der Behandlung meiner Mama gesprochen habe, würde ich mal die Meinung der Ärzte dazu gerne wissen.
Infektionen mit NORO und MRSA werden dort billigend in Kauf genommen.

Erst einmal vor der eigenen Tür kehren, bevor wieder versucht wird andere mit Dreck zu bewerfen.
Ich wünschte mir eine gravierend höhere soziale Kompetenz der Ärzte.

laxshmi
08.03.10, 14:10
Die Dame die diese Petition einreichen möchte ist keine Ärztin.

eve
08.03.10, 14:52
Die Dame die diese Petition einreichen möchte ist keine Ärztin.

Stimmt..dann wahrscheinlich ihr Mann...oder Bruder :D

claudiabelow
08.03.10, 15:02
...ich kann nicht verstehen, wie jemand so eine petition schreiben kann???kann ich eine petition dagegen schreiben???ich bin auch mutter und möchte selber entscheiden, zu wem meine Kinder gehen wenn sie krank sind......heftig!!!wenn das eingeführt wird wandere ich aus!!!
ich drück mich jetzt schon um die U-Untersuchungen herum ...wie soll das noch weiter gehen....

Claudia

schmitz
08.03.10, 15:12
Ich kann die Thematk schon nachvollziehen.
Sehe hier (mein Hauptjob in einer Kinderklinik) leider auch immer wieder Kinder, die von den Eltern grob vernachlässigt wurden, was das Medizinische angeht.
Die zwar beim Osteopathen/HP waren - aber den Kinderarzt meiden.
Und der Hydrocephalus fiel dann dementsprechend spät erst auf als es zu so massiven Entwicklungsverzögerungen kam, die dann auch der Osteopath nimmer schönreden konnte.
Dann auf einmal große Schuldgefühle - nutzen nur nicht viel.

Was ist denn gegen die Vorsorgeuntersuchungen einzuwenden?
Da passiert doch nix, es werden Entwicklungsmeilensteine geprüft. Na und?
Viele Eltern sind sowas von betriebsblind, was die eigenen Kinder angeht...

Ich habe bei meinem Kind zB den Sprachfehler nicht gehört, ich hab ihn ja verstanden. Die Erzieherin hat mcih ganz schüchtern drauf angesprochen.
Wenn ich heute Videos von damals sehe (und höre), wird mir schlecht. Wie hab ich DAS nur überhören können! :eek:

Ich finde, es schadet nix Kinder jemandem vorzustellen, der Erfahrung mit Kindern hat. Ob es nun ein Kinderarzt oder ein HP mit pädiatrischem Hintergrund/Ausbildung ist - egal.
Aber eigene Kinder zu haben reicht als Qualifikation für den HP in meinen Augen NICHT aus.

Susanne

claudiabelow
08.03.10, 15:33
hallo susanne, jeder hat zu dem thema eine eigene meinung,
ich denke schon, daß es schaden kann mein kind nackt einem fremden mann (=arzt) vorzuführen, der dann über das Nichtkönnen meines kindes urteilen darf..."Frau sowieso, ihr kind kann immer noch nicht richtig sprechen, da müssen sie was gegen tun , das ist nicht normal " HALLOOOO... wie kann es sein, daß jemand nur weil er arzt ist über Unfähigkeiten urteilen darf??
klar bin ich als mutter immer subjektiv meinen kindern gegenüber und beschütze sie vor negativen fremden einflüssen und genau darum entscheide ich wer meine kinder anfassen darf und wer nicht!!!
klar gibts auch mütter, die ihre kinder verwahrlosen, aber mit denen lass ich mich nicht in einen sack stecken!
Ich denke, es muß schnellstmöglich ein ausbildungs und prüfungsgesetz für HP her, ich als ergo hab doch auch ne staatl. zulassung....warum geht das denn bitteschön nicht beim HP ???

Übrigens: ein fehler ist erst dann ein fehler, wenn er der gesellschaft auffällt.....in argentinien fallen nichmal Down-Kinder auf.....


und : wer sagt, daß ein arzt alle "fehler" des Kindes richtig erkennt und auch richtig behandelt...???
LG Claudia

schmitz
08.03.10, 17:30
Dann hast du wohl den falschen Arzt erwischt.
Ich habe in den letzten 26 Jahren - so lange bin ich im Job - noch nie erlebt dass Kinder "nackt vorgeführt wurden".

Aber wenn deine Erfahrungen so sind, ist das traurig.

