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Sarah Renner
13.11.08, 15:05
Ich dachte ich eröffne einen Fred mit diesem sehr umstrittenen Thema und stelle jetzt erst Mal ein paar Infos rein.

Wiki:

Die Impfung ist eine vorbeugende Maßnahme gegen verschiedene Infektionskrankheiten und wird deshalb auch Schutzimpfung genannt. Man unterscheidet aktive Impfung und passive Immunisierung. Bei einer aktiven Impfung – auch Vakzination genannt – wird der Impfstoff (Vakzine) in Form abgeschwächter, abgetöteter oder fragmentierter Krankheitserreger oder deren Toxine in den Körper eingebracht. Ziel dieser Impfung ist es, das körpereigene Immunsystem zur Bildung spezifischer Antikörper anzuregen und so eine spezifische Immunität gegen die entsprechende Infektionskrankheit zu bewirken. Bei einer passiven Impfung hingegen wird mit Impfserum geimpft, welches die spezifischen Antikörper (Immunglobuline) gegen den betreffenden Krankheitserreger oder dessen Toxin bereits in hoher Konzentration enthält. Es stehen Impfstoffe gegen eine Vielzahl von viralen und bakteriellen Infektionskrankheiten bereit.

Naturheilkundlich gesehen, stellen Impfungen zunächst immer einmal eine Belastung des Organismus dar (für die Homöopathen: Impfsykose), die je nach Individuum mehr oder weniger gut verarbeitet werden kann.

Tiere sollten grundsätzlich immer nur dann geimpft werden, wenn sie völlig gesund sind - ein guter TA kontrolliert das entsprechend. Verschiedene Impfungen sollten in größeren zeitlichen Abständen durchgeführt werden (das gilt besonders bei Pferden, die Herpes geimpft werden).
Impfungen bieten je nach Krankheit einen unterschiedlich guten Schutz.
Tiere können natürlich trotz Impfung erkranken, also sollte man bei entsprechender Klinik auch an geimpfte Erkrankungen denken. Besonders auffallend ist bei mir in der Praxis immer wieder der Herpes-Virus sowohl bei Groß- als auch Kleintieren.

AntjeB.
13.11.08, 15:13
Das ist aber interessant mit dem Herpes Virus.
Das ist mir in über 20 Jahren Pferdehaltung und noch längerer Hundehaltung noch nie begegnet.
Auch bei anderen Tieren nicht.
Das einzige was mir bisher begegnet ist, war Tetanus bei mehereren ungeimpften Pferden und früher Tollwut bei ungeimpften Hunden.

Wieviele solcher Herpes Fälle kennst du denn?
Treten die nach den Impfungen auf oder auch ohne?

LG
Antje

Sarah Renner
13.11.08, 16:30
Eigene Erfahrungen mit Herpes am Pferd ca. 7-8 Tiere - dabei sind sowohl geimpfte als auch ungeimpfte gewesen, ähnliches beim Pferd gilt für die Influenza.
Bei Katzen ähnlich (läuft dann meistens übers Auge).

Zu den Pferden gibt es folgenden sehr interessanten Link - einfach Mal durchlesen!

http://www.smul.sachsen.de/lfulg/download/Pferdetag_11032006_Hoeruegel.pdf


Dass ungeimpfte Tiere erkranken können, ist ja eigentlich zu erwarten. Aber es gibt einige Krankheiten, die geimpft werden können und der Impfschutz aber selbst aus schulmedizinscher Sicht sehr fraglich ist. Bei Katzen z.B. Leukose und FIP.

AntjeB.
13.11.08, 17:53
Der Link ist interessant, lese ich mir nochmal in Ruhe durch.
Infuenza hab ich auch oft erlebt auch nach Impfungen aber den Herpes kenn ich echt nur aus den Büchern.
Klar, ist zu erwarten, dass ungeimpfte Tiere erkranken, hab mich blöd ausgedrückt.

Bei Hunden ist Herpes sehr selten, hab eben nochmal nachgelesen.

Von Katzen hab ich überhaupt keine Ahnung, schlimm genug.:rolleyes:

Das Tiere nur geimpft werden wenn sie völlig gesund sind wird ja kaum praktiziert.
Höchstens bei schweren Erkrankungen oder bei akuten Geschehen.
Wenn es danach ginge, hätte ich kaum einen meiner Tierschutzhunde impfen lassen dürfen.
Und gerade die hatten zumindest eine Tollwutimpfung nötig weil sie meistens schnell die Zähne im Einsatz hatten.

LG
Antje

frisbee
13.11.08, 18:12
Was die Herpes-Infektion bei Hunden angeht: die Dunkelziffer ist enorm hoch und einige Züchter sprechen (natürlich hinter vorgehaltener Hand) von einer sehr hohen Durchseuchungsrate. Das liegt zum Einen daran, dass einige Herpesviren keine oder nur unspezifische Symptome machen (evtl. nur bei Hündinnen mit Aborten usw.) und zum Anderen schwer nachweisbar sind.

Canine Herpesvirus: "Bei adulten Tieren ist die Diagnose oft sehr schwierig, da das Virus ziemlich labil ist und nur gelegentlich und in geringen Mengen ausgeschieden wird. Die Antikörperspiegel sind meist sehr niedrig oder unterhalb der Nachweisgrenze." aus "Infektionskrankheiten bei Hund und Katze, Parey-Verlag.

LG Marion

Sarah Renner
14.11.08, 08:32
Ich habe zur Zeit einen Hund in Behandlung, der höchst wahrscheinlich Herpes hat.
Grundsätzlich gilt bei allen Tierarten, dass der Herpes schwierig nachzuweisen ist. Generell nur im Schub und leider selbst da nicht immer, so dass die Diagnose meistens auf Grund der Klinik gestellt wird.
Haben Katzen den Herpes im Auge, läßt der sich selbst bei deutlichen Veränderungen oft nicht nachweisen :mad:
Der Antikörperspiegel ist nicht interessant, da bei vielen Tierarten die Durchseuchung so hoch ist, dass auf jeden Fall AK gefunden werden. Bei erfolgten Impfungen dann ja sowieso.
Einen echten direkten Nachweis macht man z.B. mit einer Virusanzüchtung.


Das Tiere nur geimpft werden wenn sie völlig gesund sind wird ja kaum praktiziert. Kommt auf den TA an :)

Ich hatte 2 Fälle in meiner Praxis, bei denen durch eine zum falschen Zeitpunkt erfolgte Impfung Tiere fast gestorben wären. Also darauf würde ich sehr achten!