Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : HP-Psych-Prüfung in Rendsburg Juli 2009
Jan-Friedrich Conrad
23.07.09, 16:07
Ich habe die HP-Psych-Prüfung in Rendsburg im Juli 2009 bestanden und suche Kontakt zu den anderen (Leid-) Geprüften. Einer Kommilitonin wurde die Lizenz verweigert, obwohl sie wie ich alle Fragen richtig beantwortet hatte. Von 11 Teilnehmerinnen der schriftlichen Prüfung passierten 7, von denen es 2 geschafft haben. Ich wäre an einem Erfahrungsaustausch interessiert und bin trotz meines Erfolgs mit dem Verfahren nicht einverstanden.
Es kann etwas nicht stimmen, wenn einem lauter weinende Frauen entgegen kommen und selbst die Kollegin, die es mit mir geschafft hat, völlig dissoziiert aus der Prüfungssituation kommt.
Hallo Jan-Friedrich,
was wurde denn so gefragt, dass geweint und dissoziiert wurde. Scheint ja der reine "Wahnsinn" gewesen zu sein. Und wie begründet sich eine Ablehnung trotz korrekter Antworten?
Liebe Grüße
Kai
Maerchenhexe
24.07.09, 08:21
Wenn dem wirklich so ist: Einspruch einlegen.
Wobei so eine Prüfung generell belastend ist, insbesondere wenn man nicht besteht. Nicht substanzierte Ablehung allerdings sollte man nicht hinnehmen. Es gilt in der Prüfung zu beweisen, dass man keine Gefahr für die Volksgesundheit ist.
Hallo Jan Friedrich,
diesen dissozierten Zustand, kenne ich von einer ganzen Reihe von Schülerinnen.
Die Prüfungssituation ist für einige extrem stressig.
In den Fällen, die ich kenne hatte es nichts mit der Prüfung an sich zu tun (die Prüflinge, haben immer wieder bestätigt, dass die Prüfung fair war und die Prüfer ausgesprochen freundlich), es hatte auch nichts mit bestanden oder nicht bestanden zu tun.
die Ursachen liegen in den meisten Fällen woanders.
Liebe Grüße Carolin
Jan-Friedrich Conrad
24.07.09, 10:14
Deshalb melde ich mich als einer von zweien die bestanden haben (unter 11 Angetretenen, von denen 7 durch die Schriftliche kamen). Im Fall der Kommilitonin, die als Musiktheater-Künstlerin, Gesangspädagogin und Regisseurin tätig ist, wurde ihr trotz ihrer klaren Darlegung, therapeutische Angebote (auch räumlich) von ihrer künstlerischen Arbeit zu trennen, eben dies einfach nicht "abgekauft". Begründung der Gefahr für die Volksgesundheit seitens des prüfenden Psychiaters: "Sie werden es nicht verstehen." Eine solche Begründung ist meines Erachtens nicht objektivierbar. Die wenigen Fragen aus der Psychiatrie hingegen erschienen mir wir ihr als inhaltlich eher oberflächlich und entsprechen dem, was man im Curriculum zur HP-Psych-Prüfung unbedingt lernen muss. Über die Versuche, in sachlicher Tiefe klarzustellen, dass man Klienten mit Suizidalität, Organischen Störungen, Substanzmissbrauch oder endogenen Faktoren immer gleich zum Arzt komplimentieren wird, wurde barsch hinweggegangen. Ich würde diesen Beitrag nicht ins Forum gestellt haben, wenn die Fragen einfach nur schwer gewesen wären, im Sinne von "das kann man nur in der Facharztprüfung Psychiatrie erwarten". Einer solchen Prüfung hätten wir uns gern gestellt und bei Nichtbestehen keine Klagen. Ich bin selbst unbedingt für restriktiven Schutz der "Volksgesundheit" vor Quacksalberei. In Anbetracht von 1 Jahr Wartezeit auf Psychotherapie und parallel zahlreichen Angeboten für Familienaufstellungen oder auch esoterischen Interventionsangeboten, die jeweils mit dem klein gedruckten Hinweis "keine Therapie, da keine Lizenz" verbunden ist, ist es im Interesse der Volksgesundheit meines Erachtens nicht vertretbar, die Lizenz denjenigen zu verweigern, die zwei Jahre ihre Hausaufgaben machen, aus der Praxis kommen und alle Psychiatrie-Fragen korrekt beantworten. Immerhin erklärt das Grundgesetz die Freiheit der Berufswahl, und die Sorgfaltspflicht für Heilberufe gibt es auch. Wenn sich die Begründung, dass man in den Therapieverfahren ZUERST voll ausgebildet sein muss (was voraussetzt, dass man übend ohne Lizenz tätig wird), können alle Heilpraktikerschulen und alle Lehrbuchverlage mal schön komplett umdisponieren.
Maerchenhexe
24.07.09, 11:57
Wenn sich die Begründung, dass man in den Therapieverfahren ZUERST voll ausgebildet sein muss
Das ist m.E. unzulässig. Aber wie man im "ich hab mich geärgert"-Fred sieht, ist alles im Leben eine Auslegungssache. Entsprechend zurechtbiegen kann man vieles. Wenn sie die Nerven dazu hat soll sie klagen, finde ich. Je mehr klagen, umso besser, muss halt hieb- und stichfest begründet werden. Wird wohl ohne Anwalt kaum gehen.
Hallo Jan-Friedrich,
das generelle Dilemma
... die Begründung, dass man in den Therapieverfahren ZUERST voll ausgebildet sein muss ... ist bekannt, wobei die Begründungen im Einzelfall manchmal intelligenter bzw. hilfreicher ausfallen. Allerdings kann ich nachvolziehen, dass eine Ablehnung erfolgt, wenn die Prüfer den Eindruck bekommen, dass Kandidatin oder Kandifat schwierigen Situationen menschlich (noch) nicht gewachsen wäre. Allerdings gibt es eine Dokumentationspflichts seitens des GAs und e müssen die Gründe für die Ablehnung nachvollziehbar sein.