Susanne

Reiner
08.03.10, 20:17
Im Prinzip wiederholen sich die Ärzte<->HP Diskussionen immer wieder in irgend einer Form.
Aber in den entweder/oder Diskussionen wird es immer die leidtragenden Menschen geben, die dazwischen stehen.
Da nutzen auch alle Argumente und Statistiken egal von welcher Seite auch immer nichts. Sorry nich böse sein, aber die Zahl der Toten durch ärztliche Fehler hört sich zwar hoch an, aber wieviele Menschen werden im Verhältnis dazu behandelt und wieviele würden ohne Behandlung sterben?
Genau so könnte ich behaupten Fliegen sein sicherer als Autofahren, denn statistisch sterben mehr bei Autounfällen, als bei Flugzeugabstürze. Aber doch nur weil mehr Autos als Flugzeuge unterwegs sind.

Das Problem ist nicht wer besser/kompetenter ist, Ärzt, oder HP, sondern das Problem ist die fehlende Gemeinsamkeit, den Menschen zu helfen!
Würden Ärzte Patienten für gewisse Erkrankungen zum HP schicken/dürfen, bzw. HPs eben Patienen in entsprechenden Fällen zu Ärzten wäre dem Patient mehr geholfen.
Die ewige "Zankerei" wer nun Klüger, oder besser ist, bzw. Panikmacherei, verunsichert den Patienten erst recht und die Gefahr der falchen Wahl ist viel größer!
Man kann nicht Medizin, Wissenschaft, Natur, Leben, Esoterik usw. voneinander trennen und alles zerreisen. Denn es gehört alles zusammen.

Wenn was geändert werden muss, dann ist es dass HP und Ärzte zusammen arbeiten sollten / dürfen. Ich denke aber auch da würde keine gesetzliche Regelung helfen, da die "Lehren" das von Anfang an so gut wie unmöglich machen.

"Erst wen Ärzte nicht mehr der Meinung sind alles behandeln zu müssen und HPs nicht mehr der Meinung sind alles behandeln zu können, wird es meiner Meinung für den Menschen dazwischen besser werden!
Mein letzten Satz bitte jetzt nicht verallgemeinernd wörtlich nehmen, sondern ehr sinnbildlich in Bezug der "Feindseelichkeit" verstehen ;)

Liebe Grüße Reiner
________________
Natur ist keine Alternative, oder Ersatz zur Medizin, sondern eine zusätzliche notwendige Komponente zur Heilung!

Will
09.03.10, 10:23
Hallo,

hier sieht man wieder einmal mehr wohin es führen kann, wenn man nicht in der Lage ist seine Interessen zu vertreten.

Grüße
Will

M. Wittstadt
09.03.10, 10:56
Petitionen kann jeder Bundesbürger einreichen. Das kann man mit Interessenvertretern nicht verhindern, und das ist auch gut so.
Ich sehe aber wenig Chancen für diese Petition, insofern beschäftige ich mich nicht damit.
Abstruse Petitionen gibt es im Dutzend. Keiner sollte damit seine Lebenszeit verschwenden.

RWH
09.03.10, 21:26
Hallo Leute,

regt Euch doch nicht auf. Solche "Initiativen" gibt es seit vielen Jahren. Jedes Mal wenn irgend ein HP Mist baut (auch von der Sorte, der jeden Tag hundertfach von Ärzten in Praxen oder Kliniken angerichtet wird) wird sofort der Ruf laut, den "Scharlatanen" doch nun endlich per Gesetz das Handwerk zu legen.

Wir sind nun mal manchem Akademiker ein Dorn im Auge - und Ärzte sind (zusammen mit den Juristen) nun mal die ältesten akademischen Berufe. Da hat sich über Jahrhunderte ein Selbstverständnis der Deutungshoheit entwickelt, das jeden zum Ketzer erklärt, der nicht in Linie bleibt oder gar als Ungläubiger auftritt.

Es ist sinnlos mit solchen Menschen zu diskutieren, denn sie suchen nicht den Dialog oder wollen wirklich was über uns wissen, sondern sie wollen uns einfach weghaben, weil wir ihre "Gedanken" stören. Wir sind ein Dorn im Fleische ihres Selbstverständnisses - und das ist der eigentliche Grund ihrer Ablehnung.

Lasst sie machen... (So sind sie wenigstens von der Straße)


Noch etwas zur verständlichen (aber naiven) Forderung zur Regelung der HP-Berufes. Ich behaupte: JEDE solche Regelung führt zum Untergang des HPs als freiem Beruf. Man muss sich einfach darüber klar sein, dass wir im Grund aufgrund einer juristischen Kuriosität existieren. Die Nazi wollten uns aussterben lassen - und nach dem Ende des Regimes hat man das Gesetz teilweise beibehalten. Wäre das anders gelaufen, dann gäbe es den Beruf heute nicht mehr.

Nun zur Regelung: Wie bitte sollte so eine Ausbildung denn geregelt werden? Legt man die Anforderungen zugrunde, die an andere Ausbildungsberufe im medizinischen Bereich gelegt werden (und warum sollte man uns Sonderrechte einräumen?), dann müssten wir entweder eine akademische Ausbildung absolvieren (Medizin studieren) oder wir würden zum Heilhilfsberuf (wie Masseure, PT, Ergo) degradiert werden - und dann wieder weisungsgebunden (an Ärzte) sein.

