Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenkassen
Hallo,
ich bin Sozialarbeiterin und arbeite seit 10 Jahren in der Behindertenhilfe.
Seit einiger Zeit habe ich das Gefühl etwas neues machen zu müssen.
Gestern las ich in der Zeitung, dass die Volkshochschule Kurse zur Vorbereitung auf die Prüfung für Heilpraktiker der Psychotherapie anbietet.
Bisher war mir dieser Weg zum Psychotherapeuten noch nicht bekannt. Je mehr ich überlege, desto mehr würde mich dieser Kurs interessieren.
Nun aber meine Fragen: kann ich als Heilpraktiker für Psychotherapie meine Therapie über die gesetzlichen Krankenkassen abrechnen und wenn nein, gibt es genügend Patienten die sich die Thearpie privat leisten können ?
Bezahlen die Privaten Krankenkassen die Therapien ?
Vielen Dank
emia
Hallo emia,
schön dass Du da bist bzw. den Weg mit Deiner Frage hierher gefunden hast. Gleich mal dazu: die Gesetzlichen zahlen das nicht, wohl aber einige Privatkassen. Ob es reicht? Dazu wurden schon einige Statistiken bemüht. Fazit: es kann funktionieren, dazu gibt es auch genügend Beispiele. Es kann jedoch je nach Umfeld, Praxisort und Angebot ggf. einige Jahre dauern, bis man davon leben kann. Die meisten HPP (inkl. mir) machen das als "Nebenerwerb". Meist gilt ja: wer etwas ernsthaft und mit Freude vorantreibt, hat auch Erfog. Das scheint mir hier auch zu stimmen.:D
Liebe Grüße
Kai
Hallo Kai,
vielen Dank für deine Antwort. Ich dachte mir schon, dass es einen Haken an der Sache gibt ;)
Ich werde mich einfach noch mehr mit dieser Möglichkeit auseinander setzen müssen. Vielleicht kann ich ja meine Erfahrungen aus der Behindertenhilfe nutzen und so eine Nische für mich finden. Nur, behinderte Menschen verfügen meist nur über wenig Geld und können sich aus eigener Tasche keine Therapie leisten. Geld muss ich bei aller Begeisterung irgendwie verdienen. Mal sehen.
Vielen lieben Dank nochmal.
Liebe Grüße
emia
Genau Emia,
das scheint mir der richtige Weg. Du findest sicher mit Deiner Kompetenz ein passenden und attraktives Angebot. Ich denke häufig, dass die Lösung nicht eine wahnwitzige Breite sondern einfach ein gutes passendes Angebot für einen bestimmten Personenkreis ist. "Alles können" das ist meist nur oberflächlich und nicht wirklich gut.
Liebe Grüße
Kai
Maerchenhexe
02.09.09, 08:56
Hi und willkommen!
Bisher war mir dieser Weg zum Psychotherapeuten noch nicht bekannt.
Ein HPP darf sich niemals Psychotherapeut nennen. In allem was er unternimmt muss deutlich werden: Psychotherapie nach dem HPG. Sonst fühlen sich die Herrschaften, die diesen Weg über die Uni und 75% Studienzeit in Testpsychologie investiert haben arg diskreditiert. Aber auch die dürfen nicht alles mit der Krankenkasse abrechnen. :cool:
Es soll *angeblich* die Möglichkeit der Kostenübernahme durch die gKV geben, wenn innerhalb von angemessener Zeit kein erreichbarer Therapieplatz für den Patienten aufzutreiben ist - dann müsste die Kasse auch die Therapie bei jemandem ohne Kassenzulassung bezahlen. Ob das auch für HPPs gilt oder nur für "echte" Psychotherapeuten ohne Zulassung, und ob diese Regelung in der Realität in irgendeiner Form umgesetzt wird, entzieht sich aber meiner Kenntnis.
Hallo,
meine Ausbilderin ist auch HPP und hat uns erzählt, dass es durchaus möglich ist auch ohne Kassenzulassung abrechnen zu können. Dies gilt aber nur, wenn der Patient nachweisen kann, dass sein Problem sehr dringlich ist und er nicht in einem angemessenen Zeitrahmen und Entfernung einen Therapieplatz bekommt! Dies nachzuweisen, wird wohl nicht so ganz einfach sein, aber hier gilt anscheinend, dass HPPs vor Psychologen und Ärzten kommen, weil die keine psychotherapeutische Ausbildung haben.
Man muss also auch eine "anerkannte" Therapierichtung gelernt haben und zwar nicht in einem 3-tägigen Schnellseminar!
Anerkannt sind Psychoanalyse, Verhaltenstherapie und Gesprächstherapie. Private Krankenkassen zahlen auch alternative Therapien wie Gestalttherapie (wobei die sich ja aus der Psychoanalyse entwickelt hat), Musiktherapie und Kunsttherapie.
Hier solltest du dich bei Interesse mal konkret an die Kassenärztliche Vereinigung wenden und nachfragen.