Ein
"Sie werden es nicht verstehen." scheint dazu nicht geeignet. Ob eine Klage hilft, muss sehr gut überlegt werden. Im Zweifelsfall würde ich auch nach anderen Wegen suchen.
Wie ist denn bei Dir die Prüfung abgelaufen?
Liebe Grüße
Kai
P.S: Du kannst Dein Profil auf HPP umstellen, wenn Du ins Kontrollzentrum (Lasche UserCP oben) gehts, und wenn Du Jochen Deine Erlaubnis zukommen läßt wirst Du für die Fallbeispiele freigschaltet.
Hallo Jan-Friedrich,
nun bin ich endlich auf die Idee gekommen das Thema zu googlen und was finde ich: Deinen Artikel !
Ich habe die schriftliche Prüfung in RD auch bestanden (was mich sehr verwunderte), bin aber aufgrund zweier maßgeblicher Umstände durch die mündliche Prüfung gefallen.
1. Prüfungangst-Reste (auf Skala von 1-10 noch immerhin 4,5)
2. Nicht-Wohlwollen des Amtsarztes, dadurch ausgedrückt, dass die Wortwahl sehr bezeichnend war.
Ich will nicht verhehlen, dass ich meine Schwachpunkte habe in den Kenntnissen, die ich vorzuweisen habe - ganz sicher nicht!!! Deshalb gibt es von mir auch kein Gegenan-Gehen, denn ich habe wirklich n i c h t bestanden. Ich werde die Schwachpunkte bearbeiten und nächstes Jahr wieder zur Prüfung antreten, dann aber aufgrund mangelnder Sympathie für RD lieber in Husum.
Allerdings finde ich es ausgesprochen unnett, wenn ich während der gesamten Prüfung nicht einmal angesehen werde. Es gab keinen Augenkontakt zwischen dem prüfenden Amtsarzt und mir (ist für mich eine kommunikative Voraussetzung). Sprüche wie: ... und ich frage Sie das jetzt zum dritten Mal .... sind nicht auch nicht gerade förderlich für ein gutes Miteinander.
Ich wurde u.a. gefragt nach der Notfall-Indikation. Diese habe ich m.E. beantwortet, indem ich in jenem Fall die Polizei bzw. den sozialpsychiatrischen Dienst angerufen habe (die Patientin war lt. Prüfungsfrage nicht ansprechbar). Nun sollte ich jedoch die Vorgehensweise dieser "Übernehmenden" haarklein schildern, was mir nicht möglich war. Mag sein, dass mir hier deutlich die Praxis mit Notfällen fehlt - leider ist hospitieren ja nicht möglich, weil ich nicht studiert habe -, aber wie soll ich diese Praxis denn bekommen bzw. schon haben, wenn ich nicht praktizieren darf, bevor ich HP Psych bin ????
Sagen wir mal so: ich bin durchgefallen und kann nicht den ganzen Kram auf mich selbst abwälzen, sondern bin stinksauer über die Art und Weise wie die Prüfung ablief - über die menschliche Art und Weise.
Für mich sieht es so aus, als möchte da ein Amtsarzt nicht so viele HP in seinem Kreis haben.
Nur mal so nebenbei: nach Beendigung der "Aufführung" wurde ich mit "guten", wohlmeinenden Tipps versorgt, wie ich mein Leben auf die Reihe bekomme .... es gäbe diverse Psychotherapeuten und Psychologen bei denen man in Therapie gehen könne (und das alles nur, weil ich vergaß über Selbsterfahrung, eigene Therapie etc. zu erzählen ... war für mich klar, dass wir das alle machen, damit wir nicht mit unseren eigenen Sachen auf die Menschheit losgehen ohne diese wenigstens betrachtet, wenn nicht intensiv bearbeitet zu haben).
Nun hoffe ich, dass ich mich immer noch an die Nettiquette gehalten habe. Sämtliche Schilderung erfolgt aus meiner Sicht.
Für mehr Infos stehe ich gerne in einer PN zur Verfügung.
Vielen Dank Jan-Friedrich, dass Du diesen Thread eröffnet hast.
Lieben Gruß
Monika
Hallo Monika,
meist weist etwas, das uns "stinksauer" macht, darauf hin, was wir (in einer positiven Form) gern integrieren würden. Kannst Du Dir vorstellen, was das in diesem Fall sein könnte?
Liebve Grüße
Kai
Hallo Kai,
danke für Deine anregende Frage. Ich habe sie ein paar Stunden in meinem Kopf bewegt und komme immer wieder auf diesselbe Antwort:
Ich mag es einfach nicht, wenn mir nicht mit Respekt begegnet wird.
Hier bin ich der Meinung, dass alle Menschen, allein dadurch, dass sie Lebewesen sind (wie übrigens Pflanzen und Tiere auch !!) mit Respekt begegnet werden soll.
Ich leiste dies und erwarte das auch von anderen.
Ein gegensätzliches Verhalten macht mich tatsächlich von Anbeginn an (also seit ich denken kann) "stinksauer".
Nun weiß ich nicht, was ich daran noch integrieren soll. Es ist mir bekannt, dass nicht alle Menschen gleich sind. Und es ist mir bekannt, dass jeder mal einen schlechten Tag haben kann.
Was ist Deine Meinung ?
LG Monika
Maerchenhexe
25.08.09, 09:35
Meiner Meinung nach ist das eine Taktik, ob sie der Einschüchterung dienen soll oder dem Herausfinden, ob der Prüfling stabil genug ist solche Situationen zu meistern, sei dahingestellt.