Auch die HPPs, die PT-HPs, die Ergo-HPs, profitieren nur von der Gesetzeslücke.

Ganz klar: Es gibt uns als Beruf noch, weil sich niemand traut, die Regelung anzugehen. Die Politik fürchtet den Bürgerprotest (und legt sich lieber mit den Ärzten an, deren Renomé in der Öffentlichkeit angeschlagen ist). Außerdem ist es einfacher einen status quo beizubehalten, als einen neuen durchzusetzen.

Seid froh, dass wir noch frei sind - und nicht Sklaven einer Regelungswut, die uns dann natürlich auch vorschreiben würde, welche Methoden (die selbstverständlich wissenschaftlich allgemein anerkannt sein müssten) wir noch ausüben dürften...

Gruss Rudolf

RWH
09.03.10, 22:02
Hallo Rainer,


Würden Ärzte Patienten für gewisse Erkrankungen zum HP schicken/dürfen, bzw. HPs eben Patienen in entsprechenden Fällen zu Ärzten wäre dem Patient mehr geholfen.


Das Dürfen ist nicht das Problem. Ärzte dürfen selbstverständlich Patienten zu einem HP schicken (umgekehrt sowieso). Ob sie es tun - oder umgekehrt - ist eine ganz andere Frage. Ich bekomme (wenige) Patienten von (Zahn)Ärzten geschickt und schicke meinerseits Patienten zu den Ärzten, zu denen ich im Laufe der Zeit ein Netzwerk aufgebaut habe. Das klappt ohne Probleme - und ich werde von den Ärzten als Kollege behandelt. Ich bestehe aber auch nicht darauf, einen Patienten, dem der Eiter aus dem Hals läuft mit Kamillentee und Merc. Sol. zu behandeln, sondern akzeptiere dann eben, dass ein Antibiotika hier die sicherere Option ist. (primum non nocere gilt auch für HPs...) Die Kollateralschäden kann ich anschließend behandeln.

Gruss Rudolf

me.la.nie
10.03.10, 19:48
Was mich an dieser Petition am ehesten nervt, sind die sich ständig wiederholenden Klischees: die Prüfung wäre soo einfach (haha), jeder Depp könne HP werden usw. Wir wissen alle, dass das nicht stimmt, mir wäre es durchaus recht, wenn diese Information auch in der Öffentlichkeit ankommen würde. Mediziner, mit denen ich zu tun habe, behandeln mich nicht von oben herab- die akzeptieren mich normalerweise als Kollegin, sobald sie merken, dass ich weiss, wovon ich rede. Auch Klischees in Form der Behauptung, dass ALLE Hp prinzipiell den Gebrauch von Antibiotika, Impfungen und Chemo usw. verteufeln würden, sind doch einfach nicht wahr. Und welcher Hp, den ihr kennt, würde ein schreiendes, krankes Kind ewig weiterquälen??? So ein Quatsch...dazu machen wir doch schliesslich die Prüfung- um zu erkennen, wenn jemand sein Kind ins Krankenhaus bringen muss...

Auf die Idee, die Vorsorgeuntersuchungen zu schwänzen, bin ich allerdings noch nie gekommen. Ich bin bei einem antroposophischen Kinderarzt, der selber nicht gerne impft- nur wenn die Eltern drauf bestehen. Trotzdem bleibt er in der Beratung so meinungsneutral, wie er nur kann- es ist hier in Deutschland die Entscheidung der Eltern! Wer empfindet, dass sein nacktes Kind vorgeführt wird, war wohl beim falschen Kinderarzt? Schade...jemand anders suchen, bei dem man sich besser fühlt.

Trotzdem habe ich mir auch schon die Freiheit genommen, nachdem mein Kind die Treppe runtergefallen (nicht bewusstlos) war, es aus der Klinik wieder mit nach Hause zu nehmen, nachdem ich mich mit meinem Kinderarzt nochmals abgesprochen hatte, worauf ich zu achten habe. Ich bin medizinisch nicht ahnungslos, darum kann ich mein Kind auch zuhause überwachen....

