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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Projektarbeit Kinder und Jugendliche



eraco
06.11.09, 12:09
Hallo,

ich starte hier mal ein neues Thema.

Ich mache zur Zeit ein Praktikum in der Kinder und Jugendarbeit, speziell in einer Wohngruppe für Problem-Jugendliche eines freien Trägers. Da ich die Zertifizierung durch den VFP anstrebe, möchte ich gerne meine Arbeit gleich als Projektarbeit anstelle eine Facharbeit konzipieren.

Wenn Interesse besteht, werde ich regelmäßig hier über meine Erfahrungen berichten und bin auch auf Feedback der lieben Kollegen und Kolleginnen gespannt. ;)

Vielleicht ergibt sich dadurch ja eine noch bessere Sicht auf die Dinge... :D

Hat jemand an einem Austausch Interesse?

Liebe Grüße,

Conny

Maerchenhexe
06.11.09, 16:20
Einfach mal JA plärr, aber das war ja eh klar. :D

Carola Seeler
06.11.09, 17:43
bin zwar auch Mutter, hab aber von Kindern keine Ahnung:D; deswegen lerne ich gern hinzu ;) und stimme für: JA!

Carola

Patricia
06.11.09, 17:48
Da heb' ich doch auch gleich mal den Finger.

Jugendliche - eine Gruppe Menschen die unseren Schutz und unsere Unterstützung dringend benötigen.

By the way ... hat jemand das Ritalin-Thema im Stern gelesen und vielleicht sogar eine Meinung dazu? ;)

Viele Grüße

Patricia

Maerchenhexe
06.11.09, 18:15
Ne. Gibt's n link? Tausche gegen den hier:

Erziehung: Kleine Einsteins - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - SchulSPIEGEL (http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,617440,00.html)
:D

Patricia
06.11.09, 18:31
Nein - noch kein Link, ist noch in der aktuellen Ausgabe
sorry :(

Maerchenhexe
07.11.09, 08:02
Gehts um die mißbräuchliche Anwendung?

Kvittre
07.11.09, 08:37
Gehts um die mißbräuchliche Anwendung?

Das auch, Märchenhexe,
es wird aber überwiegend über ein "Experiment" berichtet.
Elf Kinder mit der Diagnose ADHS sollten acht Wochen lang lernen ohne Tabletten,
aber auch ohne Zucker, Fernseher und Playstation auszukommen, auf einer südtiroler Alm.

Mit Grüßen

Maerchenhexe
07.11.09, 10:19
Ich glaub, das hab ich im Fernsehen gesehen: mit selber kochen, saubermachen etc.? Über einen Fluß ziehen? Ein handy mittels Seilwinde und gemeinsamer Anstrengung ergattern?
Tja, das ist ja schön und gut, aaaaber: setz das dann ins reale Leben um. Da besteht noch deutlich Alternativbedarf. Zumal wenn ich mir einige Eltern (das ist keine Pauschalisierung, daher: einige) betrachte. Die müssten auch auf ne Alm! :rolleyes:

eraco
09.11.09, 09:03
Hallo,

also das erste Treffen in einer der zwei Wohngruppen hatte ich letzten Mittwoch, wobei sich die Uhrzeit (zwischen 17 und 18 Uhr) für die Jugendlichen nicht als vorteilhaft heraus gestellt hat. Sie wollten lieber ihre DVD gucken. ;)
Die Jugendwohngruppe ist mitten in der Stadt, im Erdgeschoss ist eine Buchhandlung und in den anderen Geschossen sind Büros. Die Wohngruppe ist Tag und Nacht betreut, auch am Wochenende. Zur Zeit werden 2 Mädchen und 4 Jungs im Alter von 14 bis 17 Jahren betreut.

Die Leiterin hat mit mir erstmal den Ablauf besprochen, der sieht so aus:

An einem Nachmittag während der Lernzeit werde ich einen kleinen Vortrag halten. Dazu nehme ich von zu Hause einen Overhead-Projektor und eine mobile Leinwand mit. Außerdem noch verschiedene Materialien, damit wir zwischendurch auch praktische Sachen machen können, z.B. Ziele definieren. Ohne Ziel kein Weg! (Ich werde das bildlich anhand eines Navis erklären: Wenn man kein Ziel eingibt, findet man dann seinen Weg?)
Deshalb bekommt am Anfang jeder der Jugendlichen eine Karte, auf der er/sie seine Erwartungen an meinen Kurs drauf schreibt (das Ziel).
Für meinen Vortrag hab ich ca. eine Stunde vorgesehen, danach werden die Jugendlichen nicht mehr so aufnahmefähig sein. Ich erkläre dann die einzelnen Lerntypen und zum Ende des Vortrags kommt dann der Lerntypentest, den ich einsammle und zu Hause auswerte.

Beim zweiten Termin werde ich einen Workshop machen. Die Jugendlichen bekommen dann ihre Auswertung und wir werden praktisch erarbeiten, mit welchen Mitteln sie am besten Lernen. Dafür hab ich auch wieder mindestens eine Stunde vorgesehen. Zum Schluss bekommen die Jugendlichen einen Fragebogen, den sie in aller Ruhe ausfüllen sollen und den ich dann später einsammle.
Darin geht es um meine Arbeit: Wie habe ich die Themen rüber gebracht, wie fanden die Jugendlichen die Umsetzung, was war vielleicht nicht ausführlich genug, welches Thema war zu ausführlich und was kann ich noch verbessern.
Das dient vor allem zu meiner Selbstreflexion.

Soweit ich weiß gibt es einen Jugendlichen, der vor allem beim Lernen große Probleme hat. Möglicherweise könnte ich mit ihm zusätzlich noch einen Einzeltest machen und ein Einzeltraining. Das hängt aber von der Leiterin und dem Jugendlichen ab.

Das ist so ungefähr das Konzept, das ich mir so vorgestellt habe. Anschließend könnte ich dann im Rahmen meines Praktikums in den Lernzeiten die Jugendlichen begleiten.

Von der zweiten Wohngruppe habe ich noch keine Rückmeldung bekommen, da warte ich noch auf einen Termin. Zu den Zeiten, die ich in den Wohngruppen verbringen werde, kommt noch die Zeit, die ich zu Hause benötige, um die Vorträge und Workshops vorzubereiten. Diese werden dann auch mit eingerechnet. Vielleicht ergibt sich im Laufe des Praktikums auch noch ein weiterer Ansatz, eben z.B. im Einzeltraining, wenn einer der Jugendlichen in der Schule massive Probleme hat.

Wie findet ihr den Ablauf? Ist er schlüssig? Habt ihr vielleicht noch weitere Vorschläge?

Liebe Grüße,

Conny

Carola Seeler
01.12.09, 07:51
Hi Conny,


ein paar Tage zu spät........aber :) ich hoffe, du schaust hier noch rein?!

Dein Konzept finde ich gut.....die einzige Frage, die ich mir stellte war: geht es ohne navi wirklich nicht???Oder: Was wenn der Navi ausfällt? Es gibt Kompasse, die Sonne, SChilder und Zeichen am Wegesrand........die Philosophie, dass "der Weg das Ziel sei".....ich will nur andeuten, dass "viele Wege nach Rom und ans Ziel führen"....Aber ich denke auch, dass für diese Jugendlichen die einfache Ansage"Zieldefinition" die richtige ist :).

Falls ich es nicht überlesen habe: welches sind die Hauptprobleme dieser Jungen Leute......und wie ist es jetzt 3 wochen später??

Interessierte Grüße
Carola

eraco
01.12.09, 20:38
Hallo Carola,

der Vortrag war gut, auch wenn von den 6 Jugendlichen anfangs nur drei anwesend waren. Dafür haben die zwei Betreuer mitgemacht! ;)
Es war sehr interessant, wie sich die Jugendlichen selbst sehen. Sie scheinen ihre Probleme doch sehr genau zu kennen.
Aber der Reihe nach:
Zuerst bekam jeder eine Karte um aufzuschreiben, was er/sie sich von dem Vortrag erhofft (das Ziel). Das war für einige schon sehr schwer.
Dann habe ich mit dem Lernen allgemein angefangen, von den Sinnen und wie wir Gelerntes verarbeiten.
Dann kam, was das Lernen blockieren kann. Also hab ich einen großen Maxi-Luftballon genommen und auf den durfte jeder das aufschreiben, was ihn am Lernen oder konzentrierten Arbeiten hindert. Es war schon sehr interessant, wie genau sie ihre Blockaden kennen. Dann haben wir den Luftballon symbolisch platzen lassen.
Ich habe die einzelnen Lerntypen vorgestellt und etwas zu ihrem Wesen gesagt. Anschließen haben alle dann einen Lerntypentest in Form eines Fragebogens ausgefüllt. Und das war der erste Teil meines Vortrags.
Es hat ca. eineinhalb Stunden gedauert.
Zu Hause habe ich dann die Fragebögen ausgewertet und ausgedruckt. Ich habe dafür eigens ein Excel-Dokument mit Diagramm gemacht, damit man es auch plastisch vor Augen hat.

