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rabenstein
02.12.06, 12:15
Melisse – Melissae officinalis
Familie Lamiaceae – Lippenblütler (früher Labiatae)

Beschreibung

Die Melisse ist eine ausdauernde Pflanze, die bis zu 90 cm hoch werden kann. Zerreibt man die eiförmigen Blätter zwischen den Fingern entsteht der charakteristische Zitronengeruch. Die Blüten haben eine weiße oder gelbliche Färbung und sitzen als Scheinquirle in den Blattachseln.

Herkunft

Sie ist in den östlichen Mittelmeerländern und Westasien beheimatete Pflanze. Mittlerweile wird sie in Mittel-, West- und Osteuropa angebaut.

Synonyme
Bienenkraut, Honigblume, Herzkraut, Mutterkraut, Frauenwohl, Balsammelisse, Zitronenmelisse, Zitronella, Wanzenkraut, Nervenkräutl, Zahnwehkraut

Anwendung

Die Melisse ist eine sehr vielfältige Heilpflanze
Sie wird häufig bei leichteren Störungen des Allgemeinbefindens angewendet. Zubereitungen aus Melissenblättern eignen sich besonders gut für empfindliche Menschen, die unter nervösen Magen-Darm-Beschwerden (leichte Darmkatarrhe, Blähungskoliken, Brechreiz) leiden. Dabei kann die Melisse sehr gut mit Pfefferminze kombiniert werden.
Auch bei Einschlafstörungen wird sie häufig in Kombination mit anderen beruhigenden Pflanzen (z.B. Hopfen und Baldrian) eingesetzt. In der Aromatherapie wird Melissenöl bei Unruhezuständen und Schlaflosigkeit verwendet.
Äußerlich kann die Melisse in Form von Salben bei der Behandlung von Herpesinfektionen der Haut angewandt werden( Lomaherpan®) Damit die Therapie erfolgreich verlaufen kann, ist es wichtig, dass sie sofort nach Auftreten der ersten Symptome aufgetragen wird.

Inhaltsstoffe

Die Droge enthält neben den typischen Lamiaceen-Gerbstoffen und Phenolsäuren (Rosmarinsäure), ein ätherisches Öl u.a. mit den Terpenaldhyden Citral und Citronellal, die für den zitronenartigen Geruch verantwortlich sind sowie glykosidisch gebundene flüchtige Substanzen.

Das ätherische Öl hat krampflösende, verdauungsfördernde und beruhigende Eigenschaften. Die schulmedizinische Forschung konnte ebenfalls eine hemmende Wirkung auf das Wachstum von Viren, besonders Herpeserregern, nachweisen.
Die Bitterstoffe regen die Magen- und Gallensaftproduktion an, was zu einer Steigerung des Appetites führt. Beobachtungen lassen darauf schließen, dass einzelne Inhaltsstoffe Einfluss auf den Schilddrüsenhormonhaushalt haben.

Name

Der Name leitet sich ab vom griechischen. "melissophyllon" = Bienenblatt

Geschichtliches

Bereits in der Antike wurde die Melisse bei den Griechen und Römern als Heilpflanze verwendet. Damals wurde auch bereits ihre große Anziehungskraft auf Bienen bemerkt. Der Name "Melissa" ist griechisch und bedeutet "Honigbiene". Im Mittelalter wurde die Melissa nach Deutschland gebracht und zunächst auf Anordnung von Karl dem Großen in Klostergärten, später in Bauerngärten angebaut. Die heilige Hildegard von Bingen nannte sie "Bienenauge" und rühmte die Pflanze, die "das Herz freudig macht".
Der auch heute noch beliebte Melissengeist wurde im Jahre 1611 erstmalig von französischen Mönchen als Geheimmittel angepriesen. Die Melisse wurde unter anderem äußerlich bei offenen Wunden, Geschwüren, neuralgischen Schmerzen und Rheumatismus angewendet. Der mittelalterliche Name "Mutterkraut" der Melisse deutet auf die damals breite Anwendung in der Frauenheilkunde hin. Mit ihren krampflösenden Eigenschaften wurde sie bei Unterleibsbeschwerden, aber auch bei Erbrechen in der Schwangerschaft eingesetzt