Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Woher kommt die praktische Erfahrung der HPP-Ausbildung
Moin moin.
Ich möchte mich aktuell über die verschiedenen Möglichkeiten der (nebenberuflichen) HPP-Ausbildung informieren. Ich habe bereits das Programm diverser Fernstudienanbieter und Heilpraktikerschulen durch. Auch dieses Forum hat mir wertvolle Informationen und Tipps geliefert. Vor dem Lesen dieses Forums habe ich trotz der Kosten eher zu Paracelsus tendiert. Jetzt muss ich erst noch etwas an meinen neu gewonnenen Unsicherheiten arbeiten.
Wobei mir aber auch dieses Forum nicht helfen konnte: Wie kann eine praktische Ausbildung aussehen?
Sicherlich gibt es diverses Seminare mit praktischen Übungen. Was mir aber fehlt ist ein noch praxisnäherer Ausbildungsteil vergleichbar mit einem betreuten Praktikum oder - um es mit einem Studium zu vergleichen - einem klinischen Ausbildungsbereich.
Unabhängig davon, dass man natürlich ein Hochschulstudium absolvieren könnte, wenn man wöllte .... Ich bin der Meinung, dass man sich auch nach guten theoretischen Studien und praxisorientieren Seminaren nicht gleich (alleine) auf einen Patienten stürzen muss.
Wie habt Ihr das gelöst? Habt Ihr bei anderen HPP hospitiert oder Eure ersten Patienten mit erfahrenen HPPs supervisieren lassen? Oder seid Ihre einfach gleich drauf los ...?
Ich freue mich auf Eure interessanten Lösungen für das Problem, das ich hoffentlich nicht alleine sehe.
Viele Grüße
TROS
Hallo,
Sicherlich gibt es diverses Seminare mit praktischen Übungen. Was mir aber fehlt ist ein noch praxisnäherer Ausbildungsteil vergleichbar mit einem betreuten Praktikum oder - um es mit einem Studium zu vergleichen - einem klinischen Ausbildungsbereich.
Unabhängig davon, dass man natürlich ein Hochschulstudium absolvieren könnte, wenn man wöllte .... Ich bin der Meinung, dass man sich auch nach guten theoretischen Studien und praxisorientieren Seminaren nicht gleich (alleine) auf einen Patienten stürzen muss.
diese Einstellung gefällt mir! :) Hier im Forum gab es schon einige (auch hitzige) Threads zum Thema Selbsterfahrung, praktische Ausbildung, Supervision etc....ich find sie nur gerade nicht mehr :o
Um konkret auf deine Frage zu antworten: Ich habe
eien Ausbildung bei der Telefonseelsorge gemacht und dann 5 Jahre lang einmal pro Woche Dienst am Telefon gemacht. Selbsterfahrung und Supervision haben natürlich dazugehört. Schau aml hier
http://www.telefonseelsorge.de/ehrenamtliche/ausbildung.htm
Dann gab es noch zwei umfangreiche Fortbildungen
am C.G. Jung Institut (Psychoanalyse für Seelsorger + Traumarbeit) sowie eine Sandspieltherapieausbildung.
Hierbei ist zwar weniger praktisch mit klienten gearbeitet worden, aber ein Erlernen einer Therapiemethode ist meiner Meinung nach eine unabdingbare Zwischenstufe zwischen dem Erlernen der theoretischen Inhalte
(HPP-Prüfung oder Studium) und der Arbeit mit Menschen.
Viele Therapieausbildungen kann man berufsbegleitend machen. Hast du schon eine Idee, in welche Richtung du
gehen willst?
Liebe Grüße von Pia
Hallo TROS,
in manchen Bundesländern (Hessen) wird sogar vor einer HPP-Prüfung ein Nachweis verlangt, dass man eine Therapiemethode erlernt hat.
Ich selbst habe noch keine anerkannte Therapiemethode erlernt, nur Autogenes Training, was aber alleine nicht ausreicht. Also werde ich nächstes Jahr Gestalttherapie lernen.
Da ich aber in anderen Bereichen (Lerntherapie, Legasthenie- und Dyskalkulie-Training, usw.) schon mit Kindern und Jugendlichen arbeite, möchte ich trotzdem jetzt schon die Heilzulassung, weil ich manchmal in einer "Grauzone" bin. Wenn ich weiß, dass ein Kind eine somatoforme Störung (internistisch nachgewiesen) hat, darf ich dann mit ihm Entspannungstraining primär für die Steigerung der Konzentration machen???
Du siehst, es ist nicht ganz so einfach...