Zu den Jugendlichen selbst ist folgendes zu sagen: Fast alle kommen aus schwierigen Familienverhältnissen. Mehr habe ich bisher auch noch nicht erfahren. Kurz vor meinem Vortrag war eine junge Damen mehrere Tage verschwunden, konnte dann aber wieder zur Rückkehr in die WG überredet werden. Hätte sie das nicht getan, wäre sie jetzt vielleicht in einem Erziehungsheim oder in der geschlossenen Psychiatrie (ich weiß nicht, welche Probleme sie genau hat). Es ist eine Gruppe aus vier Jungs und zwei Mädchen. Die Wohngruppe ist Tag und Nacht besetzt von Pädagogen, Erziehern und Sozialpädagogen, auch am Wochenende. Die WG ist von innen abgeschlossen und die Messer sind im abschließbaren Büro.

Ich hoffe, das reicht mal für einen ersten Überblick.

Liebe Grüße,

Conny;)

Carola Seeler
01.12.09, 21:11
Hi Conny,

und das alles als Paktikum......das hört sich alles schon sehr gut und sehr professionell an, was du machst. Vielen Dank für die Darstellung deiner Arbeit. Ich finde es zwar traurig, dass solche Aufgaben nötig sind in unserer Gesellschaft, und auch, dass eine WG mit 6 jungen Leuten ein Tropfen auf dem heissen Stein ist, aber ich glaube auch, dass das, was du gerade machst, eine sehr sinnvolle Aufgabe ist!! Und irgendwie fällt mir dazu ein, obwohl ich keine Christin bin: Wenn du nur einen Menschen rettest, so ist es doch, als rettest Du die ganze Welt. In diesem Sinne wünsche ich dir viel Energie für diese Arbeit und wäre dankbar, wenn du uns hier weiter auf dem Laufenden hieltest:)

Liebe Grüße
Carola

eraco
04.12.09, 11:00
Hallo Carola,

danke für deine lieben Worte. Ich finde gerade die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen unheimlich wichtig. Wie ich schon bei den Oberpfälzer Psychiatrietagen 2008 bei der Podiumsdiskussion gesagt habe:

Die Kinder von heute denen man nicht bei ihren Problemen hilft, das sind die Patienten von Morgen!

Dafür bekam ich auch jede Menge Beifall, also sehen die anderen das wohl genauso. ;)

Ich freu mich auf jeden Fall schon mal drauf und ich werde die Auswertung nochmal genau analysieren, damit ich sie für meine Projektarbeit auch nutzen kann.

Liebe Grüße,

Conny

eraco
15.12.09, 08:57
Hallo,

hier mal ein kurzer Zwischenbericht:

Letzte Woche habe ich leider mit nur zwei Jugendlichen arbeiten können, weil die Grippewelle die Wohngruppe dahin gerafft hat.

Die Atmosphäre war trotzdem gut und die Arbeit hat Spaß gemacht. Heute nachmittag werde ich dann mit den anderen Jugendlichen arbeiten. Wir werden die Ergebnisse des Tests besprechen und dann praktisch arbeiten. Dazu werden wir vor allem Mind Maps usw. erstellen. Dafür hab ich schon mal jede Menge DIN A3-Papier, Stifte usw. eingepackt. Außerdem werden wir evtl. auch einen Lern-Rap versuchen und dann noch das Karteikartensystem erarbeiten. Für meine Projektarbeit hab ich die Ergebnisse nochmals kopiert, um sie dann auswerten und in meine schriftliche Arbeit integrieren zu können.

Morgen hab ich dann das erste Vorgespräch in der zweiten Wohngruppe, in der ich das gleiche Projekt anbieten darf. Ich bin gespannt! ;)

Liebe Grüße,

Conny

eraco
17.01.10, 05:04
Hallo,

also in der ersten Wohngruppe habe ich mein Projekt inzwischen abgeschlossen und bekam nun das Feedback. Im großen und ganzen fiel das recht gut aus. Auf einem Fragebogen standen Kommentare die ich noch auswerten muss, aber Anregungen sind ja auch immer etwas, an dem man wachsen kann und das ist schließlich Sinn und Zweck meines Praktikums! ;)
Ich möchte ja auch die Entwicklung aufzeigen, die ich und auch die Jugendlichen gemacht haben, deshalb werde ich nochmal einen Nachtermin im März dort haben, um zu sehen, ob und wie sie mit den Techniken lernen und welche Verbesserungen es vielleicht noch gibt.

Jetzt muss ich mir Gedanken darüber machen und entsprechend die Stunden für die zweite WG vorbereiten und evtl. anpassen. Ich war bereits zur Vorstellung am Mittwochabend dort und die Stimmung ist durchweg positiv. Die Jugendlichen war super interessiert und haben sich auch sehr aktiv an der Diskussion beteiligt. Ich bin jetzt hoch motiviert für unseren nächsten Termin am 03.02.

Liebe Grüße,

Conny

Patricia
17.01.10, 10:04
Hallo Conny,
das klingt ja wirklich nach einem erfolgreichen "Workshop".

Gab es denn im Feedback etwas gravierendes?

Vielleicht hast du ja Lust, am Ende deine Projektarbeit mit allen Auswertungen hier einzustellen? Ich fände das hoch interessant.

Liebe Grüße und schönen Sonntag

Patricia

eraco
18.01.10, 09:15
Hallo Patricia,

ich sitze gerade über der Auswertung. Von 6 Jugendlichen haben sich 4 an der Auswertung beteiligt.

Für den Aufbau bekam ich zweimal gut, einmal befriedigend und einmal schlecht.
Für die Atmosphäre bekam ich einmal sehr gut und dreimal gut.
Für die Vermittlung des Themas bekam ich einmal sehr gut und dreimal gut.
Für den abwechslungsreichen Vortrag bekam ich dreimal sehr gut und einmal befriedigend.
Für meine Ausstrahlung bekam ich zweimal sehr gut und zweimal gut.
Für die Verständlichkeit bekam ich dreimal sehr gut und einmal gut.
Für die Präsentation bekam ich einmal sehr gut, einmal gut, einmal befriedigend und einmal ausreichend.
Für die Ausführlichkeit des Inhalts bekam ich zweimal sehr gut und zweimal gut.
Für die Umsetzung in den Alltag bekam ich einmal sehr gut, einmal gut und zweimal befriedigend.

Verbesserungsvorschläge gabe es einen: Langweilig, mehr einbringen was die Jugendlichen fördert, mehr zum Nachdenken bringt.

Tja, man merkt hier schon die unterschiedlichen Sichtweisen und Charaktere. Bei einigen war das Thema "Lernen" an sich schon ein Problem, aber letztlich haben doch alle mehr oder weniger mitgemacht, was ja schon mal positiv ist. Ich werd mir nun überlegen, was genau denn langweilig war... :o

Liebe Grüße,

Conny

Carola Seeler
18.01.10, 12:07
Hi Conny,

so als alte Betriebswirtin und Organisatorin kann ich nicht anders...und beginne zu analysieren :D.

alles, was 2, 3 und auch noch 4 ist, ist positiv subjektiv variierend, insbesondere in einer solch kleinen Gruppe.

Sehr gut ist zu bedenken........und das Gegenteil davon.

Bei dir ist einmal der Aufbau bekrittelt worden. Hier würde ich nachfragen, denn alle andern Punkte, die ja letztlich auf dem Aufbau aufbauen ;), hatte gute Bewertungen.

Auch die "Langeweile" würde ich in der Tat hinterfragen...und vielleicht die beiden nach dem "Warum", die sich nich beteiligt haben. Was war der Grund? "Null Bock"? Daraus ergäben sich dann u.U,. wieder andere Gesichtspunkte.

Danke für das Feedback!! Finde ich hochinteressant und ich finde, du hast dich mehr als wacker geschlagen!!!! Kompliment!!

Liebe Grüße
Carola

eraco
18.01.10, 19:03
Hallo Carola,

das mit dem subjektiven Empfinden ist gar nicht so verkehrt! :rolleyes:

Man muss einfach dazu sagen, dass es eine WG ist, in der Jugendliche sind, die selbst Probleme haben oder die innerhalb der Familie Probleme haben. Bei einigen hatte ich den Eindruck, dass sie große Probleme mit Authorität allgemein haben. Sie waren zwar nicht aufmüpfig, haben aber zum Teil sehr deutlich gemacht, dass sie eigentlich nicht so recht Bock hatten. Von daher kann ich mich noch glücklich schätzen, dass es doch friedlich verlief. Es war ja auch fast immer ein Betreuer dabei und die Kids haben sich echt Mühe gegeben.

