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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Forscher analysieren historische Berichte über Spanische Grippe



RWH
20.12.09, 17:36
In der aktuellen Online-Ausgabe des SPIEGEL gibt es einen kurzen Artikel über neue Erkenntnisse der "Cochrane Collaboration" über die Spanische Grippe.

Diese Arbeit ist insofern wichtig, weil hier - was Kritiker schon länger vermuten - auf der Basis historischer Dokumente (Berichte im British Medical Journal) Zweifel an der Virus-Pandemie laut werden. So zeigt die Analyse, dass man keineswegs alle Todesfälle einem Virus in die Schuhe schieben kann.

Vermutlich (das ist meine Interpretation) hat man damals einfach alle Todesfälle mit infektiösem Hintergrund einem vermuteten Erreger zugerechnet - und erst dadurch kam man auf die hohe Zahl von Pandemietoten.

Es zeigt sich mal wieder, dass viele "Selbstverständlichkeiten" auch auf Mythen beruhen, die niemand je überprüft hat, weil sie in den jeweiligen wissenschaftlichen Zeitgeist passten.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,668028,00.html

with_joerg
20.12.09, 23:17
Also ich glaub' schon, dass die vor 90 Jahren gewusst haben was eine Grippe ist. Das war ueberigens die Zeit Sauerbruchs, nur so zum Vergleich um mal anzudeuten wie weit die Schulmedizin damals schon war. Vielleicht haben die damals noch nix von sekundaerinfektionen mit Pneumos gewusst.

Ich hab' uebrigens kuerzlich gelesen, dass Homöopathie bei der spanischen Grippe so erfolgreich war. Kann es aber leider nicht mehr finden.

--Joerg

Müller-Lüdenscheid
21.12.09, 10:44
Dass die Heilmethode auch bereits bei viel schwereren Epidemien Erfolg gezeigt hat, berichtet der Mediziner Anton Rohrer Dr. Anton Rohrer - Praxis fopathie | 8734 Großlobming (http://www.hahnemann.at) im pressetext-Interview. "Große US-amerikanische und schwedische Analysen von dokumentierten Erkrankten an der Spanischen Grippe 1917 und 1918 zeigen, dass die Sterberate junger Menschen bei homöopathischer Behandlung mit rund 1,5 Prozent deutlich niedriger war als bei der damaligen schulmedizinischen Behandlung, wo dieser Anteil 30 Prozent betrug. Der Vorteil lag besonders im besseren Ansprechen bei Lungenentzündung, die oft eigentliche Todesursache war." Rohrer schließt, dass durch die erfolgreiche Behandlung dieses viel gefährlicherem H1N1-Stammes der Vergangenheit die Homöopathie auch in der aktuellen Epidemie eine sinnvolle Heilmethode darstellen könne.
http://pressetext.at/news/090813004/homoeopathie-bei-schweinegrippe-erfolgreich/?phrase=Anton%20Rohrer


Gleiche Quelle:

Erfolge kann sie außerdem auch bei mehreren anderen schweren Epidemien verbuchen. "Als eines der wenigen Länder war in Österreich die Homöopathie um 1820 verboten. Diese Bestimmung wurde aufgehoben, als sich ihre Wirksamkeit bei Cholera bestätigte", so Rohrer. Samuel Hahnemann, der Begründer der Heilmethode, habe 180 Fleckfieber-Erkrankte zur Zeit Napoleons behandelt, von denen bloß einer an der Krankheit verstarb, wohingegen die Krankheit auch noch im Zweiten Weltkrieg bei Soldaten eine Sterblichkeit von 50 Prozent besaß. Dokumentationen erfolgreicher Anwendung der Homöopathie bei Epidemien aus jüngerer Zeit stammen von einer Japan-Enzephalitis 1991 in Indien, die durch die Hirnhautentzündung ein ähnliches Krankheitsbild wie unsere FSME-Infektion aufweist.


Gruß Hans

with_joerg
21.12.09, 10:48
Hans, vielen Dank. Was meinst, habend die damals jedem das Gleiche gegeben oder haben die auf Konstitutionsmittel gesetzt?

Hier in NL behaupten viele dass das waehrend der span Grippe oscillococcinum gewesen waere.

Oscillococcinum : Natural Flu Medicine (http://www.oscillo.com/)

--Joerg

RWH
21.12.09, 11:07
Also ich glaub' schon, dass die vor 90 Jahren gewusst haben was eine Grippe ist.

Zu dem Zeitpunkt wußte man noch nicht, was ein Virus überhaupt ist. Auch gab es noch keine Elektronenmikroskope etc. Man hat einfach die Symptome als Kriterium genommen...

with_joerg
21.12.09, 11:14
Hallo Rudolf,

verzeih wenn ich ab & an widerspreche. Nehm's mr nicht uebel & nehm's nicht persoenlich. Ich schaetze Deine Antworten & Beitraege sehr. Wirklich.

Also im Prinzip ist das etwas, dass wir in der Homöopathie staendig machen: etwas zu tun ohne eine rein naturwissenschaftliche/schulmedizinische Erklaerung dazu abgeben zu koennen. Das haben die lt wikipedia seit 1743 mit den Symptomen einer Grippe genauso gemacht. Macht fuer mich Sinn. Erscheint mir pragmatisch.

--Joerg

RWH
21.12.09, 11:37
Macht fuer mich Sinn. Erscheint mir pragmatisch.


der Haken dabei ist einfach, dass es sehr viele Symptome gibt, die bei ganz unterschiedlichen Krankheiten auftreten. Insofern ist eine (Infektions)diagnose ohne Erregernachweis immer "Glaubenssache".

Je nach Zeitgeist werden dann die Erkrankten dieser oder jener "Ursache" zugeschrieben. Bei der spanischen Grippe gab es aus epidemiologischer Sicht eine Menge Ungereimtheiten, die auch von diversen Autoren beschrieben wurden.

Gruss Rudolf

Christian1966
21.12.09, 19:42
Hans, vielen Dank. Was meinst, habend die damals jedem das Gleiche gegeben oder haben die auf Konstitutionsmittel gesetzt?

Hier in NL behaupten viele dass das waehrend der span Grippe oscillococcinum gewesen waere.

Oscillococcinum : Natural Flu Medicine (http://www.oscillo.com/)

--Joerg

Hallo Joerg,

meines Wissens hat nicht jeder das gleiche Mittel bekommen. Warum auch? Es hatte ja auch nicht jeder die gleichen Symptome, obwohl es sicher viele Übereinstimmungen gegeben hat. Dr. Sjögren, ein schwedischer Arzt hat ca. 800 Fälle der spanischen Grippe untersucht und folgenden Artikel in der Allgemeinen Homöopathischen Zeitung von 1919 veröffentlicht: http://www.dzvhae.com/portal/pics/abschnitte/210206113520_grippe_1919.pdf?PHPSESSID=8297b. Darin teilte er die Grippefälle grob in 4 Typen ein, je nachdem, welche Symptomatik bei den Patienten am meisten im Vordergrund stand. Bei diesen Fällen wurde hauptsächlich Rhus., Bry., Bell. und Ip. verordnet und das mit großem Erfolg.

LG
Christian

with_joerg
21.12.09, 23:43
Hallo Christian,

woooow, toller Beitrag. Tausend Dank. Genau das was ich lesen wollte!

--Joerg