Ich habe mich um ein Praktikum beworben, aber ob es klappt weiß ich nicht. Leider gibt es nur sehr wenige Praktikumplätze und man bekommt laufend Absagen! :mad:
Ich geb aber die Hoffnung nicht auf.
Liebe Grüße,
Conny
Hallo TROS
Ich hab eine 2,5 Jährige Ausbildung in der Suchtberatung beim Bildungwerk gemacht. Habe dort viel Praxis hautnah mit bekommen.
Den Link dazu such ich dir raus, denn ich bin mir sicher, das auch in deiner Region eine Erwachsenen Bildungsstätte existiert.
Vom DRK Hab ich das Seminar
Betreuung von Kindern in Notsituationen
von der Akademie Bruderhilfe Familienfürsorge empfohlen bekommen.
Die bieten auch noch andere Seelsorgerische Seminare an.
LG
Maria
Hallo,
vielen Dank für Eure ersten Antworten.
Assita: Mich interessieren zur Zeit neben dem kurzfristigen, Problemorientierten Coaching drei Formen: Verhaltenstherapie, Systemische Therapie und die Gesprächstherapie. Bei dieser Auswahl könnten natürlich Beratungsstellen/Telefonseelsorge als mögliche Praktikumsbereiche in Frage kommen. Ich gebe zu, dass die Telefonseelsorge als Bereich interessant klingt. Die zeitlichen Vorstellungen dieser Organisation passen aber nicht wirklich zu den meinen (1 Jahr Ausbildung + 3 Jahre ehrenamtliche Mitarbeit + meine eigentliche Psychotherapie-Weiterbildung). Aber vielleicht rufe ich dort einfach mal an und erzähle was ich machen möchte. Du kannst nicht zufällig einen direkten Kontakt im Kölner Bereich empfehlen, oder? (Das ist dann immer besser als das "normale" Eingangstor ;-))
Hedwig24: Unter "Bruderhilfe Familienfürsorge" habe ich zunächst einen Versicherer gefunden. Ich bin unsicher, ob es das ist was Du meinst. Dein Link für eine Stelle in der Umgebung von Köln interessiert mich.
eraco: In NRW habe ich keine Verpflichtung zu einem solchen Nachweis. Aber ich denke, dass es da ein breites Schulungsangebot gibt. Offen bleibt aber auch dabei die "echte" Praxiserfahrung.
Ich freue mich auf weitere Tipps, wie Ihr Eure Praxis (nicht den gemieteten Raum ;-) ) erworben habt. Toll wären auch Kontakte zu geeigneten Beratungsstellen im Raum Köln. Ich weiß, dass hier auch das Telefonbuch hilft, aber eine Empfehlung ist hier hochwertiger als eine "unspezifische von-oben-nach-unten-Telefonbuch-Analyse".
Viele Grüße
TROS
Hallo TROS,
in manchen Bundesländern (Hessen) wird sogar vor einer HPP-Prüfung ein Nachweis verlangt, dass man eine Therapiemethode erlernt hat.
Conny
Hallo Conny,
woher hast du diese Information? Ich wohne in Hessen und habe davon noch nichts gehört *panik bekomme*
Liebe Grüße
Patricia
Hallo zusammen, ich bin zwar HPA, aber ich habe mir jetzt auch etwas gesucht um meine Fähigkeiten im Umgang mit (älteren) Menschen auszubauen. Ich werde ab November im Alten- und Pflegeheim bei mir ums Eck 1x pro Woche ehrenamtlich eine Betreuung übernehmen. Kurse / Einweisungen etc. gibts alles dazu.
Hallo TROS,
leider hab ich keinerlei Verbindungen zur TS Köln :(
sicherlich ist es hilfreich, per Anruf / pers. Gespräch
konkrete Infos einzuholen.
Ja, Ausbildung, Dienst, Supervision, Teamabende etc. ist schon auch aufwändig - allerdings wirklich sehr praxisnah - da begegnet dir echt das Leben in all seinen Facetten und fast sämtliche "Störungen" erlebst du mal realistischer als per Lehrbuch. Die Ausbildung war berufsbegleitend - ein Abend pro Woche. Teamabend einmal im Monat. 2 Gruppenwochenenden im Jahr, Dienst mindestens 20 Stunden pro Monat - da ein Dienst 4 Std. geht, also mindstens 1 Dienst pro Woche (geht auch abends oder am WE) - 1 Nachtdienst (11 Stunden) pro Halbjahr ist Pflicht.... Supervision war anfangs alle 2 Wochen, dann alle 4 Wochen.