Dass nicht alle den Fragebogen ausgefüllt haben kann viele Ursachen haben: Zum Teil sind die Jugendlichen nur am Wochenende da oder sie hatten einfach keinen Bock, wie du schon so schön formuliert hast.

Der Aufbau war sehr schwierig, weil aus den ursprünglich 2 geplanten Terminen insgesamt 4 wurden. Einmal war fast die ganze WG krank, dann waren welche noch außerplanmäßig in der Schule oder sonst unterwegs usw.
Klar war es dann für die Jugendlichen langweilig, wenn ich dann etwas für die wiederholt habe, die das letzte Mal nicht dabei waren. Ich hab mich zwar bemüht keine Langeweile aufkommen zu lassen, indem ich einfach die Kids fragte, was sie denn das letzte Mal bei der Aufgabe gemacht haben, um es den anderen evtl. als Beispiel zu präsentieren.
Einer der Fragebögen wurde ausgefüllt, ohne an dem Vortrag teilzunehmen, mehr wollte er/sie nicht machen. Das war dann auch okay, er/sie bekam trotzdem die Auswertung. ;)

Es war schon nicht immer einfach einen Draht zu den Kids zu finden... :eek:

Liebe Grüße,

Conny

Patricia
18.01.10, 20:02
Hallo Conny,

ich muss jetzt einfach mal sagen "Hut ab".

Du hast es geschafft, dass die meisten der Jugendlichen nicht blockiert haben - was sie sonst doch in solchen Zusammenhängen tun. Und die, die vielleicht keinen Bock hatten, konnten die anderen nicht mit runter ziehen - nein, du konntest sogar erreichen, dass sich die Kidz Mühe gegeben haben. Mensch, das hast du prima geschafft.

Neugierde zu wecken und vielleicht sogar den Wunsch/Willen das Neue umzusetzen ist viel wert.

Insofern... GUT GEMACHT ... weiter so.

Liebe Grüße

Patricia

eraco
18.01.10, 20:56
Hallo Patricia,

danke, aber das mit dem langweilig gibt mir trotzdem zu denken...

Ich werd also in der anderen WG mehr kreative Sachen machen, damit es den Kids nicht langweilig wird. Vielleicht kann ich ein bisschen mehr Suggestopädie einbauen, mal sehen. Ich werd mein Konzept auf jeden Fall nochmal überdenken.
Die Leiterin der WG wollte sowieso, dass ich z.B. Plakate mache, die man dann aufhängen kann. Da fällt mir dann schon so einiges ein, nur die Umsetzung muss ich mir überlegen. Ich wollte so gerne das mit dem Wasserglas machen, das kennt die Leiterin schon, sie hat auch eine Ausbildung in Gestalttherapie. Ich finde bestimmt noch das Passende.

Liebe Grüße,

Conny

Carola Seeler
18.01.10, 22:32
Hi Conny,

ich finde es klasse, dass du hier diesen fred aufgemacht hast und uns teilhaben lässt an dieser erfahrung, die ja auch für dich neu ist. und ganz besonders interessant und für uns alle wichtig, therapeutisch ;) aber auch als mütter, tanten, omas, schwestern (und onkel, brüder,väter ).... ist es, am beispiel zu sehen, wie schwierig es ist, die "kinder" heute noch zu motivieren...da müssen es noch nicht einmal mehr jugendliche mit schwierigem sozialen hintergrund sein.

Halt uns weiter auf demlaufenden!!:o

liebe grüße
carola

eraco
19.01.10, 18:30
Hallo Carola,

danke für dein Lob, aber erst mal muss ich ja mein Projekt beenden und analysieren, um feststellen zu können, ob es wirklich ein Erfolg war. Für mich ist aber alleine die Arbeit und die Erfahrung die ich machen darf ein Erfolg! ;)

Ich freu mich schon, dass ich Oktober wieder an einer Grundschule eine Lehrerfortbildung halten darf, diesmal mit dem Thema Lerntechniken. Da kann ich ja gleich die Erkenntnisse aus meinem Projekt nutzen... :D

Liebe Grüße,

Conny

eraco
11.02.10, 18:15
Hallo,

gestern war ich also zum ersten Vortrag in der zweiten WG. Als ich dort ankam war erst mal Chaos: Das Abendessen war noch nicht fertig, es waren noch nicht alle Jugendlichen da und ich stand im Weg... :eek:

Ich hab´s mit Humor genommen und meinen Projektor aufgebaut. Danach hat es sich aber mit Abwasch usw. auf eine ganze Stunde Wartezeit ausgedehnt...

Als ich dann endlich anfangen konnte, waren zumindest die Jungs nicht sehr aufnahmebereit. Sie haben ständig nur Blödsinn gemacht und ich hatte zu tun, dass die Stimmung nicht kippt. Besonders interessant war die Übung mit den Wasserbechern, die fanden die Jugendlichen richtig gut und spannend. Die Ergebnisse waren wenig überraschend, bis auf ein paar erfreuliche Ausnahmen. Was ich gelernt habe ist auf jeden Fall, dass die Jugendlichen eigentlich schon sehr genau wissen, was sie wollen oder was sie nicht wollen, nur an der Umsetzung fehlt es oft. Es besteht also noch Hoffnung! ;)

Ich bin trotz der vorgerückten Stunde (nach dem Informationsverarbeitungstest war es immerhin schon 20:30 Uhr) zufrieden mit der Beteiligung. Sie haben sich redlich bemüht und ich konnte trotz allem doch ein bisschen ihre Aufmerksamkeit auf mich lenken. :rolleyes:

Liebe Grüße,

Conny

PS: Jetzt muss ich die Tests noch auswerten und eine Empfehlung schreiben, damit wir dann beim nächsten Mal praktisch arbeiten können.

Carola Seeler
12.02.10, 09:12
Heya Conny,

ich denke, du hast "einen Fuß in die Tür bekommen" ;).....und dann wurde dir nicht mal die Tür mit voller Wucht gegen selbigen gestoßen......Insofern: guter Anfang :), denke ich.

eraco
12.02.10, 18:08
Hallo Carola,

es war anstrengend, aber schön! :rolleyes:
Meinem Fuß geht´s soweit ganz gut, danke der Nachfrage! :D

Liebe Grüße,

Conny

eraco
10.03.10, 18:05
Hallo,

heute hatte ich das Abschlussgespräch, nachdem ich mein Projekt auch in der zweiten Wohngruppe abgeschlossen habe. Das Gespräch verlief absolut positiv! :D

Die Auswertung war für mich angenehm gut, so schlecht ist mein Projekt bei den Jugendlichen wohl gar nicht angekommen. Allerdings muss ich sagen, dass sie für die zum Teil schon vorgeschrittene Stunde (bis 21 Uhr) super gut mitgearbeitet haben.

Das Projekt kam so gut an, dass ich evtl. in Einzelarbeit mit Jugendlichen arbeiten soll. Mal sehen, was sich daraus entwickelt. Von meinen erforderlichen 80 Stunden für die VFP-Zertifizierung hab ich bis jetzt schon 25 Stunden durch das Projekt geleistet, wobei da aber meine Fahrtzeiten noch nicht eingerechnet sind. Ich weiß nicht, ob das mitzählt. :confused:

Heute hatte ich einen Jugendlichen da, mit dem ich über die WG einen Einzeltest gemacht habe und das Ergebnis war super gut. Er ist zumindest jetzt hoffentlich etwas motivierter, so wie ich! ;)

Liebe Grüße,

Conny

schmetterlie
10.03.10, 23:02
Hai eraco!
Hab mit großem Interesse deinen Bericht über dein Praktikum gelesen. Ich weiß jetzt zwar nicht was VFP-Zertifizierung bedeutet, aber ich mache auch eine Ausbildung bei der ich ein 100Std Praktikum machen muss (und evtl. häng ich den klinischen Kunsttherapeuten noch dran, dann sinds 500 std ;)) lange Rede kurzer Sinn, also bei uns zählt alles zum Praktikum dazu. Deine Vorbereitungszeit, die Nachbereitung, die Fahrt...
UND eine Praktikumsstunde besteht nur aus 45min!!!
Also alles aufschreiben und bestätigen lassen!!!
LG Heike

Carola Seeler
11.03.10, 08:39
Heya,

finde es nach wie vor sehr spannend, von deiner Arbeit mit den Gruppen zu lesen!! Drücke dir die Daumen für weitere Möglichkeiten ! ;)

Liebe Grüße
Carola

eraco
11.03.10, 09:44
Hallo,

schade an dem Projekt war, dass ich doch recht wenig Zeit vor allem für den praktischen Teil hatte. Hier besteht aber evtl. die Möglichkeit, dass ich noch mal im Einzeltraining mit den Jugendlichen arbeite, die massive Probleme in der Schule haben.
Mein Vergleich mit dem Navi fanden alle lustig: Wenn man in das Navi kein Ziel eingibt, kommt man dann an? Also muss man auch für´s Lernen erst mal ein Ziel definieren, aber nicht zu langfristig wie z.B.: Ich will mal Bundeskanzler werden... :D
Dann schon lieber solche Dinge wie: Ich will die 8. Klasse bestehen!