Ich hatte in meiner mündlichen auch ein wenig den Eindruck als ob die beiden dem Amtsarzt beisitzenden und die Fragen stellenden HP-Damen nicht ein wenig "guter Bulle-böser Bulle" praktizieren. :eek:
Silkemallorca
25.08.09, 19:57
Hallo ihr Lieben,
nach meiner Meinung wird geprüft wie "erwachsen" die Prüflinge wirklich sind.
Machen wir uns nichts vor: So eine Prüfung erinnert doch stark an die Kindheit. Hatten wir eine schlechte Note wurde je nach Elternhaus ermutigt oder bestraft. Möglicherweise lachten die Mitschüler über die "Versager". Oder die Mutter war für das Loben zuständig und der Vater fürs bestrafen.
Unsere Persönlickeit setzt sich nun mal aus vielen verschiedenen Aspekten und Erfahrungen zusammen. Und wer im Bereich Psychotherapie mit anderen Menschen arbeiten will, muss sich immer wieder der Supervision stellen, um nicht versehentlich für einen Klienten Mutter- oder Vaterrolle zu übernehmen und so den Klienten vom Therapeuten abhängig zu machen!
Für mich war z. B. eine Entscheidung:
Ich brauche den amtsärztlichen Schein aus Deutschland hier in Spanien nicht. Das wird mir nicht anerkannt. Also mache ich auch keine Prüfung. Ich biete Coaching und Beratung an.
Ich verrate auch den Hintergrund:
Hatte den Vateraspekt noch zu stark in mir. Mit diesem Beruf mache ich etwas, was meine Eltern sich NICHT für ihre Tochter haben vorstellen können:
Etwas beruflich auszüben, für das ich keine "offizielle" Prüfung abgelegt habe und mit einem Schein/Diplom nachweisen kann. Mir sollte es doch mal besser gehen, als ihnen und im sozialen Bereich verdient man doch überhaupt kein Geld und als selbständige schon mal gar nicht.
Ich hoffe, euch einige Anregungen gegeben zu haben.
Viel Erfolg für den zweiten Anlauf.
Sonnige Grüße
Silke
Hallo,
da bekomme ich ja echt so langsam ein mulmiges Gefühl für meine Prüfung...
Es hängt wohl auch sehr viel von der Chemie ab. Wenn man einen Menschen das erste Mal in seinem Leben sieht entscheidet es sich in den ersten paar Sekunden, ob man diesen Menschen "riechen kann", oder nicht.
Wenn der Amtsarzt der Meinung ist, dass ich eine Gefahr für die Volksgesundheit bin, dann muss er mir das schon sehr triftig begründen!
Sollte es an meinem eigenen Fehlverhalten liegen, dann kann ich damit leben. Sollte es aber nicht an der mangelnden Fachkenntnis liegen, werd ich schon sehr genau nachfragen, dann muss der mir Rede und Antwort stehen!
Es stimmt schon, dass sehr häufig Fragen gestellt werden, um zu sehen, wie man in einer Krisensituation zurecht kommt. Ich bin eigentlich ein Mensch, ADHS sei Dank, der in schwierigen Situationen eher ruhig bleibt. Ich habe mal einen Verwandten meiner Schwägerin aus seinem Auto befreit nachdem er einen Unfall hatte. Wegen dem Adrenalinstoß war ich total ruhig. Auch als ich selbst einen schweren Autounfall hatte bin ich so ruhig gewesen, dass ich noch das Radio ausgeschaltet und den Zündschlüssel abgezogen habe bevor der Rettungswagen kam.
Als Kind hab ich mal mit meinem Rettungsring meine beste Freundin vor dem Ertrinken gerettet, weil die Erwachsenen die Situation falsch eingeschätzt haben. Ich hab das damals (ich glaub ich war so 10 oder 12 Jahre) gar nicht als Heldentat gesehen, ich hatte einfach nicht nachgedacht sondern nur intuitiv gehandelt. Das birgt sicherlich auch Gefahren, ich hätte von meiner Freundin selbst unter Wasser gezogen werden können und wäre dann auch ertrunken, aber hinterher kann man viel spekulieren.
Ich habe in meinem Leben schon sehr viele Dinge erlebt, gute und auch viele schlimme Dinge, aber gerade diese Erlebnisse haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin! Supervision ist wichtig und diese Möglichkeit werde ich auch sicherlich nutzen, aber eine Therapie habe ich deshalb noch lange nicht nötig. :rolleyes:
Liebe Grüße,
Conny
Silkemallorca
25.08.09, 23:31
Hallo Conny,
du hast bereits in sehr jungen Jahren gelernt und bewiesen, die Nerven auch in kritischen Situationen zu behalten. Das wird dir bei der Prüfung helfen.
Und nicht jeder, der Psychotherapiemässig arbeitet, benötigt eine eigene Therapie. Nach meiner Auffassung ist jedoch die Supervision wichtig um sich selbst in Bezug auf die Klienten zu hinterfragen. Gerade auch wenn es möglicherweise mal nicht vorwärts geht.
Ich drücke die Daumen.
Liebe Grüße
Silke
Hallo Monika,
Du schreibst
Ich mag es einfach nicht, wenn mir nicht mit Respekt begegnet wird. Respektlosigkeit, also, macht Dich stinksauer. Du könntest nun, wenn Du magst, in zwei Richtungen weiter denken.
Frage 1: Was könntest Du Dir für Situationen denken, in denen Respektlosigkeit ok ist? Da fällt Dir vll nicht allzu viel ein und vll möchtest Du das auch einfach abwehren, jedoch glaube ich, dass Du da sicher etwas finden wirst.
Frage 2: Was wäre für Dich ein neutraler oder etwas positiverer Ausdruck für einen Mangel an Respekt?
