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rabenstein
15.11.06, 18:26
Pfefferminze – Mentha x piperita

Familie Lamiaceae (http://www.heilpraktiker-foren.de/forum/showthread.php?t=1000)(Lippenblütler)

Beschreibung

Die Pfefferminze wird 50 cm bis 90 cm hoch, der meist kahle Stängel ist häufig violett unterlaufen und die Blätter duften beim Zerreiben charakteristisch nach Menthol. Pfefferminzöle werden vorwiegend aus in Japan und Brasilien kultivierter Mentha arvensis var. glabrata gewonnen

Herkunft

Unsere heute am häufigsten verwendete "Pfefferminze" erblickte 1696 offiziell im Garten eines englischen Züchters das Licht der Welt: Sie ist eine Kreuzung aus der aus dem Mittelmeerraum stammenden Grüner Minze (Mentha spicata, selbst ein Bastard) und der einheimischen Wasserminze (Mentha aquatica). Sie ist wahrscheinlich schon vorher vorhanden gewesen, wurde aber erst 1696 beschrieben, wodurch sie als eigene Art existierte. In der ganzen Welt waren schon vor 1696 verschiedene Minzarten (mindestens 12) im Gebrauch. Mehrere Minzarten sind in Mitteleuropa heimisch (Wasserminze, Roßminze, etc.), die auch ein Minzaroma aufweisen.

Inhaltsstoffe

Pfefferminzblätter enthalten ein ätherisches Öl, dessen Zusammensetzung stark vom Entwicklungstand der Blätter bei der Ernte abhängt. Als Hauptbestandteile sind Menthol, Menthon und Menthylacetat zu nennen. Ferner enthält die Pflanze Gerbstoffe, Phenolcarbonsäuren und Flavonoide.

Anwendung

Pfefferminzblätter und das ätherische Öl besitzen eine krampflösende und blähungstreibende Wirkung und führt zu einer beträchtlichen Steigerung der Gallensekretion. Ferner ist eine antiseptische Wirkung beschrieben. Pfefferminztee eignet sich daher zur Behandlung von krampfartigen Beschwerden im Magen- und Darmbereich, Verdauungsbeschwerden und Blähungen.
Das insgesamt stärker wirkende Pfefferminzöl wird auch äußerlich zur Behandlung von Spannungskopfschmerzen, bei Muskel- und Nervenschmerzen, Mundschleimhautentzündungen und Erkältungskrankheiten verwendet. Innerlich findet es meist in Kombination mit anderen Pflanzenauszügen beim Reizdarmsyndrom Anwendung. Pfefferminzöl selbst besitzt keine abschwellende Wirkung auf die Nasenschleimhaut, jedoch wird bei Schnupfen das Gefühl einer besseren Nasenatmung vermittelt, was vermutlich auf die kühlende Wirkung des Menthols zurückzuführen ist.
Zubereitungen aus der Pfefferminze werden weit verbreitet auch in kosmetischen Präparaten (Zahnpasten, Mundwässer, Körperpflegeprodukte) und als Geschmackskorrigens oder Gewürz in der Lebensmittel- und Süßwarenindustrie eingesetzt. Pfefferminztee eignet sich auch als erfrischendes Getränk.
Die Volksheilkunde kennt noch wesentlich mehr Anwendungen für die Minze:
Appetitlosigkeit, Blähungen, Durchfall, Gallenbeschwerden, Magenschmerzen,Magenkrämpfe,Übelkeit, Brechreiz, Verdauungsschwäche,Mundgeruch,
Nierenschwäche,Herzschwäche,Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Migräne,Nervenschmerzen,Ischias,Hexenschuss,Rheuma ,schmerzhafte Regel, Wechseljahrsbeschwerden,Erkältungskrankheiten,Grip pe,Schlecht heilende Wunden
Das unter dem Namen „Japanisches Heilpflanzenöl“ gehandelte ätherische Öl besteht in der Regel aus einer Mischung von mentholreichen Ölen der Unterarten (Supspezies) M. arvensis (Ackerminze), M. glabra (glabra bedeutet klebrig) und anderer besonders ölreicher Arten.

Geschichtliches

Warum die Pfefferminze in den alten Klosterbüchern und Hildegardbüchern nicht auftaucht, wissen wir ja schon
Die ursprünglichen Minzarten und ihre Heilwirkung kennt man aber schon lange
Der Gattungsname Mentha ist eine Entlehnung vom griechischen minthe. Nach einer von Ovid übermittelten Sage ist die Nymphe Minthe, die Tochter des Kokytes, von Proserpina, der Unterweltsgöttin, in diese Pflanze verwandelt worden. Pfefferminze und andere volkstümliche Namen beziehen sich auf den intensiven Geruch der Pflanze. Obwohl im Mittelalter oft statt der Pfefferminze auch die Krauseminze kultiviert und genutzt wurde, konnte aus Funden in altägyptischen Gräbern gesichert werden, dass unsere Pfefferminze bereits um 1200-600 v.Chr. bekannt war.

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