Das Gespräch gestern war so positiv, dass ich einfach mal auf weitere tolle Projekte hoffe. Dass ich von Anfang an mein eigenes Projekt machen durfte und nicht nur auf einem Stuhl sitzen und beobachten, fand ich selber das Beste daran. Ich war zwar zuerst etwas überrumpelt von der Idee, aber letztlich konnte ich völlig eigenständig und auch eigenverantwortlich arbeiten und dadurch lernt man am meisten!

Es macht auch mir persönlich sehr viel Hoffnung, dass die Jugendlichen schon wissen was sie wollen und viele von ihnen auch für ihren Traum bereit sind zu arbeiten und etwas zu tun. Es heißt ja viel zu oft, unsere Jugend hätte keine Perspektiven mehr. Ich glaube, ich habe sehr viel von den Jugendlichen lernen können. ;)

Liebe Grüße,

Conny

eraco
12.03.10, 16:43
UND eine Praktikumsstunde besteht nur aus 45min!!!


Hallo Heike,

also ich kenne nur die vollen 60 min., wie kommst du darauf? Ich hab extra beim VFP nochmal nachgefragt und hab bestätigt bekommen, dass es volle 60 min. sind, sind ja Arbeitsstunden und keine Fortbildungsstunden.
Bei einer Fort- oder Ausbildung gibt es Unterrichtseinheiten (UE), die sind dann tatsächlich 45 min. lang, wie eine Schulstunde.
Man arbeitet ja auch 40 Std. bzw. 37,5 Std. und nicht 30 bzw. 28,13 Std. ;)
Wobei ich diese Stunden aber sehr gerne leiste! :D

Liebe Grüße,

Conny

schmetterlie
12.03.10, 19:06
Hai Conny!
Also ich weiß nur wie es bei uns abläuft. Ich mach beim IHP Ausbildung und wir müssen 100 Std. Praktikum machen. Wobei, wenn du 75 Std a 60min machen mußt und ich 100 Std a 45 min käme es im Endeffekt ja aufs Gleiche raus.;)
Aber ich kann dich gut verstehen. Ich mache im Moment Praktikum in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, hab meine Stunden längst voll und hab ihnen schon gesagt, dass ich erst gehe, wenn sie mich nicht mehr sehen können.:D
LG
Heike

Patricia
13.03.10, 09:37
Hi,
sagt mal, wann leistet ihr die Praktikumstunden ab? Ich habe einen Vollzeitjob, meinen Haushalt und überlege, wie ich das organisieren könnte. Ich habe mich bisher noch nicht um ein Praktikum bemüht (brauche das auch nicht sondern mag es aus eigener Intension heraus) weil ich davor scheue zu sagen "ich kann aber nur dann und dann und da auch nur für 3 Stunden usw.

Wie habt ihr das geregelt?

Liebe Grüße und schönes Wochenende

Patricia

schmetterlie
13.03.10, 13:33
Hai Patricia!
Ich hab keinen Vollzeitjob, nur jeden Tag irgendwelche Stunden die ich gebe. Ich hatte zunächst überlegt, mein Praktikum am Stück für 3-4 Wochen zu machen. Aber eine Uniklinik bei uns in der Nähe nimmt Praktikanten erst ab mindestens 4 Wochen am Stück. Naja, wenn ich 4 Wochen keine Stunden gebe, hab ich 4 Wochen auch keine Kohle.:(
Deswegen wars bei mir ein Mordsglück, dass ich wirklich nur einmal pro Woche, Freitagsmittags eine bestimmte Gruppe mitbetreuen kann. Okee, ich krieg von dem Rest kaum etwas bis garnichts mit, dafür kann ich die Kiddies ne wirklich lange Zeit begleiten.
Und mit Vor-und Nachbereitung, Fahrt und Gruppe sind das pro Termin locker 4-5Std.
Es zieht sich dann halt etwas, aber die Erfahrung möchte ich keinstenfalls missen und wie schon gesagt, es macht soviel Spass, dass ich einfach weiter mache.:D
Ich denke nicht, dass du dich davor scheuen mußt zu sagen, ich kann nur dann und dann.
Mich hats vorher auch etwas Überwindung gekostet einfach irgendwo anzurufen und nachzufragen, aber dann hab ich mir gesagt, hey, ich bin gut in dem was ich mache, die bekommen kostenlos einen tollen Kunsttherapeuten und wenn sie den nicht wollen, sind sie selbst schuld!;)(Ok, ich hab vorher schon gepumpt, wie ein Maikäfer!;))
Probiers einfach, du hast was anzubieten, und die bekommen das kostenlos!!! Dann ist es absolut legitim wenn du sagst ich kann dann und dann!
Hoffe hab dir nicht die Ohren zugelabert!;)
Liebe Grüße
Heike

eraco
13.03.10, 13:57
Hallo,

also ich arbeite auch nur Teilzeit, aber habe eben nebenher noch Familie, Garten, Haustiere und studiere an der Fernuni Hagen, das wird manchmal schon anstrengend. :eek:

Ich habe das Glück, dass ich sehr flexibel bin, außerdem ist geplant, dass ich auch mal ambulant betreute Jugendliche in meiner Praxis testen soll, also alles nur eine Frage der Organisation. Wobei ich aber auch schon daran gedacht habe, evtl. ein Wochenende zu opfern und zu arbeiten, da bekommt man sicherlich ganz neue Einblicke.

Ich glaube auch nicht, dass es ein Problem ist, wenn du sagst, dass du nur zu bestimmten Termine Zeit hast, die wissen doch, dass man das Praktikum nebenher macht.

Ich habe bisher die Gesprächstermine meistens auf vormittags gelegt und die Vorträge waren nachmittags oder abends.

Liebe Grüße,

Conny

eraco
08.04.10, 12:09
Hallo,

gestern war wieder ein Gesprächstermin mit der Leiterin der Kinder- und Jugendarbeit. Ich habe ihr meine Auswertungen der einzelnen Wohngruppen, die ausgefüllten Fragebögen der Jugendlichen und die Gesamtauswertung gezeigt. Sie war schwer beeindruckt und meinte, ich sei so gut strukturiert! :D
Und das obwohl ich selbst ADHS habe!!! :p

Man wächst an seinen Aufgaben!

Wir haben nun vereinbahrt, dass ich eine Mitarbeiterschulung machen soll, damit auch diese die verschiedenen Lerntechniken kennen und umsetzen lernen. Außerdem soll ich vermehrt ambulante Termine bekommen, unter anderem ein legasthenes Kind. Wobei man aber erst mal versucht, dass das Jugendamt die Kosten übernimmt. Mal sehen.
Dann soll ich die restlichen Stunden einfach so im normalen Alltag der WG mitarbeiten und dabei Eindrücke sammeln.
Das klingt alles so super und ich freu mich total. Die Zusammenarbeit ist so wahnsinnig fruchtbar und das Klima sowas von locker. Ich bin echt froh, mein Praktikum dort machen zu dürfen! :D

Liebe Grüße,

Conny

PS: Wer mag, darf mal die Auswertung anschauen... ;) Die schlechten Bewertungen sind von den Jugendlichen, die ich wohl nicht erreicht habe. Da hat man wohl auch in der WG selbst so seine Probleme. Man sollte es nicht überbewerten, meinte die Leiterin, aber ich muss mir schon überlegen, wie ich auch zu solchen Jugendlichen Zugang finde.

Maerchenhexe
08.04.10, 12:13
Super, dass Du dran bleibst mit berichten, danke!
Wie kannst Du das ggf. mal außerhalb eines Praktikums einbringen, gibt es da Ansätze?