Liebe Grüße
Kai
bzw. Mangel an Respekt ..... lieber Kai, geht gar nicht. Ich kann mir keine Situation vorstellen, wo dies akzeptabel ist.
Und als Vorgriff für die nächste mündliche Prüfung im nächsten Jahr ... hmmm ... einen anderen Begriff .... das ist wirklich schwierig, da mich das schon mein Leben lang begleitet und mich auch ausmacht. Die Menschen, die mich kennenlernen bzw. -lernten, wissen ganz genau, dass sie sich auf mich verlassen können, denn ich lebe meine "Prinzipien". Auch mit allen Konsequenzen, in diesem Fall also, dass ich diesem Amtsarzt in der Prüfungssituation nicht mehr begegnen werde (ich gehe nach Husum).
Ich bin noch in der TA-Ausbildung. Hier werde ich am Wochenende mal das Thema ansprechen. Denn für mich ist die Haltung Respekt zu zeigen allem anderen auf der Welt gegenüber im Erwachsenen-Ich angesiedelt.
Mal sehen, was dabei herauskommt, wenn wir dies in unserem Kurs diskutieren.
Lieben Gruß Monika
Hallo Monika,
stell Dir mal vor, Du erlebst einen respektlosen und grenzüberschreitenden Menschen. Wie zeigst Du dann Respekt?
Wie wäre es, wenn Du selbst von einem hasserfüllten Menschen bedroht würdest: wie würdest Du dann Deinen Respekt zeigen und Deine Prinzipien leben?
Respekt, wenn man vom Lateinischen herkommt, heißt so etwas wie Rückblick oder besser noch Rücksicht. Rücksicht nehmen heißt etwas berücksichtigen, z.B. sich selbst oder den anderen oder sich im Spiegel des Anderen. Das ist dann entweder eine Machtfrage (die Respektsperson) oder eine Frage wechselseitiger Anerkennung. Wenn ich in einem totalitären Regime lebe - oder zu Unrecht gefangen gehalten oder gefoltert werde, wie kann ich da Respekt im Sinne von wechselseitger Anerkennung emfinden. Ich werde mich respektvoll verhalten, solange ich unter Druck stehe und dann den Respekt ablegen, wenn ich geflüchtet und mich an einem geschützen Ort sicher fühlen kann. Unrecht ggü. Dritten mag ich nicht mit Respekt beantworten. Kannst Du's?
Einige mehr oder minder neutrale Begriffe für einen Mangel an Respekt wären für mich ein Mehr an Zuversicht (mehr Pro-spekt;)), Selbstachtung und Eigenverantwortung, Standfestigkeit. Was meinst Du dazu?
Liebe Grüße
Kai
Hallo Kai,
wie zugesagt, habe ich am WE im Rahmen der TA sehr an diesem Thema gearbeitet und bin tatsächlich zu neuen Erkenntnissen gekommen (Welch Wunder ! :) ).
Für mich war (Achtung: Vergangenheitsform!!) es wichtig, respektiert zu werden, weil ich dann "überleben" konnte. Jeder, der bereits sehr mit sich gearbeitet hat, weiß, was ich meine. Respekt gab mir Sicherheit.
Umkehrschluß war: keine Sicherheit, wenn kein Respekt. Und von meiner Seite aus: Respektiere ich einen anderen, liefere ich die Voraussetzung dafür, dass dieser mich respektiert (weiteres hierzu führt hier m.E. zu weit). Also bin ich automatisch sicher.
Nun .... der nächste Amtsarzt mag kommen wie er mag. Respekt benötige ich nicht mehr für eine mündliche Prüfung. Übung hierin werde ich in den folgenden Monaten erlangen - die Erkenntnis kam übrigens "ohne Nachdenken".
LG Monika
P.S. Ich finde es schade, dass der Thread-Eröffner sich nicht mehr meldet.
Hallo Monika,
ich kann dich gut verstehen, ich glaube, mich würde ein solches Verhalten des Prüfers auch total unsicher machen. Und na klar wütend! :(
Liebe Grüße,
Conny
Hallo Monika,
das ist sehr interessant und erfreulich:). Magst Du uns etwas erzählen, wie so eine TA-Sitzung abläuft, um zu solch einer Erkenntnis zu kommen? Fänd ich echt spannend, denn bislang kenne ich die TA nur aus dem Buch von Harris, d.h. von der Theorie her.
Liebe Grüße
Kai
Silkemallorca
31.08.09, 22:15
Und ich muss mich als unwissend outen:
Was bedeutet: TA-Ausbildung
Liebe Grüße
Silke
Hallo Silke,
ich habe auch schon gegrübelt... :conf:
Klärt uns mal jemand auf?
Liebe Grüße,
Conny
Ach so... :D
Da kann ich schon wesentlich mehr mit anfangen, wobei ich aber selbst da noch keine Erfahrung habe. Ich habe nur Selbsterfahrung mit Entspannungsverfahren und Familienstellen nach Hellinger.
Liebe Grüße,
Conny
Hallo Kai,
ich bin in TA-Ausbildung, d.h. wir machen Selbsterfahrung wie dies überall in Ausbildungen passiert.
Über diese Praxis-Seminare erfahren wir dann auch wie wir mit unseren Klienten arbeiten können. Ein Aufzählen dieser Arbeit wäre hier m.E. zu umfangreich.
Ein gutes Buch (jetzt nicht für Praxis-Arbeit, aber für TA) ist z.B. Van Joines/Stewart: Transaktionsanalyse.
Es gibt diverse modernere Autoren als der Begründer Eric Berne oder Thomas Harris. Die moderneren Autoren sind auch deutlich leichter zu lesen. Vanita English ist ebenfalls eine sehr moderne TA'lerin.
