Thomas
22.12.06, 13:05
Hallo Ihr Lieben!
Am 20. um 10:30 Uhr war es mal wieder soweit, ich durfte zu meiner mündlichen Prüfung erscheinen.
Im Vorhinein hatte ich versucht die Beisitzer, die ich beim letzten mal hatte, wegen Befangenheit auszuschliessen, was aber leider nicht ganz ging, da an den noch vorhandenen Terminen immer einer der Beiden anwesend war. Somit hatte ich mir dann das kleinere Übel ausgesucht (vielen Dank noch mal an Frau Klopp vom Gesundheitsamt Solingen) und deshalb sah meine Prüfungskomission wie folgt aus:
Fr. Dr. Reingens, Hr.HP Skrozki, Fr. HP Pilger
Es war eine freundliche Begüßung und die Amtsärztin fing wieder mit den für Sie sehr typischen Gesetztes-Fragen an. Ich sollte ihr die Verbote nennen die Heilpraktiker in seiner Tätigkeit einschränken. Ich zählte die 20 Verbote braf mit Gesetzt und Paragraf auf, beim Punkt "Keine Totenscheine ausstellen" fragte Sie dann nach den sicheren Todeszeichen und als ich zur Strafprozessordnung kam meinte Sie noch bei welchen Straftaten dies zum tragen kommen könnte, was ich dann mit z.B.Trunkenheit am Steuer beantwortete. Ein wohlwollendes nicken beendete die Fragerunde ihrerseits und nun durfte Herr Skrozki mich in die Mangel nehmen.
Eine 38 jährige Patientin kommt mit Schmerzen im linken Oberschenkel in meine Praxis. Sie hätte die schon drei Tage und wollte eine Massage dagegen. Vitalfunktionen seinen alle normal und auf meine Frage nach einen auslösenden Moment sagte Hr. Skrozki, Sie habe bei einem Umzug geholfen, wisse aber nicht ob es davon käme. Mein aller erster Gedanke war ein Leistenbruch, den verwarf ich aber sofort wieder weil das einfach viel zu untypisch für eine Prüfungfrage gewesen wäre. Somit blieb nicht mehr viel und ich ging direkt zur Untersuchung über und fragte ob es Umfangsdifferenzen zwischen den beiden Oberschenkeln gäbe. In diesem Moment sah ich in des Prüfers Gesicht so einen Ausdruck von "Mist, ertappt" und er versuchte mich noch ein wenig hinzuhalten mit: "Ach Sie untersuchen schon?" und "Ja so ein wenig dicker ist der Oberschenkel schon." Aber von da an war die Frage ein Heimspiel! Ich fragte die Druckschmerzpunkte unter dem Fuß und am Unterschenkel ab und die schmerzten natürlich. Damit war die tiefe Beinvenenthrombose gesichert und ich rief einen Krankenwagen und versorgte die Patientin.
Das wäre alles zwar richtig aber Herr Skrozki meinte das wäre ihm jetzt zu schnell gegangen und er wollte noch mehr über die Thrombose höhren. Wie kommt es dazu, Gefahren, Komplikationen. Ich zählte Ihm die prädisponierenden Faktoren "Virschowsche Trias" auf und meinte eine Massage wäre hier völlig kontrainduziert da die Gefahr der Lungenembolie besteht. "Ja wie wird denn ein Patient mit Verdacht auf Lungenembolie gelagert und versorgt?" "Halbsitzend und O2 Gabe" war meine Antwort. Welche Symptome gebe es den bei dem umgekehrten Fall eines arteriellen Verschlusses? Da zählte ich Ihm noch die 6 P´s auf und Herr Skrozki war mit seinen Fragen durch.