Carola Seeler
08.04.10, 12:19
Hi Conni,

wie immer seeehr interessant! Danke !! :)

Liebe Grüße
Carola

eraco
08.04.10, 17:01
Hallo,

@ Märchenhexe: Meinst du da meine persönliche Umsetzung oder evtl. eine Zusammenarbeit in meiner Praxis? Ich hoffe doch sehr, dass beides nach meinem Praktikum zutrifft! ;)
Ich sehe, dass viele Jugendliche sich schwer tun konkret zu werden. Bei der Mind Map "Was ist dir wichtig" wussten fast alle am Anfang nicht, was sie schreiben sollten. Also meinte ich: Wie wär´s denn mit Familie, Freunde, Hobbies usw. Da kam dann ein großes "Achso"... :eek:

@ Carola: Man merkt sicherlich, dass ich unheimlich viel Spaß an der Sache habe und das stimmt auch. Es ist eine große Herausforderung auch die Jugendlichen zu erreichen, die anfangs eher zurückhaltend sind. Da waren zumindest in einer WG die Betreuer super, sie haben einfach selbst mitgemacht und schon hat es auch mit den Jugendlichen geklappt. ;)

Ich konnte schon nach den Vorträgen in der ersten WG bei der zweiten WG Veränderungen umsetzen. So hab ich da zum Teil andere Übungen gemacht. Allerdings war einfach die Zeit sehr, sehr knapp. Das hab ich gestern nochmal gesagt und gemeint, dass es vielleicht sinnvoller ist, mal ein Wochenend-Workshop zu machen. Das hat sich die Leiterin dann notiert und vielleicht ergibt sich da ja was. Ich hab ihr auch gesagt, dass ich in der Kürze der Zeit wirklich nur einen Bruchteil von dem vermitteln konnte, was ich eigentlich sollte. Ich kann ja jetzt die Mitarbeiter schulen! :rolleyes:

Liebe Grüße,

Conny

PS: Ich schreibe parallel schon an meiner Projektarbeit, zumindest an der Einleitung. Wenn ich sie fertig und vom VFP bewertet bekommen habe, kann ich sie ja evtl. auch hier einstellen. :D

Carola Seeler
12.04.10, 08:16
Hi conny,

du schreibst: "Ich kann ja jetzt die Mitarbeiter schulen! "

RICHTIG!!! ;) Im Ernst, denk mal drüber nach! DAS sind die Leute, die täglich mit den Jugendlichen arbeiten, sie und die Lehrer und die Wohngruppenleiter- und -Innen. Die sitzen doch am hebel und haben u.U. NICHT deine Möglichkeiten und dein Wissen. Multiplikatoreffekt! Alles, was du brauchst, ist ein gutes Konzept...und dann zweigleisig arbeiten.

Nur so eine Idee am frühen Montagmorgen :)

Liebe Grüße
Carola

eraco
12.04.10, 09:20
Hallo Carola,

das tue ich bereits! ;)
Ich habe sehr gute Beziehungen über eine Bekannte zu einer Grundschule und an der habe ich bereits 2008 eine Lehrerfortbildung zum Thema "Teilleistungsstörungen im Unterricht" gehalten. Dieses Jahr wurde ich nun gebeten, wieder eine Fortbildung zu halten. Diesmal zum Thema "Lerntechniken". Das passt ja wunderbar! :D

Ich hatte auch schon mal Schulen angeschrieben und mit meinen Lehrerfortbildungen geworben, aber da kam bis jetzt noch kein Feedback.
Die haben es wohl bisher noch nicht nötig... :(
An der Berufsfachschule meiner Tochter durfte ich schon mal einen Vortrag zum Thema AD(H)S halten. Das hab ich aber kostenlos gemacht, da ich dort auch Elternbeiratsvorsitzende bin. ;)

Liebe Grüße,

Conny

eraco
14.04.10, 08:24
Hallo,

ich wollte nochmal einen Zwischenbericht abliefern:

Gestern hatte ich ein Treffen mit der Gruppenleiterin in der ersten Wohngruppe. Das war sehr produktiv. Ich habe ihr die Auswertungen gezeigt, mit denen sie auch zufrieden war. Dann zeigte ich ihr ein Begabungsprofil, von dem war sie total begeistert und möchte nun, dass ich diese Begabungsanalyse mit den Jugendlichen mache. Meine Idee war, dass so ein Begabungsprofil auch super für z.B. eine Bewerbung ist. Der Chef sieht gleich, in welchen Bereichen der Schüler gut ist und das ist vielleicht aussagekräftiger als die Schulnoten. Da einige der Jugendlichen in der Schule Probleme haben, finde ich das eine gute Alternative. Zusätzlich soll ich in der Lernzeit die Jugendlichen beobachten, wie sie lernen und ob sie evtl. Hilfestellung brauchen. Ob sie die Empfehlungen aus meinem Lerntypentest gut umsetzen. Dafür sind ca. 15 min. pro Jugendlicher vorgesehen.

Schön fand ich auch, dass einer der Jugendlichen beim Eintritt in die WG gleich auf mich zukam und mich begrüßt hat. Er hat mir gleich ganz stolz seinen Freundschaftsring gezeigt und erzählt, dass er jetzt "die Liebe seines Lebens" gefunden hat.
Ich find´s einfach nur süß und ich freu mich für ihn. :)

Eine Begabungsanalyse (orientiert am Buch von Edwin Semke und Thomas von Krafft, Talente entdecken und fördern) sieht so aus wie im Anhang.

Ich würde diese Analyse aber nur dann für eine Bewerbung verwenden, wenn sie na klar im Bereich Persönlichkeitsmerkmale nicht total schlecht ausfällt. Ich bin gespannt, wie das bei den Jugendlichen ankommt und ob sie mitmachen wollen. Aber ich denke schon!

Für meine Projektarbeit fragte ich dann noch nach den Gründen für den Aufenthalt in der WG. Von momentan 9 Jugendlichen kommen 7 aus Scheidungsfamilien. Oftmals kommt die alleinerziehende Mutter nicht mit dem Jugendlichen zurecht. Vereinzelt können auch jugendliche Straftäter in der WG unterkommen, müssen dann aber Auflagen erfüllen und evtl. verhängte Sozialstunden ableisten. Aus problematischen Familienverhältnissen kommen alle. Die meisten der Jugendlichen sind freiwillig in der WG, das heißt, sie haben sich selbst dazu entschlossen, das Angebot der WG wahrzunehmen, aber immer in Absprache mit dem jeweils zuständigen Jugendamt. Als Alternative gibt es oftmals nämlich nur ein Kinder- oder Erziehungsheim.

Nachdem ich bisher ausschließlich mein Projekt gemacht habe, darf ich nächste Woche auch mal in die Arbeit des Teams reinschnuppern und an der Teambesprechung teilnehmen. Ich freu mich schon sehr darauf. :D


Liebe Grüße,

Conny

eraco
20.04.10, 19:25
Hallo,

heute war die Teambesprechung. Diese ist einmal wöchentlich. Da die Wohngruppen von mehreren Erziehern und Pädagogen betreut wird, die auch unterschiedliche Arbeitszeiten und -tage haben, muss man sich austauschen, weil sonst z.B. gemachte Absprachen mit den Jugendlichen nicht beachtet werden können. Toll finde ich auch, dass jeder Mitarbeiter für einen Jugendlichen eine sogenannte "Patenschaft" übernommen hat. Das heißt, er ist für diesen Jugendlichen Ansprechpartner und regelt seine Dinge, wie z.B. Kindergeld, Ausbildung, Schule usw. und hält den Kontakt zu den Eltern. Dafür müssen sie sogenannte Entwicklungspläne und Erziehungspläne erstellen, die das Jugendamt einsehen kann.
Mit dem Jugendamt findet dann in regelmäßigen Abständen ein Hilfeplangespräch statt, in dem Maßnahmen besprochen und festgelegt werden.
Durch den Austausch mit den Kollegen im Team werden Meinungen zusammengetragen, diskutiert und reflektiert. Ich finde das total spannend. Die Jugendlichen haben na klar ein Mitspracherecht, allerdings immer in einem angemessen Rahmen. Es gibt Gruppenregeln, an die sich die Jugendlichen halten müssen. Tun sie das nicht, werden Sanktionen verhängt wie z.B. Ausgangsverbot. Die Jugendlichen brauchen Grenzen, oftmals haben sie die nämlich zu Hause nicht aufgezeigt bekommen, hab ich so den Eindruck.

Ich werde also mit den Jugendlichen den Begabungstest machen und wir machen vor allem praktische Dinge. Die Gruppenzusammensetzung hat sich fast vollständig geändert, weshalb ich auch noch mit den neuen Kids noch mal eine Lerntypenanalyse mache. Ich bin gespannt...