Zu meiner persönlichen Arbeit möchte ich hier im Forum nichts weiter schreiben.
Lieben Gruß
Monika
Jan-Friedrich Conrad
08.09.09, 21:46
Hi Monika und liebe Mitleser,
ich bedaure, mich erst jetzt zu melden, aber ich war fälschlicherweise davon ausgegenagen, dass ich eine automatische Notiz erhalte, wenn jemand auf diesen Thread reagiert. Ich bestätige ausdrücklich Deine Erfahrungen. Da gibt es nichts, was man mal schön bei sich selbst suchen kann, wenn Prüfer sich nicht einmal namentlich vorstellen. Die expliziten Fragen zum formalen Prozedere beim Notfalleinsatz hatten auch mich befremdet. Ich habe nach dieser Prüfung vom für seine exzellenten Lehrbücher von mir sehr geschätzten Kollegen Ingo Michael Simon das Buch mit dem irreführenden Titel "Das Komplott der Amtsärzte" gelesen. Darin haut er (Simon) allerdings sinngemäß nur mit der Faust auf den Tisch und erklärt, dass die, die an ein solches Komplott glauben, nur unprofessionelle Luschen seien und mahnt an, dass der Komplott ein Mythos sei und dass wir gefälligst mit professioneller Haltung und guter Vorbereitung in die Prüfung gehen sollen. Bei diesen Prüfungen in Rendsburg, das war überdeutlich, ging es nach meinem Eindruck tatsächlich um´s Abschießen der Kandidaten. Man wähnt sich offenbar auf der moralischen Seite, wenn man die Kurpfuscher möglichst rücksichtslos aussiebt. Dies sollte aber in respektvoller Form und mit praxisrelevanten Fragestellungen auf fachlichem Niveau erfolgen, unter Berücksichtigung der Objektivierbarkeit bei Nichtbestehen. Diese Professionalität und Seriosität habe ich – als Bestanden-Habender – dort vermisst. Und das geht nicht angesichts der Unterversorgung mit qualifizierter Psychotherapie. Nur ein Beispiel: Ich habe erklärt, dass der Maniker seine Manie leidvoll erlebt. Dem wurde widersprochen mit der Begründung "Dem geht´s prima, wenn er sich 10 Mercedes kauft". Hmm. Ich bestätige also Deinen Eindruck einer respektlosen Behandlung, aus der ein mangelnder Respekt gegenüber der zu versorgenden Bevölkerung spricht. Kein Vertun: Ich bin selbst für fachlich harte Prüfungen. Direkter Persönlicher Austausch willkommen über jfc@jfconrad.de
Maerchenhexe
09.09.09, 08:35
"Das Komplott der Amtsärzte" gelesen. Darin haut er (Simon) allerdings sinngemäß nur mit der Faust auf den Tisch und erklärt, dass die, die an ein solches Komplott glauben, nur unprofessionelle Luschen seien und mahnt an, dass der Komplott ein Mythos sei und dass wir gefälligst mit professioneller Haltung und guter Vorbereitung in die Prüfung gehen sollen.
Na Klasse, das ist dann das Komplott der geldgierigen Schreihälse oder wie? Ich gehe bei einem solchen Titel auch eher davon aus, dass eine Aufdeckung im Sinne der Prüflinge zu erwarten ist. Solltest Du das bei Amazon erworben haben, schreib doch mal eine knackige Rezension! Rausgeschmissenes Geld, das ist m.E. ne ganz linke NUmmer!
In einem allerdings muss ich dem AA beipflichten: ein Maniker steckt eher in der Euphorie. Allerdings: Erleben ist subjektiv, daher kann man nicht pauschal sagen, dem "ginge es gut".
Jan-Friedrich Conrad
09.09.09, 23:54
…sind ansonsten sehr empfehlenswert und haben mir sehr geholfen. Eine entsprechende Amazon-Rezension ist erfolgt. Ich verstehe auch den Stoßseufzer über luschige HP-Psych-Aspiranten seitens des Ausbilders.
Maerchenhexe
10.09.09, 08:30
Da müsste ich ein Buch schreiben über "luschige" universitär ausgebildete psych. PT's, denn auch da ist nicht alles eitel Sonnenschein. Was mir von Betroffenen alles erzählt wurde ist genauso erschreckend.
An erster Stelle steht der Erwerb des Wissens.
Der nützt allerdings auch nichts, wenn hinter dem Therapeuten ein Mensch steht, der seine Eigenproblematik nicht einsieht oder aber bestimmten Strömungen folgt, die dem Patienten ein unstimmiges Behandlungskonzept überstülpen.
Schwarze Schafe gibt es hier und da, wer aber nur auf denen aus der "Heilpraktikerfraktion" herumreitet hat selbst einen blinden Fleck und Polarisierung dient der Sache nicht. Gerade in dieser Materie! Da täuscht dann auch kein noch so großes Fachwissen darüber hinweg. Das finde ich nun gar nicht hilfreich.
Hallo Märchenhexe,
ich muss dir leider recht geben, es gibt ja da so ein schönes "Vorurteil", dass nur Leute Psychologie studieren, die sich selbst behandeln wollen... ;)
Im Ernst, ich hab schon ein paar "Fachleute" wegen meiner Kinder (beide ADS) hinter mir und es ist echt erschreckend, wie die manchmal mit Menschen umgehen. Es gibt aber Gott sei Dank auch noch andere, wie die aktuelle Psychotherapeutin meiner Tochter. Die ist sogar völlig freiwillig und sehr gerne kurzfristig zu einem Jazz-Konzert meiner Tochter gekommen. Schon allein ihr Interesse hat meiner Tochter viel Selbstbewusstsein gegeben. :D
Vorher war ich bei einem anderen "Fachmann" der mir gegenüber sehr voreingenommen war. Ich hab nun mal kein Studium (noch nicht), arbeite aber trotzdem als Legasthenietrainerin. Er hat mich ziemlich belächelt und gemeint, dass ER seine Ausbildung bei Firtz Jansen gemacht hat. Schön für ihn... Dann hat er mich noch gefragt, wie ich denn arbeite. Als ich mit Sinneswahrnehmungstraining angefangen habe, war bei ihm schon der Ofen aus. So etwas bringt ja gar nichts. Er kennt wohl die 6jährige Langzeitstudie von Frau Dr. Kopp-Duller nicht... :mad:
Das war der erste und letzte Termin den ich bei ihm wahrgenommen habe! Wir kennen doch alle Übertragung und Gegenübertragung und da war definitiv keine gute Aura zwischen uns und es lag nicht an mir!!!