Fr. Pilger kam an die Reihe und fragte mich, welche Injektionsarten ich kenne und welche der Heilpraktiker durchführen dürfte. Ich sagte sofort das der Heilpraktiker auf Grund der Sorgfallspflicht nur die Injektionen durchführen dürfe in denen er auch ausgebildet sei. Sie lächelte und fragte dann in welchen ich ausgebildet wurde. Nachdem ich i.c., s.c., i.v., i.m. aufgezählt hatte, meinte sie ich solle doch mal eine i.v. Injektion theoretisch durchführen. Da sprang Fr. Dr. Reingens plötzlich auf und ging zu einen Anantomie Skelett und meinte ich solle doch mal zeigen wo das Injektionsgebiet zu finden sei. Ich war etwas verwundert und fragte noch mal nach ob sie iv. oder i.m. meint. Frau Pilger schaltete sich ein und sagte das sie schon i.v. und nicht i.m. hören wollte. "Ach so" meinte Fr. Reingens "aber dann können Sie uns i.m. ja danach noch zeigen". Innerlich machte ich in diesem Moment einen Luftsprung, da es genau die Sachen waren die ich die letzten Wochen bis zum erbrechen geübt hatte! Ich zählte minutiös sämtliche Handbewegungen und Tätigkeiten auf, die vor, wärend und nach einer i.v. Injektion durchzuführen sind, vergas auch nicht den Patienten aufzuklären und sein Einverständniss einzuholen und mir zwischendurch immer wieder die Hände zu dessinfizieren. Danach erklärte ich noch theoretisch die Hochstätter Methode zum Auffinden des i.m. Injetionsgebietes und nach diesen 25 Minuten wurde ich schon vor die Tür gebeten, damit sich die Drei beraten könnten.
3 Minuten später wurde ich wieder reingerufen und mir zur bestadenen Prüfung gratuliert! Ich hätte zwar bei der Injektion vergessen den Stauschlauch wieder zu öffnen aber das wäre in der Praxis schon aufgefallen, meinte Fr. Reingens und somit kein Beinbruch.
Und jetzt warte ich auf meine Urkunde, damit ich richtig loslegen kann!!! :D
Danke für all Eure aufbauenden und unterstützenden Worte!!!!!!!!!!!!!!!!
Viele liebe Grüße,
HP Thomas :) :) :)
Am 20. um 10:30 Uhr war es mal wieder soweit, ich durfte zu meiner mündlichen Prüfung erscheinen.
Im Vorhinein hatte ich versucht die Beisitzer, die ich beim letzten mal hatte, wegen Befangenheit auszuschliessen, was aber leider nicht ganz ging, da an den noch vorhandenen Terminen immer einer der Beiden anwesend war. Somit hatte ich mir dann das kleinere Übel ausgesucht (vielen Dank noch mal an Frau Klopp vom Gesundheitsamt Solingen) und deshalb sah meine Prüfungskomission wie folgt aus:
Fr. Dr. Reingens, Hr.HP Skrozki, Fr. HP Pilger
Es war eine freundliche Begüßung und die Amtsärztin fing wieder mit den für Sie sehr typischen Gesetztes-Fragen an. Ich sollte ihr die Verbote nennen die Heilpraktiker in seiner Tätigkeit einschränken. Ich zählte die 20 Verbote braf mit Gesetzt und Paragraf auf, beim Punkt "Keine Totenscheine ausstellen" fragte Sie dann nach den sicheren Todeszeichen und als ich zur Strafprozessordnung kam meinte Sie noch bei welchen Straftaten dies zum tragen kommen könnte, was ich dann mit z.B.Trunkenheit am Steuer beantwortete. Ein wohlwollendes nicken beendete die Fragerunde ihrerseits und nun durfte Herr Skrozki mich in die Mangel nehmen.