Es war auf jeden Fall sehr aufschlussreich, wie so eine Teambesprechung abläuft.

Liebe Grüße,

Conny

Carola Seeler
21.04.10, 13:39
Hey conny,

so isses mit den grenzen…..keiner mag sie und jeder braucht sie :rolleyes:, wobei nur wenige menschen in der lage sind, sich quasi „aus sich selbst heraus“ immer und jederzeit selber grenzen zu setzen und vor allem zu erkennen, wann sie nötig sind. Es wächst nun die zweite generation heran, der grenzen als solche oft fremd sind, und die grenzen als stets zu überwindende begrenzung empfinden. Und eine begrenzung im gegensatz zu „freier entfaltung“ wird ergo in der regel als negativ empfunden.

Wer aber nie „an seine grenzen“ kommt, kann solche auch nicht erkennen, auch keine maßstäbe erfahren, an denen gemessen etwas möglich oder erlaubt ist/sein sollte, der kann auch nicht seinen eigenen „standort“ finden in relation zum „nächsten“, zur gemeinschaft uswuswusf..

Und so wird dann die grenzenlose freiheit erlebt, die nicht selten zu depressionen und aggressionen führt, besonders, wenn man zwar nicht an irgendeine äußere grenze kommt, man aber sehr wohl an seine eigene stößt.

Heute wird vielfach schon als begrenzung = einschränkung =verlust von maximalem spielraum = in jedem fall schlecht angesehen, wenn es nur ein paar regeln zu beachten gilt, dabei leiden gerade diese menschen sehr häufig sehr stark unter dieser „freiheit“; denn sie ist wie gummi, lässt sich nicht greifen und nicht formen, alles ist in allen dimensionen möglich. menschen aus anderen ländern, in denen traditionen, regeln und auch kulturell (sozial oder religiös) bedingte grenzen das leben der einwohner stark beeinflussen, so stark, dass die meisten gerne weniger davon hätten, finden dennoch unsere vermeintliche totale freiheit, der als einzige grenze nur noch das grundgesetz und die nachgeordneten gesetze einhalt gebieten können, oft bedrohlich und beängstigend, kalt und wenig empathisch. das höre ich zumindest öfter mal von nahöstlichen studierenden.

Das sind nur mal ein paar spontane und gewiss nicht vollständige gedanken zum thema „grenzen“ ;) in der mittagspause

Danke für die Infos!!

Carola

eraco
04.05.10, 16:06
Hallo,

gestern hab ich die Begabungsanalyse mit den Jugendlichen gemacht, so verschieden die Jugendlichen sind, so verschieden haben sie sich selbst auch eingeschätzt. Jetzt bin ich nur gespannt, wie die Einschätzung der jeweiligen Bezugsbetreuer ausfällt, die die Elternfragebögen ausfüllen werden. Die Eltern wurden deshalb nicht direkt mit einbezogen, weil sie überwiegend eine schwierige Beziehung zu ihren Kindern haben. Ob dann eine objektive Beurteilung der Fähigkeiten möglich ist, ist fraglich. Vielleicht wäre aber ein solcher Fragebogen auch eine Chance sich Gedanken über das eigene Kind zu machen, ob man es auch wirklich gut kennt...
Das kann man ja dann im Anschluss evtl. noch machen und dann Vergleiche ziehen, wäre auf jeden Fall interessant. ;)

Die Auswertung wird sehr, sehr ausführlich, weil ich zu jedem Jugendlichen Stellung nehme. Also z.B. welche Ergebnisse er im Persönlichkeitsbereich hat und welche Kompetenzen er/sie in diesem Bereich schon hat.
Welche Begabungen der Jugendliche hat und was das dann für ihn und seine Zukunft bedeuten kann.
Und zum Schluss noch ein Förderplan, in dem die besonderen Talente und evtl. Maßnahmen zur Förderung aufgelistet werden, aber auch die Bereiche, in denen der Jugendliche bis jetzt noch keine Kompetenzen entwickeln konnte. Das bedeutet für jeden Jugendlichen mindestens 3 Seiten Auswertung mit Förderplan, eine Seite Bewertungen und eine Seite grafische Darstellung der Ergebnisse. Da bin ich erst mal beschäftigt... :eek:

Ich bin aber sehr auf die Reaktion gespannt. Ich denke, dass es auch für die Bezugsbetreuer ein sehr interessanter Ansatzpunkt ist, was die Förderung und die Entwicklung angeht. Für jeden Jugendlichen muss ja beim Jugendamt ein Entwicklungsplan eingereicht werden und vielleicht kann dann das Ergebnis meiner Arbeit dort sogar mit einfließen, wäre doch super! :D

Liebe Grüße,

Conny

Carola Seeler
04.05.10, 22:10
Hi,

da bin ich aber gespannt, inwieweit die einschätzungen übereinstimmen....und vielleicht wäre eine grundsätzliche frage an die eltern zur einschätzung ihrer sprösslinge auch wichtig....sie einzubeziehen und ihre "wertung" kann ja 1. interessante aspekte zutage bringen oder sie 2. zum überdenken bringen usw. .. große verantwortung auf alle fälle für euch beteiligten.

liebe grüße
carola

eraco
06.05.10, 09:12
Hallo Carola,

das stimmt, es eröffnet neue Perspektiven für alle Beteiligten. Ich gehe davon aus, dass man auf jeden Fall die Eltern auch nochmal dazu befragt. So zumindest klang das gestern in der Teambesprechung. ;)

Ich muss gestehen, ich bin schon ganz auf das Ergebnis gespannt. :D

Liebe Grüße,

Conny

eraco
13.06.10, 09:41
Hallo,

also die Begabungsanalyse der ersten Wohngruppe ist fertig und fand sehr positive Beachtung. Die Ergebnisse decken sich mit der Einschätzung der jeweiligen Betreuer, es waren aber auch positive Überraschungen dabei. :D

Die detaillierte Auswertung (3-4 Seiten) fand meine Chefin extrem gut und meinte, das hätte ja sehr viel Arbeit gemacht. Hat es, aber es war auch Spaß dabei.

Die Jugendlichen waren bei ihrer Einschätzung zu sich selbst sehr objektiv, manchmal sogar eher etwas zu negativ. Ich bin eigentlich sehr zurfrieden mit dem Ergebnis und morgen darf ich dann auch gleich mithelfen beim Zimmer steichen. ;)

Jetzt fehlt nur noch die Auswertung der zweiten WG. Als ich dort war, war eine sehr eigenartige Stimmung, richtig feindselig. Ich hab das aber nicht auf mich bezogen, sondern einfach auf die Stimmung allgemein. Ich bin gespannt, wie sie dann auf die Auswertung reagieren.

Liebe Grüße,

Conny

eraco
16.07.10, 10:16
Hallo,

zwischenzeitlich war ich zum Zimmerstreichen in der ersten WG im Arbeitseinsatz. Die junge Dame, deren Zimmer gestrichen wurde, war ganz überrascht, dass ich ihr geholfen habe. Sie meinte zu mir:"Ich verstehe nicht, warum du mir hilfst. Ich habe dich doch gar nicht darum gebeten, mir zu helfen." Ich habe dann geantwortet:"Ist es denn so ungewöhnlich, dass man jemanden hilft, ohne dass er darum gebeten hat?" Für sie anscheinend schon, sie ist wohl gewohnt, dass immer eine Gegenleistung erwartet wird und ohne diese nichts geht. Eigentlich schon traurig. Das Streichen hat ihr aber Spaß gemacht und sie hat mich ein paar Mal "ausversehen" mit der Farbe erwischt... ;)
Zum nächsten Termin kam ich in die WG um die Feinheiten zu machen, sie hatte sich eine Schabloniertechnik an der Wand gewünscht. Als ich dann kam lief sie mir gleich entgegen und nahm mich ganz spontan in den Arm:"Ich habe gestern auf die gewartet, wo warst du denn?"
Ich war überrascht und meinte dann:"Es war doch heute ausgemacht, gestern musste ich arbeiten."
Sie meinte dann wieder:"Du kommst heute, an deinem freien Tag, hierher um mein Zimmer zu streichen?"
Ja, das habe ich gemacht. Ich habe echt das Gefühl, dass sie in ihrem Leben noch nicht viel Hilfe ohne Gegenleistung bekommen hat. Selbstlose Hilfe scheint für sie gar nicht normal zu sein...