Ich finde, zum Coaching paßt VT gut, Gesprächstherapie unterscheidet sich da doch erheblich, soll aber jetzt nicht heissen, dass ich dir abraten würde - im Gegenteil :D
Liebe Grüße, Pia (Assita ist nur mein Nickname)
Hallo Patricia,
die Info hab ich von einer Kollegin, die in Wiesbaden gearbeitet hat und von einer Bekannten, die dort am 14.10. auch ihre Prüfung zum HPP macht. Erkundige dich doch einfach mal bei dem für dich zuständigen Amtsarzt oder gleich direkt bei dem Gesundheitsamt, bei dem du die Prüfung machst! ;)
Soweit ich weiß, brauchst du diese Bescheinigung erst zur Mündlichen, bin mir aber da nicht so sicher.
Liebe Grüße,
Conny
Maerchenhexe
02.10.09, 17:39
in manchen Bundesländern (Hessen) wird sogar vor einer HPP-Prüfung ein Nachweis verlangt, dass man eine Therapiemethode erlernt hat.
Unzulässig! Siehe HPG.
Unzulässig! Siehe HPG.
Das stimmt schon!!!
Liebe Märchenhexe!
Doch Papier is geduldig und in meiner Prüfung, wollten die auch wissen ob ich schon eine Vorraussetzung in dieser Richtung habe.
Zulässig ist das nicht!!
Doch was is wenn der Jurist nicht einschreitet???
Dann war´s das!
Zu dem sind einige dafür, das die HPP - Prüfungsvoraussetzungen erschwert werden sollen. (Therapieausbildung, Therapienachweise, Praxisnachweise......)
Noch sind die nicht damit durchgekommen!
Doch auch den HP ist ein geduldeter mit Argnis betrachteter Berufsstand.
Da wird sich mit Sicherheit noch was ändern.
Bestimmungen und Ergänzungen sind seit 1939 ja schon etliche eingeführt worden.
Maerchenhexe
03.10.09, 13:01
Da brauchst nicht einmal einen Juristen dafür, da reicht der Einspruch mit dem Hinweis auf die gültige Rechtslage. So lange es keine Pflicht ist ist es nicht Rechtens.
Hallo,
ich kann hier leider nur das wiedergeben, was ich von Kolleginnen weiß, die in Hessen wohnen. Wie die Rechtslage ist, kann ich daher nicht beurteilen.
Aber es heißt ja so schön: "Es muss nachgewiesen werden, dass man keine Gefahr für die Volksgesundheit ist".
Das ist aber sowas von schwammig! Wer entscheidet denn, was genau eine Gefahr ist??? Ist man eine Gefahr, wenn man zwar die Heilzulassung hat, aber von der Praxis keine große Ahnung hat? Ist man eine Gefahr, wenn man zwar eine Ahnung von der Praxis hat, aber nicht genügend Hintergrundwissen über alle psychische Störungen und deren Behandlung? Man kann nicht immer ALLES wissen, das kann kein Mensch. In der Prüfung ist man eh nervös und wird vielleicht die eine oder andere Frage nicht auf Anhieb wissen, ist man deshalb eine Gefahr?
Ich habe jetzt auch schon an vielen verschiedenen Stellen gelesen, dass die Pläne für eine Verschärfung der Heilpraktikerprüfung wohl schon in den Schubladen liegen. Vielleicht auch deshalb, weil wir durch die Überlastung der "normalen" Therapeuten mehr Zulauf bekommen könnten? :rolleyes:
Ein Praktikum ist sicherlich von großem Nutzen, aber man sollte hier auch berücksichtigen, dass viele Leute, wie z.B. Pia schon jahrelange Erfahrung in der "Praxis" haben. Ich kann z.B. meine Erfahrung aus meiner selbständigen Tätigkeit als Praktikum nehmen, zumindest bei der VFP-Prüfung. Trotzdem bemühe ich mich zur Zeit um ein zusätzliches freiwilliges Praktikum, um einfach auch mal Einblicke in die Arbeit anderer zu bekommen. Das ist aber eben auch eine Zeit- und Kostenfrage. Das kann sich nicht jeder leisten! :(
Liebe Grüße,
Conny
Maerchenhexe
03.10.09, 16:00
http://www.wiesbaden.de/loader.php?menue=/die_stadt/v_rathaus/menue.php&content=/die_stadt/gesundheitsamt/index.php
http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=2778&_ffmpar[_id_inhalt]=58379
Was geplant sein mag oder nicht, derzeit ist die rechtliche Lage klar.
