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Sonnenblume
20.11.09, 12:53
Wann beginnt Ihr denn mit der eigentlichen naturheilkundlichen Ausbildung? Ich meine, während des Studiums geht es ja (zumindest in meinen Skripten) fast ausschließlich um die schulmedizinischen Dinge. Sollte ich die Prüfung bestehen, dann hab ich zwar das Grundwissen über die Medizin, aber mit Naturheilkunde hat es wenig zu tun.

Besucht Ihr zeitgleich - also während des "normalen" HP-Studiums - Kurse in den naturheilkundlichen Themen? Oder lest ihr das so am Rande mit?

Oder beginnt man erst NACH dem Studium die "richtige" Ausbildung in Sachen Naturheilkunde?

Bettina Schmidt
20.11.09, 13:16
Liebe Sonnenblume,

ich habe damals während meiner HP-Ausbildung auch die Ausbildung in der Koreanischen Handakupunktur gemacht. Natürlich war das mehr Lern- (und auch Geldaufwand) aber ich fand es für mich so gut. Der Vorteil lag darin, dass ich - als ich fertig mit der HP-Ausbildung war - schon eine Therapie hatte, die ich auch in der Praxis anwenden konnte. Außerdem hat es mich noch mehr motiviert, die "HP-Prüfungsthemen" zu lernen und nicht vor lauter Theorie pauken mein Ziel HP aufzugeben.

An unserer Schule gibt es viele Teilnehmer, die gleichzeitig neben der HP-Ausbildung auch schon eine Therapieausbildung belegen. Viele konzentrieren sich aber auch zunächst auf die HP-Prüfung und fangen erst dann an spezielle Therapien zu erlernen. Ich denke, das muss jeder für sich entscheiden. Beides ist o.k. - es kommt auf deine Ziele an.

Stehst du noch am Anfang? Dann lass es doch einfach mal auf dich zukommen, bis du abschätzen kannst ob noch Zeit- und Motivationspotenzial während der HP-Ausbildung für eine naturheilkundliche Therapieausbildung übrig bleibt.

Liebe Grüße
Bettina

til
20.11.09, 13:53
Hallo Sonnenblume,

es kommt sehr darauf an, welche Schwerpunkte du hast bzw. für welche Therapierichtung du dich interessierst. Eine "große" Ausbildung z. B. in klassischer Homöopathie, traditioneller chinesischer Medizin oder Osteopathie würde ich mir nicht während der HP-Ausbildung zumuten. Zum einen bedeutet es einen immens hohen zusätzlichen Lernaufwand, zum anderen führt es oft zur Verwirrung, da du in diesen Ausbildungen lernst, Krankheiten aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten, was zwar sehr interessant ist, aber die knallharten medizinischen Fakten - die du ja für die Prüfung brauchst - doch einigermaßen verwischt.

Es gibt aber einige Therapien, die wesentlich weniger theoretischen Background erfordern, die schnell zu lernen und trotzdem sehr effektiv sind und sich deshalb sehr gut auch neben der HP-Ausbildung erlernen lassen. Und nach der Prüfung hast du dann schon einen Grundstock, mit dem du nebenbei schon praktizieren kannst, während du dich dann vielleicht doch mit einer umfassenderen Methode beschäftigst.

Gut geeignet sind dafür nach meiner Erfahrung vor allem:

Dorn-Breuß-Therapie
Ohrakupunktur
Reflexzonenbehandlung
Eigenbluttherapie


Die Kollegen kennen bestimmt noch mehr. Aber letztendlich ist es eine Entscheidung, die jeder für sich selbst treffen muss.

LG Helmut

Mieze
20.11.09, 14:42
Wenn ich die Frage mal etwas erweitern darf:

Für den Fall, dass man die HP-Prüfung vergeigt, sich aber doch schon auf eigene Füße stellen will/muß, welche "Behandlungen" (die ja im eigentlichen Sinn keine sein dürfen), die nach Bestehen der Prüfung als HP auch noch sinnvoll anzuwenden wären, darf man denn auch schon mal ohne HP-Schein ausüben?

LG
Rosi

til
20.11.09, 15:57
§ 1 HPG
(1) Wer die Heilkunde, ohne als Arzt bestallt zu sein, ausüben will, bedarf dazu der Erlaubnis.
(2) Ausübung der Heilkunde im Sinne dieses Gesetzes ist jede berufs- oder gewerbsmäßig vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder Körperschäden bei Menschen, auch wenn sie im Dienste von anderen ausgeübt wird.