Die Auswertung der Begabungsanalyse der zweiten WG ist mittlerweile auch fertig und war sehr zwiespältig. Die meisten Jugendlichen waren wohl zu optimistisch, zumindest sagen das die Betreuer. Sie sind der Meinung, dass die Jugendlichen die Fragen evtl. nicht richtig interpretiert haben, aber auf jeden Fall sich selbst viel zu gut eingeschätzt haben und sich das mit der Realität überhaupt nicht deckt. Wobei aber in der WG eh eine sehr gespannte Atmosphäre herrscht. Deshalb haben sich die Betreuer dafür ausgesprochen, dass nochmal eine Analyse ca. November gemacht werden soll, damit man Vergleiche hat.

Für mich selbst war das ein komisches Gefühl, dass die Auswertungen "auseinander genommen wurden". Wobei ich ja nichts an den Inhalten, bzw. an der Ehrlichkeit beeinflussen kann. Mittlerweile sehe ich das aber auch etwas lockerer.

Letzten Montag war ich nun im Tagdienst eingeteilt und es war sehr interessant. Es war allerdings fast unerträglich heiß in der WG, wir hatten 34°C! :eek: Die WG ist erst seit ein paar Monaten in dem Gebäude, das Haus hat ein Flachdach und die Rollokästen sind noch leer, weil der Inhalt fehlt. Der Hausbesitzer kümmert sich wohl momentan nicht darum...
Für mich war es schon Wahnsinn, die paar Stunden in der WG auszuhalten, aber die Jugendlichen sind ja Tag und Nacht in der Wohnung! Vielleicht erklärt das auch die gereizte Stimmung, ist bei der Hitze ja auch verständlich.
Sie tun mir echt leid.
In der Schule wird zur Zeit kein richtiger Unterricht mehr gemacht, dadurch haben die Kids keine Hausaufgaben mehr. Trotzdem ist von 14 Uhr bis 15 Uhr Lernzeit, die die Kids in ihrem Zimmer verbringen müssen. Da sind die Regeln klar und es gibt auch keine Ausnahmen. Besuch darf auch erst ab 16 Uhr kommen, da von 15 Uhr bis 16 Uhr Ruhezeit ist. Die Regeln sind sicherlich sinnvoll, bei der Hitze in der Wohngruppe allerdings schwer von den Jugendlichen nachzuvollziehen. Sie versuchen immer wieder ihre Grenzen auszuloten, der Umgangston wird dann auch schon mal härter...
Die 14jährigen sind laut den Betreuern da noch schwiergier als die etwas älteren. Wobei das aber immer auf den jeweiligen Typ ankommt.

Am Donnerstag nächste Woche bin ich nochmal im Tagdienst, diesmal aber länger und ich werde auch die Gruppenbesprechung miterleben können, die für die Jugendlichen verpflichtend ist. Ich werde berichten...

Von meinen 80 Stunden habe ich nun schon mehr als 70 erreicht und das Praktikum neigt sich somit dem Ende zu. Ich bin sehr dankbar für die Erfahrungen die ich sammeln durfte und noch dankbarer für die, die ich noch sammeln werde. Ich überlege, ob ich nicht noch freiwillig einfach ein paar Stunden dran hänge, ist ja meine Entscheidung. Aber na klar nur, wenn ich darf. ;)

Liebe Grüße,

Conny

eraco
27.07.10, 21:08
Hallo,

es gibt mal wieder etwas Neues zu berichten: Heute habe ich den Termin nachgeholt, den ich leider letzte Woche nicht einhalten konnte.

Als ich in der WG ankam wurde ich gleich gefragt, ob ich heute wieder einen Vortrag halte. Als ich das verneint habe, waren die Jugendlichen gleich mal erleichtert. ;)

Zunächst wurden mir die zwei neuen Bewohner vorgestellt und dann hab ich mit der Betreuerin kurz besprochen, was es sonst noch Wissenswertes gibt. Ich zeigte dann gleich mein Buch, welches ich heute dabei hatte: Spiele zum Problemlösen von Bernd Badegruber. Ein ganz tolles Buch mit vielen Spielen, unter anderem zu Aggressionen. Da hab ich dann gleich eins ausgesucht und vorgeschlagen, das mit den Jugendlichen zu spielen. Die Betreuerin wollte auch gleich mitspielen. Die Resonanz war richtig gut, bis auf die Jungs haben alle mitgespielt, einer kam dann später auch dazu.

Aufgabe war, dass jeder drei Zettel nimmt und darauf schreibt, was die Teilnehmer nettes tun sollen, wie z.B.: "Mach der Sina ein Kompliment", "Massiere der Lilly den Rücken" und "Gieße die Blumen".
Die Jugendlichen haben ihre Zettel in einen Korb getan, es wurde gemischt und jeder durfte dann einen Zettel ziehen. Das war richtig lustig, auch wenn manche Anweisungen nicht ernst waren und auch nicht durchführbar ("Mach die Isabelle dumm an"). Diese haben wir dann gleich aussortiert. Zum Schluss bekam die Betreuerin eine neue Frisur, einen Hahnenkamm mit Haarspray fixiert und ich musste die Bürotür putzen. Das war auch noch mein eigener Zettel... :D
Den Jugendlichen hat es auf jeden Fall Spaß gemacht, nur schade, dass ich nicht mehr miterleben konnte, wie eine der Damen während des Abendessens getanzt hat... :p

Danach habe ich dann mit ein paar Jugendlichen noch weitere Spiele gespielt, die ich von zu Hause mitgebracht hatte. Das kam richtig gut an. So haben wir unter anderem Speed und Make´n Brake gespielt. Die Betreuerin fand es richtig gut, dass ich mich mit den Jugendlichen beschäftigt habe und vor allem herrschte dadurch auch eine ruhige, entspannte Atmosphäre.
Auf jeden Fall blieb der Fernseher, die Wii und der Computer fast bis 17 Uhr aus, was sonst eher nicht der Fall ist.

Es hat richtig Spaß gemacht und am Donnerstag bin ich auch wieder dort und werde wieder ein paar Spielideen mitbringen. Mal sehen, ob das dann auch noch interessant ist. :rolleyes:

Schön war vor allem beim Teamspiel, dass fast alle sich beteiligt haben, auch die, die sonst nicht kooperativ sind. Das ist ja schon mal etwas wert. Mich hat vor allem sehr beeindruckt, wie zwei Jugendliche sich intensiv mit zwei Strategiespielen beschäftigt haben und richtigen Ehrgeiz zeigten, auch zu einem positiven Ergebnis zu kommen. Vielleicht merken sie nun, dass in ihnen mehr steckt.

Soll ich weitere Teamspiele einbringen? Was meint ihr?

Liebe Grüße,

Conny

Maerchenhexe
28.07.10, 04:14
Hey Namenskollegin, hast ja ein Bild jetzt drin!
Hört sich gut und interessant an.
Ich arbeite zwar nicht mit Kindern und Jugendlichen, aber ich glaube, spielerische Erkenntnisse sind hochwirksam, insbesondere da sich ja viele Widerstände durch belehrende Erwachsene gebildet haben und Regeln und Verbote in jüngeren Jahren oft "echt abnerven". Fördert ja auch den Teamgeist. Muss ja nicht grad in Survivalcamp ausarten. :D
Machste toll, bewundere Dein Engagement.

eraco
28.07.10, 16:50
Hallo Märchenhexe,

danke für das Lob! :)

Ich finde auch, dass Spielen auch bei Jugendlichen mehr gefördert werden sollte, gerade weil man somit den Aggressionen entgegen tritt. Bei diesem Spiel ging es ja darum, dem anderen etwas Nettes zu tun, bzw. zu definieren, was überhaupt "etwas Nettes" ist.
Ich werde für morgen auf jeden Fall nochmal in meinem Buch schauen, was ich anbieten könnte, da fällt mir bestimmt noch was ein. ;)

Liebe Grüße,

Conny

eraco
30.07.10, 08:50
Hallo,

erstens kommt es anders, zweitens als man denkt! :o

Ich konnte gestern gar keine Spiele mit den Jugendlichen machen, da die meisten als ich kam mit einer Betreuerin zum Amt gefahren sind. Die, die da waren, hatten Besuch. Tja, so hab ich mitgeholfen, das abendliche Grillen vorzubereiten, mehr war eigentlich nicht.
Dann ist ganz überraschend einer der Jugendlichen wieder zurück zu seiner Mutter gezogen, es war einfach alles etwas hecktisch. Als ich dann um 19 Uhr heim ging, war das Gruppengespräch noch gar nicht angefangen, schade. :(

Als ich dann ging, wurde ich gleich von ein paar Mädchen gefragt, wann ich wieder komme und ob ich dann mein tolles Kartenspiel wieder mitbringe. Naja, das ist doch auch schon mal was! :D

Einer der Jugendlichen fragte mich, ob ich jetzt Betreuer bin. Als ich das verneinte und erklärte, dass ich ein Praktikum mache, wusste er erst mal nichts damit anzufangen. Ich erklärte ihm dann, dass ich selbstständig als Lerntherapeutin tätig bin und normalerweise die Kinder zu mir nach Hause kommen. Mein Praktikum ist zeitlich begrenzt und was danach kommt, weiß ich noch nicht. Da war er dann erst mal zufrieden.