Eine meiner Kolleginnen hat ihre Prüfung in Gross-Gerau abgelegt. Sie musste "nur" die schriftliche machen, da sie Nachweise über Praktikum und Weiterbildung beigefügt hatte.
Bislang ist mir da nichts "schwammiges" begegnet, die Voraussetzungen sind eigentlich eindeutig.
Der Nachweis, dass man keine "Gefahr für die Volksgesundheit" ist, erfolgt ja über die Prüfung.
Es wird hier viel gemunkelt und spekuliert. Bislang sind das alles jedoch unsubstantierte Spekulationen.
Hallo,
die Formulierung mit der "Volksgesundheit" (die Nazis lassen grüßen) ist schwammig, weil man im Grund ALLES wissen müßte, um dieser Forderung zu genügen. Ich sage mal, die Mehrzahl der Ärzte ist nach dieser Definition auch eine Gefahr für die Volksgesundheit, weil sie z.B. nicht in der Lage sind, Tropenkrankheiten zu diagnostizieren.
Es gab mal in Wuppertal einen Amtsarzt, der wollte in der mündlichen Prüfung wissen, welches Nahtmaterial man bei der plastischen Chirurgie im Gesicht einsetzt. (Schließlich könnte ein HP ja theoretisch operieren und dann müßte er das wissen...)
Auch über die "Verschärfung" wurde schon zu meiner Zeit diskutiert (vor 20 Jahren) - und nie ist was passiert. Es hat einfach keiner ein Interesse an einer Ausbildungsordnung für HPs. Daher wird die Politik das Thema aussitzen, denn egal was sie beschließen würden, der Protest wäre gross. Entweder müßte man die Ausbildung der ärztlichen/psychologischen annähern (also Unistudium) oder man streicht die Kompetenzen der HPs zusammen, etwa auf das Niveau von Masseuren. Wir dürften dann noch Fussreflexzonen kneten oder ein paar Bachblüten empfehlen.
Jede andere Art der "Qualifizierung" würde sofort andere Berufsgruppen auf den Plan rufen (Ärzte, Dipl. Pyschologen, Physiotherapeuten usw.), die protestieren...
Gruss Rudolf
Maerchenhexe
04.10.09, 08:05
Ja, wie ich schon schrieb, es wird viel spekuliert. Mir ging es aber in erster Linie darum - und deshalb auch die klaren Verweise auf die Rechtslage- einige eh schon "prüfungslastige" Kollegen/innen nicht noch mehr zu verunsichern, indem unzutreffende Prüfungsbedingungen als Tatsachen deklariert werden.
Bundesweit gibt es meines Wissens nirgendwo eine solche Bestimmung. Generell gilt Hauptschulabschluß, Mindestalter 25 Jahre, pol. Führungszeugnis und ein ärztliches Attest, das man frei von Erkrankungen ist, die ein Hindernis bei der Ausübung dieses Berufes darstellen würden. Abgesehen davon dass die Prüfungen natürlich Geld kosten. Bei der Anmeldung fordern die meisten Gesundheitsämter auch einen Lebenslauf.
Ich glaube, man kann schon sicher sein, dass die Prüfungskommission weiß, was sie macht. Es ist doch für Fachleute einfach, einem "Wackelkandidaten" ein "Bein zu stellen".
Hi Ihr.
Ich komme noch einmal auf das eigentliche Thema dieses Beitrages zurück. ;)
Pia:
Ich habe mich mal an die Telefonseelsorge in Düren gewendet und warte nun auf Rückmeldung. Kannst Du mir noch ein wenig davon erzählen, wie Du die Qualität der Ausbildung bewertest?
Vielleicht magst Du auch etwas aus der Praxis der Telefonsselsorge erzählen. Ich stelle mir das so vor, dass Du meist nur kurzen Kontakt mit den Anrufern hast - bestenfalls für die Dauer der Schicht. Oder verabredet Ihr Euch dann für Deine nächste Schicht? Gibt es von Seiten der Telefonseelsorge noch psychotherapeutische/psychologisch betreute Nacharbeiten mit den Anrufern. Oder erfolgt "nur" bedarfsweise eine Weitervermittlung an Beratungsstellen und Therapeuten?
Viele Grüße
TROS (Thomas ;))
Hallo Thomas,
prima, dass du dich in Düren informieren willst - in einem pers. Gespräch mit den dortigen Verantwortlichen werden bestimmt ganz viele deiner Fragen für die dortige Stelle beantwortet werden können.