Aber ich weiche vom Thema ab. Ich bin mir gar nicht sicher, ob solche "Aufregerdiskussionen" hier wirklich einen Platz haben- im Prinzip sind sie Zeit-und Energieverschwendung. Über unsere Therapeutischen Qualitäten sollten wir uns möglichst alle Gedanken machen, da schliesse ich auch die aprobierten Kollegen nicht aus...ansonsten möchte ich mich ungern auf das Niveau einer (das ist jetzt mal eine Annahme) geltungsbedürftigen, gelangweilten Hausfrau herablassen. Aber nicht, dass sich jetzt die Hausfrauen verunglimpft fühlen, bitte! :)

Jera
10.03.10, 20:14
Hm, diese Petition hat mir irgendwie ein wenig Angst gemacht.
Ich glaube schon, dass es so einige HPs gibt, die einen an der Waffel haben und einem eventuell niemals helfen können, aber genauso habe ich das bei Ärzten erlebt. Der Zahnarzt hat Mist gebaut, der Gynäkologe, der Hausarzt sowieso und der Psychologe hatte keinen blassen Schimmer...
Mir wäre jetzt nicht in den Sinn gekommen, dass ich eine Petition schreiben muss um Ärzte zu verbieten oder so.

Was ich mich allerdings schon frage: Es gibt doch kein anderes Land in dem es HPs gibt, oder? Eigentlich schade, vllt. möchte ich irgendwann mal auswandern.
Eine einheitliche Ausbildung fände ich gar nicht so verkehrt. Dann könnte auch niemand mehr meckern, dass man nur einen kleinen Ankreuztest bestehen muss um HP zu werden.

Reiner
11.03.10, 07:06
Hallo Jera,
Es gibt auch HP, oder ähnliche Berufe in anderen Ländern. Allerdings wird die Prüfung von hier warscheinlich nicht anerkannt.
Abgesehen davon möchte ich nicht wissen wieviele Ärzte bei dem "kleinen Ankreuztest" (den Du ich gehe mal davon aus im Bezug auf das Thema zynisch so bezeichnest) durchfallen würden!

In allem anderen, bin ich Deiner Meinung...

Liebe Grüße Reiner
________________
Natur ist keine Alternative, oder Ersatz zur Medizin, sondern eine zusätzliche notwendige Komponente zur Heilung!

RWH
11.03.10, 08:33
Eine einheitliche Ausbildung fände ich gar nicht so verkehrt. Dann könnte auch niemand mehr meckern, dass man nur einen kleinen Ankreuztest bestehen muss um HP zu werden.

Es gibt so eine anerkannte Ausbildung: Man nennt es Medizinstudium...

Aber im Ernst: Jedes Land hat seine Besonderheiten und seine besonderen Berufe, die es anderswo nicht gibt. Wenn man vorhat, international aktiv zu werden, dann muss man eben von vorneherein schauen, welche Qualifikationen international anerkannt sind.

Es gibt z.B. in der Schweiz auch Heilpraktiker. Je nach Kanton heißen die Heilpraktiker oder Naturheilpraktiker oder Naturärzte. Auch ihre erlaubten Therapien sind von Kanton zu Kanton unterschiedlich.

Ansonsten kann ich nur sagen: Eine geregelte HP-Ausbildung wird es nicht geben oder es wird den Beruf nicht mehr geben.

Mal böse gesagt: Hier möchten einige gerne eine kurze Ausbildung, die man nebenbei machen kann, aber anschließend einen anerkannten Abschluss in einem freien Beruf, der sie den Ärzten quasi gleichstellt, am liebsten gleich mit Doktortitel. So was gibt es eben nicht!

Wer HP wird, muss damit leben, dass es immer Menschen geben wird, die auf uns herabsehen. Wer das nicht ertragen kann, der muss dann eben eine entsprechend aufwändigere anerkannte Ausbildung machen - und z.B. Medizin oder Psychologie studieren.

Der HP wird - so sehe ich das - heute eigentlich missbraucht. Ursprünglich sollte er eine Legalisierung von bereits praktisch tätigen "Heilern" sein, die als so genannte Volksheilkundige, meist im ländlichen Raum, "Knochen einrenkten" oder Heilkräuter sammelten. Die wollten die Nazis unter ihre Kontrolle bringen und gleichzeitig aussterben lassen, weil auch die Nazis der akademischen Medizin huldigten. Unser Glück ist, dass nach dem Ende des Regimes auch die HPs sozusagen als Opfer galten - und daher das Gesetz abgemildert wurde. Außerdem gab es damals nur vergleichsweise wenige HPs.

Wenn heute immer mehr Schulen ein utopisches Bild des Berufs vermitteln, um zahlende Schüler in einem immer enger werdenden Markt zu akquirieren, dann ändert das nichts an den Grundlagen des Berufs. HP ist kein Ausbildungsberuf, sondern eine Minimalanforderung, die nur dazu dient, Gefahren von der Gesellschaft abzuwenden, die aus dem Unwissen eines therapeutisch Tätigen entstehen könnten. Mehr sagt der "HP" erstmal nicht aus. Alles andere ist Einbildung. (Dass die Minimalanforderungen auch von vielen Ärzten nicht (mehr) erfüllt werden, steht auf einem anderen Blatt).

Gruss Rudolf