Jetzt ist er der einzige Junge in der WG, da hat er es wohl nicht leicht, Kontakte zu finden. Jungs brauchen in dem Alter einfach andere Jungs.

Ich werde heute mal kurz in die WG gehen und sehen, was los ist. Eigentlich wollte ich nur meine ausgeliehenen Bücher abholen, denn nachmittags habe ich selbst ein Trainingskind in meiner Praxis. Naja, ich bin gespannt, was gestern noch so war.

Liebe Grüße,

Conny

Nachtrag: Ich war heute nochmal in der WG und die wollten mich gar nicht mehr gehen lassen... ;)
Gestern war es sehr friedlich und die Jugendlichen waren auch richtig gut drauf. Auch heute waren alle umgänglich und haben sich einfach nur gefreut, dass Ferien sind, ich hab jetzt auch erst mal Urlaub! :D

eraco
04.09.10, 12:52
Hallo,

mein Praktikum ist nun beendet und ich hatte ein Abschlussgespräch.

Erst mal sollte ich mein Praktikum reflektieren:

Ich habe gesagt, dass es doch schwieriger war, als ich vorher dachte. Die Jugendlichen hab mir doch die eine oder andere Anstrengung abverlangt. ;)
Ich musste z.B. schon mal spontan mein Konzept anpassen, weil die Stimmung entsprechend war und ich andere Dinge gemacht habe, als zuerst geplant usw.
Dann war es auch von der Organisation manchmal schwierig einen Termin zu finden, weil die Jugendlichen auch nicht immer da waren. Zum Teil waren dann Termine ungünstig gelegt, so dass ich z.B. schon mal eine Stunde warten musste, weil sie mit dem Essen noch nicht fertig waren und niemand wusste, dass ich überhaupt komme.


Dann reflektierte meine Chefin:

Sie meinte, ich sei sehr strukturiert und ich habe immer alles bis ins Detail geplant. Meine Ausführungen waren umfangreich, auch die Auswertungen. Bei den Gesprächen mit den Mitarbeitern gab es auch keine direkte Kritik an mir, sondern eher an der Struktur in der WG (Zeitablauf usw.). Sie meinte, mein Praktikum hätte auch in der WG Schwachstellen aufgedeckt und sei deshalb sehr konstruktiv gewesen.

Dann kam das Angebot:

Die Zusammenarbeit war so gut und ob ich mir nicht vorstellen könnte, in den WG´s zu arbeiten. Ich wollte dann wissen, in welchem Umfang. Zuerst meinte sie, ob ich nicht die Diagnostik bei Neuankömmlingen machen könnte und evtl. Betreuung der Kids mit Schulproblemen. Ich meinte dann, man könnte es doch an einem festen Nachmittag machen, so dass auch eine Struktur da drin ist. Das fand sie sehr gut und jetzt laufen die Vorbereitungen, bzw. Planungen, wie es organisatorisch laufen könnte. :D

Mir hat also mein Praktikum gleich einen neuen Job beschert!

Seit 02.09. hab ich nun auch mein genehmigtes Thema für meine VFP-Zertifizierung: "Lerntherapie in der Jugendarbeit".
Ich habe Zeit bis zum 02.10., bis dahin muss ich meine fertige Arbeit einreichen. Ich hab Gott sei Dank immer protokolliert, das hilft jetzt ungemein eine Gliederung zu erstellen. ;)

Liebe Grüße,

Conny

Maerchenhexe
04.09.10, 17:52
Hey, ist doch suuuper- GLÜCKWUNSCH!! :D

kasiopya
04.09.10, 18:01
Mensch, das freut mich für Dich.:)
Viel Spaß bei Deiner Aufgabe und viel Erfolg bei der Zertifizierung

LG

eraco
04.09.10, 19:10
Hallo,

danke für die lieben Worte. Ich bin selbst noch etwas von der Rolle... :o

Ich freu mich total, weil es mir dort doch so gut gefallen hat. Das Arbeitsklima ist super und ich fühle mich da einfach wohl. Ich glaube, dass ich noch ganz viel lernen kann und bei der Gelegenheit hab ich meine Chefin auch gleich gefragt, ob ich evtl. noch mal ein Praktikum machen kann, wenn ich bei Modul 3b meines Studiums angekommen bin. Da geht es nämlich um Mediendidaktik und ich könnte mir gut eine Internet-Lernplattform für die Jugendlichen beider WG´s vorstellen, in der sie miteinander übergreifend lernen. Ist aber nur so eine Idee. Jetzt schreibe ich nächste Woche erst mal meine Klausur zu Modul 1b, also noch weit weg von der 3er-Modulen. :(

Es ist schon lustig, wie dieser Herr Freud mich verfolgt. Im Studium der Bildungswissenschaften spielt er bei Sozialisation auch eine Rolle, aber nur am Rande. Sein Schüler Erikson hat seine Kindheitsphasen weiter präzisiert und ein Lebenszyklusmodell entwickelt. Ich find´s auf jeden Fall spannend, immer mal wieder bekannte Namen wie Freud, Pawlow usw. zu lesen! :D

Liebe Grüße,

Conny

Butterblume
04.09.10, 22:02
Ich gratulier dir auch sehr herzlich zum neuen Job, toll gemacht!!!

eraco
05.09.10, 10:34
Hallo,

@ Märchenhexe: Ich bin echt froh, dass ich hier im Forum gepostet habe, das ist nämlich eine gute Gedächtnisstütze für meine Projektarbeit. Vielleicht könnte ich mich an vieles nicht mehr erinnern, man wird ja älter und jetzt werd ich auch schon 40... :rolleyes:

@ Kasiopya: Spaß werd ich auf jeden Fall haben. Als ich zum Abschlussgespräch dort war, war eine der "Problem-Damen" gerade aufgestanden und noch etwas müde. Sie hat aber trotzdem zurück gelächelt, als ich sie begrüßt hab. Ich hab sie gefragt wie es ihr geht und sie meinte nur, sie sei noch etwas müde. Wenn ich da an meine eigene Tochter denke, die darf man kurz nach dem Aufstehen noch nicht mal anschauen! :eek:
Ich glaube fest daran, dass man das, was man dem anderen entgegenbringt, auch wieder zurück bekommt. Also bemühe ich mich sehr, ein gutes Verhältnis zu den Jugendlichen zu haben. Ich versuche ihnen zuzuhören, was manchmal gar nicht so einfach ist, aber es muss sein, schon wegen dem gegenseitigen Respekt. Das lernt man auch in der Gestalttherapie, den anderen mit ALLEN Sinnen wahrnehmen, ohne zu werten!

@ Butterblume: Danke für die Gratulation. Man wächst wirklich mit seinen Aufgaben und dass ich "einen guten Draht zu Jugendlichen habe", weiß ich schon immer. Nur wusste ich bisher nicht, was ich daraus machen soll. In meinem neuen Job wird mir das jetzt sicherlich helfen. :)

Liebe Grüße,

Conny

Carola Seeler
06.09.10, 12:46
Hi conny,

*hinterherhechel*......war doch im Hohen Norden an der Schlei und netzbefreit....: Herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Praktikum und zum neuen Job!! Berichte hier ruhig weitr. Das war (ist!) immer sehr informativ!!

Liebe Grüße
Carola

Patricia
06.09.10, 13:14
Hallo Conny,

auch von mir die herzlichsten Glückwünsche zum Erfolg - es liest sich gut und macht Mut :-)

Liebe Grüße

Patricia

eraco
06.09.10, 16:41
Hallo,

@ Carola: Ich hoffe, im hohen Norden war es schön. Ich sitze gerade über meiner Projektarbeit und habe ein kleines Platzproblem... :eek:
Jetzt hab ich schon ganz viel reduziert, damit ich nicht mehr als 25 Seiten hab. :o

@ Patricia: Danke für die Glückwünsche. Ich hätte auch nicht gedacht, dass gleich ein konkretes Jobangebot draus wird, aber umso mehr hab ich mich darüber gefreut. Nach dem Gespräch bin ich nach Hause gefahren und hab einen Freudentanz aufgeführt. :D

Also sind wir HPP´s doch besser als unser Ruf und ich finde es toll, dass ich auch zumindest dort anerkannt werde. Eine der Pädagoginnen ist selbst auch HPP. :)

Liebe Grüße,

Conny