Für die hiesige TS kann ich sagen, dass die Ausbildung viel bietet - Theorie, Praxis (Rollenspiele), Fortbildungen und Selbsterfahrung - wie jeder Teilnehmer das Angebot für sich verwerten kann, hängt jedoch von ganz persönlichen Faktoren, die den Einzelnen betreffen, ab. Ich kann für mich sagen, dass ich viel gelernt habe und
sowohl für meine weitere Arbeit als auch für mich persönlich mitnehmen konnte. Gelernt habe ich v.a. die
verschiedenen Strategien zu achten, die menschl. Seelen oft benutzen (müssen) um überleben zu können - gelernt habe ich auch Ohnmacht auszuhalten, dass es sehr oft mehr ist, dabei zu bleiben, wenn alles aussichtslos ist und keine Lösung zu wissen, als ein schnelles Patentrezept parat zu haben.
Der Auftrag der TS ist nicht Psychotherapie, sondern eher
"Notfallberatung" - Erstversorgung sozusagen. Aber es gibt auch viele Anrufer, die häufig anrufen, denen begegnet man natürlich öfter. Die Themen / Problematiken, die einem begegnen sind v.a. Beziehungsthemen (Konflikte, Gewalt, Trennung, Eifersucht, Aussenbeziehung, Verlustangst etc.), der Komplex Alter / Krankheit / Tod / Trauer, viele
"psychiatrische Fälle" (die Rufnr. ist ja kostenlos und auch aus Kliniken erreichbar), traumatische Erlebnisse und ihre Folgen, Persönlichkeitsstörungen (v.a. Borderline, paranoide, narzisstische, asthenische), bei den neurot. Störungen v.a. Depressionen und Ängste, Suizidalität , der Bereich Familie / Kinder (Verwandtschaftskonflikte, Erziehunsprobleme), Sexualität, Sucht, Einsamkeit, Probleme am Arbeitsplatz / Mobbing, andere Kulturen u.v.m.
schau mal hier in die Statistiken der letzten Jahre, ist vll. ganz interessant
http://www.telefonseelsorge.de/hintergrund/statistik_telefon.htm
Nicht alle Anrufer brauchen einen Therapeuten oder eine Beratungsstelle - oft reicht ein zugewandtes Gespräch.
Viele sind auch bereits in Behandlung und nutzen das Angebot der TS parallel um z.B. Zeiten bis zum nächsten Termin beim Therap. überbrücken zu können. Viele sind von ihrer Struktur her auch gar nicht in der Lage, eine
Therapie zu machen, da ist das niederschwellige Angebot der TS schon wichtig.
An unserer TS-Stelle war man der Meinung, dass es nicht gut sei, sich mit Anrufern für ein weiteres Gespräch zu verabreden. Zum einen, weil die Vielfalt der Persönlichkeiten, die dort beschäftigt sind, ein Gewinn für den Anrufer sein können, zum anderen, weil man keine
Anhängigkeiten (auf beiden Seiten) entstehen lassen wollte, und aus einigen weiteren guten Gründen, deren Auflistung hier jedoch zu weit führen würde.
So, ich hoffe, ich konnte dir auf die Schnelle ein paar hilfreiche Impulse geben - liebe Grüße, Pia
Hallo Pia,
vielen Dank für Deine Erklärungen. :)
Die Statistik ist sehr interessant. Ich habe mich über den doch hohen Anteil jüngerer Anrufer gewundert. Ich hätte mit weniger gerechnet.
Auch wenn die Telefonseelsorge keine Psychotherapie einsetzt, kann man hier sicherlich viele praktische Grundlagen für eine spätere Psychotherapiearbeit lernen. Und genau das ist ja das Ziel meiner aktuellen Suche.
Meinst Du die Organisatoren der Telefonseelsorge reagieren ablehnend, wenn hinter meinem Interesse und Lernwunsch ein Ausbildungswunsch zum HPP steht. Dann sollte ich mit dem Thema vielleicht eher zurückhaltend umgehen. Oder gibt es im Gegenteil noch mehr Kollegen "in spe" bei der Telefonseelsorge?
Viele Grüße
TROS (Thomas)
Hm....bei "unserer" TS-Stelle haben auch Psychotherapeuten, Sozailarbeiter und Priester gearbeitet. An sich wäre ja ein HPP als TS-Mitarbeiter sehr wünschenswert. Aber es ist wahrscheinlich nicht im Sinne der "Betreiber", die TS als "Sprungbrett" benutzen zu wollen. Man hofft natürlich, dass gut ausgebildete und engagierte Mitarbeiter der Stelle erhalten bleiben. Was du nach den 5 "Pflichtjahren" machst, ist deine ganz persönliche Entscheidung, fragt sich, ob es sinnvoll ist, von vornherein über eine Zielsetzung jenseits TS zu sprechen. Was spricht dagegen, beides als "parallel" darzustellen?