Liebe Grüße,
Conny
PS: Jemand zu kritisieren, noch bevor man seine Arbeit selbst gesehen hat ist nicht okay, finde ich. Ich hab seine Arbeit im Ansatz gesehen, bzw. seine Einstellung mir gegenüber und mehr wollte ich dann auch gar nicht mehr wissen.
Maerchenhexe
13.09.09, 20:33
Sinneswahrnehmungstraining bringt nix? Gab es da eine fundierte Begründung dafür? Tja, alles nicht so einfach. Eine Nachabrin hat auch erst nach 3 Jahren Odyssee einen guten Psychotherapeuten gefunden, der beispielsweise auch VT für ihren ADHS-Sohn empfahl. Im zuständigen "Zentrum" (gibt hier in der Kante nur 2 spezialisierte Kliniken) wurden Tests gemacht, die wiederum nicht mit dem übereinstimmten, was er herausfand. Zu allem Übel ist die Mutter natürlich auch überfordert. Das führt viele zu den Schluß, es läge an der Erziehung.
Hallo Märchenhexe,
nee, begründet hat er das natürlich nicht, aber seine Meinung war sehr eindeutig. Legasthenie und Dyskalkulie "dürfen" nur Psychologen "behandeln". Ich habe Trainingskinder, die schon bei solch einem Training waren. Da wurde sehr viel geredet, aber effektiv geholfen hat es nicht. Es ist eben nicht immer alles psychologisch nur weil es im ICD 10 unter Teilleistungsstörungen drin steht! :mad:
Wenn ich mit den Kindern nicht Aufmerksamtkeits-, Funktions- (Sinneswahrnehmungs-) und Symptomtraining (Training an den Fehlern) machen würde, hätte meine ganze Arbeit keinen Sinn und ich würde immer wieder bei Null anfangen. Dass die Psyche eine wichtige Rolle spielt, bestreite ich auch gar nicht und ich mache auch viel für das Selbstbewusstsein meiner Trainingskinder, aber nur Reden hilft oft nicht weiter!
Viele Eltern sehen sich dann auch als "schlechte Erzieher" nur weil ihnen irgendjemand einredet, sie hätten was falsch gemacht. Man hat mittlerweile Dank der Genforschung mehrere Chromosomen isolieren können, die bei legasthenen Menschen abweichen. Es hat also eine biogenetische Ursache. Eine falsche Lernmethodik kann dies sicherlich verschärfen, aber die Ursache erklärt sie trotzdem nicht.
Das Ärzte manchmal so wenig Fachzeitschriften oder Artikel über die neuesten Forschungen lesen... :(
Liebe Grüße,
Conny
Maerchenhexe
14.09.09, 11:25
Naja, scheinbar ist das, was er da gelernt hat ja auch für Laien nicht gerade schwierig:
http://www.amazon.de/product-reviews/3540729348/ref=sr_1_1_cm_cr_acr_img?ie=UTF8&showViewpoints=1
Ich denke mal, diese Überheblichkeiten gegenüber Dir oder überhaupt Berufen, die nicht universitär erworben wurden, kommen aus tiefster Unwissenheit welcher Stoff da eigentlich vermittelt und erlernt wird. Abgesehen von narzisstischen Selbstproblematiken.
Ärger Dich nicht, zeigs einfach immer wieder wie man's macht- ne, wie FRAU es macht....lachfrech... :D
Hallo Märchenhexe,
sehe ich genauso! :D
Gott sei Dank hab ich mir verkniffen, dass ich das IntraAct-Programm sogar besitze und damit arbeite, sonst wäre es wohl zu einer längeren Diskussion gekommen... ;)
Wegen den Amtsärzten: Eine Freundin berichtete mir von der Prüfung in Regensburg zum großen HP. Da hat ein "junger" Amtsarzt in der mündlichen Prüfung zu einer angehenden Heilpraktikerin jenseits der 50 glatt gesagt, wofür sie denn die Prüfung überhaupt noch machen wolle...
So nach dem Motto: Sie sind doch schon mit einem Bein im Grab! :mad:
Gehört zu Respekt nicht auch Respekt vor dem Alter? Ich finde, es gehört ganz schön viel Mut dazu sich mit 50 noch einer Prüfung zu stellen und die Dame hatte mit Sicherheit auch ihre ganz persönlichen Gründe, warum sie diese Strapazen auf sich genommen hat.
Ich hoffe nur, dass ich diesen Prüfer nicht bei meiner Prüfung habe. Der war bei meiner Kollegin auch dabei, als sie wegen der Essstörungsfrage durchgefallen ist. :eek:
Liebe Grüße,
Conny
Maerchenhexe
14.09.09, 18:25
Ich weiss auch nicht wie einige Männer erzogen wurden, wahrscheinlich auf nen roten Eimer geprägt aus dem die Milch kam! Assig! Bei so wenig Benehmen kann man ja froh sein, von dem nicht behandelt zu werden, man stelle sich nur vor: "Och, die ist fast Mitte Fünfzig, lasse ausbluten, das lohnt nimmer"!! :D
Hallo,
da wären wir ja wieder bei dem Thema... :D
Ich bringe meinen Kindern bei, wer sich selbst nicht respektiert, wird auch nicht von anderen respektiert. Nur wer sich selbst so annehmen kann wie er ist, kann auf andere einen selbstbewussten Eindruck machen. Wobei ich aber keinen "gesteigerten Wert" auf Anerkennung meine, es ist mir "Wurscht", wenn andere mich nicht leiden können. Früher hab ich mir viel zu viel Gedanken darüber gemacht, was die Anderen über mich denken. Das konnte ich zum Glück ablegen!
