Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Polycosanol ./. Statine
Nachtkerze
15.03.09, 22:15
Hallo,
hat jemand schon mal etwas von Polycosanol gehört, gelesen, Erfahrungen damit gemacht? Ist ein Extrakt aus Zuckerrohr und soll angeblich den Cholesterin-Spiegel senken, ohne all die Nebenwirkungen, die die Statine haben.
Es gibt wohl viele Studien, die die Wirksamkeit belegen sollen, die meisten davon stammen allerdings von einem kubanischen Institut. Eine Studie, die in der JAMA veröffentlicht wurde, belegt keine Wirkung auf den Cholesterinspiegel und vermutet dahinter wirtschafliche Interessen der Kubaner. Allerdings ist JAMA von den Amerikanern. Was sollen wir denn nun glauben? Und wem können wir vertrauen? Ich würde zusammen mit meinem Mann gerne einen Selbsttest starten, da er einen zu hohen Cholesterin-Spiegel hat und z.Zt. natürlich die Statine nehmen muss. Aber ich darf noch kein Blut abnehmen (hab ich noch nicht gelernt) und diese Tests kosten ja schließlich auch unser privates Geld. Hat jemand von Euch eine Idee zu diesem Thema?
Zuerst einmal wäre zu klären, ob er überhaupt einen zu hohen Chol.-Spiegel hat. Ich kopiere Dir mal den Passus rein, den mein Laborarzt in die Befunde von Patienten mit erhöhten Chol.-Spiegeln schreibt.
Zitat: Das Cholesterin ist erhöht.
Während früher das Cholesterin als einer der wichtigsten Risikofaktoren der Arteriosklerose angesehen wurde
ist aus neueren, großen und gut durchgeführten Studien ersichtlich dass ein erhöhtes Cholesterin das
Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle nur mäßig erhöht. Zudem zeigt eine Auswertung mehrerer Studien,
dass ein künstlich gesenktes Cholesterin zwar die Todesfälle durch Herzinfarkte und Schlaganfälle
senkt, aber nicht die allgemeine Sterblichkeit, das heißt, das Leben wird durch ein niedriges Cholesterin
nicht verlängert, auch wenn die Cholesterinuntergruppen HDL und LDL mit betrachtet werden. Zur Abschätzung
des Herzinfarktrisikos wird statt dem Cholesterinwert besser das Verhältnis von gefäßschädigendem
LDL-Cholesterin und gefäßschützendem HDL-Cholesterin betrachtet, welches sich im LDL/HDL – Quotienten
ausdrückt.
Ein weiterer wichtiger Irrtum bezüglich des Cholesterins ist es, zu glauben, dass das Cholesterin überwiegend
ernährungsabhängig sei. Auch hier zeigen große Untersuchungen, dass bei den meisten Personen
nicht die Ernährung sondern genetische Veranlagung und vermutlich auch Stressbelastung das Cholesterin
weit mehr erhöhen als so genannte cholesterinreiche Lebensmittel. /Zitat-Ende
Statine würde ich schon gar keine nehmen. Das Nutzen-Risiko-Verhältnis ist miserabel...
Übrigens: Der Heilpilz Shiitake senkt LDL und erhöht HDL-Cholesterin. Auricularia senkt Triglyceride und verbessert die Fließfähigkeit des Blutes. (Meist wichtiger als Laborkosmetik zu Senkung eine Wertes...)
Gruss Rudolf
Nachtkerze
16.03.09, 08:43
Guten Morgen Rudolf,
danke für Deine schnelle Antwort. Also die Befunde sehen so aus: Triglyceride 180, Gesamt-Cholesterin: 344, HDL: 44, LDL: 269. Ausserdem soll er einen Prädiabetes haben, also ständig leicht erhöhte Blutzuckerwerte und mein Liebster hat ein bißchen Übergewicht. Von der Ernährung her weiß ich nicht, was man da noch verbessern kann. Mehr Bewegung täte sicher gut, ist aber nicht so einfach, weil er z.Zt. den ganzen Tag die Schulbank drücken muss. Leider liegt es ein bißchen in seiner Familie mit dem hohen Cholesterin. Sein Vater ist mit ca. 50 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben und alle seine Geschwister haben ebenfalls erhöhte Cholesterin-Werte.
Ich weiß, daß das Thema Cholesterin sowieso umstritten ist und künstlich hochgepuscht wird von der Pharma-Industrie. Und die Referenzwerte sind mehr oder weniger beliebig gesetzt worden, und eher etwas zu niedrig, damit auch ja eine große Bevölkerungsgruppe zu hohe Cholesterin-Werte hat. Trotz all dieses Wissens hat der Hausarzt meinem Mann jahrelang Angst gemacht und die sitzt nun genauso tief wie die Angst vor Butter, Sahne und Eigelb. Und Du weißt ja, wie das ist mit dem Propheten im eigenen Lande. Also was sagst Du nun dazu?
Ergänzend zu meiner PN - sozusagen für die Öffentlichhkeit: Sicher ist es sinnvoll das Verhältnis HDL zu LDL zu beeinflussen. HDL ist zu niedrig, LDL zu hoch. Triglyceride sind grenzwertig (Ziel wäre unter 150). Check Homocystein. Der Prädiabetes (HbA1c??) liegt nahe, da bei der Beschreibung vermutlich bereits eine Insulinresistenz vorliegt, sodass mehr Insulin benötigt wird, um noch entsprechende Stoffwechselreaktionen hervorzurufen. Längerfristig wird das zu einer Überlastung der Inselzellen führen. Hier sollte in jedem Fall prophylaktisch gegengesteuert werden...
Wie ist der Blutdruck? Wie hoch das Übergewicht?
Gruss Rudolf
Nachtkerze
16.03.09, 22:01
Hallo Rudolf, siehe PN.
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