Wer weiss, vll. wird dir eine evtl. zukünftige TS-Zugehörigkeit so wichtig, dass du auch als fertiger HPP dort noch gerne ein paar Studen investierst?
Liebe Grüße, Pia
Die TS ersetzt keine Psychotherapie für die Anrufer - die Mitarbeiter sind jedoch sehrwohl in einem Therapieverfahren geschult (Gesprächstherapie nach Rogers), das ist auf jeden Fall für einen zukünftigen HPP von Vorteil.
Hallo,
dank Pias Empfehlung hab ich mir von meiner TS-Stelle auch mal die Unterlagen kommen lassen. Leider beginnt dort die nächste Ausbildung erst Ende 2010 und ich bin mir auch nicht sicher, ob das wirklich was für mich ist. Ich habe jetzt schon 4 Ehrenämter (Klassenelternsprecherin, Elternbeiratsvorsitzende, Stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende, Ansprechpartnerin des DVLD in Bayern), da muss es nicht unbedingt noch mehr sein. Der Zeitaufwand hält sich zwar in Grenzen, aber an manchen Tagen ist es dann schon heftig, wenn ich z.B. eine Preisverleihung machen muss oder eine Abschlussrede zur Abschlussfeier der Schüler, geschweige von öffentlichen Terminen beim Landrat mit Presse. :eek:
Dafür werd ich aber ja nächstes Jahr die Gestalttherapie-Ausbildung beginnen und die soll laut Ausbilderin sehr praxisbezogen sein. Freu! :D
Im Vordergrund steht da am Anfang auch erst mal die Selbsterfahrung.
Wegen der HP-Prüfung: Es lag sicherlich nicht in meiner Absicht, andere Prüflinge zu verunsichern. Ich habe meine Informationen von drei verschiedenen Stellen (unter anderem auch meine Ausbilderin). Deshalb ja auch meine Empfehlung bei Unklarheit direkt beim zuständigen Gesundheitsamt nachzufragen. :o
Liebe Grüße,
Conny
Maerchenhexe
05.10.09, 18:32
Das war auch kein gegen Dich gerichteter Vorwurf, diese Gerüchte kursieren immer wieder einmal, aber: wäre eine "Ausbildung" vorgesehen.....wie war das, Frau Göttin? Habs vergessen, referier doch mal bitte laxshmi! :D
Das Interesse einer Schule oder eines "Ausbildungsbetriebes" ist es, möglichst viele Schüler zu haben. Klar kann dann ein solches Gerücht schnell Verbreitung finden. Um "am Patienten zu arbeiten" ist eine Therapieausbildung auch unerlässlich, bloß ist die nirgendwo Prüfungsvoraussetzung.
Prüfungsvoraussetzung ist eine Kenntnis und Diagnostik der psychischen Erkrankungen auch in Abgrenzung zu organische, rechtliche Relevanzen wie Betreuungsgesetz etc., Grundkenntnisse in Pharmakotherapie (störungsbezogen), der diversen Persönlichkeitstheorien (tiefenpsychologisch, verhaltenstherapeutisch)- äh, das brauch ich glaub ich nicht noch einmal alles aufführen.
Wenn in einer Therapieausbildung diese Themenbereiche mit erlernt werden- umso besser. Aber dessen sollte man sich vorher vergewissern, sonst kann es zu Verständnisproblemen kommen innerhalb des Fragenbereichs was denn nun prüfungsrelevant ist und was nicht.
So meinte ich das. :)
Also jetzt mal, meines Wissens kann kein Therapienachweis verlangt werden. Es stimmt schon, dass in den Prüfungen gefragt wird, und was machen sie jetzt mit diesem Patienten. Da sollte man schon eine Antwort parat haben. Aber einen Ausbildungsnachweis braucht man nicht (siehe Prüfungsvoraussetzugen).
Diese Gerüchte, die da immer rumschwirrren, kenne ich auch schon so lange wie Rudolf.
Was ich schon gefragt wurde, von Interssenten, die sich über meinen Vorbereitungskurs informiert haben. Da steh ich manchmal mit offenem Mund da und weiß streckenweise gar nicht mehr was ich antworten soll.
Sehr oft, leider allzu oft, stellt sich auf Nachfrage heraus, dass ein Institut, das es eigentlich besser wissen müßte, diesen teilweise zum Himmel schreienden Unsinn verbreitet.