Ich glaube daran, dass in jedem Menschen etwas Gutes ist und das gilt es zu finden. Jeder Mensch hat ein Talent, eine Bestimmung, einen Grund, warum er da ist.
Ich glaube an das Schicksal, es war auch Schicksal, dass ich beim ersten Versuch die Prüfung nicht geschafft habe, ich war einfach noch nicht reif genug. Ich musste erst eine Krise durchstehen (Krebserkrankung meines Vaters), um mich wieder auf das Leben und meine "Berufung" konzentrieren zu können.
Jeder Mensch hat ein Schicksal, zu dem er bestimmt ist, ein Ziel. Nur wie wir dort hin kommen, welchen Weg wir nehmen, welche Irrwege wir vielleicht manchmal gehen, um dann doch ans Ziel zu gelangen, dass entscheiden wir ganz allein.
Liebe Grüße,
Conny
Hallo Conny,
so wie Du es schreibst, kann ich mir nur vorstellen, dass Deine Arbeit dieses Mal richtig gewürdigt wird.:)
Liebe Grüße
Kai
Hallo Kai,
danke, das hoffe ich doch sehr! ;)
Zur Zeit arbeite ich noch an zwei Abschlussarbeiten, wobei aber eine eigentlich schon fertig ist, es fehlen nur noch die Praxisstunden.
Bei der zweiten Abschlussarbeit bin ich schon auf Seite 22, von 15 geforderten... :p Ein Ende ist noch nicht in Sicht, weil das Thema so hochinteressant und vielschichtig ist. Mein Thema ist: "Hochbegabung in der Lerntherapie". Ich bin gerade beim Kapitel: Förderung in Kindergarten, Schule und Elternhaus. Es ist schon traurig, welche Schicksale man im Internet findet und was aus den Kindern so geworden ist. Hochbegabung wird allzu oft mit Hochleistung verwechselt! Nicht jedes hochbegabte Kind hat aber super Schulnoten! Sehr häufig wird eine Hochbegabung gar nicht entdeckt. Das sind dann die Patienten, die später mit Borderline-Störungen usw. in unsere Praxis kommen!
Apropos, zu mir kommt demnächst ein Kind, dass laut Internist eine psychosomatische Störung hat. Ich habe die Mutter darüber aufgeklärt, dass ich (noch) nicht heilkundlich arbeiten darf. Sie möchte ihr Kind trotzdem zu mir schicken, weil der Arzt nur meinte, dass sich die Symptome in den Ferien doch geben werden... :mad:
Ich werde mit ihr ein ganz normales Training machen, aber im Vertrag festhalten, das dies außerhalb der Heilkunde stattfindet, reicht das? Darf ich das Kind trotzdem trainieren?
Ich bringe den Kindern Entspannungstechniken bei, mache Phantasiereisen usw. Außerdem machen wir auch öfters passend dazu Arbeiten wie einen Sorgenbaum usw. Darf ich das auch weiterhin?
Bin ehrlich gesagt etwas verunsichert. :confused:
Liebe Grüße,
Conny
Hallo Conny,
na ja, das scheint mir so einer der bekannten Grenzfälle zu sein. Für die Prüfung mußt Du ja herbeten können, dass die Heilkunde laut HPG das Erkennen, Heilen oder Lindern von Krankheiten, Leiden oder Körperschände ist. So wie Du schreibst, zielen die Entspannungstechniken wohl schon zumindest auf ein "Lindern" der Psychosomatik hin. Da wäre ich zumindest vorsichtig. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass es bei Kindern tatsächlich gut sein kann, gar nicht zu viel Theater um die psychosomatischen Störungen zu machen und dass somit der Hinweis auf die Ferien gar nicht so schlecht ist. Klar ist natürlich, dass das den Eltern wohl nicht gefällt. Aber ev. liegt bei denen auch ein Teil der Lösung?! Das kannst Du allerdings aus der Nähe sicher wesentlich besser beurteilen.
Ich hatte mal Kontakt mit einer Hochbegabtengruppe, die vor allem ein vielfältiges Angebot für die Teilnehmer gemacht haben. Gegen eine Phantasiereise, was ich mir in dieser Hinsicht als sehr spannend und anregend vorstellen kann, scheint nichts einzuwenden.
Liebe Grüße
Kai
Hallo Kai,
bei dem Gespräch mit der Mutter war auch der Verdacht auf ADS ein Thema. Also könnte es eine Kombination aus LRS (oder Legasthenie), ADS und psychosomatischer Störung sein.
Wenn ich das Ganze dann noch systemisch betrachte, kommt noch eine mögliche Familienneurose dazu, da die Eltern seit 6 Jahren geschieden sind...
Ganz schön kompliziert, aber interessant. Das ist ja auch mit ein Grund, warum ich unbedingt den HPP machen möchte! ;)
Die Entspannungstechniken dienen primär zur Steigerung der Aufmerksamkeit sowie Lösen von Lernblockaden und nicht zum Lindern einer psychischen Erkrankung. So steht das auch im Vertrag drin!
