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Maerchenhexe
17.03.09, 08:00
Eine interessante Studie zu Computerspielen:
http://www.zepf.uni-landau.de/index.php?id=280&type=1&no_cache=1&file=914&uid=340
Demnach ist pathologisches Spielen am PC wohl eine Bewältigungsstrategie. Womit die ständigen Unkenrufe über gewaltbereite Jugendliche wegen diverser Spiele eher widerlegt werden.

laxshmi
17.03.09, 08:58
ich kannte diese studie nicht, habe aber auch an anderer stelle schon erwähnt, das ich genau das beobachtet habe.

bis jetzt war es meine persönliche ansicht, jetzt kann ich sie sogar belegen. danke:):)

dialog
17.03.09, 12:19
Hallo,
eine interessante Studie und wirklich wichtig sich damit auseinander zu setzten denn für Jugendliche ist das Bewältigen der realen und der virtuellen Anforderungen von Bedeutung. Der Ausgleich realer Konflikte durch virtuelle Welten lässt sich nicht leugnen, es ist eine Erweiterung der Möglichkeiten.
Das Verteufeln oder gar Verbieten von Computerspielen von älterer Menschen kann keine Lösung sein, im Gegenteil es wäre ein Verdrängen in die Illegalität.
So zeigt diese Studie eindeutig, das Problem liegt wie seit eh und je in allen Dingen bei der Dosis. Pathologisches Spielen ist eindeutig schädlich und führt zum klassischen Suchtverhalten mit allen Symptomen der psychischen Erkrankung.
Jedoch zeigt die Studie auch, dass ein Integrieren von Computerspielen in den Alltag mit einer Stunde Spiel an Schultagen das Stresserleben positiv wandelt.
So besteht doch für uns die Aufgabe Computerspiele nicht zu Verdammen sondern Aufklärung zu betreiben und vor allem darauf zu Achten und zu Plädieren, dass für Jugendliche und für alle anderen Menschen die virtuelle Welt ein Bestandteil von vielen anderen Dingen im Alltag ist zur Bewältigung.
Das ließe sich von Hirnforschern sicherlich ganz praktisch belegen was mit den Neuronen passiert und wo etwas los ist im Gehirn bei den einzelnen Aktivitäten.

gruß dialog

Hildegard
17.03.09, 12:49
Folgender Satz macht mich allerdings sehr skeptisch, ob die Gewaltspiele aus dieser Perspektive betrachtet, auch positive Aspekte haben für deren Nutzer:

Durch das Spielen am Computer können unangenehme Gefühle zwar schnell verdrängt werden, bei dauerhaftem und alleinigem Einsatz einer solchen Strategie besteht jedoch die Gefahr, dass aktive Bewältigungsmechanismen zunehmend in den Hintergrund treten bzw. gar nicht erst erlernt werden können.Zitat aus der Studie

Psychologisch gesehen ist eine reine Verdrängung, Verschiebung ja keine befriedigende Lösung, auch wenn kurzfristig der Stresspegel gesenkt wird durch die Ballerspiele. Not tut dann ja wohl mehr an den Ursachen des Stresses was zu tun und andere Copingstrategien zu entwickeln…

kapinnow
17.03.09, 14:13
Hallo zusammen,
Es reicht vll schon mit einem Betroffenen den bekannten CAGE-Test, den wir vom Alkoholismus kennen - hier leicht angepasst - durchzusprechen:

Hast Du manchmal das Gefühl, es wäre besser, weniger zu spielen?
Bist Du verärgert, wenn Du auf das viele Spielen angesprochen wirst?
Hast Du Schuldgefühle wegen des Spielens bzw. weil Du deswegen andere wichtige Dinge oder Personen vernachlässigst?
Denkst Du schon morgens nach dem Aufwachen ans Spielen?

Wer mehr als eine dieser Fragen mit einem klaren Ja beantwortet, ist aus meiner Sicht mindestens stark gefährdet. Dann geht es nicht mehr um allgemeine Studien, sondern den Menschen an meiner Seite...
Liebe Grüße
Kai

Maerchenhexe
17.03.09, 18:31
Diesbezüglich noch ein link im Zusammenhang mit Gewaltbereitschaft:

http://news.doccheck.com/de/article/159682-amok-drama-in-vier-akten/

dialog
17.03.09, 22:22
Psychologisch gesehen ist eine reine Verdrängung, Verschiebung ja keine befriedigende Lösung, auch wenn kurzfristig der Stresspegel gesenkt wird durch die Ballerspiele. Not tut dann ja wohl mehr an den Ursachen des Stresses was zu tun und andere Copingstrategien zu entwickeln…

...das stimmt natürlich, Verdrängen ist keine Lösung für Dinge die man selbst Ändern kann aber bei der Flucht in virtuelle Welten würde ich die Anforderungen und Eindrücke der Umwelt benennen die sich nicht so ohne weiteres Ändern lassen.
Psychologisch gesehen ist ein Ablenken und Verdrängen von negativen Gedanken zunächst sehr wohl angezeigt bis sich eine Möglichkeit findet die Ursachen anzugehen. Gesellschaftliche Umbrüche z.B. können die Jugendlichen kaum verändern im Alltag aber sie müssen damit fertig werden während sie gerade in der Orientierung für den Lebensweg steck.

gruß dialog