Um es mal "Auszudeutschen". Das Gerücht die HP/HPP-Prüfungen werden verschärft, das liegt schon in der Schublade heißt auf Deutsch. Beginne sofort mit dem Kurs bei mir, nächstes Jahr schaffst Du ihn bereits nicht mehr.
Das Gerücht man braucht ein Praktikum um zur Prüfung zugelassen zu werden heißt auf Deutsch: Mache den Kurs sofort bei mir, ich habe eine ganze Reihe von Praktikumsstellen in meiner Schublade, nur ich kann Dir dieses Praktikum vermitteln.
Das Gerücht: Du brauchst einen Therapieausbildungsnachweis um zur Prüfung zugelassen zu werden, heißt belege gleich noch einen weiteren Kurs bei mir, Du wirst ein wunderschönes Abschlusszertifikat erhalten, das legst Du dann beim Gesundheitsamt vor. Nur da interessiert das wahrscheinlich keinen.
Leider, wie das bei Gerüchten halt so ist, schnappen manchmal auch durchaus seriöse Ausbilder dieses auf und geben es als Allgemeingültig weiter.
Sollte nicht passieren, kommt aber manchmal vor.
Das gleiche gilt für alle Zusatzprüfungen, Klausuren, Abschlußarbeiten und Diplomarbeiten, die kann man sich in die Praxis hängen, wenn man denn möchte, für die Prüfung sind sie völlig irrelevant. Kosten meist ein Haufen Geld, dass man besser in einen Kurs vor Ort, in dem man gezielt auf die örtlichen Bedingungen trainiert wird, inverstieren würde, das ist meine persönliche Meinung.
Natürlich braucht man eine Therapiemethode, wenn man denn als HPP anfangen möchte keine Frage. Davon gehe ich aus, dass niemand den HPP macht und wenn der erste Patient kommt, na dann schau mer halt mal (wie der Bayer sagt). Ich nehme auch keinen Schüler/in, der nicht eine mehr oder weniger genaue Vorstellung hat, von dem was er einmal machen möchte. Nach bestehen der Prüfung ist man nun mal definitiv Heilpraktiker für Psychotherapie und kann loslegen.
Wenn mir allerdings jemand sagt er ist in Ausbildung zum xxxxTherapeuten und möchte gleichzeitig den HPP machen, dann ist das für mich in Ordnung, auch wenn die therapeutische Ausbildung länger dauert, als die Ausbildung zum HPP.
So ich hoffe ich bin jetzt niemandem auf die Füße getreten, aber wie ich in anderen Threads oft lesen muss gibt es da eine Menge an Ungereimtheiten die da rumschwirren.
PS: Ich möchte nicht ausschließen, dass es Gesundheitsämter gibt die gegen das Gesetz verstoßen und sich darüber hinweg setzen, ich kann es mir aber beim besten Willen nicht vorstellen. Irgend jemand hätte da bestimmt schon mal die Gerichte bemüht.
Puhh, da bin ich ja erleichtert!
Ich hab mich auch nicht angegriffen gefühlt, wir sind ja alle erwachsen... :D
Ich hatte nur ein schlechtes Gewissen, weil es wohl zu Verwirrung geführt hat, was ich geschrieben habe. Ehrlich gesagt kann ich es mir nämlich auch nicht vorstellen, dass in einem Bundesland eine Prüfung ohne Nachweis möglich ist und in einem anderen man dann etwas verlangt.
Ich bin froh, dass das nun geklärt ist! :)
Eine andere Frage: Ich habe mich bei einer Organisation um einen Praktikumplatz beworben. Vorher hatte ich dort die zuständige Dame, dich ich persönlich kenne, angerufen. Soll ich jetzt nochmal hinterher rufen oder erst mal abwarten? Ich bin von Haus auf ungeduldig... ;)
Wo habt ihr alle euer Praktikum gemacht, falls ihr eins gemacht habt? Bisher gab es hier nur Absagen! :(
Liebe Grüße,
Conny
Hallo Conny,
es ist schwer einen Praktikumsplatz zu ergattern. Beim GA wird empfohlen, es bei einer psychiatrischen Ambulanz zu versuchen.
LG
Kai
Praktikumplatz *lol*
Hab ja versucht dort einen zu bekommen - als fertige HPP
Da hieß es
Zitat: "Wir nehmen nur Praktikanten, wenn sie fast mit dem Studium fertig sind oder Fertige, die ihre Anerkennungszeit nach weisen müssen! So Laien oder Möchte- Gern - Hobby- Freuds nehmen wir nicht!" Zitat Ende
Gehört von den ca. 50 Km Umkreis umliegenden seriösen Instituten!