Ich bin ganz froh darüber, dass ich nächstes Jahr die Ausbildung in Gestalttherapie für Kinder und Jugendliche machen werde, das wird mir in solchen Fällen sicherlich helfen. Nur muss ich eben aufpassen, ich bewege mich leider in einem Grenzbereich! :mad:
Auch wenn die Eltern sonst keine adäquate Hilfe bekommen... :(
Liebe Grüße,
Conny
Maerchenhexe
22.09.09, 09:37
Auch wenn im Streitfall Verträge eher nichtig sind, würde ich mal was unterschreiben lassen in dem lediglich von psychologischer BERATUNG die Rede ist, dann bist Du auf der etwas sichereren Seite.
Hallo,
mein Vertrag ist angehängt, ich hab mich an der Vorlage des VFP und einer Kollegin orientiert.
Liebe Grüße,
Conny
Maerchenhexe
22.09.09, 12:28
Ich bin kein Jurist, keine Ahnung ob das okay ist. Was mir allerdings auffällt ist der Begriff "Lerntherapie". Kommt das Wort Therapie vor....ob das so gut ist??
Silkemallorca
22.09.09, 18:01
Ich zwar auch nicht, aber Wikipedia gibt dazu folgenden Definition:
"Die Psychotherapie ist die Behandlung psychisch, emotional und psychosomatisch bedingter Krankheiten, Leidenszustände oder Verhaltensstörungen mit Hilfe verschiedener Formen verbaler und nonverbaler Kommunikation. Dazu zählen tiefenpsychologische und verhaltenstherapeutische Ansätze ebenso wie Künstlerische Therapien (Kunsttherapie, Musiktherapie, Tanztherapie).
Ein wichtiger Teil der meisten Therapien ist die Kommunikation zwischen Therapeut und Patient. Sie trägt dazu bei, dass die Behandlung den subjektiven Bedürfnissen des Patienten gerecht wird und verbessert die Möglichkeiten des Patienten, selbst auf einen günstigen Krankheitsverlauf hinzuwirken. Die psychiatrische Therapie stützt sich sogar vorrangig auf Methoden systematischer Kommunikation."
Ich denke, jetzt um jeden Preis das Wort Therapie zu vermeiden, ist falsch. Der Vertrag gibt m.E. wirklich klar und deutlich zu verstehen, was der Klient erwarten kann und was nicht.
Regnerische Inselgrüße
Silke
Hallo,
Lerntherapie ist kein geschützter Begriff, zumindest bis jetzt noch nicht. Es darf sich also jeder Lerntherapeut nennen, egal ob er so wie ich eine Ausbildung gemacht hat oder nicht. So zumindest mein Ausbilder, der seit mehr als 15 Jahren in diesem Bereich tätig und selbst Sozialpädagoge ist. Wenn man im Internet googelt, findet man sehr viele "hochtrabende" Bezeichnungen, die alle nicht geschützt sind. ;)
Da ich gleich mehrere entsprechende Ausbildungen nachweisen kann, bezeichne ich mich ganz bewusst als Lerntherapeutin. Nur im Lebenslauf für die Heilpraktikerprüfung hab ich mich lieber "Lerntrainerin" genannt.
Schau doch auch mal unter Wikipedia nach Lerntherapie. Sie gehört nicht zur Gruppe der Psychotherapien! Ergotherapie würde man ja auch nicht als Psychotherapie bezeichnen, obwohl da auch Therapie drin steckt... :p
Es ist ein sehr schmaler Grad auf dem wir uns alle bewegen. :(
Liebe Grüße,
Conny
Maerchenhexe
22.09.09, 19:08
DAS hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Therapie
sagt Wikipedia zu dem Begriff. Mir ist es egal, ich hab da kein Problem damit. Wir haben bereits im Grundkurs Psychologie die Abgrenzung zwischen Therapie und Beratung damit definiert, dass alles, was längere Zeit beansprucht, in Richtung Therapie geht. Wir haben auch gelernt, dass die Grenzen fließend sind. Wie Juristen das definieren weiß ich -Gott sei Dank- nicht, will ich auch gar nicht wissen. Hätte ich den "Lappen" nicht, wäre ich da halt sehr vorsichtig. :D
Hallo,
das ist schon eine sehr schwierige Sache!
Meine Ausbilderin sagte immer, dass den HPP´s immer nur gesagt wird, was sie nicht dürfen, aber nie, was sie nun definitiv dürfen! :(
Wegen dem Link, da steht ja deutlich "die Pflege der Kranken"! Also Legasthenie und Dyskalkulie sind zwar im ICD 10 erfasst, aber nicht als Krankheit anerkannt. Sonst müssten die Krankenkassen ja zahlen! :mad:
Ich würde auch die Kronprinzessin von Schweden nicht als krank oder gar behindert bezeichnen, genauso wie 15% (geschätzt) der Weltbevölkerung. ;)
Ich sage ja, es ist ein sehr schwieriges Gebiet auf dem ich mich bewege und deshalb möchte ich den HPP, damit ich auf der sicheren Seite bin. :D
Liebe Grüße,
Conny
Maerchenhexe
23.09.09, 09:13
Ja, das ist nicht einfach und manchmal als HPP denkst, warum hast Dir das alles angetan wenn ein psychologischer Berater teils mehr darf als Du selber.
Dieser Ritt durch Paragraphen, Definitionen und Vorschriften, Gesetzen und Aufhebungen (siehe neulich die Formulierung im HPG im Bezug auf Vollzeittätigkeit/Nebenerwerb) ist ärgerlich, verwirrend und wäre in keinster Weise nötig wenn uralte Bestimmungen und Gesetzlichkeiten einfach mal im HPG ganz eindeutig definiert würden, aber es scheint schwieriger zu sein, ein Gesetz aus dem Jahre 1939 zu bearbeiten denn ein Kamel durch ein Nadelöhr zu treiben.
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