Liebe Grüße,
Conny
Silke Uhlendahl
03.09.09, 06:51
Es soll *angeblich* die Möglichkeit der Kostenübernahme durch die gKV geben, wenn innerhalb von angemessener Zeit kein erreichbarer Therapieplatz für den Patienten aufzutreiben ist - dann müsste die Kasse auch die Therapie bei jemandem ohne Kassenzulassung bezahlen. Ob das auch für HPPs gilt oder nur für "echte" Psychotherapeuten ohne Zulassung, und ob diese Regelung in der Realität in irgendeiner Form umgesetzt wird, entzieht sich aber meiner Kenntnis.
Das handhaben die Krankenkassen nicht einheitlich!
Die individuellen Qualifikationen sind oft nochausschlaggebend ( muss dann alles eingereicht werden) bei psychotherapeutichen Psychologen ohne KV Sitz gilt diese Regelung, wenn der Patient 5 Therapieabsagen nachweist und Dringlichkeit besteht.
Bei HPP wird noch eingehender geprüft....
aber es gibt auch positive Einzelfallentscheidungen, bei speziellen Qualifikationen.
Maerchenhexe
03.09.09, 09:33
Anerkannt sind Psychoanalyse, Verhaltenstherapie und Gesprächstherapie.
Hab ich da was verpasst???? :confused:
Gesprächstherapie? Meinst Du die Rogersche? Die ist meines Wissens nicht anerkannt von den KK. Wär ja schön, wenn.
Hab ich da was verpasst???? :confused:
Gesprächstherapie? Meinst Du die Rogersche? Die ist meines Wissens nicht anerkannt von den KK. Wär ja schön, wenn.
Genau die.
Eine Kollegin (HPP, Rogers) hat – ist allerdings schon einige Jahre her, die Situation könnte sich geändert haben – mir ebenfalls von dieser Praxis vereinzelter KK berichtet. Sie wurde regelrecht überschwemmt mit Patientinnen.
Ich denke allerdings, dass es sich tatsächlich um individuelle Entscheidungen je nach KK und vor allem je nach Diagnose bzw. Spezialisierung der HPP handelt, außerdem werden wohl entsprechende (erfolgreiche) Rückmeldungen ausschlaggebend sein.
Grüße aus Elektra-Land
Hallo,
also ich denke, bei der Flut von Patienten (bei uns gibt es ewig lange Wartezeiten, bei Kindern und Jugendlichen sogar bis zu 2 Jahre), sollten die KKs auch mal etwas kulanter werden!
Es gibt aber laut Internet inzwischen etliche Studien, leider von den KKs noch nicht anerkannt, dass gerade die Gesprächstherapie und auch Hypnotherapie bei bestimmten Krankheitsbildern gute Erfolge erzielen.
Zum Beispiel Hypnotherapie:
Erwachsene: Psychische und soziale Faktoren bei somatischen Krankheiten, sowie Abhängigkeit und Missbrauch
Kinder und Jugendliche: Zur Bewältigung von Chemotherapien bei Krebserkrankungen und weiteren belastenden medizinischen Interventionen (leider bis jetzt noch ohne wissenschaftliche Anerkennung)
Es besteht also noch Hoffnung! :D
Liebe Grüße,
Conny
Maerchenhexe
03.09.09, 12:56
Da fällt mir doch was ein: Schäferstab schnapp....Hut aufsetz...SCHÄFCHEN!! HALLO!! WO BIST DU?? Wie sind denn Deine Erfahrungen??
Haben wir doch eine echte Rogianerin unter uns, vielleicht äußert die sich mal??
komäääääähhhhh, Hexlein.... treibst mich hier über die Wiese *tzetze*.... *räusper* meines Wissen zahlen die GKV (bei den privaten is das ein anderes Thema) die GT nicht...
Offiziell anerkannt sind Analyse, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Verhaltenstherapie. Mehr nicht.
Wobei es natürlich sein kann, dass ie KKs bei solchen Dringlichkeitsanträgen durchaus nach den angebotenen Therapieformen schauen und es dabei einige Formen gibt, die besonders leicht durchkommen.
Die privaten Kassen sind übrigens bei Psychotherapie im Allgemeinen und auch bei HPPs eher pieseliger als die gesetzlichen Kassen. Es gibt viele Verträge, laut denen nur 25 Stunden im Jahr übernommen werden, generell nur 50% der Kosten und noch viele andere Späße. Wohlgemerkt, bezogen auf Therapeuten mit Kassenzulassung und anerkannte Therapien.
Selbst wenn HP-Behandlung in den AVBs mit abgedeckt ist, ist davon meistens die Psychotherapie ausgenommen.
Vielen lieben Dank für eure kompetenten Antworten.
Sollte ich diesen Weg gehen, werde ich mich nienals nie Psychotherapeutin nennen. Versprochen @ Märchenhexe.
Habe mich entschieden, zu einer Informationasveranstaltung der Volkshochschule über diese vorbereitenden Seminare zu gehen. Danach werde ich mich pro oder contra entscheiden. Dieser thread hat mir gezeigt, dass es durchaus Möglichkeiten der Abrechnung gibt und hat mir ein wenig Mut gemacht. Danke.
Vielleicht bis bald als "Anwärterin"
Liebe Grüße
emia
Maerchenhexe
07.09.09, 18:50
Och, von mir aus kannst Dich nennen wie Du magst, nur möchte ich dann kein Gejammer hören, woll??? :D
Ja, schau Dir das am besten mal an. Viel Spass und
LG
Conny
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