Soweit das Thema Praktikumsplatz
Hallo,
@Kai: Meinst du sowas wie die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft? Die kommen bei uns ca. einmal im Monat und bieten Gespräche mit Betroffenen und deren Angehörige an. Außerdem gibt es auch Kurse (bzw. Infonachmittage) in Zusammenarbeit mit der VHS. Da war ich schon zweimal, hat mich tief fasziniert, weil auch Patienten selbst anwesend waren. Eine hat die ganze Zeit immer wieder ohne Grund angefangen zu lachen, ihr Lachen war aber so herzlich und ansteckend, dass man fast mitgelacht hätte! ;)
Letzes Jahr waren ich und meine große Tochter Dank diesem Kontakt zur PSAG bei den Oberpfälzer Psychiatrietagen als Ehrengäste bei der Podiumsdiskussion. Das war eine tolle Erfahrung.
http://www.sozialpsychiatrie-oberpfalz.de/
@ Hedwig: Nicht aufgeben! Aber ich weiß schon, in Deutschland wird man oftmals auf einen "Wisch" (Studiendiplom) reduziert, hast du keinen vorzuweisen, fühlst du dich wie ein Mensch zweiter Klasse! :mad:
Hab ich bei meinen Ausbildungen oft genug erlebt, umso schöner für mich, wenn ich von "Professorinnen" und Leuten mit Magister Komplimente für meine tolle HP oder meine Beratung bekomme! :D (Bin ehrenamtliche Ansprechpartnerin des DVLD in Bayern)
Liebe Grüße,
Conny
Hallo,
ich hab meinen Praktikumplatz in der Kinder- und Jugendarbeit, morgen machen wir einen Termin, an dem wir die Details klären! :juchu:
Heute war ein stressiger, aufwühlender Tag. Es ist sehr viel passiert, aber ich fühle mich total lebendig! :D
Liebe Grüße,
Conny
Maerchenhexe
08.10.09, 20:08
Glückwunsch! 18,19,20
Hallo Conny,
danke, danke. Gute Kontakte sind immer gut! ;)
Wer mal gucken möchte, wo ich demnächst wirken werde:
http://loew.ic2.de/dr_loew__angebot_6.htm
Und eine ganz tolle Firmenzeitung, die ihresgleichen sucht:
http://www.loew.de/zeitung/nov_2008.pdf
Liebe Grüße,
Conny
Maerchenhexe
09.10.09, 13:08
Besonders interessant ist die Veröffentlichung der bürokratischen Kosten auf diesem Sektor: 50% !! :eek:
Hallo,
das ist schon irre, wie hoch die bürokratischen Kosten sind und wie wenig für die eigentliche Jugendarbeit übrig bleibt! :(
Liebe Grüße,
Conny
Hallo,
ich hab meinen Praktikumplatz in der Kinder- und Jugendarbeit, morgen machen wir einen Termin, an dem wir die Details klären! :juchu:
Heute war ein stressiger, aufwühlender Tag. Es ist sehr viel passiert, aber ich fühle mich total lebendig! :D
Liebe Grüße,
Conny
Wie schön, Conny,
freue mich mit:).
LG
Kai
Hallo,
@Kai: Ich habe ehrlich gesagt auch nicht so schnell mit einem Praktikumplatz gerechnet, umso mehr freut es mich na klar. Da ich aber nicht ganz unbekannt bin, war das vielleicht ausschlaggebend. Und na klar meine Vorerfahrungen mit Kindern und Jugendlichen. Jetzt muss ich mir na klar schon mal überlegen, wie die Zusammenarbeit aussehen könnte, bzw. was ich mit den Kids machen könnte. Ich werd mir mal ein Konzept ausdenken und schauen, wie das dann in dem Gespräch läuft. Ich möchte mich einbringen, aber ja auch etwas Neues dazu lernen! :D
Ich kann nur jedem raten, sich Kontakte aufzubauen und auch mal private Anbieter zu kontaktieren. Ich glaube nämlich, dass die viel eher bereit sind, eine Stelle zu vergeben als öffentliche Stellen wie Krankenhäuser usw. Manchmal kann eine Praktikumstelle auch über das Gesundheitsamt vermittelt werden, zumindest laut meiner Kollegin aus Hessen. Denn schließlich ist es auch in deren Interesse, dass wir etwas von der Praxis verstehen. Fragen kostet nichts! ;)
Liebe Grüße,
Conny
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