Noch Fragen? ;)

schmitz
20.11.09, 16:02
Du kannst zB Wellness-Massagen anbieten....
Hot Stone, Aromamassagen etc
Aber halt nur zum Wohlfühlen, nicht zum Behandeln von irgendwelchen Problemen.

Ernährungsberatung für Gesunde - aber nicht für Kranke!
Gewichtsreduktion, Ernährungsanalysen....

Wem fällt noch was ein??

Susanne

RWH
21.11.09, 17:30
Naja, im Grund kann man alles anbieten, man darf es nur nicht zur Behandlung von Krankheiten anbieten. (Insofern sind z.B. invasive Massnahmen kritisch, nicht, weil man dazu Arzt oder HP sein muss, sondern weil es im Zweifel schwierig sein dürfte glaubhaft zu machen, dass man die Ozon-Therapie nur zu Wellness-Zwecken angeboten hat...)

Es gibt ja inzwischen massenhaft "graue Therapeuten", die alle therapieren, obwohl sie es nicht dürften. Solange dabei nichts schiefgeht (Patient wird geschädigt oder ist entttäuscht über das Behandlungsergebnis oder...) gilt das Motto: Wo kein Kläger, da kein Richter...

Was kaum Risiken birgt sind alle sanften manuellen Methoden wie Fussreflexzonen (bieten auch Masseure an), Dorn-Methode als Prophylaxe (bieten auch viele Masseure an), Lymphdrainage, Hot Stone, Ölmassagen, Farbtherapie usw.

Gruss Rudolf

Anitram242
21.11.09, 19:55
Wann beginnt Ihr denn mit der eigentlichen naturheilkundlichen Ausbildung?

Ich hatte mit der homöopathischen Ausbildung angefangen - eigentlich als Gegnerin, da ich ursprünglich wissen wollte, weshalb die (genuinen) klassischen Homöopathen so überzeugt von ihrer Arbeit sind. Dies geschah, weil ich einen mentalen Ausgleich zu meinem sonstigen Beruf (globale Internetmanagerin eines global Players) suchte. An eine Ausbildung als HP hatte ich damals noch nicht gedacht. Für mich war es eher ein Spaß und eine Herausforderung zur Argumentensammlung für eine effektive Konfrontation mit den Homöopathen.

Dann aber wurde mein kleiner körperlanger Hund mit viel zu kurzen Beinen von seinem damaligen Rudelfreund, einem Airedale, im Spiel gegen einen Steintrog gestoßen. Mein "Kleiner" konnte nicht mehr laufen und zog die Hinterläufe hinter sich her (eindeutiges Zeichen einer Lähme). Also dachte ich, dass, bevor ich mit ihm zum Tierarzt fahre, ich ihm mal eine Dosis Hyp. C30 gebe, falsch machen könnte ich ja sowieso nix, weil es doch nicht wirkt!... Und was geschah?? Etwa 10 Minuten später, ich hatte den Wagenschlüssel schon in der Hand, zusammen mit der Hundedecke, kam mir mein Wumms freudig entgegen gelaufen, sprang an mir hoch und raste die Treppe mit mir hinunter. (Hallo???)

Das war für mich der Moment, an dem ich anfing zu zweifeln, ob ich mit meinem gegnerischen Ansatz wirklich richtig lag - an der Homöopathie war doch wohl etwas dran. Und ich da entschied mich zum Besuch einer HP-Schule, machte aber die Hom.-Ausbildung weiter.

Also: sollte ich nächsten Montag die schriftliche Prüfung in Husum bestehen und dann im Anschluss die mündliche, dann bin ich schon mit einem Fach auf dem Markt. Und während der HP-Ausbildung, die Hom-Ausbildung war schon zuende, besuchte ich ein Seminar zur Reflexzonenmassage. Uns "Nicht-HPs" wurde gesagt, dass wir allerhöchstens erstmal nur "Wellness" machen dürften. Aber, wenn ich den Schein habe, dann habe ich schon zwei Fachgebiete, die ich anbieten kann. Alles weitere kommt dann später noch - und was, das weiß ich schon. :)

Sorry, auch wenn meine Erzählung etwas zu lang und zu ausführlich wurde - es liegt allein bei jedem selbst, was er wann und wie macht. Zeit für gründliche Nebenausbildungen lassen sich immer finden! Irgendwie, und es geht. ;)