Eine 38 jährige Patientin kommt mit Schmerzen im linken Oberschenkel in meine Praxis. Sie hätte die schon drei Tage und wollte eine Massage dagegen. Vitalfunktionen seinen alle normal und auf meine Frage nach einen auslösenden Moment sagte Hr. Skrozki, Sie habe bei einem Umzug geholfen, wisse aber nicht ob es davon käme. Mein aller erster Gedanke war ein Leistenbruch, den verwarf ich aber sofort wieder weil das einfach viel zu untypisch für eine Prüfungfrage gewesen wäre. Somit blieb nicht mehr viel und ich ging direkt zur Untersuchung über und fragte ob es Umfangsdifferenzen zwischen den beiden Oberschenkeln gäbe. In diesem Moment sah ich in des Prüfers Gesicht so einen Ausdruck von "Mist, ertappt" und er versuchte mich noch ein wenig hinzuhalten mit: "Ach Sie untersuchen schon?" und "Ja so ein wenig dicker ist der Oberschenkel schon." Aber von da an war die Frage ein Heimspiel! Ich fragte die Druckschmerzpunkte unter dem Fuß und am Unterschenkel ab und die schmerzten natürlich. Damit war die tiefe Beinvenenthrombose gesichert und ich rief einen Krankenwagen und versorgte die Patientin.
Das wäre alles zwar richtig aber Herr Skrozki meinte das wäre ihm jetzt zu schnell gegangen und er wollte noch mehr über die Thrombose höhren. Wie kommt es dazu, Gefahren, Komplikationen. Ich zählte Ihm die prädisponierenden Faktoren "Virschowsche Trias" auf und meinte eine Massage wäre hier völlig kontrainduziert da die Gefahr der Lungenembolie besteht. "Ja wie wird denn ein Patient mit Verdacht auf Lungenembolie gelagert und versorgt?" "Halbsitzend und O2 Gabe" war meine Antwort. Welche Symptome gebe es den bei dem umgekehrten Fall eines arteriellen Verschlusses? Da zählte ich Ihm noch die 6 P´s auf und Herr Skrozki war mit seinen Fragen durch.
Fr. Pilger kam an die Reihe und fragte mich, welche Injektionsarten ich kenne und welche der Heilpraktiker durchführen dürfte. Ich sagte sofort das der Heilpraktiker auf Grund der Sorgfallspflicht nur die Injektionen durchführen dürfe in denen er auch ausgebildet sei. Sie lächelte und fragte dann in welchen ich ausgebildet wurde. Nachdem ich i.c., s.c., i.v., i.m. aufgezählt hatte, meinte sie ich solle doch mal eine i.v. Injektion theoretisch durchführen. Da sprang Fr. Dr. Reingens plötzlich auf und ging zu einen Anantomie Skelett und meinte ich solle doch mal zeigen wo das Injektionsgebiet zu finden sei. Ich war etwas verwundert und fragte noch mal nach ob sie iv. oder i.m. meint. Frau Pilger schaltete sich ein und sagte das sie schon i.v. und nicht i.m. hören wollte. "Ach so" meinte Fr. Reingens "aber dann können Sie uns i.m. ja danach noch zeigen". Innerlich machte ich in diesem Moment einen Luftsprung, da es genau die Sachen waren die ich die letzten Wochen bis zum erbrechen geübt hatte! Ich zählte minutiös sämtliche Handbewegungen und Tätigkeiten auf, die vor, wärend und nach einer i.v. Injektion durchzuführen sind, vergas auch nicht den Patienten aufzuklären und sein Einverständniss einzuholen und mir zwischendurch immer wieder die Hände zu dessinfizieren. Danach erklärte ich noch theoretisch die Hochstätter Methode zum Auffinden des i.m. Injetionsgebietes und nach diesen 25 Minuten wurde ich schon vor die Tür gebeten, damit sich die Drei beraten könnten.
3 Minuten später wurde ich wieder reingerufen und mir zur bestadenen Prüfung gratuliert! Ich hätte zwar bei der Injektion vergessen den Stauschlauch wieder zu öffnen aber das wäre in der Praxis schon aufgefallen, meinte Fr. Reingens und somit kein Beinbruch.
Und jetzt warte ich auf meine Urkunde, damit ich richtig loslegen kann!!! :D
Danke für all Eure aufbauenden und unterstützenden Worte!!!!!!!!!!!!!!!!
Viele liebe Grüße,
HP Thomas :) :) :)